Allgemeines Deutsches Kommersbuch:267

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 532, 533
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[532]

las=sen lus=tig sein. Ei=let drum zur al=ten Schenke!
Las=set al=les gehn und stehn, zum be=rau=schen=den Ge=
trän=ke ra=set, ihr Vor=treff=li=chen! treff=li=chen!

     2. Reinigt eure Sünderseelen, heilet euer krank Gemüt, waschet
eure trocknen Kehlen für ein überschwenglich Lied! |: In die Schenke,
in die Schenke! Freunde, seid ihr alle da? Wenn ich alter Zeit gedenke,
schrei ich laut juvalera! :|

     3. Wandle mit bedächtgem Schritte, wer sich selber nie vergißt!
Überflüssig ist die Sitte, wenn das Herze trunken ist. Umgekehrt von
eurem Spaße, schalle dieses frohe Haus, wie der Strahl aus vollem
Fasse sprudle euer Witz heraus!

     4. Lachen, daß erdröhnt die Halle, daß mich schüttelt Rippenweh,
muß ich laut, wenn ich so alle, Brüder, euch beisammen seh. Achtung
allem, was zu achten! Aber lachen muß ich, – als Götter im Olympus
lachten, lachten sie aus vollem Hals.

     5. Hör ich solchen Lärm verführen lauter so vernünftge Leut,
soll mich gleich der Donner rühren, sterb ich nicht aus purer Freud!
Holla, wackere Gesellen, schlagt Gesang an, hollaho! Wenn die Töne
hoch anschwellen, fühlt sich jeder lebensfroh.

     6. Sagt mir an, gelehrte Häupter, du, o Dummkopf, sag mir an,
steh mir Rede, Wohlbeleibter, sprich, du lendenarmer Mann, gebt, ihr
edlen Trinker alle, gebt mir Antwort, wie und wann kommt der biedre
Mensch zu Falle, und warum, das sagt mir an!

     7. Wie aus einem Mund genommen, hör ich das Orakel: Dann
wird der Mensch zu Falle kommen, wenn er nicht mehr trinken kann.
Dann auch, wenn mit ihm - o wische, Freund, die Augen, daß er sinkt –
niemand mehr an einem Tische und aus einem Glase trinkt.

[533]

     8. Einst in glücklicheren Tagen, deren Geist für immer schwand,
kannte man nur wenig Plagen in dem frohen Griechenland. Damals
war es wo die Besten, kehrend aus der Männerschlacht, sich zu heitern
Becherfesten trafen in der Frühlingsnacht.

     9. Dort geschmückt mit grünen Kränzen tranken Jüngling, Mann
und Greis, un dem Weisesten kredenzen dünkete der Schönsten Preis.
Schon der Atem hauchte freier dort in der geschmeidgen Luft, in den
goldnen Klang der Leier stieg der Hyacinthenduft.

     10. Damals floh der Geist der Jugend mit den Jahren nicht
davon, Jugend aber nur hat Tugend, denn sie dürstet nicht nach Lohn.
Heut, in unsern schwiergen Tagen, heut vertrocknet frühe ganz unterm
Wüstenwind der Plagen das bestürmte Herz des Manns.

     11. Freunde, diese Zeiten waren. Solchen Frohsinn aber mag,
wie den klaren wunderbaren Himmel nur der Sommertag, solchen
Frohsinn mag bewahren Menschenbrust nur dann und da, wo man
noch in Silberhaaren ewiger Natur ist nah.

     12. Fort jetzt mit den Grübeleien! Wir auch dünken uns nicht
schlecht, wir auch wissen uns zu freuen, und der Lebende hat recht.
Also sprach der große Schiller, fällt mir grad der Schiller ein; jetzt
komm einer her, was will er? Jetzt kein Wort mehr, hier ist Wein!

L. Eichrodt.


          593.     Trinkspruch.     (III. 85.)

     Lustig.

     1. Las=set die feu=ri=gen Bom=ben er=schal=len, piff, paff,

puff, vi=val=le=ral=le=ra!      Un=ser Bru=der N. N.,
               Und sein Mädchen

     der soll le=ben, es leb das gan=ze N. N.=sche Haus!
     auch da=ne=ben, drum trink er jetzt sein Gläschen aus!