Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm I/Der Frieder und das Catherlieschen

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Der Hund und der Sperling Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm I von Johannes Bolte, Jiří Polívka
59. Der Frieder und das Catherlieschen
Die zwei Brüder
Für verschiedene Auflagen des Märchens der Brüder Grimm siehe Der Frieder und das Katherlieschen.

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59. Der Frieder und das Catherlieschen. 1856 S. 101.

1819 nr. 59, eingesetzt für 1812 nr. 59 ‘Prinz Schwan’ (vgl. unten zu nr. 127 ‘Der Eisenofen’). Zugrunde liegt eine Erzählung aus Zwehrn (von der Frau Viehmannin). Dagegen ist aus einer andern hessischen aufgenommen, wie Catherlieschen auf dem Weg die Butter mitleidig verbraucht und die Käse fortrollen läßt; nach einer dritten aus Fritzlar ist der Schwank mit den Gickelingen und dem irdenen Geschirr erzählt.

In jener aus Zwehrn gibt der Mann vor, er habe einen Hasenbalg unter der Kuhkrippe begraben. Catherlieschen heißt die Krämer diesen hervorholen, worauf sie den Schatz heben; die gekauften Töpfe hängt es rings ums Haus an die Nägel, die da stecken.

Eine vierte Erzählung aus den Diemelgegenden (vor 1822) hat verschiedene Eigentümlichkeiten. Der Mann geht zur Feldarbeit und sagt der Frau: ‘Steck Fleisch in den Kohl, und wenns fertig ist, brings hinaus aufs Feld!’ Sie nimmt das rohe Fleisch, trägts hinaus aufs Feld, wo ihr Kohl steht, und steckts da hinein. Der Hund witterts bald und holt den Braten weg; sie läuft ihm nach, fängt ihn und bindet ihn daheim zur Strafe an das Bierfaß im Keller, und zwar an den Krahn. Der Hund wird wild und ungeduldig und zieht den Krahn heraus. Wie die Frau in den Keller kommt, schwimmt alles Bier darin. Nun trocknet sie es mit Mehl auf. Sie nimmt Essig und Hutzeln in die Hand und, um das Haus zu verwahren, die ausgehobene Haustür auf die Schulter und geht hinaus. Der Mann macht ihr Vorwürfe über das schlechte Essen, doch setzen sie sich dazu nieder; indem sehen sie zwölf Räuber kommen. Vor Angst steigen sie auf einen Baum und nehmen das Essen und die Tür, um nicht verraten zu werden, mit hinauf. Die Räuber setzen sich gerade darunter und wollen sechs Säcke mit Gold teilen. Sie werden aber, wie in unserm Märchen, verscheucht, und die zwei schleppen die Säcke heim. Die Frau borgt bei ihrer Nachbarin ein Maß, das Gold zu messen; ein Stückchen bleibt darin hängen und macht diese aufmerksam. Die Frau erzählt darauf, wie es sich zugetragen hat. Nun läuft alles in den Wald, Gold zu holen; es kommt aber niemand wieder, weil niemand so dumm war wie die Frau und die Räuber jeden totschlugen, [521] der sich im Walde blicken ließ. Der Mann und die dumme Frau lebten vergnügt und ohne Sorgen bis an ihren Tod.

Wir unterscheiden folgende Narrenstreiche der Frau: A. Sie spickt den Kohl auf dem Felde mit Fleisch. – B. Sie läßt das Bier auslaufen und trocknets mit Mehl auf (oben S. 316 zu nr. 32). – C¹. Sie gibt die für Gicklinge oder Kürbiskerne gehaltenen Goldstücke für Geschirr oder den Speck für den langen Winter (R. Köhler 1, 341) weg. – D. Sie streicht die Löcher im Weg mit Butter aus. – E. Sie schickt einen Käse aus, den andern zu holen[1]. – F. Sie schleppt die Haustür fort, läßt sie vom Baum auf die Räuber herabfallen und gewinnt deren Geld. – G. Sie zerschneidet ihr Kleid und wird an sich selbst irre (vgl. oben S. 335 zu nr. 34). – H. Sie erschreckt den lahmen Pfarrer und seinen Träger (s. Wickram, Werke 3, 378 zu nr. 56. Chauvin 8, 107).

Deutsch aus Tirol bei Zingerle 1 ², 63 nr. 14 ‘Bauer und Bäurin’ (A C²; vgl. nr. 104 ‘Die klugen Leute’) und 2, 185 ‘Der Fürpaß’ (C²). Aus Siebenbürgen bei Haltrich ⁴ nr. 65 ‘Die törichte Liese’ (A B C¹ F). Aus dem Böhmerwalde bei Blümml, Beiträge zur deutschen Volksdichtung 1908 S. 134 und 135 ‘Der Vürepost’ (C² F). Aus Schwaben bei Meier S. 303 zu nr. 20[WS 1] (C². Der lange Frühling). Aus Hessen bei Hoffmeister S. 53 ‘Friederchen und Katherlieschen’ (C¹˙² F); Kehrein S. 97 ‘Der lange Lenz’ (C²). Giebelhausen, Der lange Winter bei Firmenich 3, 295 (C²). Schlesisch in der Weimarer Zeitung Deutschland 1877, 5. Febr. (C²). Luxemburgisch bei Gredt nr. 1214 ‘Der lange Brochmond’ (C²). Aus München-Gladbach bei Firmenich 3, 510 ‘Jan on Griet’ (B A D C¹ F) = Gläbäcker Letscher 1877 S. 95 = Merkens 1, 201. 2, 198. Pröhle, KVM. nr. 50 ‘Vom langen Winter’ (C²). Aus Holstein bei Firmenich 3, 476 ‘Hans sien [522] Geesch’ (H) = Jahrb. f. Landeskunde von Schleswig 4, 162 (1861). Die Heimat 11, 176 ‘De grot Not’; 177 ‘De lang Hars un de Ossenhannel’ (C². Kiel 1901). Wisser 2, 25 ‘De dummn Frunslüd’ (A B). Aus Oldenburg bei Strackerjan ² 2, 433 (A B C²). Roman. Forschungen 16, 340.

Niederländisch bei De Cock, Rond den Heerd nr. 1 ‘Zotte Trien’ (C²). De Mont en de Cock, Vertelsels p. 256 ‘Van domme Lijn’ (C² F). Vermast p. 140 ‘Het domme Wijf’ (C² F). Volkskunde 10, 83 ‘Van den Winter’ (C²); 15, 185 ‘De lange Lente’ (C²); 13, 119 ‘Van Jan en Grait’ (F). Revue des trad. pop. 5, 248 ‘Le long hiver’ (C²); 5, 249 (F C²). Dykstra 2, 82 ‘Nog dommer dan dom’ (C²). – Dänisch in Grundtvigs hsl. Register nr. 105 ‘Den gale kone’. Grundtvig, Minder 1, 23 ‘Den store Nød’ (C²). Möller, Bornholm p. 56 ‘Eventyr’. Kamp, Folkeminder p. 137 nr. 361 ‘Manden og Konen’ (C¹ F). Skattegraveren, Efterslæt S. 55 ‘Den tåbelige kone’ (A C¹ F). Kristensen, Skjæmtesagn 1, 7 nr. 1 ‘Jul og Nød’ (C²). Kristensen, Danske folkeæv. S. 47 nr. 6 ‘Kone med dørene på nakken’ (D A B F). – Schwedisch bei Bondeson, Sv. folksagor nr. 84 ‘Geska’ (D A F). Nordlander 1892 S. 75 ‘De tre dumma hustrurna’ (D). Åberg nr. 319 ‘Om den dumma käringen Lisa och hennes man Jöns’ (B C¹ F G; vgl. unten nr. 104); nr. 325 ‘Jó, so gör tókovete’ (A C²). Hackmans Register nr. 1386. 1653. 1383. 1791. – Isländisch bei Rittershaus S. 356 nr. 99 ‘Das Gastgeschenk der Jungfrau Maria’ (D). – Englisch bei Jacobs 2, 7 nr. 45 ‘Here afterthis’ (C²). Halliwell, Pop. rhymes p. 31 ‘The miser and his wife’ (C². Good Fortune) und p. 26 ‘Mr. Vinegar’ (F) = Jacobs 1, 28 nr. 6. – Irisch bei Kennedy, Fireside stories p. 9 ‘Clever women’ (B). – Französisch bei Luzel 3, 393 ‘Jean et Jeanne’ (C² F) = Blümml S. 143. Sébillot, Joyeuses hist. p. 145 nr. 37 ‘Jean et Jeanne’ (C²). Fleury p. 161 ‘Les voleurs volés’ = Blümml S. 125. Pineau, Contes p. 259 ‘Point-fine’ (C² F). Gittée-Lemoine p. 126 ‘C’est pour Pâques’ (C²). Cosquin 1, 237 nr. 22 ‘Jeanne et Brimboriau’ (F) und 1, 238 (C². Dorénavant). Orain 1901 p. 157 ‘Le meunier du Boël’ (A). Mélusine 1, 89 ‘Le temps long’. Revue des trad. pop. 5, 248 (C²); 5, 560 (C² F); 12, 89 (C²). Tradition 4, 245 ‘La pluie d’oreillettes et de fèves rôties’ (G F). Kryptadia 1, 278 (elsässisch. C²) und 2, 8 (bretonisch. C²). Contes licencieux de l’ Alsace 1906 p. 217 nr. 54 ‘Le jambon de Pâques’ (C²) – Italienisch bei Schneller nr. 56 ‘Die närrischen Weiber’ (C¹˙²; der Mann sucht Dümmere). Coronedi-Berti nr. 2 [523] (Propugnatore 7, 2, 228. C²). Imbriani, C. pomiglianesi p. 217 nr. 8 = Crane p. 283 nr. 94 (C²). Imbriani, Nov. fior. ² p. 601 ‘L’esempi di lader’. Pitrè, Fiabe sicil. 3, 340 nr. 186 ‘Maju longu’ (C²). Busk p. 369 ‘The foolish woman’ (F). Archivio delle tradiz. popolari 19, 497 ‘Lu puorcu’. R. Köhler 1, 337 (F) und 338 (C²). Andrews p. 90 nr. 22 ‘La pluie des macaronis’ (C F). – Maltesisch bei Ilg 2, 33 nr. 89 ‘Katarin’ (B F) und 2, 77 nr. 119 'Seinezeit' (C²). – Portugiesisch bei Coelho nr. 70 ‘Conto do fuso’ (B). Athaide d’ Oliveira 1, 336 ‘As albornocas’ (C²). – Baskisch bei Cerquand 2, 11 (F). Vinson p. 112. – Griechisch bei Nicolaïdes, Contes lic. de Constantinople 1906 p. 185 nr. 50 ‘Le marchand de bon sens’ (C²). – Albanesisch bei Mitkos nr. 11 = Archiv f. Litgesch. 12, 123 nr. 9 ‘Die närrische Frau des Holzhauers’ (C²), vgl. R. Köhler 1, 391. – Rumänisch bei Schullerus nr. 15 ‘Die dumme Frau’ (Archiv 33, 422. F). – Serbokroatisch: Bos. nar. pripov. S. 107 nr. 29 = Mijatovics p. 256 ‘The three brothers’ (F). Preindlsberger-Mrazović S. 95 nr. 12 (C¹). Bos. Vila 23, 411 (wie Šapkarev nr. 56). Nikolić 2, 8 nr. 2 = 2. Aufl. 2, 28 nr. 2 (A B C¹). Bos. Prijatelj 1, 111 nr. 1 (A B C¹). Olaf Broch, Dialekte S. 98 nr. 5 (C¹ F). Srpski dial. Zbornik 2, 440 (Hemd auf einen Strauch, unter dem ein Schatz liegt; C¹; die ‘Linsen’ für einen Ochsenwagen hingegeben; A). – Bulgarisch: Šapkarev 8–9, 70 nr. 56 (Leinwand den Fröschen gegeben, C¹, der Mann raubt von einem kaiserlichen Lasttier einen Schatz); 8–9, 450 nr. 261 (C¹). Sbornik min. 11, 103 nr. 2 (Leinwand auf einen Rosenstrauch gehängt, darunter ein Schatz. F C¹ A B). Rodop. Napr. 3, 100 nr. 2 (ähnlich. C¹). – Slowenisch: Podšavniški S. 8 nr. 5. – Čechisch: Kulda 2, 160 nr. 108 (Mann vom Himmel wie unten nr. 104. C²˙¹) = Wenzig S. 41 ‘Das hergestellte Eheglück’. Václavek, Valaš. poh. 2, 43 nr. 6 (C²). – Slovakisch: Němcová, Slov. 1, 247 nr. 29 = Dobšinský 2, 59 nr. 16 (C¹ A B). – Polnisch: Zbiór wiad. 5, 243 nr. 47 (Mann vom Himmel). Mater. antropol. 10, 309 nr. 92 (C²). Kolberg 3, 172 nr. 31 (G H; Räuber lassen sie im Beinhaus). – Großrussisch: Sadovnikov S. 152 nr. 36 (G. Der Mann findet einen Schatz). Ivanickij S. 203 nr. 36 (G) und S. 204 nr. 39 (Mann vom Himmel). – Kleinrussisch: Etnogr. Zbirnyk 3, 130 nr. 2 (C¹˙²). Mater. antropol. 3, 18 nr. 3 (G B C¹). Sadok Barącz S. 66 (C²). Hrinčenko, Iz ust naroda S. 332 nr. 319–320 (C²). – Weißrussisch: Federowski 3, 109 nr. 198 (B A). – Litauisch: Jurkschat 1, 47 nr. 13 ‘Der Bauer und die Räuber’ (F). Dowojna [524] Sylwestrowicz 1, 170f. (C²). – Lettisch: Böhm S. 68 nr. 41 ‘Der lange Winter’ (C²). Andrejanoff S. 72 ‘Dumme Liese’ (A B C¹). Zbiór wiad. 18, 475 nr. 3 (A B); 18, 272 nr. 17 (C²; der Sohn sucht Dümmere, nimmt einer Frau ihre Sau ab). Treuland S. 290 nr. 148 (A B). – Estnisch: Kallas nr. 63 ‘Das einfältige Weib’ (Verh. 20, 187. F). – Finnisch: Suomi 2, 16, 176 (A B) und 3, 2, 218 (H). Aarnes Register nr. 1386. 1387. 1291. 1653. 1383. 1791. – Ungarisch: Berze Nagy nr. 76 ‘Die dumme Frau’. – Zigeunerisch: Groome nr. 70 ‘The tinker and his wife’ (F) und 71 ‘Winter’ (C² F).

Indisch bei Dracott p. 53 ‘Bey Huslo’ (F; doch fällt die Frau selber mitten unter die Räuber). Aus Afrika bei Basset, Afrique p. 59 nr. 21 (D). Reinisch, Chamisprache (Wiener SB. 106, 323: D). Reinisch, Kunamasprache 2, 16 (Wiener SB. 119: D); Sahosprache 1, 242; Bedauyesprache 1, 58 (D). Clouston, Book of noodles p. 34 (E).

Manche dieser Streiche (A D F) werden ebenso von einem einfältigen Burschen berichtet: deutsch bei Colshorn nr. 37 ‘Hans Winter’ (C². Kinder); Vernaleken S. 204 ‘Die drei Aufgaben’ (F); Zingerle 1 ², 116 nr. 24 ‘Der gescheite Hansl’ (D F) und 2, 50 ‘Wer bekommt das Haus’ (F); Branky, Zs. f. dt. Phil. 8, 91 (F) und 93 (D). Reiser, Allgäu 1, 499 nr. 10 (D). Kuhn-Schwartz S. 355 nr. 13 ‘Die Heckentür’ (F. Kinder). – Niederländisch: Joos 3, 97 nr. 31 ‘Van nen wijze en nen zotte’. – Schwedisch: Bondeson, Sv. folksagor nr. 40 ‘Askegrisen och hans bröder’ (F). Åberg nr. 49 (F). Allardt nr. 35. 64. 93 (F). Hackmans Register nr. 1653. – Norwegisch: Bergh, Valders p. 39. Soge-Bundel p. 54. – Schottisch: Clouston, Noodles p. 34 (E). – Französisch: Schweiz. Archiv 15, 167 (F). Sébillot, Lit. or. p. 96 = Blümml S. 49 (B D; statt Butter Geld). Carnoy, Picardie p. 189 ‘Kiot Jean’ (F) = Blümml S. 205. Beauvois p. 203 ‘Cadet-Cruchon’ (F). Roussey nr. 8 ‘Ramelet’ (F). Revue des langues rom. 31, 581 (B). Revue des trad. pop. 24, 142 ‘Mon Jean’. – Italienisch: Gonzenbach nr. 37 ‘Giufà’ (F) = Crane nr. 103; vgl. Zs. f. Volksk. 6, 73. Pitrè, Fiabe sicil. 3, 366 nr. 189 ‘Sdirrameddu’ und nr. 190, 9 ‘Giufà’ (F). Pitrè, Nov. tosc. p. 186 nr. 33 ‘Giucca matto’ (C¹) und p. 196, 5. Busk p. 374 ‘The booby’ (F). Visentini nr. 44 ‘Il pazzo’ (F). Nerucci nr. 35 ‘Il mattarugiolo e il savio’ (F). De Nino 3, 360 nr. 72 (F. Sack mit Nüssen). Mango p. 55 (D). Archivio 10, 313 ‘El stupido’. – Maltesisch: Ilg 2, 3 ‘Die zwei Hirtenknaben’ (F); 2, 39 ‘Seppi’ [525] (A); 2, 46 ‘Dschohar’ (A). – Spanisch: Maspons, Rondallayre 3, 44 ‘Joan lo tonto’ (F). – Griechisch: Hahn nr. 34 ‘Bakala’ (F). Simrock, D. Märchen S. 362 ‘Der närrische Knecht’ (F). – Serbokroatisch: Strohal 2, 62 nr. 24 (Fett an eine Heiligenstatue verkauft, Hund Petersilie gekocht, Kind zu heiß gebadet, C¹, Haus verbrannt, F); 2, 174 nr. 11 (A, brütet Eier, badet das Kind, zündet Haus an, F); 1, 188 nr. 5 (F). Anthropophyteia 4, 387 nr. 618 (Mühlrad statt Tür). Vogl 1837 S. 64 ‘Der Meisterlügner’ (B). – Slowenisch: Slovenski Glasnik 10, 288 = B. Krek S. 34 nr. 14 (C¹). Slov. Glasnik 10, 318 = Krek S. 38 nr. 15 (F). – Čechisch: Tille, Čes. poh. do r. 1848 S. 61 (B). – Polnisch: Kolberg 3, 158 nr. 22 (D F). Wisła 9, 404. Mater. antropol. 11, 28 nr. 27 (D F). 11, 31 nr. 28 (F). Zbiór wiadom. 8, 305 nr. 41 (F). – Großrussisch: Afanasjev ³ 2, 364 nr. 224a–b (Kahnfahrt auf dem Bier). Chudjakov 2, 114. Živ. Starina 13, 142 (F). Zap. Krasnojarsk. 2, 22 nr. 7 (D B¹; fährt im Kahn auf dem ausgeflossenen Bier). Sadovnikov S. 130 (F). – Kleinrussisch: Etnograf. Zbirnyk 6, 341 nr. 680 (D); 6, 344 nr. 682 (D, Kuchen in die Löcher des Weges, F); 6, 347 nr. 683 (F). Hnatjuk, Geschlechtsleben 2, 261 nr. 289 (D). Čubinskij 2, 492 nr. 3 (F B¹ E D; Topf vorausgeschickt, Fett und Würste in die Löcher des Zaunes). Šuchevyč S. 139 nr. 81 (D). Hrinčenko 1, 205 nr. 172 (D, Honig ins Eisloch, B¹, Fahrt im Troge auf der Bierlache, B). Manžura S. 79 nr. 52 (E, Bank vorausgeschickt, D B¹). Čubinskij 2, 502 nr. 6 (B). Mater. antropol. 2, 108 nr. 82 (D). Kolberg, Pokucie 4, 235 (D E¹ F. Dreifuß). – Weißrussisch: Dobrovoljskij S. 498 (Kahnfahrt auf dem Bier, F; statt der Tür die erschlagene Hexe). – Lettisch: Böhm S. 44 (F) und 52 (D). Zbiór 18, 266 nr. 15 (Pilze mit Tellern bedeckt). – Wotjäkisch: Wichmann 2, 69 ‘Der kahlköpfige Bruder’ (F). – Türkisch: Kúnos S. 38 ‘Mehmed der Kahlköpfige’ (F). – Indisch: Tawney, Kathāsaritsāgara 2, 77 = Sörensen, Somadeva 1878 nr. 48 (F) = Hertel, Bunte Geschichten S. 171. Chavannes, 500 contes 2, 189 nr. 281 ‘L’esclave qui garda la porte’. Grierson 4, 225 (F). Thorburn p. 184 (F). Cosquin 1, 243f. Clouston, Book of noodles 1888 p. 97 (F). – Arabisch: Mouliéras, Si Djeha p. 18¹ (F). Wesselski, Nasreddin 2, 98 nr. 424 (A). 2, 182 zu nr. 345. 428. 446 (F); 2, 215 zu nr. 444 (D). Vgl. noch Callaway p. 146 (F) und Bleek 1870 S. 46 (F).

[526] Die Entwendung des Speckes durch den falschen Namen (Winter, März, Mai, Ostern, Fürpaß, Not usw.), unter dem sich der Bettler der Frau vorstellt, begegnet schon um 1400 in einer Novelle Sercambis (Novelle ed. Renier 1889 nr. 63 ‘De malitia in inganno’), wo ein habgieriger Mönch unter dem Namen des Märzes der Frau Bovitora Fleisch ablistet, und bei Béroalde de Verville (Moyen de parvenir 1889 p. 278), der einen Schreiber der Magd den für Ostern aufzuhebenden Schinken abfordern läßt; vgl. dazu Toldo, Zs. f. Volkskunde 15, 71 und Hackman, Polyphemsage S. 228.

Öfter kehrt, nachdem das Ehepaar sich des von den erschreckten Räubern zurückgelassenen Geldes bemächtigt hat (F), einer von diesen zurück; aber die Frau heißt ihn die Zunge ausstrecken und schneidet sie ab[2]. Haltrich nr. 64. Gredt S. 493. Möller, Bornholm p. 56. Kamp, Folkeminder p. 140. Skattegraveren 2, 39. Steffen 2, 78. Bergh p. 40. Soge-Bundel p. 55. Fleury p. 165. Pineau, C. p. 252 nr. 4. De Nino 3, 360 nr. 72. Ilg 2, 6 und 54. Vasconcellos p. 294. Hahn nr. 34. Schullerus, Archiv 33, 422 nr. 15. Bos. nar. pripov. red. omlad. S. 110 = Mijatovics p. 259. Polívka, Archiv f. slav. Phil. 22, 309f. Strohal 1, 188 nr. 56. Anthropophyteia 4, 388 nr. 619. Czambel S. 457. Wisła 19, 405 nr. 12. Kozłowski, Mazowsze S. 349. Zbiór wiadom. 8, 305 nr. 4. Mater. antrop. 11, 31 nr. 28. 11, 33 nr. 29. Kolberg 3, 259 nr. 22. Kolberg, Pokucie 4, 237 nr. 57. Kolberg, Chełmskie 2, 115 nr. 16 Šuchevyč 5, 140. Etnograf. Zbirnyk 6, 346 nr. 682. 6, 348 nr. 683. 6, 353 nr. 692. 8, 82. Čubinskij 2, 494. Šejn 2, 62 nr. 29. Dobrovoljskij S. 501 nr. 16. Sadovnikov S. 131. Zap. Krasnojarsk. 2, 12 nr. 4. Perm: Živ. Starina 13, 143. Dowojna Sylwestrowicz 2, 8. Jurkschat 1, 18 nr. 3. Treuland S. 69 (Zunge des Teufels). Kallas nr. 63. Groome p. 266 nr. 70. Somadeva, Singalesisch im Orientalist 1, 39 (Bombay 1884). Steel-Temple [527] p. 241 ‘The barber’s clever wife’. Aymonier p. 19. Cosquin 1, 244 und 2, 358. Baissac, Maurice p. 226. Boas, Indian. Sagen 1895 S. 176. 244. 317.

Eine besondre Vorsicht zeigt der Mann bisweilen, um trotz der Schwatzhaftigkeit der Frau die Auffindung des Schatzes geheim zu halten. Er täuscht ihr gleich darauf ein wunderbares Naturereignis vor, Feigen- oder Kuchenregen, Weltuntergang usw., und entkräftet dadurch ihre Erzählungen als unglaubwürdig: Bütner, Claus Narr 1587 S. 119 (Regen von Schweinlein); Harten-Henniger 2, 148; Wossidlo, Reuter S. 205; Jahn, Schwänke S. 48; Wisser 2, 88. 3, 38; Knoop, Ostm. S. 1, 185 und Rogasener Familienblatt 1902, 2. De Mont en de Cock, Vertelsels S. 154. Grundtvigs hsl. Register nr. 106 ‘Skatten’. Grundtvig, Folkeaev. 1, 226 nr. 20 = Volksmärchen 1, 77; Skattegraveren 3, 53. 6, 90. Asbjörnsen-Moe nr. 87. Allardt nr. 169. Hackman nr. 1381. Wigström, Sv. landsm. 5, 1, 124. Campbell ² 2, 400 zu nr. 48 (milk-porridge). Sébillot, Litt. orale p. 106. Basile 1, nr. 4 (Feigen und Rosinen). Gonzenbach nr. 37; vgl. Zs. f. Volkskunde 6, 73, Crane p. 379. R. Köhler, 1, 340. 342. Andrews nr. 22 (Maccaroni). Schullerus, Archiv f. siebenbg. Landesk. 33, 670. Strohal 1, 214 nr. 66. Nikolić S. 31 nr. 2 (Hühnerkrieg). Bos. prijatelj 1, 113 nr. 1. Šapkarev 8–9, 70 nr. 56. Tille, Čes. poh. do r. 1848 S. 61 (als der dumme Mann in die Schule ging; vgl. Zs. f. Volkskunde 18, 457⁵. 19, 94). Kolberg 8, 214 nr. 88 (Blutregen); 14, 276 nr. 69 (Wurstzaun, Vögel aus dem Wasser, Fische aus dem Fallstrick). Ciszewski, Krak. S. 213 nr. 157. Zbiór wiadom. 16, 4 nr. 6. Mitt. des schles. Ges. f. Volksk. 6, 43. Mater. antropol. 11, 43 nr. 36 (Wurstzaun). Čubinskij 2, 505 nr. 10 (Hase im Netze gefischt, Kuchenregen). Malinka S. 343 nr. 61. Etnogr. Zbirnyk 3, 155 nr. 12 (der Bauer stiehlt das Geld dem Herren); 3, 158 nr. 13 (Hase im Wasser, Fisch im Vogelnest, Dreckregen); 3, 160 nr. 14; 6, 4 nr. 13–14; 8, 151 nr. 77. Rudčenko 1, 185 nr. 71 (Leger nr. 20); 1, 188 nr. 72. Afanasjev ³ 2, 400–401. Dragomanov S. 173 nr. 6. Mater. antropol. 2, 67 nr. 37 (die Frau des dummen Mannes findet den Schatz). Ončukov S. 195 nr. 76. Sbornik kavkaz. 15, 2, 187 nr. 3. Afanasjev 2, 398 nr. 238a–b. 2, 399 Anm. Chudjakov 2, 128 nr. 75. Čudinskij S. 49 nr. 8. Gliński 4, 197. Šejn 2, 184 nr. 87–90 und 2, 190 Anm. (Weib an sich irre, erschreckt Diebe). Mater. kom. język. 2, 14 nr. 8. Romanov 3, 383 nr. 6. Federowski 3, 100 nr. 200. Dobrovoljskij [528] S. 355 nr. 9 (Schuh- und Kuchenregen). Veckenstedt S. 232. Andrejanoff S. 73. Treuland S. 287 nr. 144 (Hühnerkrieg). Schreck S. 48. Aarnes Register nr. 1381. Swynnerton nr. 13 = Seidel, Asiat. Volksliteratur S. 320. Stokes p. 29. Dracott p. 70. Stumme, Tunisische M. 2, 131 (Wurstregen). Zs. d. morgenl. Ges. 48, 404 (Fisch- und Erbsenregen). Rivière p. 179. Chauvin 6, 126. Clouston, Book of noodles p. 149. 155. – Durch das gleiche Mittel täuscht im Buch der sieben weisen Meister (Chauvin 6, 139. Val. Schumann, Nachtbüchlein 1893 S. 391. Frey, Gartengesellschaft 1896 S. 279) eine listige Ehebrecherin die sie bewachende Elster; vgl. Oestrup p. 109; Velten S. 226.


  1. So stellt der einfältige Bursch in Montanus Gartengesellschaft c. 4 (Schwankbücher 1899 S. 591) den dreifüßigen Topf, den er gekauft, hin und heißt ihn nach Hause laufen. Bei Riese, Anthologia latina 2, XLIV gebietet ein Betrunkener dem dreifüßigen Weinkruge, den er trägt, zu gehen und zerschlägt ihn im Zorne. Vgl. die Nachweise von Wesselski, Nasreddin 1, 272 nr. 281. Clouston, Noodles p. 36. Stapleton, Gotham 1910 p. 11 nr. 5. Cosquin 2, 178. Sébillot, Lit. orale p. 96 = Blümml S. 50. Revue des trad. pop. 11, 460 nr. 8. Afanasjev ³ 2, 363 nr. 224 (Tisch); ähnlich Chudjakov 2, 114, Manžura S. 79, Čubinskij 2, 494. Jastrebov S. 242 (Frau zerschlägt die Töpfe mit Speise, weil sie nicht zum Mann aufs Feld gehen).
  2. Im rumänischen Märchen will der Räuber so schön singen lernen wie die Frau, in einer polnischen Fassung des Bürle (nr. 61) bei Malinowski S. 50 wollen die beiden Gevattern Deutsch lernen, da schneidet ihnen der Held die Zungen ab. – Anders in Sercambis Novelle ‘De novo ludo’ (p. 421 ed. Renier 1889), bei Domenichi (Wesselski, Arlotto 2, 332), in Heinrich Kaufringers 13. Gedicht (S. 151 ed. Euling 1888), in Val. Schumanns Nachtbüchlein nr. 3 (S. 386 ed. Bolte), bei Montanus (Schwankbücher S. 629 nr. 106), in den Contes licencieux de la Picardie 1, 103 u. a., wo ein Buhler der Ehebrecherin die Zunge abbeißt.

Anmerkungen (Wikisource)

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