Als ein Volk von Schwertgenossen

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Textdaten
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Autor: Rudolf Lavant
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Titel: Als ein Volk von Schwertgenossen
Untertitel:
aus: Eichenlaub und Fichtenreis
Herausgeber: Wilhelm Achilles
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1901
Verlag: Verlag von Wilhelm Achilles
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Erscheinungsort: Leipzig-Eutritzsch
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons,
S. 29–30
Kurzbeschreibung:
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21. (1891.)

     Mel.: Auf, ihr Brüder, lasst uns wallen etc.

     1. Als ein Volk von Schwertgenossen, das den Himmel liebt als Zelt, hat das deutsche sich ergossen in die faule Römerwelt, wahrt die Marken es entschlossen von den Alpen bis zum Belt. Klirrend tritt in die Geschichte der Germane, stolz und frei, macht mit starker Faust zu nichte Hinterlist und Heuchelei, schwingt durch Wolken sich zum Lichte, wie vom Felsenhorst der Weih.

     2. Streitbar hat man ihn erfunden auf dem Lande, auf der Flut; in Entbehrung, unter Wunden wallt am freudigsten sein Blut, und er zeigt zu allen Stunden frischen, kühnen Wagemut. Hoch zu Roß, wie in der Barke, zieht er frohen Sinns vorbei und, gesund im tiefsten Marke, zeigt er ohne Prahlerei, daß auf Erden nur der Starke Herr des eignen Looses sei.

     3. Lag sein Hassen und sein Lieben oftmals auch in schlimmer Haft, ist ihm doch die Lust geblieben an Behendigkeit und Kraft – sausend durch die Lust getrieben hat er seiner Speere Schaft. Nur zu oft und nur zu gerne nahm für Fremdes er Partei, angelockt vom Glanz der Sterne und der Sprache Schmeichelei, doch er blieb im tiefsten Kerne waffenfroh und wahr und frei.

     4. Wenn er auch an fremden Küsten weichen Lauten lieh das Ohr, wo die weißen Marmorbüsten aus dem Lorbeer lauschen vor, immer riß aus welschen Lüften ihn Drommetenklang empor. Drang zu ihm vom Vaterlande matter, ferner Hilfeschrei, sagt’ er ab dem welschen Tande und der Harfenmelodei, und die duftgen Blumenbande riß entschlossen er entzwei.

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     5. Alle Zeiten Deutschlands klingen wider von dem einen Wort: Manneslust an frischem Ringen ist des Deutschen Schirm und Hort – keine Macht wird uns bezwingen, pflanzen diesen Geist wir fort! Dieses Geistes Macht und Hehre aber waltet rein und frei zu des deutschen Stammes Ehre einzig in der Turnerei. Sorgt, das diese ernste Lehre nimmermehr vergessen sei!