Amtliche Confirmatio privilegiorum der Bergstadt Andreasberg 1596

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Autor: Heinrich Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel)
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Titel: Amtliche Confirmatio privilegiorum der Bergstadt Andreasberg 1596
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Entstehungsdatum: 4. Mai 1596
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Erscheinungsort: Herzogtum Braunschweig-Lüneburg
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[1a]
Amtliche
Confirmatio privilegiorum
der Bergstadt Andreasberg[1]
1596
[1b]
[...]:72-][2] Martÿ
1596 [...]

[2] Von Gottes gnaden wir heinrich Julius[3] Postulirter Bischof zu Halberstadt Hertzog zu Braunschweig und Lüneburgt, Bekunden und bekennen hiemit, Demnach durch weilandt des hochgebohrnen fürsten hern Philipsen[4] auch hertzogen zu Braunschweig und Luneburgk, unsers freindtlichen Lieben Vettern, Schwagers, Brudern Und Beratern Christnulter gedechtnuß, thodtlichen Abgang S. L. ganzes Fürstenthumb Grubenhagischen theilß, [...] auch die ganze Graffschafft Lauterberg sambt dem Andreasberge[5] auf uns verstammet und gefallen, und dan Unsre Underthanen Iztberurter unser freÿen Bergkstadt Sanct Andeas Bergk[1] unb confirmation Ihrer Privilegien so Sie von Weilandt den Wolgebornen Graffen zu Honstein, hern heinrichen[6] und hern Ernsten[7] seligen dedechtniß, Anno eintausendt fünfhundert ein und zwanzig[8] erlangt und bißhero in geruhiglichem gebrauch und besiz gehabt, underthenig bei uns angehalten, welche von wort zu wort also lautet, wie hernach folget:

Wir Heinrich[6] und Ernst[7] gebrüdere Grafen von Honstein, Hern zu Lohra und Klettenberg, Bekennen vor uns und die Wolgebornen unsere freundtlichen Lieben gebudere Erben und Erbnehmen, und thun Amtlich gegen Menniglich wißen, Nachdem sich durch gnade Gottes Bergwerck[...] Silber, und ander Metal in unser herschafft Hohnstein und Lutterbergk ereuget, Welche Bergkwercke wir mit aller befreiung, wir Bergkwergsr recht und gewonheit ist, und ein Jedes freies Bergwerck haben sol, begnadet und begabet haben, Wollen auch diese hernach beschriebene sonderliche friheiten, hiermit zugesagt und geggeben haben, allen und Jedem Bewercken, so sich an allen orten, wo es einem Jeden gefalligk, einlegen, Bergwerck suchen und bawen, und sich daßen gebrauchen werden, das Sie sich auf unsern Welden zu aller Ihren notturfft, Schachtholz, Bauholz, Zu bawen Schechte hutten, Wolen, Puchwercke, Rosteholz, nun und zu ewigen zeiten, Auch Borneholz, Treibeholz, Wohnheusers, dieweil diese Bergwercke bestendig, und gangkhaftig, Auch kolholz heben Jahrlang nach Dato frei ohn, allen Furstzinß zuholende und gebrauchen mogen in allen unsern geholzern, Wo Ihnen das bequemlich, Alß Sie des zu genanter und anderen notturft bedurffen werden, doch nichts dauon zuuerkeuffen, Sie sollen auch macht haben, Schemkstedte zuwehlen und leges Schenckheuser, Brawheuser und Wohnheuser, Scheunen und Stelle nach Ihrer nottuft zubawen und aufzurichten, Allerlei Bier und Wein, wo Sie das zubekommen wißen, nach Ihrem gefallen zu kauffen, zu sich bringen, und ohn alles engeldt frei schencken und vertreiben moges, deßgleichen auch alle andere gewerbe und handtierunge, nichts außgeschloßen, was einem Jedern zu enthaltung, seiner Nachrung und für gemeinen nuz dienender, zugebrauchen weiß, sol einem Jeden ohne alle beschwerungen frei bvergunet und zugelaßen sein, Auch alles das dem Bergwercke Zur notturft und gute zugefuhret, zugetreeben oder getragen wurde, Solches, so weit sich Unser herschaft erstreckt, sol alles wegen geldts, Zolß und geleites zu ewigen zeiten befreiet sein, Es sollen auch alle, die sich wesentlich darhin wenden und die niedlaßen, oder sonsten die Bergwercke bawen werden, umb schuldt, Sie daselbst nicht gemacht, mit keiner Gerichtshulf zur bezahlung bezwungen, geengstet Auch nicht aufgehalten oder gehemmet werden Es soll einem Jedern uf solchen unsere Bergwercke alle notturft zutragen zutreiben, zzfuhren und bringen, und darzu vertreibende frei vergnut und zugelaßen sein, Auch fur Jedermenniglich frei seiher und unuerhindert bleiben, Auch sollen dieselbgigen, so dem Bergwercke zu guet notturft zufuhren treiben und tragen werden, fur aller gewaldt geschutzt werden, und ob Gott der Almechtige /: wie zuerhoffende :/ durch seine milde Gottliche gnadt das Bergwerck findig machen, das man Erz treffen und erbawen wurde, So wollen wir gutwillig nach laßen und bewilligen , das Sie uns von gemachtem Silber drei Jahrlang nicht mehr, dan die funfzehende Marck Silbers in unsere zehendt Kammers, die wir darzu verordnen wollen, zum zehendten reichen und geben sollen, doentgegen wollen Wir Ihnen den funfzehenden Pfenning, huttensteur widerstaten und einlaßen, deßgleichen uon allen andern Metallen, so Sie von Kupfer, Zihens, Blei und andern maches werden, Sollen Sie alzeit die drei Jahr lang den funfzehenden Pfenning, davon zugeben und reichen, und den funfzehenden Pfenning huttensteur gewertig sein, und alles Silber, Kupfer, Zihnen, Blei oderandern Metal, so Sie machen, sollen und mogen Sie macht haben, und gewalt, so Sie uns wie obenberurt, unsern gebuhrenden Theil die funfzehende, zum Zehenden entrichten und geben, zu verfuhren und zuuertreiben, Wo Sie wollen nach eines Jeden gutdunken und gefallen, von uns und Menniglichen unuerhindert funf Jahrelang, und nach außgang der funf Jahren, sol alle geldt und Silber in unsern Zehenden geandtwortet werden, und die Marck von uns, wie in Furstenthumb zu Sachsen beschiehet, so hoch bezahlet werden, mit hohensteinischer und landwiriger Munz und Northeusisch gewicht gegeben werden. Es sol auch nach uberandtwortung des geldes oder Silbers, die bezahlung mit angezeigter Munz den Gewercken oder Ihren Factorn binnen vierzehen tagen nach uberandtwortung bezahlet werden, und wo den Gewercken in bemelten vierzehen tagen verlegung vonnothen, sol Ihnen auch zur notturft auß unseren zehenden gereicht werden, wo auch auf unseren Gewecken Kupfer gemacht, welches unter dreißig Loten Silbers halten wurden, Sollen die Gewercken die Kupffer außerhalben unser herschaft, zuuerkauffen macht haben, So auch Gott gnaden wurde geben, das sich Bergleutge in unserer herschaft seßhaftig wurden niederlaßen, und bawen, es sei zu Lutterbergk[9] oder an einem gelegenem ort des Bergkwercks, So wollen wir Ihnen zu aufnehmung, mehrung und erhaltung gemeines nuzes und friedes, Allen Erbe und Burgerlichen gericht auß gnaden zugestellet haben, und das Sie unter sich Burgermeister , Richter und Rats zuerwelen macht haben, doch das Sie von uns confirmirt und bestetigt werden, wir stellen auch dem Rats und gerichts zu auß gnaden alle Erbgerechtigkeit an Bräwheusers, Fleischbencken, Salzkasten, Badestuben Molen und Bretmulen das Sie die zu bawen und gemeinem nuz zu gute alzeit gebrauchen mogen, wir verordnen auch hiemit und laßen zu, alle Sonnabendt einen freien Wochenmarck auch sonsten alle tagen außgeschloßen, des heiligen Sontag und sonsten alle hohe Fest tagen und Feÿertagen daselbst zu Lutterberg[9], oder wo ein frei Bergstadt in unserer herschaft erbawet wurde, zuhalten, das alle die Jenigen, so dahin kuchenspeise, Brott, Buttern, Kese, fleisch, Rinder, Schweine, Schopsse[10], und alle andere notturft dem Bergwercke zufuhren, treiben, tragen und bringen, nichts außgeschloßen, sol auch alles geleites, Zolß, Stedtgeldts, zugeben gefreÿt sein, So auch die Einwohner daselbst zu Lutterbergk[9] oder zu einer andern freien Bergstadt in unserherschaft die sich dahin niederlaßen Ecker, Wiesen, Garten Beumen bawen und machen wurden, sol Ihnen Izige bemeldte befreiheit ewig zugestellet sein, Ichtes davon zugeben, auch alle verbothe, frohne und hoffdienste zuthun gefreÿett sein, Was Sie aber von andern unsern Underthanen von Erbschaften und dergleichen keuffen und an sich bringen wurden, Sollen Sie die zinße und Pflichte, so darauf gestanden, wir Ihnen verkeuffere gethan zugeben und thun auch schuldig sein. Wir wollen auch auß gnedigem willen zu und nachgelaßen haben, haßel huner und Vogel nach Iheem gefallen zufahen macht haben, und hasen soweit sich der Lutterbergische fluher erstreckt, wir Sie mogen, nachgelaßen haben, aber grob Fedder Wildtpredt, Rehe und heubtwildt zufahen sol sich ein Jeder enthalten, Wir laßen auch nach die Speenlutter[11] uber dem Steige nach dem Vogelsange[12], und die Breitenbach[13] dem Bergwercke frei zufischen, und alle andere Unsere Waßer zuuermeiden und was gefangen, und gefischet, auß Unser Herschaft nicht zutragen zuuerkeuffen oder zuwenden, deßgleichen Hasen und Vogel Zuuerkeuffen auch verbotten wollen haben, Wir wolen uns auch vor uns unsere Erben nun und zu ewigen zeiten aller hutten und huttenstedt, auch aller schlacken und Halde, so Ize Zeidt oder kunftig gemacht werden, in craft dieses brieffes, als weit unser Herschaft verzeih ganz und gar abgesagt haben und den frembden Man, zugleich den Einwohnern neben andern unsern Underthanen zu gleiche und rechte fur Menniglichen schuzen handthabes und vertheding Wir geben auch hiemit allen und Jedern, die sich auf unseren Bergwercke heußlichen oder sonstes niederlaßen werden, einen freien zu und Abzugk mit allen und Jedern Ihren gutern nuhn und zu ewigen gezeiten, Und dieweil ein gemein Bergkordnung muß begriffen und aufgerichtet werden, Sollen und wollen wir die mit rathe, wißen und willen rechts und gerichts zu bequemen zeit nach gelegenheit dieses Bergkwercks austellen, und was hierinnen Izt nicht außgedruckt, Wollen wir Zur notturft und aufwachsunge, oder zunehmung, mehrung, des Bergwercks in kunftiger Zeit mit gebuhrlicher und zimblicher Bergkordnung /⋮ wir Iztgemelt ⋮/ zustellen, und z[...]heen, und vorbehalt haben, zu mehren glaubes steter und vester haltung haben Wir angezeigten Graffen und hern unser angeborn Siegel, das wir Insambt gebrauchen, vor uns, unsere Erben und Erbnehmen hierunten anthun hangen, der gegeben ist nach Christi unsers Hern geburth, Im ein tausendt funfhundert und ein und zwanzigsten Jahre, Sontags nach Viti[14].

Weil dan wie hochermelter furst dan Ihrem underthenigen suchen in gnade statt gegeben, alß confirmiren und bestetigen Wir hiemit und in craft dieses unsers brieffes gedachter unser freien Bergstadt privilegia soviel Sie deren bis Dato in geruhiglichem besiz und gebrauch gehabt und herbracht, und weiter nicht, wie solches am kreftigsten und bestendigsten geschehen solte, konte oder muchte. Zu urkundt haben Wir obgemelter Furst an diesen briefunser Furstlich Ingesiegel wißentlich hangen Lasen, und mit eigener handt unterschrieben. Geschehen und geben nach Christi unsers hern geburth, Im funfzehenhundert, und Sechs und Neunzigstem Jahre des Vierdten W[...]s tag Maÿ[15]


JJagemanzh[...]

Anmerkungen Wikisource
  1. a b Sankt Andreasberg
  2. Unleserlich
  3. Heinrich Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel)
  4. Philipp II. (Braunschweig-Grubenhagen)
  5. Berg bei Sankt Andreasberg
  6. a b Heinrich XII. von Hohnstein, Herr in Klettenberg, Verweser des Eichsfeldes
  7. a b Ernst V. von Hohnstein, Herr in Klettenberg und Lohra
  8. Bergfreiheiten von 1521
  9. a b c Bad Lauterberg im Harz
  10. Schafe
  11. Sperrlutter
  12. Auf dem Vogelsang
  13. Breitenbeek
  14. 3. Juli 1521jul.
  15. 4. Mai 1596greg.
  16. Unterschrift Heinrich Julius