Allgemeines Deutsches Kommersbuch:41

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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[80]

soll er sein: Wir, die wir deutschem Blut entstammt, wir halten
fest zu=sam=men. Des Rei=ches Fein=de al=le=samt Gott
mö=ge, Gott mö=ge sie ver=dam=men!

     2. Tritt, deutscher Bruder, zu mir her, ob Preuße, Bayer, Schwabe:
Ein Gott, ein Volk, ein Reich, ein Heer – dem Treue bis zum Grabe!
Und nie vergiß, wer Deutschland schuf, und stimme stets zum Jubelruf:
Wir, die wir deutschem Blut entstammt ec.

     3. So wird das Reich der Zeiten Sturm in Festigkeit bestehen,
ein starker, himmelhoher Turm, auf Erden rings zu sehen! Und
deutsch und frei ist nur ein Wort, und ewig, ewig schallt es fort: Wir,
die wir deutschem Blut entstammt ec.

H. Dietrich.


          85.     Am Freudenfeuer.     (IV. 186.)

     Schnell. F. Mergner.

     1. Nun, so ist die Glut entbronnen und der Freiheit O=pfer flammt;
auf den Bergen wird be=gonnen ü=berall das Feu=er=amt.
Herr, in dei=nes Himmels Hö=hen, hö=re un=sers Flehens Wort:
Bleib der Frei=heit Schutz und Hort!

[81]

     2. Was erlöst aus Schmach und Schande unser liebes Vaterland?
Wer zerbrach des Drängers Bande, als nur deine starke Hand? Herr ec.

     3. Eintracht hat die Welt gerettet, Eintracht gab den Völkern
Kraft, hat die Männer schön verkettet zu der heilgen Ritterschaft.

     4. Drum so laßt uns stets bedenken, daß wir alle ein Geblüt;
wollst den Geist der Lieb uns schenken und ein wahrhaft deutsch Gemüt.

     5. Und wenn wieder Feinde dräuen, gürte uns mit deiner Macht!
Laß die Tage sich erneuen jener wunderbaren Schlacht!

     6. Zeuch dann selbst, du starker Retter, zeuch in Flammen uns
voran! Wie bei Leipzig brich wie Wetter deinem Volk die Siegesbahn!

     7. Ewig wollen wir dich preisen, Vater, deine Wundermacht; und
das Feuer soll’s beweisen alle Jahr in dieser Nacht!

Wetzel.


          86.     Bismarcklied.*)[1]

     Singw.: Sind wir vereint zur guten Stunde ec.

     1. Nun steige der Begeistrung Flamme helllodernd auf in unserm
Sang: dem Manne gilt’s von deutschem Stamme, dem Helden, der
den Drachen zwang, der an des Rheines Rebenborden gepflanzt des
Reiches mächtgen Baum, dem Mann, durch den zur Wahrheit worden
der Väter sehnsuchtsvoller Traum.

     2. Wie lag das Vaterland danieder, dem Fremden lange schon
ein Spott; da sandte uns dem Hermann wieder der alte treue deutsche
Gott! Und das wird nimmer ausgesungen bis an der Erde letzten
Tag, wie, von dem deutschen Aar bezwungen, der welsche Hahn am
Boden lag.

     3. Wer wagte da noch zu verlachen der Deutschen heilges Vater=
land? Denn auch der Zwietracht giftgen Drachen schlug dieser Mann
mit starker Hand! Und uns erschien die große Stunde, da hob der
Held, lorbeerumlaubt, die Krone von des Rheines Grunde dem deutschen
Kaiser auf das Haupt!

     4. Das wollen wir ins Herz uns schreiben, den fernsten Enkeln
sei’s bewahrt; ein Vorbild soll er sein und bleiben von deutscher Kraft
und deutscher Art. Er stand, umbraust von Sturmestoben, von schnödem
Haß beschimpft und Neid, er stand, das mächtge Haupt erhoben, hoch
überragend seine Zeit;

     Hochragend über sein Jahrhundert, ein Fels im wildempörten
Meer, von Hunderttausenden bewundert, doch auch geliebt – und das
ist mehr! Erbrause, Jubel, Banner, walle! Gott, grüße dich, du einzger
Mann, der kühn des Ruhmes Kränze alle, der seines Volkes Herz
gewann!


  1. Verlag von Louis Abel, Berlin S. Sebastianstr. 29.