ADB:Sticke, Salome

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Artikel „Sticke, Salome“ von Jacob Cornelis van Slee in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 170, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sticke,_Salome&oldid=- (Version vom 24. April 2019, 00:34 Uhr UTC)
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Sticke: Salome St. nimmt unter den Frauen, welche dem Kreise der modernen Devotion im 14. und 15. Jahrhundert angehören, eine hervorragende und maaßgebende Stelle ein. Sie war eine Tochter des von Gerrits de Groote für die Devotion gewonnenen Hermann St. aus Grol und ebenda um 1364 geboren. In ihren jugendlichen Jahren führte sie ein weltliches Leben, wurde aber, als sie im päpstlichen Jubeljahre 1390 eine Pilgerfahrt nach Rom plante, vom Prior des Bethlehems-Klosters zu Zwolle, Johann de Waal, zu den Schwestern des Meister-Geerts-Hauses zu Deventer geführt, welches ihm, wie er sagte, eine bessere Romfahrt schien. Nach einigen Jahren trat sie an die Spitze dieser Stiftung, deren geistlicher Berather Johann Brinckerink war. 1408 aber trat sie in das Kloster der regulirten Kanonissinnen zu Diepenveen, und wurde im folgenden Jahre von den Schwestern zur Subpriorin und 1412 zur Priorin erwählt. Als „ein lebendiges Beispiel aller Tugenden“ war sie um ihrer Demuth, Wohlthätigkeit, Selbstverleugnung und Liebe willen von Allen hoch verehrt und erwies in Wort und That eine von Herzen kommende tiefe Frömmigkeit. Der regulirte Prior Just im Ruggekloster bei Brielle erklärte, zwischen Deventer und Rom sei keine zweite, so weise und erleuchtete Frau wie Salome Sticke zu finden. Der wegen der Beschaffung der Lebensmittel für die Schwestern besorgten Elsabe Hasebroeks entgegnete sie in schönem Gottvertrauen: „Geht in den Chor und redet mit euerem Procurator.“ Ihre Schwestern erzog sie vor allem zur Demuth, sie mußten einander die Füße küssen, durften niedrige Arbeiten nicht scheuen. Eine übermäßig strenge Ascese liebte sie jedoch nicht. Bisweilen hatte auch sie ihre Visionen; aber ihrem still friedlichen Charakter gemäß zeigte sie auch darin eine große Mäßigung. Bis ins hohe Alter war sie eine vorzügliche Priorin ihres Klosters; nach wiederholten Schlaganfällen sah sie sich aber 1446 genöthigt, ihr Amt niederzulegen. Sie starb am 18. Oct. 1449 in Frieden und himmlischer Hoffnung. Man mag sie wohl als eine der vorzüglichsten Repräsentantinnen klösterlicher Frömmigkeit betrachten. Ihre Biographie findet sich in einem Manuscripte, welches die Lebensbeschreibung mehrerer Schwestern aus Diepenveen enthält und theilweise von C. Opzoomer herausgegeben ist (Het klooster van Diepenveen, s’Hage 1886/87). Auch bei Moll Joh. Brugman II. bl. 81 vv. und Acquoy Het klooster Windesheim II, 283 vv. finden sich Nachrichten.