An Deutschlands Volksvertreter

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Autor: Friedrich Emil Rittershaus
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Titel: An Deutschlands Volksvertreter
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 45, S. 757
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[757]
An Deutschlands Volksvertreter.

Nun steht der Reichspalast vollendet;
Die Kuppel blitzt im Sonnenlicht. –
Die ihr vom Volke ausgesendet,
Seid eingedenk nun eurer Pflicht!
Fest ist des Reiches Bau gezimmert,
Der volle Kranz der Ehre schimmert –
Und weh’ dem Feind, der uns bedroht!
Daß unsrer Zukunft Heil nicht fehle,
Steh’ obenan in jeder Seele:
Dem Reich getreu bis in den Tod!

Wie die Parteien auch geschieden,
Wie jeder auch im Kampf sich stellt,
Darin seid einig: keinen Frieden
Mit jedem, der zum Reich nicht hält!
Wer losgesagt sich von der Treue
Für seine Mutter, ohne Reue
Verletzt das heiligste Gebot,
Wer fest nicht steht zum Vaterlande,
Dem Buben Hohn und Schmach und Schande! –
Dem Reich getreu bis in den Tod!

Doch mit der Einheit steh’ im Bunde
Auch Volkesfreiheit wahr und echt.
Laßt niemals ab, zu keiner Stunde
Ein Haar breit vom beschwor’nen Recht!
Wenn schwere, düstre Tage kommen,
Wird Eines nur zum Segen frommen,
Ein Ende machen aller Not,
Nicht Dienst der Sklaven und Lakaien –
Wahr machen können’s nur die Freien:
Dem Reich getreu bis in den Tod!

So soll es sein, so sei’s gehalten,
Daß Deutschland stets in Ehren steht!
Es soll uns keine Meinung spalten,
Wenn’s um die höchsten Güter geht.
So mögt ihr denn zum Werke schreiten! –
Stolz rausch’ bis in die fernsten Zeiten
Das Banner schwarz und weiß und rot
Und weh’ ob einem freien Volke! –
Ob Sonnenschein, ob Sturm und Wolke,
Dem Reich getreu bis in den Tod!

 Emil Rittershaus.