Allgemeines Deutsches Kommersbuch:58

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 114, 115
<< Zurück Vorwärts >>
De Schauenburg Allgemeines Deutsches Kommersbuch 058.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

[114]

     2. Weiße Segel fliegen auf der blauen See, weiße Möven fliegen
in der blauen Höh, blaue Wälder krönen weißer Dünen Sand. Vater=
land, mein Sehnen ist dir zugewandt.

     3. Aus der Ferne wendet sich zu dir mein Sinn, aus der Ferne
sendet trauten Gruß er hin. Traget, laue Winde, meinen Gruß und
Sang; wehet leis und linde treuer Liebe Klang.

     4. Bist ja doch das eine in der ganzen Welt, bist ja mein, ich
deine, treu dir zugesellt. Kannst ja doch von allen, die ich je gesehn,
mir allein gefallen, Vaterland so schön.

     5. Jetzt bin ich im Wandern, bin bald hier, bald dort, doch aus
allen andern treibt’s mich immer fort. Bis in dir ich wieder finde
meine Ruh, send ich meine Lieder dir, o Heimat, zu.

Ad. Pompe.


          122.     Der deutsche Mann.     (III. 118.)

     Langsam und mit Nachdruck. Volksweise.

     1. Wer ist ein Mann? Der be=ten kann und Gott dem
Herrn ver=traut. Wenn al=les bricht, er za=get nicht, dem
Frommen nim=mer graut, dem From=men nimmer graut.

     2. Wer ist ein Mann? Der glauben kann inbrünstig, wahr und frei;
denn diese Wehr trügt nimmermehr, |: die bricht kein Mensch entzwei. :|

     3. Wer ist ein Mann? Der lieben kann von Herzen fromm und
warm, die heilge Glut giebt hohen Mut und stärkt mit Stahl den Arm.

     4. Der ist ein Mann, der streiten kann für Weib und liebes Kind;
der kalten Brust fehlt Kraft und Lust und ihre That wird Wind.

     5. Der ist der Mann, der sterben kann für Freiheit, Pflicht und
Recht; dem frommen Mut deucht alles gut, es geht ihm nimmer schlecht.

     6. Der ist ein Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland;
er läßt nicht ab bis an das Grab mit Herz und Mund und Hand.

     7. So, deutscher Mann, so, freier Mann, mit Gott dem Herrn
zum Krieg! Denn Gott allein mag Helfer sein, von Gott kommt
Glück und Sieg.

E. M. Arndt. 1813.


[115]           123.     Mein Vaterland.     (II. 21.)

R. Kudell.

     1. Wie könnt ich dein ver=ges=sen! ich weiß, was du mir
bist, wenn auch die Welt ihr Lieb=stes und Bestes bald ver=
gißt. Ich sing es hell und ruf es laut: Mein Va=ter=
land ist meine Braut! Wie könnt’ ich dein ver=ges=sen! ich
weiß, was du mir bist. Wie könnt ich dein ver=ges=sen! ich
weiß, was du mir bist.

     2. Wie könnt ich dein vergessen! dein denk ich allezeit! Ich bin
mit dir verbunden, mit dir in Freud und Leid. Ich will für dich im
Kampfe stehn, und sollt es sein, mit dir vergehn. |: Wie könnt ich dein
vergessen! dein denk ich allezeit. :|

     3. Wie könnt ich dein vergessen! ich weiß, was du mir bist, so
lang ein Hauch von Liebe und Leben in mir ist. Ich suche nichts als
dich allein, als deiner Liebe wert zu sein. Wie könnt ich dein vergessen!
ich weiß, was du mir bist.

Hoffmann von Fallersleben. 1841.