Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm I/Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack

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Der Schneider im Himmel Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm I von Johannes Bolte, Jiří Polívka
36. Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack
Daumesdick
Für verschiedene Auflagen des Märchens der Brüder Grimm siehe Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack.

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36. Tischchen deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack. 1856 S. 65.

1812 nr. 36, I: von Jeanette Hassenpflug zu Kassel im Herbst 1812, die es von einer alten Mamsell Storch bei Henschel gehört hatte.

Die als Rahmen dienende Erzählung von der lügnerischen Ziege, um derenwillen der Schuster seine drei Söhne aus dem Hause jagt, und die zur Strafe kahlgeschoren eine Fuchshöhle einnimmt, [347] bis eine Biene sie vertreibt, kommt sonst einzeln vor[1]: in Tirol bei Vernaleken, KHM. S. 346, wo drei Messer der Ziege im Halse stecken bleiben und eine Ameise sie vertreibt, im südlichen Böhmen ebd. S. 116 nr. 22 ‘Die Ziege und die Ameise’, wo der Bauer seinen drei Kindern und seiner Frau den Kopf abschlägt, in Anhalt bei Firmenich 2, 227 ‘Vom bösen Zickchen’, wo der Fleischer der Ziege das Fell über die Ohren zieht und sie endlich aus der Fuchshöhle herausholt, in Hannover bei Busch S. 41 = Kbl. f. niederdeutsche Sprachforschung 22, 15 ‘Die launische Ziege’, wo der Fuchs die Ziege mit der Drohung verscheucht:

‘Halb geschoren, halb ungeschoren
Wer herein kommt,
Dem rutsch ich, dem stutz ich
Den Stuppstêrt vorm Ase weg.’

Dänisch bei Kristensen, Dyrefabler S. 57 nr. 112 ‘Den slemme Ged’. – Französisch bei Cosquin 2, 115 nr. 47 ‘La chèvre’ (sie tötet den Vater, nachdem dieser sieben Kinder und seine Frau um ihretwillen umgebracht). Dardy 2, 337 nr. 81 ‘La petite chèvre’ (angehängt ist der Wolf und die sieben jungen Geißlein, unsre nr. 5). Meyrac p. 462 ‘La chèvre et le loup’ (desgl.). Sébillot, Joyeuses hist. p. 216 nr. 61 ‘La chèvre et les sept gars’. Revue des trad. pop. 19, 183 ‘La mauvaise bique’. – Italienisch bei Imbriani, Nov. fiorentina p. 556 nr. 42 ‘La capra ferrata’. Pitrè, Novelle pop. toscane p. 245 nr. 49 ‘La capra margolla’. Prato bei Cosquin 2, 117. De Gubernatis, Die Tiere in der idg. Mythol. S. 332 (aus Livorno). – Portugiesisch bei Coelho, Contos popularez nr. 3 ‘O coelhinho branco’. – Serbokroatisch bei Wuk 1870 S. 241 nr. 13 = 1897 S. 249 nr. 63 = Archiv f. slav. Phil. 2, 630 nr. 28 ‘Der lebendig geschundene Bock’ = Krauß 1, 61 nr. 21; vgl. R. Köhler 1, 423. Plohl-Herdvigov 1, 112 nr. 14. Šaljive nar. pripov. S. 52 nr. 10. – Čechisch aus Südböhmen: Pohádky a pov. naš. lidu S. 5 nr. 4. Nár poh. písně Slavia 3, 28 nr. 4 (1874). Němcová 4, 58 nr. 58 = Benfey, Pantschatantra 2, 550. – Polnisch: Zbiór wiadom. 2, 169; 8, 308 nr. 8; 12, 42 nr. 76; 15, 26 nr. 9. Mater. antropol. 4, 271 nr. 37. 10, 304 nr. 83. Ciszewski, Krakowiacy S. 307 nr. 255 (unvollständig). Wisła 4, 77 nr. 47; 13, 523; 19, 61 [348] nr. 198c. Chełchowski 1, 171 nr. 25. – Großrussisch aus dem Gouv. Tambow bei Afanasjev ³ 1, 46 nr. 28 = Gerber p. 72. Aus dem Gouv. Kursk im Kurskij Sbornik 4, 94 nr. 6. Aus dem Gouv. Samara bei Sadovnikov S. 179 nr. 55. Aus dem Gouv. Moskau bei Černyšev, Svěděnija o někotorych govorach tver., klin. i mosk. ujezdov S. 121 nr. 69. Sbornik kavkaz. 37, 2, 42. – Kleinrussisch: Zbiór wiad. 9, 3, 111 nr. 11. Rudčenko 1, 43 nr. 25. Mordovec Malorus. liter. sbornik S. 361 nr. 2. Nowosielski 1, 243. Mater. antropol. 2, 49 nr. 21. Verchratskyj S. 144. Tereščenko Byt rus. naroda 4, 45. Afanasjev 1, 46–47. Čubinskij 2, 128 nr. 44. Kolberg, Pokucie 4, 262 nr. 70. – Weißrussisch aus dem Gouv. Minsk bei Sejn 2, 24 nr. 14 und Karłowicz S. 107 nr. 76. Aus dem Gouv. Grodno bei Federowski 2, 18 nr. 20. Aus dem Gouv. Mogilev bei Romanov 3, 8 nr. 6. – Bei den Slovaken Nordungarns wird das Märchen von der geschundenen Ziege in einem Spiele dargestellt, in dem noch Fuchs, Wolf, Bär und Igel auftreten (Kollár, Nár. zpiewanky 2, 48 nr. 11. Dobšinský, Prostonárodnie obyčaje S. 171 nr. 7. Aus Lemberg im Lud 16, 353); auch ein Häufungslied (R. Köhler 3, 361. Sušil, Mor. nár. pisně ² S. 621. Sborník sloven. nár. piesní, povestí 1, 21 nr. 42) gehört hierher[2]. – Ungarisch bei Gaal-Stier S. 201 nr. 19 ‘Das Zicklein’. Nyelvör 5, 267 (drei Söhne; die geschundene Ziege im Fuchsloch wird von 16 Tieren angegriffen und vom Wolf zerrissen) und 8, 45 (zwei Söhne; die Ziege wird vom Stachelschwein aus dem Hasenloch vertrieben und gemeinsam verzehrt). – Bei den türkischen Gagausen in Bessarabien: Radloff 10, 216 nr. 146a; vgl. nr. 146. v Gerber p. 73 verweist noch auf die orientalischen Erzählungen bei Benfey, Pantsch. 1, 507 f., wo ein Bock durch Geistesgegenwart den Löwen oder Tiger zurückschreckt (Hertel, Zs. f. Volkskunde 16, 259. 268. 17, 466¹. Zs. d. morgenld. Ges. 61, 43. 71. Grierson 7, 60. 9, 2, 277) und die Fabeln bei Benfey 1, 244 (Grimm, Reinhart Fuchs S. CCLXI und unten zu nr. 102), in denen ein Insekt oder Vogel [349] ein weit stärkeres Tier peinigt oder tötet; indes liegt kaum ein engerer Zusammenhang mit der boshaften Ziege vor.

Auf andre Weise leitet die 1812 als nr. 36, II gedruckte zweite hessische Fassung ein, die Dortchen Wild am 1. Oktober 1811 erzählt hatte:

Ein Schneider hatte drei Söhne, die wollt’ er nacheinander in die Welt schicken, da sollten sie was Rechtschaffenes lernen; und damit sie nicht leer ausgingen, bekam jeder einen Pfannkuchen und einen Heller mit auf den Weg. Der älteste zog aus und kam zu einem kleinen Mann, der wohnte in einer Nußschale, war aber gewaltig reich. Er sprach zu dem Schneider: ‘Wenn du meine Herde an dem Berg weiden und hüten willst, sollst du ein gut Geschenk von mir haben; doch mußt du dich in acht nehmen vor einem Haus am Fuß des Bergs, da gehts lustig zu, man hört immer Musik und Tanzgeschrei. Trittst du einmal hinein, so ists mit uns vorbei.’ Der Schneider willigte ein, trieb die Herde auf den Berg, hütete sie fleißig, blieb auch immer weit von dem Haus. Einmal aber auf einen Sonntag hört’ er, wie gar lustig es darin war, dacht: Einmal ist keinmal, ging hinein, tanzte und war vergnügt. Als er aber wieder herauskam, war Finsternis und Nacht, und die ganze Herde fort. Da ging er mit schwerem Herzen zu seinem Herrn und gestand ihm, was er getan. Der Herr in der Nußschale war gewaltig bös; doch weil er so lang seinen Dienst ordentlich versehen und weil er auch seinen Fehler offenherzig gestanden, schenkte er ihm ein Tischchendeckdich. Der Schneider war damit von Herzen zufrieden und machte sich auf den Heimweg zu seinem Vater. Unterwegs kam er in ein Wirtshaus, da ließ er sich von dem Wirt eine besondere Stube geben, sagte, er brauche kein Essen, und schloß sich ein. Der Wirt dachte: Was mag der wunderliche Gast vorhaben? schlich sich hinauf und guckte durch das Schlüsselloch. Da sah er, wie der Fremde einen kleinen Tisch vor sich setzte, ‘Tischchen deck dich’ sprach und alsbald das beste Essen und Trinken vor sich stehen hatte. Der Wirt meinte, das Tischchen wäre noch besser für ihn selber, und in der Nacht, als der Fremde fest schlief, holt’ er es heraus und stellte ein anderes dahin, das ebenso aussah. Am Morgen zog der Schneider fort und merkte nichts von dem Betrug. Als er heim kam, erzählte er seinem Vater sein Glück. Der war froh und wollte gleich das Wunder probieren, allein alles Sprechen ‘Tischchen deck dich’ war umsonst, es blieb leer, und der junge Schneider sah nun, daß er bestohlen war.

Da bekam der zweite Sohn seinen Pfannkuchen und Heller, sollt’ in die Welt gehn und es besser machen. Er kam auch zu dem Herrn in der Nußschale, diente ihm lange Zeit treulich; zuletzt aber ließ er sich auch verleiten, ging in das Haus, machte sich lustig, tanzte und verlor [350] die Herde. Da mußte er seinen Abschied nehmen; der Herr aber schenkte ihm einen Esel, wenn er zu dem sprach: ‘Rüttel und schüttel dich, wirf Gold hinter dich und vor dich’, da regnete es Gold von allen Seiten. Der Schneider ging vergnügt nach Haus: im Wirtshaus aber vertauschte ihm der Wirt den Esel mit einem gemeinen, und wie er nach Haus kam und seinen Vater reicher machen wollte, wars vorbei und er um sein Glück gebracht.

Endlich ward der dritte Sohn mit der Ausstattung in die Welt geschickt, und der versprachs besser zu machen. Er diente dem Herrn in der Nußschale getreulich, und damit er nicht in das gefährliche Haus gerate, verstopfte er sich die Ohren mit Baumwolle; und als das Jahr herum war, überlieferte er ihm die ganze Herde, und kein Stück fehlte. Da sagte der Herr: ‘Ich muß dich besonders belohnen; da hast du einen Ranzen, darin steckt ein Knüppel, und sobald du sprichst: Knüppel aus dem Ranzen, so springt er heraus und weht die Leute durch und durch.’ Der Schneider machte sich damit auf den Heimweg und kehrte bei dem Wirt ein, der seinen beiden Brüdern ihre Geschenke abgenommen. Er warf seinen Ranzen auf den Tisch und erzählte von seinen Brüdern: ‘Der eine hat ein Tischchendeckdich, der andere einen Goldesel mitgebracht; das ist alles recht gut, aber nichts gegen das, was ich da im Ranzen habe, das kann die ganze Welt nicht bezahlen.’ Der Wirt ward neugierig und hoffte den Schatz auch noch zu kriegen. Als es Nacht ward, legte sich der Schneider auf die Streu, und seinen Ranzen legte er unter den Kopf. Der Wirt blieb auf und wartete, bis er dacht, der Schneider schlafe fest; da ging er herzu, holte einen andern Ranzen und wollte dem Schneider seinen unter dem Kopf wegziehen. Der war aber wach geblieben, und als er die Hand des Wirts merkte, rief er: ‘Knüppel aus dem Ranzen!’ Da sprang der Knüppel heraus, auf den Wirt und prügelte ihn so wichtig, daß er auf die Knie fiel und sehr um Gnade schrie. Der Schneider ließ aber den Knüppel nicht eher ruhen, bis der Dieb das Tischchendeckdich und den Goldesel herausgab. Dann zog er mit den drei Wunderstücken heim, und sie lebten von nun an in Reichtum und Glückseligkeit, und der Vater sagte: ‘Meinen Pfannkuchen und meinen Heller hab ich nicht umsonst ausgegeben.’

Ferner bei Albert Ludwig Grimm, Linas Märchenbuch 1816 2, 315 ‘Knüppel aus dem Sack’. Bechstein 1845 S. 140 = 1874 S. 153 ‘Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack’ (die Brüder sind Schreiner, Müller, Drechsler). Heanzisch bei Bünker nr. 55 ‘Eisl nias Gelt, Tischl teick ti, Prigl ausn Såck’ (Michl, Seppl, Hansl beim Müller). Holsteinisch bei Wisser 2, 67 ‘De Snider un sin dree Söhns’ (Einleitung von der lügnerischen Ziege; die beiden älteren Söhne bringen Silber und Gold heim, wie [351] unten in nr. 54, Hans aber ein Tischtuch, Wunschtornister und Knüppelsack, die er von einer alten Hexe erhalten hat; als die Brüder nachts sein Tischtuch stehlen wollen, läßt er den Knüppel und Soldaten aufmarschieren). Aus dem Tiroler Zillertal bei Zingerle 2, 61 ‘Die vier Tücher’ (geben den vier Brüdern Geld, Essen, Allwissenheit, Unsichtbarkeit; der vierte Bruder gewinnt die entwendeten Tücher wieder). In einer mährischen Erzählung (Zs. f. dtsch. Phil. 8, 82) gewinnt Hans eine Handmühle, die Speisen hervorbringt, eine Hacke, die alles holt, und eine unsichtbar machende Kappe, ohne sie zu verlieren. In zwei Meraner Fassungen bei Zingerle 2, 84 ‘Der glückliche Schneider’ und 2, 185 ‘Der Fürpaß’ gibt ein armer Mann sein Schwein oder seine Kuh hin und erhält dafür vom König oder Händler einen Goldesel, und als der Wirt ihm den vertauscht hat, eine Henne, ein Tischlein und endlich einen Schlegel. Ähnlich eine südböhmische Fassung bei Vernaleken nr. 17 ‘Der Zaubertopf und die Zauberkugel’, wo ein Ehepaar für eine Henne, Lamm und Rind einen Topf mit Speisen, eine Kugel voll Zwerge und eine andre voll prügelnder Riesen eintauscht. In einer niederösterreichischen Variante ebd. nr. 11 ‘Der Wunschfetzen, die Goldziege, die Glutsoldaten’ und in einer oldenburgischen bei Strackerjan ² 2, 457 nr. 624 ‘Tischchen deck dich, Goldhahn, Knüppel aus dem Sack’ ist der Spender der Teufel, dem der Arme entweder auf Geheiß einer Statue oder eines reichen Bruders Fleisch überbracht hat. Nur zwei Zaubergaben erwähnt das mährische Märchen ‘Das Geschenk des Windes’ bei Vernaleken nr. 44 (Korb und Faß vom Südwinde, der des Bauern Mehl fortgeweht hat), das tirolische ‘Vom armen Bäuerlein’ bei Zingerle 2, 56 (zwei Flaschen), das schwäbische bei Meier nr. 22 ‘Fläschlein tu deine Pflicht’ (zwei Flaschen) und das Rügener bei Haas, Schnurren S. 83 nr. 75 ‘Die Zauberflaschen’. Nur eine Zaubergabe erscheint im siebenbürgischen Märchen (Kbl. f. siebenbürg. Landeskunde 1898, 60 ‘Der Hahn kräht Dukaten auf den Tisch’) als Gegengabe für das dem Teufel im Auftrage des reichen Nachbars gebrachte Fleisch.

Niederländisch bei Dykstra 2, 52 ‘Van onwijzen Jan en zijne broeders’ (Tuch, Schaf, Knüppel) und 2, 25 ‘De toovervlesch’ (zwei Flaschen). Lootens nr. 1 = Germania 14, 84 ‘Platteboontje’ (Ranke, Petrus gibt Schaf, Tisch, Knüppel). Cornelissen-Vervliet nr. 5 ‘Kluppel uit den zak’ (die Brüder). Joos, 1, 153 nr. 87 ‘Van [352] kluppelken uit den zak’ (drei Brüder; Tisch, Esel, Knüppel). Volkskunde 5, 118 ‘Klippelke, klippelke uit den zak’ = Teirlinck p. 23 (drei Brüder). Vermast p. 116 ‘Het tooverstokje, het wondertapijtje en het zakje met de klippels sla wel’ (Koben gewinnt mit dem Knüppelsack das Tischtuch wieder und übernachtet im Spukzimmer). Volkskunde 5, 17 ‘Bolle speel uw rolle’ (Bohnenranke; Petrus spendet dem Armen einen Teller, Esel, Eisenkugel). De Mont en de Cook, Wondersprookjes p. 188 ‘Van den wonderen bol, die speelde zijn rol’. Ein Gedicht von Alberdingk Thijm ‘It spreukie van Knubbeluitezak’ bei Leopold, Van de Schelde tot de Weichsel 1, 265 (1882). – Dänisch bei Grundtvig, hsl. Verzeichnis nr. 61 ‘Tryllegaverne’; vgl. Aarne S. 22. Winther S. 26 ‘De tre gaver’. Etlar 1891 S. 241 ‘Fattigmands Lykke’ (der Arme erhält für ein Stück Fleisch vom Teufel ein Tuch, für ein Lamm einen Gold legenden Hahn, für Stroh eine Patrontasche). Kristensen, Aeventyr fra Jylland 3, 181 nr. 34 ‘Høne, So, Faar og Kølle’ (Knabe erhält vom unterirdischen ‘Bergmann’ für ein Schaffell ein Goldhuhn, Schwein, Schaf, Knüttel). Kristensen, Danske folkeaev. 1, 72 nr. 72 (Bergmann: Tischtuch, Henne, Knüttel). Kristensen, Fra Mindebo S. 119 nr. 20 ‘Dug, Faar og Kølle’ (Sendung zur Hölle). Skattegraveren 11, 200 ‘Pillepind’ (Bergmann: Milchtopf, Schaf, Geldbeutel, Knüttel) und 12, 111 ‘Den gode hammer’ (für den fortgewehten Hafer erhält der jüngste Sohn Schaf, Tuch, Hammer). Berntsen 2, 63 nr. 8 ‘Store Pe’r og lille Pe’r’ (der reiche Bruder sendet den armen mit dem erbetenen Speck zur Hölle; dort erhält der arme Henne, Tischtuch und Beutel mit Soldaten). Grönborg S. 89 ‘Den rige og den fattige bror’ (Henne, Tuch, Keule). Kamp 1877 S. 134 ‘Hønen, Galten og Dugen’ (ein Fischer erhält vom Zwerg Huhn, Schwein und Tuch und tötet den Fuchs, der sie seiner Frau abgeschwatzt). – Schwedisch: Bäckström 2, 243. Wigström, Sagor S. 63 ‘Fläskhandlaren’ (der Arme bringt den vom Bruder erhaltenen Schinken nach Hultamosa und erhält Bock, Tischtuch, Keule). Steffen 2, 46 ‘Lille knös’ (Hahn, Tuch, Knüttel; dann das tapfre Schneiderlein). Åberg nr. 234 ‘Salvättn, nattrottjin o pängpundjin’. Allardt nr. 135 ‘Om skrædarn, som fikk å jättn äin dúk o äin käpp o förvärva se ríki’; nr. 139 ‘Skräddarns trí söner’ (Tisch, Esel, Knüppel aus dem Sack); nr. 140 ‘Hur bón bläi ríker’ (ebenso). Hackmans Register nr. 563. – Norwegisch bei Asbjörnsen-Moe nr. 7 ‘Von dem Burschen, der zu dem Nordwind ging und das Mehl zurückforderte’ (Tuch, Bock, Stock) mit Anm. = Thorpe p. 326 = [353] Dasent 1, 263 = Beauvois p. 6. – Isländisch bei Árnason 2, 491 = Andersen p. 451 = Powell 2, 563 = Rittershaus S. 423 ‘Das Speisetuch, das Goldfüllen und der Hauknüppel’ (Bauernsohn bringt den unerschöpflichen Grütztopf zum Pfarrer). – Englisch bei Baring-Gould nr. 7 = Jacobs 1, 206 nr. 39 ‘The ass, the table and the stick’ = Brueyre p. 48. Blakeborough p. 265 ‘The boy and his wages’.

Irisch bei Croker, Fairy legends: ‘The legend of Bottle hill’ = Grimm, Elfenmärchen S. 42 nr. 9 (Armer kauft für eine Kuh zwei Flaschen) = *Magasin pittoresque 11, 133 = Knortz 1886 nr. 30 ‘Der Flaschenberg’. *Hibernian Tales p. 87. Kennedy 1870 p. 25 ‘The three gifts’ (Jack erhält von einer Alten Henne, Tuch, Stock). – Französisch: Mélusine 1, 129 = Luzel, Contes 3, 63 ‘Le tailleur et l’ouragan’ (der Mann erhält vom Winde für das angeblich weggeblasene Garn Goldesel, Tuch, Stock). Sébillot, C. de la Haute-Bretagne 1, 82 nr. 12 ‘La fève’ (Bohnenranke. Petrus gibt Esel, Tuch, Stock) und 3, 222 nr. 24 ‘Norouas’ (Nordwestwind gibt Tuch, Esel, Stock); 3, 230 nr. 25 ‘Norouas’; 3, 235 nr. 26 ‘Surouâs’. Sébillot, Joyeuses hist. p. 105 ‘Grand vent’ (Goldziege, Knüttel). Revue des trad. pop. 3, 19. 24. 11, 518 ‘Grand vent’ (Wind; Ziege, Knüttel). Cosquin 1, 50 nr. 4 ‘Tapalapautau’ (Gott gibt dem Armen Tuch, Esel, Stock); 2, 64 nr. 39 ‘Jean de la noix’ (Petrus desgl.) und 2, 158 nr. 56 ‘Le pois de Rome’ (Erbsenranke zum Himmel). Archiv 55, 364 = Marelle p. 13 = Sébillot, C. des prov. p. 46 ‘Le père Maugréant’ (Petrus gibt Korb, Hahn, Knüttel). Carnoy, Contes français p. 249 = Romania 8, 231 nr. 4 ‘Jean à la tige d’haricot’ (Gott gibt Esel, Tisch, Pfanne). Carnoy, Picardie p. 308 ‘Les trois dons du sorcier et la fève magique’ (Zauberer gibt dem Trunkenbold Esel, Tisch, Bock). Talbert, Du dialecte blaisois 1874 p. 323 ‘Estouéere du péeze Croutechou’ (Petrus gibt Tuch, Esel, Stock). Arnaudin p. 37 Compère Louison et la mère du vent (Tuch, Ente, Stock). Dardy 2, 135 ‘La portion de fèves’. Pineau, C. p. 127 nr. 2 (Bohnenranke; Petrus gibt Tischtuch, Esel, Knüttel).

Italienisch bei Basile 1, nr. 1 (Esel, Tischtuch, Knüttel); vgl. 5, nr. 2. Schneller nr. 15 ‘Die drei seltenen Stücke’ (Feen geben dem Knaben Esel, Tisch, Stock). Decurtins 2, 29 nr. 18 = Jecklin 1, 115 ‘Bohne, Bohne, ich schneide dich’. Ortoli p. 171 ‘Bastuncedu, dirida’ und p. 178 ‘L’âne aux sequins d’or’ (Zaubervogel hilft Farinello den geraubten Goldesel wieder gewinnen und seine Brüder befreien). [354] Mango p. 96 nr. 8 ‘I due fratelli’ = Tschiedel 1896 p. 27 (der arme Bruder wird vom reichen nach Noramalas geschickt und erhält eine Zauberrute). Gonzenbach nr. 52 ‘Zaubergerte, Goldesel, Knüppelchen schlagt zu’ (der Arme erhält von Frau Glück drei Gaben und gewinnt im Spiele noch einen schießenden Hut); vgl. Zs. f. Volkskunde 6, 162. Pitrè, Fiabe sicil. 1, 265 nr. 29 = Kaden S. 46 ‘Schuhflicker im Glücke’ (Glück gibt Messer, Esel, Leisten). Pitrè 1, 271 nr. 30 = Kaden S. 118 ‘Die Gaben des Nönnleins’ (drei Tücher und Stock). Pitrè, Nov. tosc. nr. 29 ‘La fava’ (Petrus gibt Tisch, Esel, Stock) mit Anm. Comparetti nr. 7 ‘Geppone’ (scatola che bastona) und 12 ‘Giovanni senza paura’ (Esel, Tuch, Stock) = Folk-lore Record 1, 204 und 202. Nerucci nr. 34 ‘La scatola che bastona’ und nr. 43 ‘Il ciuchino caca-zecchini’ = Crane p. 123. 347. Finamore 1, 184 nr. 37 ‘Lu fatte de lu mattarelle’. De Nino 3, 30 nr. 6 ‘Janne’, Pellizzari p. 19 ‘Lu cuntu de lu nanni orcu’. Bernoni nr. 9 ‘Ari ari, caga danari’. De Gubernatis nr. 21 ‘Bastoncrocchia’ (drei Brüder erhalten von Jesus Tisch, Schaf, Stock) = Florilegio p. 90 = Monnier p. 114. Imbriani, Pomiglianesi p. 116. Gradi, Saggio p. 181. Archivio 10, 326. 23, 408 ‘La tramontana’. – Katalanisch bei Maspons 3, 31 ‘Los tres dons del dimoni’. Ludwig Salvator S. 86 ‘Die Falistroncos’. – Spanisch bei Caballero, Cuentos andaluces p. 46 ‘Tio Curro el de la porra’ = Jahrbuch f. roman. Lit. 3, 211. Trueba, Cuentos de vivos y muertos: ‘Los hijos de Mateo’. Enciclopedia 1879, 252. 356 (Zs. f. roman. Phil. 5, 171). – Portugiesisch bei Braga 1, 120 nr. 49 ‘Desanda, cacheira’ (drei Brüder erhalten Tuch, Esel, Knüppel) und Coelho, C. pop. nr. 24 ‘A cacheirinha’. – Griechisch bei Hahn nr. 43 ‘Die Schlange und ihre Eltern’ (Esel, Krug, Stäbchen). Schmidt S. 114 nr. 19 ‘Tischtuch und Goldhuhn’. Simrock, Deutsche Märchen S. 358 nr. 1 ‘Das Töpfchen’. Georgeakis-Pineau p. 27 ‘Les trois fils du pêcheur’ (Tuch, Flasche, Hut). Notes and Queries 4. ser. 10, 489 ‘The little Tyána Kaki’. – Rumänisch bei Schott S. 204 nr. 20 ‘Die Wundergaben’ (Gott gibt Esel, Tisch, Stock). Weigand 2, 251. 214 (gefangene Taube: Tisch, Ranzen, Pistole). Şăinénu p. 862. Schullerus, Archiv 33, 458 nr. 34 ‘Der Zigeuner und der Wind’ (Ziege, Tuch, Peitsche).

Slowenisch: Kres 4, 451 (der durchs Fenster eingelassene Nordwind gibt dem ersten Bruder eine Schachtel voll Geld, dem zweiten einen Goldesel, dem dritten einen Knüttel). Archiv f. slav. [355] Phil. 8, 110 nr. 2 (drei Brüder dienen in der Hölle; Dukatenhenne, Tisch, Knüttel). – Serbokroatisch aus Dalmatien: Zbornik jsl. 10, 138 nr. 5 (eiserner Tisch, Dukatenziege, Knüttel). Krasić 1, 15 nr. 2 (drei Brüder in der Hölle; Ziege, Tisch, Knüttel). Aus Kroatien: Valjavec S. 171 nr. 19 (der arme Bruder bringt dem Teufel Fleisch, erhält Dukatenhenne, Tischtuch, Schloß voll Soldaten). Strohal 1, 158 nr. 45 (ähnlich). Mikuličić S. 135 nr. 24 (Tischtuch, Speisen gebender Stock, Sack). Aus Serbien: Nikolić S. 116 nr. 10 (der h. Sava gibt Weizensack, Geldbeutel, Knüttel). – Bulgarisch: Sbornik min. 9, 158 (Henne, Esel, Tischlein, Knüttel); 11, 126 nr. 2 (Vogelkönig: Wunschstab, Esel, Knüttel). Trud 1, 532 nach Arnaudov S. 53 nr. 48 (Tisch, Knüttel). – Čechisch: Malý S. 163 nr. 15 ‘Bušmanda’ = Menšík, Jemnic. S. 374 nr. 95 = Waldau S. 41 (drei Brüder: Widder, Tuch, Knüttel). Stránecká S. 16–21 (drei Brüder beim Zaubrer: Tisch, Geldsack, Stock). Kulda 2, 57 nr. 74 = Wenzig S. 104 ‘Die zwei Gevattern’ (der arme Bruder bringt dem Teufel Fleisch, erhält Tuch, Dukatenhuhn, Knüttel). Tille S. 85 nr. 30 (Schuster erhält von Gott Tischtuch, Widder, Knüttel}. Elpl S. 86 nr. 20 (drei Brüder: Lamm, Tischtuch, Knüttel). Kubín 1, 27 nr. 10 (ähnlich Grimm, doch ohne den 1. Teil). Hošek 2, 2, 94 nr. 61 (Teufel gibt dem armen Bruder Henne, Tischtuch, Ränzel mit Soldaten und Säbel). Zs. Lumír 1862 2, 800 nr. 2 (Pfeife, Tischtuch, Sack). Bukovanský S. 46 nr. 21 (Greis gibt Tischlein deck dich, Dukatenhahn, Knüttel). Der Wind, der das Mehl des Armen weggeblasen hat, spendet Tuch, Lamm und Stock in Nár. poh. písně Slavia 4, 14 (1874) = Soukal S. 56; Vrána S. 12 nr. 2. Der Bauer tauscht selber seine Geldmühle gegen einen Ranzen um, aus dem Soldaten herausspringen: Kubín 1, 35 nr. 15; Waldau S. 111 ‘Die goldene Handmühle’ (Tisch und Mantel); Menšík, Jemnic. S. 171 nr. 53; Hraše, Povídky našeho lidu 3, 217. – Slovakisch: Dobšinský 3, 57 nr. 29 (Armer geht auf Gott mit dem Stocke los: Tischtuch, Huhn, Knüttel). Slov. Pohl’ady 15, 322 nr. 31 (Huhn, Tischtuch, Knüttel). Sborník mus. slov. spol. 16, 82 nr. 22 (Dukatenhahn, Tischtuch, Knüttel). Škultety-Dobšinský S. 467 nr. 51 = 2. Aufl. S. 238 nr. 19 (böse Geister: Dukatenmühle, Tisch, Knüttel). Dobšinský 1, 21 nr. 2 (die vom gefütterten Raben erhaltene Mühle tauscht der Bauer um gegen Keule, Säbel, schießenden Hut und ein tötendes und belebendes Tuch). – Wendisch bei Haupt-Schmaler 2, 175 nr. 15 ‘Vom armen Manne, der die vielen Kinder hat’ (vgl. oben S. [356] 146). – Polnisch aus Posen: Kolberg 14, 22 nr, 6 (drei Brüder: Tischlein öffne dich, Lamm, Knüttel aus dem Sack); 14, 27 nr. 9 (Schaf, Tisch, Knüttel); aus Kujawien ebd. 3, 112 nr. 1 (drei Brüder: Tischtuch, Hahn, Knüttel). Aus dem Gouv. Płock Chełchowski 1, 166 nr. 24 (Jesus gibt dem Hirten Tischtuch, Lamm, Knüttel). Woycicki, Klechdy S. 147 (Zaubrer bleibt mit dem Wagen im Sumpf stecken: Widder, Huhn, Tischtuch, Knüttel aus dem Korb). Aus Galizien Mater. antropol. 10, 157 nr. 31 (Nicolaus: Tischtuch, Widder, Knüttel). Zawiliński S. 67 nr. 10 (der Jäger verkauft den Speiseranzen und bekommt dann einen Prügelranzen). Kozłowski, Mazowsze S. 331 nr. 9 (Waldfrau: Silberranzen und Knüttelranzen). Zbiór wiadom. 16, 51 nr. 36 (Teufel dem armen Bruder: Widder, Tischtuch, Knüttel). Mitt. der schles. Ges. f. Volksk. 7, 14, 63. Ciszewski S. 168 nr. 122 (der den Wind suchende Bauer erhält von Jesus Tischtuch, Ziege, Knüttel). Zbiór wiadom. 15, 27 nr. 10 (Wind: Tischtuch, Ziege, Trommel); 16, 77 nr. 21 (Wind: Geldranzen, Beutel mit einem schwarzen Steinchen). Malinowski 2, 222 (Schaf, Tischtuch, Knüttel). Materyały antropol. 4, 242 nr. 15 (Dukatenmühle eingewechselt für Ranzen mit Soldaten und Tischlein). – Kaschubisch: Erben, Čít S. 97 (Lamm, Tischtuch, Knüttel). – Großrussisch aus dem Gouv. Wologda Ivanickij S. 188 nr. 14 (drei Brüder: Ziegenbock, Tischtuch, Peitsche). In der älteren Aufzeichnung bei Rovinskij 1, 216 nr. 61 = Afanasjev ³ 1, 306 = Dietrich S. 118 nr. 8 ‘Der sanfte Mann und die zänkische Frau’ gibt der Wind für das verwehte Mehl dem Armen ein Speisekörbchen und ein Fäßchen, aus dem fünf Kerle mit Prügeln herausspringen. Sbornik Kavkaz. 15, 2, 167 nr. 3 (ein roter und ein grüner Ranzen). Aus dem Gouv. Tomsk in Zap. Krasnojarsk. 1, 88 nr. 44 (Schachtel und Faß). Aus dem Gouv. Olonetz bei Ončukov S. 272 nr. 111 (zwei Fäßchen mit Speisen und mit peitschenden Kerlen); S. 320 nr. 132 (nur ein Fäßchen, aus dem sieben herausspringen und das zänkische Weib prügeln). Aus dem Gouv. Samara Sadovnikov S. 136 nr. 30 (der vom jüngsten Sohne gefangene Kranich spendet ein Dukatenpferd, einen Ranzen mit 33 Dienern und einen Knüttel). Afanasjev 1, 304 nr. 108 (Kranich: Pferd, Tischtuch, Horn; keine Umwechselung); 1, 305 nr. 109 = Goldschmidt S. 139 = Bain, Russian f. t. p. 245 = De Gubernatis, Die Tiere S. 540 (Kranich: zwei Ranzen). Chudjakov 2, 49 nr. 48 (Schnepfe: Tischtuch, Pferd, Knüttel); 2, 52 nr. 49 [357] (Kranich: Tischtuch, Pferd, zwei aus dem Ranzen). Ončukov S. 66 nr. 16 (Kranich: zwei Ranzen). Kolosov S. 200 (der Soldat, den der König fortsendet, um sich seiner Frau zu bemächtigen, erhält einen Speisen auftragenden Diener, eine Schachtel mit drei gewappneten Reitern und einen Knüttel, aus dem drei Helden springen) und S. 342 (Diener, Koffer mit Land und Häusern, Feuerzeug voll Soldaten). – Kleinrussisch: Mater. antropol. 2, 79 nr. 50 (der kinderreiche Arme will sich mit Gott raufen, erhält von einem Greise einen Korb mit Teufeln, Ziege und Tischtuch). Manžura S. 74 nr. 49 (drei Brüder: Tischlein, Lamm, Knüttel). Čubinskij 2, 350 nr. 90 (Kästchen mit Tischtuch, Lamm, Horn mit Polizisten); 2, 354 nr. 92 (zwei Ranzen mit Dienern). Zbiór wiad. 9, 84 nr. 3 (Tisch, Lamm, Knüttel). Šuchevyč S. 132 nr. 76 (Schaf, Tisch, Knüttel). Etnograf. Zbirnyk 4, 81 nr. 14 (Brotmühle, Lamm, Knüttel). Jastrebov S. 187 nr. 6 (Nikolaus: zwei Widder, aus denen Speisen fallen oder prügelnde Knechte springen). Rudčenko 2, 125 nr. 31 (der Wind, der alles Korn verweht hat, gibt einen Speiseranzen, Lamm und Trommel, aus der zwölf Kerle springen); 2, 136 nr. 32 (Wind: Speiseranzen dem Gevatter verkauft, Ranzen mit Hammer drin). Čubinskij 2, 344 nr. 89 (Wind: Tisch, Ziege, Trommel). Etnograf. Zbirnyk 4, 88 nr. 15 (ebenso). Verchratskyj S. 152 (Wind: Tischtuch umgetauscht für einen Ring, aus dem drei Teufel springen, und einen Sack voll Knüttel). Šuchevyč S. 133 nr. 77 (Ziege, Tischtuch, Trommel). Etnograf. Zbirnyk 14, 161 nr. 20 (Gott, der die bis in den Himmel wachsenden Erbsenranken abgerissen hat, gibt Tischtuch, Widder, Knüttel). Malinka S. 309 nr. 33 (Kästchen und Prügel). Etnograf. Zbirnyk 29, 202 nr. 27 (Dukatenhenne, aus dem alten Säbel Soldaten, Tischtuch); ebd. 29, 205 nr. 28 (Dukatenmühle umgewechselt für einen Knüttel, und dann für das Tischtuch), 29, 207 nr. 29 (Tischtuch, Ziege, Geige, Knüttel); ebd. 30, 274 nr. 133 (der beschenkte Bettler spendet eine Wunschbörse, Tabakspfeife und die Gabe, daß jedes Loch antworten muß). – Weißrussisch: Dobrovoljskij S. 597 nr. 32 (Teufel gibt dem armen Bruder Henne, Tischtuch, Trompete); S. 601 nr. 32b (Greis gibt Tischtuch, Lamm, Knüttel). Romanov 3, 276 nr. 51 (der gefangene Kranich gibt Speiseranzen, Brotschaufel, Knüttel aus dem Sack); 3, 281 nr. 54 (drei Brüder: Schleifstein, Riemen, Stock; der Dummling prügelt den diebischen Wirt). Gliński 4, 106 = Godin S. 50 ‘Vom Bauer Notgeschlagen’ [358] (Tisch, Lamm, Knüttel). Federowski 2, 144 nr. 121 (drei Brüder: Lamm, Tischtuch, Knüttel). Romanov 3, 277 nr. 52 (Wind: Brotlaib, Lamm, Horn mit Knüttel); 3, 279 nr. 53 (Wind: Tisch, Lamm, ‘zwei aus dem Rohr’ und Trompete); 3, 282 Anm. 1 (Speiseranzen, Goldranzen, Ranzen mit zwölf Kerlen) und 3, 283 Anm. 2 (zwei gleiche Ranzen vom Waldgeiste). Dobrovoljskij S. 585 nr. 29 (Zaubermühle, goldene Ziege, drei aus dem Ranzen). Federowski 1, 96 nr. 287 (Widder, Tisch, Knüttel); 1, 161 nr. 489 (Frost von Gott verklagt: Speiseranzen dem Herrn verkauft, Ranzen mit Knüttel). – Litauisch: Schleicher S. 105 ‘Vom armen Tagelöhner, der sein Glück machte’ (Tisch, Schaf, Knüttel). Leskien-Brugman S. 464 nr. 30 ‘Von dem Armen, dem ein altes Männchen ein Tischlein, ein Hämmelchen und einen Knüppel schenkte’; S. 488 nr. 40 ‘Von dem reichen und dem armen Bruder’. Karłowicz S. 60 nr. 43 (Trunkenbold bettelt; Tischtuch, Widder, Knüttel). Dowojna-Sylwestrowicz 1, 36 (der Arme findet sein Schicksal, schlägt es und erhält ein Tischtuch, dann einen Ranzen, den er um Verstand bitten muß; da springen zwei Soldaten heraus und prügeln ihn); 1, 74 (Beutel dem reichen Bruder verkauft, ‘zwei aus dem Sack’). – Estnisch bei Eisen 3, 76 nr. 31. Jannsen 1, 27 nr. 7 ‘Die zwei Brüder und der Frost’ (zwei Säcke) = Kirby 2, 71. Kallas nr. 27 ‘Der Mann und der Wind’ (Ziege, Tisch, Knüttel). – Finnisch bei Aarne, Die Zaubergaben S. 4–19. Aarnes Register nr. 563. – Ungarisch: Erdélyi 2, 12 = Erdélyi-Stier nr. 12 ‘Des Bettlers Geschenk’ (Tuch, Lamm, Knüttel) = Jones-Kropf p. 161 ‘The beggar’s presents’. Nyelvör 4, 324. Berze Nagy nr. 61 ‘Christus und der Zigeuner’. Sebestyén nr. 2 ‘Dehn dich Tasche’; vgl. auch Sklarek 1, 189 nr. 19 ‘Die zwei Pfeffer-Öchschen’. – Zigeunerisch aus Serbien: Mitteilungen zur Zigeunerkunde 2, 103 ‘Vom Zigeuner und den Gaben des Waldmännchens’ (Kupferbecken, Esel, Streitkolben). – Wotjakisch: Izvěstija Archeol. Kasan 3, 236 nr. 12 (Ei voll Speisen und Ei voll Knüttel). – Georgisch bei Orbeliani nr. 108 (Tsagareli S. 109. Aarne S. 69. Esel, Handmühle, Kürbis mit prügelnden Männern). Wardrop p. 11 ‘The good for nothing’. – Nordkaukasisch: Sbornik kavkaz. 27, 4, 12 (Pferd, das Essen spendet, Goldziege, Knüttel).

Türkisch bei Kúnos S. 38 nr. 6 ‘Mehmed der Kahlköpfige’ = Bain 1896 p. 42 = Ungar. Revue 1888, 332 = Zs. f. vgl. Litgesch. 10, 68; vgl. Chauvin, Zs. f. Volksk. 16, 241: eine Zusammensetzung [359] von mehreren, z. T. unvollständigen Märchen; zuletzt bekommt der Held für seine Erbsen vom Araber im Brunnen Tisch, Goldmühle und zwei Stöcke. Kúnos, Adakale 2, 44 nr. 7 ‘Vom Holzhacker’ (Kotar mein Gefäßchen, Esel, Keule). – Bei den Tobol-Tataren (Radloff 4, 363 ‘Die drei Söhne’) kauft der jüngste Bruder einen Spiegel, der die Hineinschauenden schön macht, und gewinnt dadurch Tischtuch, Krug und die Hand einer Fürstin. – Aramäisch aus dem Tûr-Abdîn bei Prym-Socin 2, 342 nr. 81 (ein Fuchs erhält vom Mann in der Quelle Schüssel, Esel und Ranzen). – Arabisch aus Märdîn Zs. der d. morgenld. Ges. 36, 253: dem Knaben, der die Schachtel aus dem Berge geholt, bringen Gazellen Gold; der Prinzessin und dem Könige, die die Schachtel rauben, springen sieben böse Dämonen daraus entgegen. Hein-Müller, Mehri-Texte S. 62 ‘Die drei Wunderdinge’ (Ziege, Schüssel, Stock). – Indisch bei Day p. 53 nr. 3 ‘The indigent Brahman’ (erhält von der Göttin Durga zwei Töpfe mit Zuckerbackwerk und Milchspeise und gewinnt diese, als sie ihm gestohlen werden, mit Hilfe eines dritten Topfes voller prügelnden Dämonen wieder). Minajev 1877 nr. 12 = Cosquin 1, 56 (vier Schlangen spenden Bett, Lappen, Napf, Löffel und nach deren Entwendung Stock und Strick). Stokes nr. 7 ‘The foolish Sakhouni’ (fünf Feen: Topf, Schachtel, Strick und Stock). Frere p. 166 nr. 12 = deutsche Ausg. S. 213 ‘Der Schakal, der Barbier und der Brahmane, welcher sieben Töchter hatte’ (Melone voll Edelsteine, Topf mit Speise, Topf mit Speise, Topf mit Strick und Stock). Swynnerton 1892 nr. 37 (Esel, Tisch, Knüppel). – Sartisch: Ostroumov 2, 28 nr. 5 (Schlange gibt Kessel, Tischtuch, Esel, Knüttel) und 2, 32 nr. 6 (ein gefangener Reiher gibt Tischtuch und Kürbis, aus dem Männer mit Knütteln springen). – Aus Indien stammt auch die im chinesischen Tripitaka (Chavannes 1905 p. 143 nr. 29 = 500 contes 3, 256 nr. 468) erhaltene Fassung, die aus dem 516 n. Chr. geschriebenen King lu yi siang entlehnt ist. Hier erhält ein armer Mann von einem Mönch, den er oft bewirtet hat, einen kupfernen Krug, der alle gewünschten Dinge hergibt; als der König diesen Krug sich aneignet, holt sich der Arme ein andres Gefäß voller Stöcke und Steine und nötigt den König, den Krug zurückzugeben. [360] In einer Variante (Chavannes 1905 nr. 30 = 500 contes 3, 267 nr. 477) schenkt der Himmelsgott einem frommen Ehepaare statt des erflehten Sohnes unerschöpfliche Gefäße voll Reis, Honig und Juwelen und zur Verteidigung einen Stock mit sieben Knoten. Entfernter stehn andre Erzählungen von ähnlichen Wunschdingen, die ihrem Besitzer Speisen, Geld, Soldaten und Schmuck in Fülle liefern, wie in dem verzauberten Throne Vikramâdityas (Féer, Contes indiens nr. 3. 19. 20), bei Cāritrasundara, Mahipālacarita S. 40. 50. 59, im Jātaka nr. 186 (Cowell 2, 69), wo der Besitzer eines Flugkraft verleihenden Talismans von den Brüdern eine Zauberaxt, Trommel und Milchschüssel dafür eintauscht und ihnen jenen Talisman wieder raubt. – Mongolisch im Siddhi-Kür nr. 14 ‘Die Knotennase’ (Jülg, 1868 S. 3. Sack mit Hammer; reicher Bruder). – In einem Märchen der Tagalogs auf den Philippinen ‘The adventures of Juan’ (Journal of american folk-lore 20, 106) erhält ein Dummling von einem Zauberbaume, den er umzuhauen droht, eine Geldziege, ein wunderbares Fischnetz, Reistopf, Löffel, und als ihm diese Kleinode entwendet sind, einen Knüttel.

Berberisch bei Basset 2, 93 nr. 102 = Contes d’ Afrique p. 30 nr. 11 ‘Les deux frères, la marmite et le bâton’ mit Anm. (der Holzhauer nimmt dem reichen Bruder den vom Brustbeerbaum geschenkten Wunderkessel mit Hilfe eines Zauberstockes ab). Stumme, Schluh von Tázerwalt S. 73 nr. 2 ‘Der Holzhauer’. Socin-Stumme, Houwāra S. 89 nr. 3. – Von den Aschantis in Petermanns Mitteilungen 1856, 467 (Anansé holt Speisentopf und Peitsche). Frobenius S. 262 ‘Tischlein deck dich’ (Spinne erhält Löffel, Mörserkeule, Peitsche). Mansfeld S. 229 nr. 16 (Trommel liefert Speise, eine andere Prügel). Dayrell nr. 4 ‘The king’s magic drum’. Monteil p. 57 ‘L’hyene’ (Töpfchen, Säbel). In einem Kaffernmärchen bei Theal p. 158 ist die Vertauschung und Wiedergewinnung der Hörner in den Kreis von Einäuglein (unten nr. 130) eingeflochten. – In Brasilien bei Santa Anna Nery p. 226 (Tischtuch, Ziege, Stock) und Roméro nr. 41 ‘O preguiçoso’ (Tuch, Ziege, Stock). – In Nordgrönland bei Thalbitzer p. 285 nr. 8 ‘The simpleton’ (Ostwind gibt Tischtuch, Schere, Lamm, Hammer. Meerweib getötet).

Den ganzen Märchenkreis vom Empfang, Verlust und von der Wiedergewinnung der Zaubergaben, zu dem auch nr. 54 (Ranzen, Hütlein und Hörnlein) und 103 (Vom süßen Brei) gehören, hat Aarne im Journal de la soc. finno-ougrienne 27, 1–96 (1909) sorgfältig untersucht.[3] [361] Ein armer Mann empfängt als Entschädigung, Lohn oder Geschenk von einem mächtigen Wesen (dem Himmelspförtner Petrus, dem Teufel, Wind, Frost, Zwerg, Kranich, der Schlange u. a.) ein Gefäß, das Essen, und ein Tier, das Geld in unerschöpflicher Fülle spendet, wird aber von einem Gastwirte, Nachbar oder Fürsten mit List oder Gewalt deren beraubt; als er klagend zu dem Geber zurückkehrt, erhält er einen Sack, in dem ein Knüppel oder Knüppel tragende Männer stecken, und gewinnt mit dessen Hilfe sein Eigentum wieder. Die Zahl der Zaubergegenstände wechselt von 1 bis 4; als die ursprüngliche Form des Märchens möchte Aarne S. 76 die mit drei Gaben ansehen, deren Ursprung er in Südeuropa sucht; aus dieser Dreizahl der Gaben hat sich vielfach die der drei Empfänger entwickelt. Ob aber die Märchen mit zwei Zaubergaben wirklich, wie Aarne meint, erst aus dieser Form entstellt sind, erscheint angesichts der bis über das 6. Jahrhundert unsrer Zeitrechnung zurückreichenden chinesischen Erzählung von den zwei Krügen sehr zweifelhaft. Einzeln werden solche Wunderdinge seit uralter Zeit erwähnt, wie das Ölkrüglein der Witwe von Zarpath, der sich selbst deckenden Tische in des Atheners Krates Komödie Θηρία (Athen. 6, 268. Kock, Comicorum Atticorum fragmenta 1, 133), der Gral, das Schlaraffenland usw., oder die Gold auswerfenden Tiere der indischen Erzählungen (Benfey, Pantschatantra 1, 379. Clouston 1, 88. Chauvin 5, 272), insonderheit die Wunschkuh (Kāmadhenu) Surabhi der indischen Mythologie (Tawney, Kathāsaritsāgara 1, 478 c. 50. Zs. d. morgenl. Ges. 61, 37. Mahabharata 1, 175. 9, 40). Auch der Sack, aus dem prügelnde Knechte herausspringen, wird im 14. Jahrhundert dem Albertus Magnus zu Köln beigelegt (Lodewyk van Velthem, Spiegel historiael 1717 p. 36 = Wolf, Dtsch. Märchen nr. 41). Vgl. über Wünscheldinge J. Grimm, Mythologie ³ S. 1227. 3, 264.


    In 1001 (Chauvin 5, 257. Stumme, Tunische M. 2, 39) erhält Djaudar von einem Magier Speisesack, Zaubertafel und Ring, wird von seinen habgierigen Brüdern beraubt und getötet, durch seine Witwe aber an den Mördern gerächt.

  1. Mit dem Märchen von den drei Zaubergaben verbunden erscheint diese Einleitung nur noch holsteinisch bei Wisser 2, 67. – Vgl. den Aufsatz von Adam Fischer in der Zs. Lud 16, 347–357.
  2. Die weitere Geschichte der geschundenen Ziege, die sich im Loch des Fuchses versteckt und erst durch einen Igel u. a. vertrieben wird, erscheint italienisch bei Pitrè, Fiabe 3, 88 nr. 132 = Crane p. 254 nr. 81; griechisch Morosi p. 76 nr. 5 = Legrand p. 181 = Crane p. 374 nr. 89; slowenisch bei B. Krek S. 106 nr. 47 (Ameise); čechisch bei Kolár-Kochovský, Chudobinky S. 29 nr. 10; slovakisch bei Dobšinský 8, 90 und Jan Kollár, Spisy 5, 404; kleinrussisch bei Verchratskyj S. 148.
  3. Vgl. auch Macculloch p. 214.
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