ADB:Vanotti, Johann Nepomuk von

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Artikel „Vanotti, Johann Nepomuk“ von Friedrich Wintterlin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 484–485, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Vanotti,_Johann_Nepomuk_von&oldid=- (Version vom 20. September 2019, 19:06 Uhr UTC)
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Vanotti: Johann Nepomuk (v.) V., Dr. theol., württembergischer katholischer Geistlicher und Geschichtsforscher, wurde geboren zu Freiburg i. Br. am 28. December 1777. Seine erste Ausbildung erhielt er in seiner Vaterstadt. Nachdem er aus Gesundheitsrücksichten den Vorsatz sich dem Klosterleben zu widmen hatte aufgeben müssen, studirte V. in Freiburg Philosophie und Theologie, auch orientalische Sprachen und wurde am 6. April 1801 zum Priester geweiht. Er promovirte hierauf noch zum Doctor der Theologie und wurde im J. 1804 von der Universität Freiburg zum Stadtpfarrer in Rottenburg a. N. ernannt. Hier erwarb ihm seine treffliche Persönlichkeit und seine reiche Gelehrsamkeit allgemeines Vertrauen und Ansehen unter seinen Pfarrgenossen, sodaß ihn die Capitelgeistlichkeit im J. 1808 zum Decan wählte. Im J. 1814 kam er als Decan und Stadtpfarrer nach Ehingen. Von 1814 bis 1828 war er als damals ältester Decan Mitglied der württembergischen Ständeversammlung, an deren Arbeiten er sich lebhaft betheiligte. Verdienste erwarb er sich hier um das Zustandekommen der württembergischen Verfassung von 1819 und besonders um die Angelegenheiten der katholischen Kirche und Schule. Seine rege Thätigkeit hatte bald seine Wahl in den sogen. ständischen Ausschuß zur Folge, wie er auch vielfach Mitglied von Commissionen war. – Ein besonders lebhaftes Interesse widmete V. stets historischen Studien und entwickelte einen verdienstvollen Fleiß auf diesem Gebiete. Neben verschiedenen Aufsätzen in Zeitschriften, z. B. dem Constanzer Archiv, Lang’s Kirchenblättern, den württemb. Jahrbüchern, verdient besonders Erwähnung eine „Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg“ (Bellevue bei Constanz 1845). Außerdem betheiligte er sich bei den vom württembergischen statistisch-topographischen Bureau herausgegebenen Oberamtsbeschreibungen. Zu einer derselben, Ehingen, schrieb [485] er den geschichtlichen Theil. Bei einer Reihe von anderen unterstützte er die Bearbeiter durch Mittheilungen von ihm gesammelten reichhaltigen Materials. Mehr seiner politischen Wirksamkeit gehört an die Schrift: „Ueber die Verwaltung und Verwendung des kath. Kirchenguts im Königreich Württemberg an d. landständische Versammlung“ (Stuttg. 1816). Im J. 1828 kam V. als Domcapitular wieder nach Rottenburg zurück, wo er am 21. November 1847 starb. V. war ein Mann von stark ausgeprägtem Charakter aber liebenswürdigen Umgangsformen, allgemein hochgeachtet und geehrt wie bei seinem König – der ihm u. a. das Commenthurkreuz des Ordens der württ. Krone verlieh – so bei seinen Mitbürgern.

Nekrolog in der Schwäbischen Kronik Nr. 327 vom 29. Nov. 1847. Felder, Gelehrten- u. Schriftstellerlex. S. 390. – Neher, Statistischer Personalkatalog des Bisthums Rottenburg. Schw. Gmünd 1878, S. 19.