BLKÖ:Šafařík, Jaroslav

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Šafařík, Janko
Band: 28 (1874), ab Seite: 52. (Quelle)
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Šafařík, Jaroslav (k. k. Feldarzt und Fachschriftsteller, geb. zu Prag am 24. Mai 1833, gest. am 2. October 1862). Zweitältester Sohn des berühmten Gelehrten Paul Joseph Š. [s. d. Folgenden]. Widmete sich nach beendeten Vorbereitungsstudien der Medicin und erlangte im Jahre 1857 aus derselben die Doctorwürde. Noch als Studiosus war er durch drei Jahre in Prag als Prosector im Leichensaale thätig, gab aber, da sich ihm für die gelehrte Laufbahn als Professor einer medicinischen Lehrkanzel an den österreichischen Hochschulen und Lyceen wenig erfreuliche Aussichten darboten, vorderhand diesen Plan auf [53] und trat als Oberarzt in die Dienste der kaiserlichen Armee ein. Nach dem Feldzuge des Jahres 1859 wurde er Assistent des Professors Pitha [Bd. XXII, S. 363] am Josephinum in Wien. In dieser Zeit sollen schon Verhandlungen zu seiner Berufung als Professor der Chirurgie an eine russische Universität im Zuge gewesen sein, als sein plötzliches Ableben denselben ein Ende machte. Der Tod seiner Braut, deren Leichenbegängnisse er noch beigewohnt, hatte ihn so mächtig erschüttert, daß er sich durch einen Pistolenschuß selbst das Leben nahm. Er war noch nicht 30 Jahre alt geworden. Der Schuß war mitten durch das Herz gegangen, neben seiner Leiche fand man noch eine zweite geladene Pistole und auf dem Tische daneben drei Briefe, einer an Professor Pitha, ein zweiter an seinen Schwager J. Jiřeček[WS 1], ein dritter an einen ihm befreundeten Officier. Š. schrieb Einiges für die čechische naturwissenschaftliche Zeitschrift „Živa“ und ein paar andere Fachblätter, und zwar: „Ueber Blutegel“ (O pijavici, 1854); – „Vom Regenwurme“ (O deštovce, 1855); – „Von der Spinne“ (O pavouku, 1856), sämmtlich in der „Živa“ abgedruckt; – „O vymknuti čéšky“ im „Časopis lékařův českých“, d. i. Zeitschrift čechischer Aerzte, und „Ueber Wunden und deren Behandlung“, in der „Wiener Medicinalhalle“ 1860 bis 1861. Š. liegt auf dem Matzleinsdorfer evangelischen Friedhofe bei Wien begraben.

Bohemia (Prager polit. und Unterhaltungsblatt, 4°.) 1862, Nr. 236, S. 820 [nach dieser gest. am 3. October 1862]. – Slovník naučný. Redakt. Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IX, S. 13, Nr. 4 [nach diesem gest. am 2. October 1862].

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: J. Jiřiček.