Allgemeines Deutsches Kommersbuch:163

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 324, 325
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[324]

Scha=le. Da nimm und trin=ke! sprach er mild, es
ist vom ir=di=schen Ge=fild das be=ste Blut der Reben, so
dir ein Mensch kann ge=ben, das be=ste Blut der Re=ben, so
dir ein Mensch kann ge===ben. (4. Strophe:) sin=ken, bis
mir die Augen sinken.

     2. Ich trank sie leer, ich hielt sie hin: noch eine! nur noch eine!
Dann sag dem Fremdling, der ich bin, wie kamst du zu dem Weine?
Der Alte schüttelte den Bart: such ihn dir selbst auf deiner Fahrt,
|: wirst noch um diesen Tropfen an manche Thüre klopfen. :|

     3. Nun hab ich nimmer Ruh noch Rast, des Weines muß ich
denken, war seinetwegen schon zu Gast in ungezählten Schenken. Ich
such ihn auf dem Erdenrund am Rhein, in Welschland und Burgund,
such ihn bei Nacht, bei Tage, bei jedem Glockenschlage.

     4. Drum kann ich nicht vorübergehn, wo Herbergschilder rosten,
kann nirgends Wein verzapfen sehn, muss jeden einmal kosten. Den
einen such ich immer nur, und eh ich ihm nicht auf der Spur, muß
wandern ich und trinken, bis mir die Augen sinken, bis mir die Augen
sinken.

Jul. Wolff.


[325]           360.     Scheiden.     (II. 176.)

     Ein wenig angehalten. Mendelssohn. 1839.

     1. Es ist bestimmt in Got=tes Rat, daß man vom Liebsten,
was man hat, muß schei=den, wie=wohl doch nichts im
Lauf der Welt dem Her=zen, ach! so sau=er fällt als
schei=den, als schei=den, als schei=den.

     2. So dir geschenkt ein Knösplein was, so thu es in ein Wasser=
glas, doch wisse: blüht morgen dir ein Röslein auf, es welkt wohl
schon die Nacht darauf, |: das wisse! :|

     3. Und hat dir Gott ein Lieb beschert und hältst du sie recht innig
wert, die Deine, es wird nur wenig Zeit wohl sein, da läßt sie dich so
gar allein; dann weine!

     4. Nun mußt du mich auch recht verstehn, nun mußt du mich auch
recht verstehn: Wenn Menschen auseinan=dergehn, so sa=gen sie „auf
Wie=der=sehn, auf Wieder=sehn, auf Wieder=sehn, auf Wiedersehn!“

Feuchtersleben. 1826.