BLKÖ:Berichtigungen, Ergänzungen und Nachträge (Band 11)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 11 (1864), ab Seite: 347. (Quelle)
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Berichtigungen, Ergänzungen und Nachträge

zu den bisher erschienenen Bänden
des
Biographischen Lexikons
des

Kaiserthums Oesterreich.

(Die mit einem * bezeichneten Mittheilungen sind neue Biographien; † bedeutet Todesfälle[WS 1], – E: Ergänzungen oder Berichtigungen der bereits im Hauptwerke enthaltenen Lebensskizzen.)

[349]

A.

* Abele von Lilienberg, Franz Freiherr (FML.)

* Abele von Lilienberg, Franz Freiherr (Oberst)

* Abele von Lilienberg, die Familie

* Achazel, Mathias

[351]Ackner, Michael [s. d. Bd. I, S. 4], gestorben in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1862.

Michael Johann Ackner’s Nekrolog (6 S. 8°., ohne Angabe des Druckortes und des Druckers). [Aus der „Transilvania“, Beiblatt des zu Hermannstadt erscheinenden „Siebenbürger Boten“. Neue Folge, 2. Jahrgang (1862).] – Transilvania. Beiblatt zum Siebenbürger Boten (Hermannstadt, gr. 4°.) Jahrg. 1858, Nr. 41, ausführliche biographische Skizze. – Oesterreichische Wochenschrift für Literatur u. s. w. (Beilage der Wiener Zeitung) 1863, Nr. 97: Nekrolog von Schuller.

E Albach, Joseph Stanislaus, Kanzelredner [s. d. Bd. I, S. 9], gest. zu Eisenstadt 12. November 1853. Nach [352] anderen Angaben wäre er nicht, wie es in seiner Biographie angegeben wurde am 2. Februar, sondern am 28. Jänner 1795 geboren. Albach’s „Heilige Anklänge“ wären nach Kertbeny’s Angabe nahezu dreißigmal – und nicht nur eilfmal, wie es die Bücherkataloge ausweisen – aufgelegt worden; auch gibt es mehrere ungarische und slavische Uebersetzungen dieses so beliebten Gebetbuches. Zur Zeit der ungarischen Revolution in den Jahren 1848 und 1849 zog sich A. durch seine Aeußerungen über die politischen Verhältnisse seines Vaterlandes eine Vorladung vor das Militärgericht zu, welche jedoch keine weiteren Folgen hatte. Albach hat „Denkwürdigkeiten seines Lebens“ niedergeschrieben, welche nach Mittheilungen seiner Freunde höchst interessanten Inhalts sind und in deren Besitz sich das Kloster, dem er angehörte – er war Franziskaner – gesetzt hat. Albach war auch ein trefflicher Pianist und schrieb Vieles für sein Lieblingsinstrument, was aber nie in die Oeffentlichkeit gelangte. Sein Porträt hat Nikolaus Barabás vortrefflich lithographirt.

Kertbeny (K. M.), Silhouetten und Reliquien. Erinnerungen (Wien und Prag 1861, Kober und Markgraf, 8°.) Bd. I, S. 1.

[352]Albertolli, Giocondo (Bildhauer und Architekt [s. d. Bd. I, S. 11], nach der unten angegebenen Quelle gestorben zu Mailand am 15. November 1839.

Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig, Brockhaus, 4°.) Jahrg. 1840, Nr. 222, S. 895: „Aus Italien“.

* Allnoch von Edelstadt, Alois

[353]Altmuetter, Georg, Technolog [s. d. Bd. I, S. 19], gest. zu Wien 2. Jänner 1858.

Wiener Zeitung 1858, Nr. 6 und 287: Nekrolog. – Verhandlungen und Mittheilungen des niederösterreichischen Gewerbevereins (Wien, 8°.) Jahrg. 1858, Heft II, S. 111: Nekrolog vom kais. Rath J. Reuter. – Austria. Kalender für 1859 (Wien, Klang, gr. 8°.) S. 102.

* Altmutter, Franz

* Altmutter, Placidus Jacob

[354] E Amerling, Karl, Naturforscher [s. d. Bd. I, S. 30], geboren 18. September 1807.

Andrian-Werburg, Victor Freiherr [s. d. Bd. I, S. 37], gestorben zu Wien 25. November 1858.

Europa, herausgegeben von Gustav Kühne (Leipzig, 4°.) 1858, Nr. 52, Sp. 1707.

* Angeli, Heinrich von

Ankershofen, Gottlob Freiherr von [s. d. Bd. I, S. 43], gestorben zu Klagenfurt 6. März 1860.

Almanach der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (Wien, 8°.) XI. Jahrgang (1861), [355] II. Abtheilung (feierliche Sitzung), S. 86. – Gallenstein (A. von), Gottlieb Freiherr von Ankershofen. Biographische Skizze (Klagenfurt 1860, Leon, 8°.). – Allgemeine Zeitung (Augsburg, 4°.) 1860, Beilage zu Nr. 307. – Wiener Zeitung 1860, Nr. 62, S. 1043; Nr. 156, S. 2736. – Klagenfurter Zeitung 1860, Nr. 169. – Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst. Beilage zur Wiener Zeitung 1856, S. 219. – Gratzer Zeitung 1860, Nr. 142, S. 617. – Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmäler (Wien, 4°.) 1860, S. 7. – Carinthia (Klagenfurt, 4°.) 1860, Nr. 6: „Nachruf“; Nr. 22: „Fremde Stimmen über die Fortsetzung des Handbuches der Geschichte des Herzogthums Kärnthen“.

E Anschütz, Heinrich, dramatischer Künstler und k. k. Hofschauspieler [s. d. Bd. I, S. 45]. Nachdem der Künstler im Jahre 1855 seinen 70. Geburtstag in improvisirter Art auf der Bühne gefeiert, erlebte er, der letzte Repräsentant der classischen Periode der Schauspielkunst, zwei erhebende Feste, die in so hohem Alter in der Fülle der Gesundheit zu begehen, nur wenigen Sterblichen gegönnt ist. Anschütz feierte am 15. September 1857 das Jubelfest seiner fünfzigjährigen Künstlerlaufbahn und am 15. Mai 1861 zugleich mit seiner Gemalin das vierzigjährige Jubiläum als Mitglied des k. k. Burgtheaters. An beiden Festen betheiligten sich die Künstlerkreise Wiens in einer den Jubilar voll Begeisterung ehrenden Weise und bei Gelegenheit des ersteren erhielt der Künstler mit Allerh. Entschließung vom 16. September 1857 das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens, welche Auszeichnung auch in soferne von Bedeutung ist, als vor ihm noch kein Künstler des Hoftheaters mit einem kaiserlichen Orden ausgezeichnet worden war.

Die aus Anlaß beider Jubelfeste, welche der Künstler in den Jahren 1857 und 1861 beging, erschienenen Biographien und sonstigen Aufsätze enthalten reiches Materiale für eine dramaturgische Studie dieses Künstlers. – Quellen. Wiener Theater-Zeitung, herausgegeben von Adolph Bäuerle (Wien, kl. Fol.) Jahrg. 1857, S. 875, 883, 891. – Presse 1857, Nr. 211, von Friedrich Uhl; – dieselbe 1861, Nr. 132, u, Nr. 133 Abendbl. – Humorist, herausgegeben von M. G. Saphir, 1857, Nr. 249. – Luna (Unterhaltungsblatt der Agramer [deutschen] Zeitung) 1857, Nr. 39. – Das Vaterland (Wiener politisches Journal) 1860, Nr. 63. – Wiener Theater-Chronik. II. Jahrg. (1860), Nr. 6: „Daguerreotypen“ aus der Künstlerwelt. – Oesterreichische Zeitung 1861, Nr. 118. – Tagespost (Gratzer polit. Blatt) 1861, Nr. 117. – Waldheim’s Illustrirte Zeitung (Wien, kl. Fol.) 1864, Nr. 7: Biographische Skizze von Bruno Bucher [mit wohlgetroffenem Holzschnitt- Porträte. – Die (Leipziger) „Illustrirte Zeitung“ 1855 brachte eine Abbildung des ihm anläßlich seines 70. Geburtsfestes überreichten silbernen Ehrenpokals.

* Anschütz, Roderich

[356] E Apponyi, Georg Graf, Staatsmann [s. d. Bd. I, S. 57]. Indem der Graf während des Ministeriums Bach kein Staatsamt angenommen, wurde er im Jahre 1860 in den verstärkten Reichsrath nach Wien berufen, in welchem er als Mitglied der magyarischen Partei für den Majoritätsantrag [zum Verständniß vergleiche man die Lebensskizze Franz Hein, Bd. VIII, S. 215] stimmte, in den wichtigeren Debatten stets das Wort ergriff und mit Besonnenheit, Mäßigung, nicht selten mit Begeisterung sprach. Bei den späteren Berathungen im kaiserlichen Cabinete erwirkte er mit Vay, Szécsen, Barkoczy, Mailáth, Andrassy und Anderen die Unterzeichnung des Diploms vom 20. October 1860. Unter Einem wurde ihm die Würde des Judex curiae d. i. Obersten Richters in Ungarn, verliehen. Als kaiserlicher Bevollmächtigter eröffnete er am 8. April 1861 den ungarischen Landtag. Eine conservative Partei überhaupt zu bilden und um sich als Führer zu schaaren, wollte ihm nicht gelingen. Als später, am 18. Juli g. J. seine Amtscollegen Baron Vay und Graf Szécsen ihre Entlassung erhielten, ist Graf Apponyi noch im Amte geblieben, jedoch im April 1863 auch von seinem Posten zurückgetreten. Der Graf Georg ist (seit 23. April 1840) mit Julie geb. Gräfin Sztáray, Sternkreuz-Ordens- und Palastdame I. M. der Kaiserin Elisabeth, vermält, aus welcher Ehe eine Tochter, Gräfin Georgine (geb. 16. März 1841), und ein Sohn, Graf Albert Georg (geb. 29. Mai 1846), entstammen. Ein Vetter des Grafen Georg A. ist Graf Rudolph (geb. 1. August 1812 und nicht wie die „Glocke“ berichtet, am 5. Juli 1802), k. k. Kämmerer, geheimer Rath und Botschafter am kön. großbrit. Hofe zu London. Graf Rudolph ist (seit 10. Mai 1840) mit Anna geb. Gräfin Benkendorff, Sternkreuz-Ordens- und Palastdame I. M. der Kaiserin, vermält, aus welcher Ehe Graf Alexander (geb. 19. Jänner 1844) und Gräfin Helene (geb. 15. November 1848) entstammen.

Verhandlungen des österreichischen verstärkten Reichsrathes 1860 (Wien 1860, Fr. Manz, 8°.) Bd. I, S. 25; 78. 114, 131, 222, 232, 242, 264, 281, 356, 397, 475 u. 477 [über das Concordat), 628, 631, 750, 752 [über die allgemeinen Finanzen); Bd. II, S. 24 [über die Sprachenfrage), S. 134 [über den Majoritätsantrag], S. 357 [über die ungarischen Rechtszustände], S. 385. – Die Glocke (Leipzig, Payne’s Verlag, Fol.) 1861, Nr. 147, S. 340 mit des Grafen wohlgetroffenem Porträt in Holzschnitt auf S. 341]. – Gratzer Zeitung 1863, Nr. 80 Abendbl.: „Ueber den Rücktritt des Grafen Apponyi“. – Ueber den heutigen Familienstand, die Genealogie und das Wappen der Grafen Apponyi [357] vergleiche: Die „Deutschen Grafenhäuser“ von Dr. E. H. Kneschke (Leipzig 1852, T. O. Weigel, gr. 8°.) Bd. I, S. 23. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser (Gotha, Just. Perthes, 32°.) 37. Jahrg. (1864), S. 26. – Historisch-heraldisches Handbuch zum genealogischen Taschenbuche der gräflichen Hauser (Gotha 1855, Just. Perthes, 32°.) S. 15.

Arbter, Emma Wanda von [s. d. Bd. I, S. 59], gestorben zu Wien Ende December 1858.

Oesterreichisches Morgenblatt, herausgegeben von Isidor Gaiger (Prag), 1859, Nr. 1, S. 12 [nach diesem geb. 26. October 1813; andere Quellen geben 1819 als Geburtsjahr an]. – Iris (ein Muster- und Modeblatt, Gratz, 4°.) 1859, Bd. I, Lieferung 2, S. 8.

E Arici, Cesare [s. d. Bd. I, S. 64], geboren zu Brescia 2. Juli 1782.

Vor der im Jahre 1858 erschienenen Gesammtausgabe seiner Werke: „Opere di Cesare Arici“ befindet sich sein Elogio von Gius. Nicolini. – Gazzetta ufficiale di Milano 1858, No. 37, 78 e 120 [im Feuilleton]. – Commentarj dell’Ateneo di Brescia 1837, p. 229. – Kleinere Lebensskizzen Arici’s von Cantù u. A. befinden sich vor seinen besonders ausgegebenen Dichtungen: „L’origine delle fonti“ (Mailand 1853, Silvestri, 8°.) und „Versi sacri“ (ebd. 1855, 8°.).

* Arneth, Alfred Ritter von

Arneth, Joseph Calasanz [s. d. Bd. I, S. 67], gestorben zu Karlsbad 31. October 1863.

Waldheim’s illustrirte Zeitung (Wien, Fol.) 1863, S. 1172 [mit einem Porträte in Holzschnitt nach einer Photographie von F. Schultz].

[358]Aßmayr, Ignaz [s. d. Bd. I, S. 80], gestorben zu Wien 31. August 1862.

Wanderer (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1862, Nr. 203.

E Auer Ritter von Welsbach, Alois [s. d. Bd. I, S. 85]. Erhielt neben der ihm seit 1845 verliehenen Oberleitung der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, welche von Fachmännern als einzig in ihrer Art dastehende Musteranstalt bezeichnet wird[1], noch jene der k. k. Papierfabrik zu Schlöglmühle, der k. k. Filial-Staatsdruckerei zu Temesvár und der k. k. Porzellanfabrik in Wien; wurde im Jahre 1858 wirklicher k. k. Hofrath und als Ritter des Ordens der eisernen Krone 3. Classe, welchen er seit 1853 besaß, mit Diplom vom 12. März 1860 in den erbländischen Ritterstand mit dem Prädicate von Welsbach erhoben. Eine seiner neuesten höchst wichtigen Erfindungen ist die Verwendung der Maisfasern zu Garn, woraus Bänder, Stricke, Gewebe aller Art, Wachs- und Theerleinwand, Tornister, Feuereimer u. dgl. erzeugt werden. Selbst die Abfälle der Maisblätter sind verwendbar, und zwar in erster Linie zu Papier, das in der kaiserl. Papierfabrik Schlöglmühle in großer Schönheit, Stärke und Mannigfaltigkeit theils von reinem Mais, theils in Mischungen mit Hadern bereitet wird. Der Kleber der Maispflanze liefert, mit gewöhnlichem Mehle gemengt, schmackhaftes Brot; während die Fasern wie die Baumwolle explodirbar gemacht werden können. Eine ausführliche Beschreibung der neuen Erfindung nebst Proben von einer großen Menge von Papiersorten, und Anfang Februar d. J. eine Ausstellung der verschiedenen aus der Maispflanze gewonnenen Producte ist von A. veranstaltet worden. In neuester Zeit gab A, heraus: „Beiträge zur Geschichte der Auer. Aus 60 ingenannten Quellen gesammelt“ (1. Ausgabe Wien 1861, VI und 336 S, gr. 8°.; 2. Ausg. 1862, VIII und 531 S., mit einer großen Wappen- und einer Stammtafel in gr. Fol. der verschiedenen Familien des Namens Auer). Dieses in zweiter Ausgabe bereits erschienene Werk enthält die Regesten, Chronikauszüge und sonstige aus archivalischen Quellen geschöpfte Nachrichten über 32 mehr oder minder geschichtlich denkwürdige Familien des Namens Auer. Auf Seite 523 der zweiten Ausgabe findet sich auch eine Geschlechtstafel und ein gedrängtes Curriculum vitae des Herausgebers, aus welchem unter anderem, was bereits in der Lebensskizze des I. Bandes dieses Lexikons enthalten ist, wir noch erfahren, daß Auer Commandeur von 4, Ritter von 19, darunter 2 österreichischen Orden, Besitzer zweier großen goldenen Medaillen, und zwar der österreichischen für Kunst und Wissenschaft und der schwedischen „Memoriae pignus“, [359] Ehrenbürger der Stadt Wels und Ehren-, wirkliches und correspondirendes Mitglied von 30 in- und ausländischen gelehrten Akademien und Gesellschaften ist, darunter außer der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien, der deutschen morgenländischen in Halle-Leipzig, der asiatischen in Paris und London, der Leopoldinischen in Breslau unter dem Namen Daguerre und des Franklin-Institutes in Nordamerika.

Ritterstands-Diplom vom 12. März 1860. – Humorist (Wiener Journal) 1855, Nr. 180 u. 183: Pariser-Briefe von M. G. Saphir. – Westermann’s illustrirte Monatshefte (Braunschweig, gr. 8°.) 1857, Nr. 6, S. 653 [mit Auer’s wohlgetroffenem Porträte im Holzschnitt auf S. 654]. – Oesterreichische Zeitung (Wien, Fol.) 1855, Nr. 268. – Wappen. Gevierteter Schild, 1: In Schwarz der goldene Doppeladler mit den Insignien der Typographie in den beiden Krallen; 2: in Roth das Wappen der Stadt Wels; eine silberne gezinnte Burg mit zwei Thürmen und offenem Thore, auf grünem Grunde unter diesen ein Wasser von natürlicher Farbe mit dem Fische „Der Wels“ 3: in Silber die Pflanze Mithridates in natürlicher Farbe (als Symbol des Naturselbstdruckes und der Sprachenkunde, als Fortsetzer des Adelung’schen „Mithridates“); 4: in Roth ein aus einer Krone aufsteigender goldener geflügelter Greif, in den Vorderpranken die Druckerballen haltend. Auf dem Helme ruhen zwei zu einander gekehrte gekrönte Turnierhelme; auf der Krone des rechten Helms steht der goldene Adler von 1; auf jener des linken Helms der geflügelte Greif von 4. Die Helmdecken sind rechts schwarz mit Gold, links roth mit Silber belegt.

[359] Auersperg, Anton Alexander Graf [s. d. Bd. I, S. 86]. Bereits in den verstärkten Reichsrath berufen, welcher im Jahre 1860 zusammentrat, wurde der Graf mit Allerh. Handbillet vom 15. April 1861 zum lebenslänglichen Reichsrathe ernannt, welcher Ernennung mit Cabinetschreiben vom 12. März 1863 die Verleihung der geheimen Rathswürde folgte, mit welcher der Titel Excellenz verbunden ist. Im verstärkten Reichsrathe, obgleich er sich an den Verhandlungen über die Comitébildung, die Sprachenfrage u. m. a. betheiligte, die Dringlichkeit der Regelung der Preßangelegenheiten hervorhob, gipfelt die Thätigkeit des Grafen in der Rede über den Majoritätsantrag, für den er jedoch schon im Comité nur bedingungsweise und unter Vorbehalt seine Zustimmung gab, [Man vergleiche zum Verständniß dieses Vorganges die Biographie von Franz Hein, Bd. VIII, S. 215.] Die Rede, eine der schwungvollsten, die gehalten worden, ist besonders bemerkenswerth durch die mannhaften Worte, mit denen er die Anschuldigungen und Angriffe gegen die österreichische Bureaukratie, welche von einer Seite des verstärkten Reichsrathes erschallten, entkräftete. Das ruhige Bild der großen Kaiserin im Saale mahnt ihn, auch den billigen Gefühlen einer gerechten Anerkennung des Wirkens der Bureaukratie Worte und Ausdruck zu leihen. „Maria Theresia – sprach der Graf – und ihr wohlwollender, aber minder glücklicher Sohn waren die Begründer, Förderer und Schirmer der österreichischen Bureaukratie. Sie stellten ihr eine große Aufgabe, nämlich Ordnung und System in disparate Elemente zu bringen, das Recht in allen Kreisen zu wahren und die Geschäfte zu fördern. Die österreichische Bureaukratie hat große Aufgaben ehrenvoll gelöst. Sie hat glänzende Erfolge und große glänzende Namen aufzuweisen. Ehre ihnen allen! Ehre aber auch dem kleinen Beamten, der subordinationsgemäß und pflichtgetreu im Verborgenen am Actentische still seine Lebenslampe verbrennt!“ Es ist bedeutungsvoll, daß, während gerade aus dem [360] Schooße der Bureaukratie die Angriffe gegen dieselbe statthatten und Niemand aus diesem Körper sich fand, der sie entkräftete, der außerhalb derselben stehende unabhängige österreichische Freiheitssänger ihr warmer begeisterter Vertreter wurde. Sein bedingter Beitritt zum Majoritätsantrage des verstärkten Reichsrathes findet in seinen eigenen Worten die Aufklärung: „Aus dem historischen Rechte, ebenso wie aus der Machtstellung Oesterreichs und aus der Entwickelung des Staatslebens geht als ein berechtigtes Postulat der Gegenwart, das oberste Princip der Staats- und Reichseinheit und somit auch jenes der über den Länder Autonomien in höherer Ordnung stehenden Reichsautonomie hervor“. Und bezüglich des Minoritätsvotums sagt der Graf ausdrücklich: „Treu der mir beobachteten Richtschnur, suche ich auch darin nicht das was uns trennt, sondern nur das was uns vereinigt“. Der Graf ist also – wenn die Anwendung der philosophischen Terminologie für politische Verhältnisse gestattet ist – der Repräsentant des Eklekticismus in staatsrechtlichen, auf Oesterreich bezüglichen Fragen, und möchte in dieser rechten Mitte wohl zunächst die Lösung der schwierigen politischen Fragen im Innern gefunden werden. Als Mitglied des Herrenhauses des später gebildeten Reichsrathes gehört A.[WS 2] zur liberalen Partei in der Versammlung, und unterläßt es nie, seinen Mahnruf zu erheben, wenn Gefahr dem Vaterlande und der durch kaiserliches Wort fest besiegelten Verfassung droht. Eine seiner bedeutungsvollsten Reden war die in der Sitzung des Herrenhauses vom 11. Jänner 1864, in welcher er anläßlich der Budgetberathung das Wort nahm, weniger um über das Budget zu sprechen, als um das, was er schon lange auf dem Herzen trug, sich von demselben wegzureden. Er richtete seine Worte gegen jene, die wider den Liberalismus eifern und zeichnete mit scharfen Zügen, was er unter Liberalismus verstehe; er regte die Concordatfrage an und bemerkte, daß sie am 11. Jänner 1864 dort stehe, wo sie am 20. Juni 1862 gestanden; insbesondere aber findet er das Verhältniß beider Häuser des Reichsrathes, des Herren- und Abgeordnetenhauses gegeneinander, wie es wenigstens jetzt sei, bedenklich, indem der Conflict bei einer längeren Fortsetzung dieses Verhältnisses ein unausbleiblicher sei. Und indem er seine gewichtigen Worte der besonderen Erwägung des Hauses empfiehlt, schließt er mit dem Ausspruche: „Das Räderwerk an der Zeitenuhr kann in’s Stocken kommen, der Mechanismus kann zerbrochen werden, allein der Gang der Zeit läßt sich nicht aufhalten, sie wird unaufhaltsam weiter schreiten“. In Folge dieser Rede wurden dem Grafen aus mehreren Städten und von mehreren Vereinen in Krain und Steiermark Glückwunschadressen übersendet. – Was den Grafen A. als Dichter betrifft, so erschienen seither (1856) die 11. und 12. Auflage der „Gedichte“ (Berlin 1857 und 1858, Weidmann, 16°.); die 2. Auflage der „Niebelungen im Frack“ (ebd. 1853, 16°.); die 11. Auflage des „Schutt“ (ebd. 1856, 16°.); die 8. Auflage des „letzten Ritter“ (ebd. 1860). Demnächst, wie die Journale berichten, soll seine deutsche Bearbeitung des Robin Hood im Drucke erscheinen. Originalien seiner Poesien brachten nur zeitweise einige Almanache, darunter das von Emil Kuh 1861 herausgegebene „Oesterreichische Dichterbuch“ den Romanzenkranz „Prinz [361] Eugen“, unstreitig eine der Perlen des „Dichterbuches“.

Verhandlungen des österreichischen verstärkten Reichsrathes 1860. Nach den stenographischen Berichten (Wien 1860, Manz, 8°.) Bd. I, S. 42 [Aeußerung über die Comitébildung); S. 232 [spricht über die Presse]; S. 314 [über die Landesbehörden]; S. 532 [über die Weinsteuer]; – Bd. II, S. 35 [über die Sprachenfrage]; S. 62, 105 und 367 [über den Majoritätsantrag]. – Stenographische Protokolle des Herrenhauses des österreichischen Reichsrathes für die erste Session 1861–1862, S. 14, 19 [Berichterstatter über die Adresse auf die Thronrede]; S. 61, 65 [Berichterstatter in der Frage über die Ausübung des Stimmrechtes mittelst Vollmacht]; S. 162, 166, 168, 170 [Berichterstatter über das k. Rescript an den ungarischen Landtag]; S. 237, 292 [Berichterstatter der Minorität in der Verhandlung über die Lehen-Allodialisirung]; S. 511, 513, 517 [spricht in den Verhandlungen über das Preßgesetz]; S. 733 [über das Verfahren in Preßsachen]; S. 853, 861 [in den Verhandlungen über den Staatsvoranschlag für 1862, betreffend das Ministerium des Aeußern und kaiserlichen Hauses]; S. 875 u. 878 [über das Staatsministerium und die politische Verwaltung]; S. 893 [über das Marineministerium]; S. 943, 952 [über Cultus und Unterricht]; S. 959 [über die ungarische, siebenbürgische und croatische Hofkanzlei]; S. 1020 [über das Handelsministerium]; S. 1281, 1282 [in der Debatte über den Schutz des Brief- und Schriftengeheimnisses]; S. 1372, 1387, 1389 [in den Verhandlungen über den Staatsvoranschlag 1863]. – Wiener Zeitung 1862, Nr. 141, S. 597; Nr. 157, S. 65, 103; 1864, Nr. 8 u. 22. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1864, Nr. 12 [der Leitartikel]. – Gratzer Zeitung 1861, Nr. 224; 1862, Nr. 45, 143. – Tagespost (Gratzer polit. Journal) 1862, Nr. 141, 181. – Laibacher Zeitung 1862, Nr. 162. – Mährischer Correspondent (Brünner Journal, 4°.) 1863, Nr. 92. – Die Zeit (Frankfurter Journal, kl. Fol.) 1862, außerordentliche Beilage zu Nr. 379: „Anastasius Grün über die deutsche Frage“. – Illustrirtes Familienbuch des österreichischen Lloyd (Triest, gr. 4°.) 1863, Heft 7. – „Anastasius Grün. Literarhistorische Skizze“ von Thaddäus Lau. – Sonntagsblätter von L. A. Frankl 1848, Beilage, Literaturblatt Nr. 1. – Deutsche Monatsschrift aus Kärnthen 1850, Hftb. S. 189. – Magazin für die Literatur des Auslandes von Lehmann (Leipzig, 4°.) 1864, S. 82 [über A. Grün’s Robin Hood]. – Blätter für literarische Unterhaltung 1840, S. 19. – Didaskalia (Frankfurt a. M., 4°.) 1840, Nr. 127; 1861, Nr. 353. – Grenzboten (Leipzig, 8°.) 1847, Bd. I, S. 295. – Anastasius Grün. Mit Porträt. Fünfte, neu bearbeitete Auflage (Leipzig, Verlag der modernen Classiker, 16°.) [mit hübschem, aber nicht ganz getroffenem Stahlstich-Porträt. Diese Biographie bildet auch eine Abtheilung des 24. Bandes des Sammelwerkes „Moderne Klassiker“ (Leipzig, Phil. Reclam jun.). – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber) 1859, Nr. 814: „Dichterhäuser. Schloß Thurn am Hart“; – dieselbe 1863, Nr. 1038 [diese Nummer enthält eine treffliche Biographie mit einem nicht gut getroffenen Holzschnitt-Porträt]. – Porträte. Es sind mittlerweile mehrere vortreffliche Photographien des Dichters in Gratz und Wien angefertigt worden; von denen die in Wien aufgenommene von Angerer, und in jüngster Zeit (December 1863) die von Adèle (Perlmutter) in Visitkarten-Format und in Folio (ganze Figur) ausgeführte wohl die besten sein dürften. – Eine von Christen in Gratz bearbeitete kleine Gypsbüste des Dichters, wenn ihr gleichwohl Aehnlichkeit nicht abgesprochen werden kann, scheint dem Herausgeber dieses Lexikons nicht ganz gelungen. –

* Auersperg, Herbard

* Auersperg, Karl Wilhelm Fürst

* Auersperg, Vincenz Karl Fürst

[363]Augustin, Ferdinand Freiherr [s. d. Bd. I, S. 91], gest. zu Baden bei Wien 20. Juni 1861.

Oesterreichische militärische Zeitschrift, herausgegeben von Streffleur (Wien, 4°.) II. Jahrg. (1861), Bd. 3, S. 430. – Hirtenfeld (J.), Oesterreichischer Militär-Kalender (Wien, kl. 8°.) 1862, S. 142. – Wiener Zeitung 1861, Nr. 148, S. 2351 [nach dieser gest. am 21. Juni]. – Presse 1861, Nr. 169, Abendblatt [nach dieser gest. am 20. Juni).

Augustin, Vincenz Freiherr von, k. k. Feldmarschall-Lieutenant [s. d. Bd. I, S. 90], gest. 6. März 1859.

Oesterreichische illustrirte Zeitung (Wien, 4°.) IV. Jahrg. (1854), Nr. 212 [mit Porträt im Holzschnitt). – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) 1854, Nr. vom 8. Juli [mit Porträt im Holzschnitt]. – Tagesbote aus Böhmen (Prager polit. Zeitung) 1859, Nr. 71. – Brünner Zeitung 1859, Nr. 58. – Wiener Zeitung 1859, Nr. 57, S. 1116. – Militär-Zeitung, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, 4°.) 1859, S. 157. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, 8°.) XI. Jahrg. (1860), S. 177.
B.

E Bach, Alexander Freiherr von [s. d. Bd. I, S. 105]. Als nach den Feldzügen 1859 in Oberitalien die politischen Reformen im Kaiserstaate Platz griffen, trat B. in Folge Allerh. Handschreibens vom 21. August 1859 von seinem Posten als Minister des Innern zurück, und wurde Graf Gołuchowski sein Nachfolger. [364] Unter Einem wurde Baron Bach zum kaiserlichen Botschafter am römischen Hofe ernannt, welchen Posten er noch zur Stunde bekleidet.

Unsere Zeit. Jahrbuch zum Conversations-Lexikon (Leipzig 1859, Brockhaus, gr. 8°.) Bd. III, S. 648. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser (Gotha, Just. Perthes, 32°.) XI. Jahrg. (1861), S. 7 [daselbst die geschichtliche Uebersicht und die Beschreibung des Wappens].

E Bäuerle, Adolph, Redacteur und Schriftsteller [s. d. Bd. I, S. 118], gest. zu Basel in der Nacht vom 19./20. September 1859. Die Feier seines 50jährigen Wirkens als Redacteur, welche am 30. Jänner 1856 stattfand, war der letzte Freudentag des „letzten fidelen Wieners“. Die Zeit war längst eine andere geworden, alle seine Versuche, die „Theaterzeitung“ zu heben, scheiterten an der nicht zu besiegenden Concurrenz mit anderen billigeren Blättern, an dem zurückgedrängten Interesse für Theaterklatsch und Concertberichte und an dem Mangel der Geldmittel, um das zu leisten, was versprochen wurde. Ein letzter Versuch, die werkthätige Theilnahme des Wiener Publicums auf sich hinzulenken, waren „seine Memoiren“, von denen zu Anfang des Jahres 1858 der erste Band erschienen ist. Wenn derselbe im Allgemeinen auch nicht befriedigte, so trug man doch nach der Fortsetzung Verlangen; in den späteren Theilen mußte das von Bäuerle Erlebte, wenn auch die volle Wahrheit zu erfahren Niemand erwartete, an Interesse schon dadurch gewinnen, daß er ja mit den künstlerischen Persönlichkeiten jeder Gattung und aller Länder Europa’s seit 3–4 Decennien persönlich verkehrt und in der vormärzlichen Periode als Journalist eine ausnahmsweise Stellung eingenommen hatte, wovon in der Darstellung seines Lebens doch mancherlei und darunter höchst Interessantes vorkommen mußte. Es war ihm nicht beschieden, die Memoiren fortzusetzen. Seine, mit jedem Tage mehr sich trübenden Verhältnisse gestatteten ihm nicht die erforderliche Gemüthsruhe, und als gar seine persönliche Freiheit bedroht ward, flüchtete er am 17. Juni 1859 aus Wien nach der Schweiz, wo er in der Stadt Basel eine Zufluchtstätte fand. Nicht lange lebte er in der Fremde. Man sagte, ihm sei das Herz gebrochen über dem Gedanken, als Greis in fremdem Lande unter fremden Leuten wie ein Verbannter sterben zu müssen; da es denn doch anders hätte sein können, wenn er in die neue Zeit sich zu fügen verstanden hätte. Ein eigenthümliches Verhängniß: er der conservativste der Conservativen, der nach den Maitagen nur noch in den Erinnerungen an die Tage des absoluten Regime’s schwelgte, die ja die Tage seines Glanzes waren, mußte in der freien Schweiz sterben und liegt in der Erde des freiesten Landes Europa’s begraben. Ein literarischer Nachlaß hat sich nicht vorgefunden. Die Theater-Zeitung übernahm von Bäuerle’s Tochter Friederike ein Herr Morländer. Das Blatt fristete noch einige Monate sein Dasein, dann hörte es wegen Mangel an Theilnahme auf.

Tritsch-Tratsch (ein Wiener Witz- und Spottblatt), I. Jahrg. (1858), Nr. 7, S. 52: „Wiener bekannte Persönlichkeiten. IV. Adolph Bäuerle“ [mit einem ziemlich ähnlichen Porträt in Holzschnitt]. – Presse (Wiener polit. Journal) 1859, Nr. 241: Nekrolog von F. Uhl. – Frankfurter Konversationsblatt 1859, Nr. 220. – Wiener Zeitung 1859, Nr. 241, S. 4107. – Abendblatt zur Neuen Münchener Zeitung 1859, Nr. 243 und 244: „Adolph Bäuerle und die Localposse“, von August Lewald.

[365]Bajza, Joseph, ungarischer Dichter [s. d. Bd. I, S. 127], gest. 3. März 1858.

Vor der von Franz Toldy unter dem Titel: „Bajza versei. Negyedik teljebb kiadás a költö életrajzaval“ (Pesth 1857, Heckenast, Taschenformat) veranstalteten Ausgabe von Bajza’s Gedichten befindet sich S. XI bis XXXII Bajza’s ausführliche Lebensskizze. – Vasárnapi ujság, d. i. Sonntags-Zeitung (Pesth, 4°.) 1857, Nr. 45 [mit B.’s Porträt im Holzschnitt]. – Pesti Napló, d. i. Pesther Journal, 1858, Nr. 44/2430 u. 45/2431: „Dem Andenken des J. Bajza“. – Gőyri közlöny, d. i. Oeffentliches Organ für Raab, 1858, 25. März, Nr. 24. – Magyar irók arczképei és életrajzaj, d. i. Ungarische Schriftsteller in Bildern und Lebensbeschreibungen (Pesth 1858, Heckenast, kl. 4°.) S. 55 [mit trefflichem Porträt in Holzschnitt]. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) 1858, Nr. 776, S. 311: Nekrolog [mit Porträt in Holzschnitt]. – Oesterreichisches Morgenblatt, herausgegeben von Isidor Gaiger (Prag, kl. Fol.) 1858, Nr. 6. – Wanderer (Wiener polit. Blatt) 1858, Nr. 53. – Croquis aus Ungarn (Leipzig 1843, #Wigand, Otto|O. Wigand, kl. 8°.) S. 158.

Ballassa, Constantin, k. k. Major und Hippolog [s. d. Bd. I, S. 130], gest. 10. Jänner 1862.

Oesterreichischer Militär-Kalender von J. Hirtenfeld (Wien, kl. 8°.) XIV. Jahrg. (1863), S. 178. – Militär-Zeitung, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, gr. 4°.) 1862, S. 93.

E Balogh, Paul, gelehrter Arzt [s. d. Bd. I, S. 138].

Vasárnapi ujság, d. i. Sonntags-Zeitung (Pesth, 4°.) 1858, Nr. 43: „Almasi Balogh Pál“ [seine ausführliche Lebensskizze mit trefflichem Porträt in Holzschnitt].

Barco, Joseph Freiherr von, Feldmarschall-Lieutenant und Maria Theresien-Ordensritter [s. d. Bd. I, S. 155], gest. zu Wien 26. September 1861.

Wiener Zeitung 1861, Nr. 230, S. 3582. – Linzer Zeitung 1861, Nr. 141, 239 u. 241: Nekrolog [im Feuilleton). – Oesterreichischer Soldatenfreund 1849, Nr. 43. – Hirtenfeld (J.), Oesterreichischer Militär-Kalender (Wien, 8°.) XIII. Jahrg. (1862), S. 145.

E Bauernfeld, Eduard von, Dichter [s. d. Bd. I, S. 186]. Von Bauernfeld’s „Geschichten“ erschien eine zweite Auflage (Leipzig 1856, Brockhaus); ferner gab er unter dem latinisirten Pseudonym seines eigenen Namens: Rusticocampius, „Ein Buch von uns Wienern in lustig gemüthlichen Reimlein“ (Leipzig 1858, Hirschfeld, 8°.) heraus, welches so zu sagen am Vorabende großer politischer Ereignisse wieder als ein Sturmvogel aus dem Lande der Poesie erschien und nicht geringes Aufsehen erregte. Indem mehrere Jahre seine Muse zu feiern schien und sich sein beißender Witz nur dann und wann in Xenien und Distichen Luft machte, welche in irgend einem Almanach abgedruckt erschienen, trat er in jüngster Zeit mit einer dramatischen Arbeit auf: „Soldatenliebchen“, Schauspiel in 4 Acten, zum Theile nach Lenz „Die Soldaten“, welches am 16. December 1863 zum ersten Male im Hofburg-Theater gegeben wurde und nicht gefiel. Nun verlautet es, soll er damit beschäftigt sein, die Jäcklein-Episode aus seinem Drama „Franz von Sickingen“ zu einem selbstständigen Stücke zu bearbeiten. Noch sei hier zweier wohl schon vergessener poetischer Bluetten des Dichters gedacht, nämlich: „Weh’ dem, der dichtet“, Lustspiel, welches in Witthauer’s Wiener Zeitschrift 1838, Nr. 31, und „Modernste Symphonie, dazwischen mit erläuterndem Texte“, welche in L. A. Frankl’s „Sonntagsblättern“ 1846, Nr. 2, abgedruckt stehen. Die von Dr. G. Ritter von Franck redigirte Wiener Zeitschrift enthält seine „Chargen“, unter denen einzelne, wie „Hanswurst in der [366] deutschen Kammer“ (1845, Nr. 130), noch heute ein mehr als retrospectives Interesse an sich tragen.

Moderne Klassiker. Deutsche Literaturgeschichte der neueren Zeit in Biographien, Kritiken und Proben (Kassel 1852 u. f., Balde, 16°., mit Porträt), Bd. XXVI Zugleich mit den Lebensskizzen von Castelli, Halm und Benedix]. – Europa, redigirt von G. Kühne, 1853, Nr. 92, S. 731. – „Bauernfeld als Lyriker. Wiener Politik in Versen“. – Der Salon, herausgegeben, von Johannes Nordmann (Wien, 8°.) 1853, Bd. I, S. 205: „Der Löwe von Ehedem“, von Nordmann. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) 1846, S. 46. – Das Vaterland (Wiener polit. Blatt) 1860, Nr. 36: „In Rusticocampium“. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1862, Nr. 135: „Aus halbvergangener Zeit“. Von L. A. Frankl; – dieselbe 1863, Nr. 340.

Baumann, Alexander, Dichter [s. d. Bd. I, S. 189], gestorben zu Gratz 26. December 1857.

Presse (Wiener polit. Blatt) 1857, Nr. 296 und 297. – Theater-Zeitung von Ad. Bäuerle 1857, Nr. 297. – Wiener Zeitung 1857, S. 3729, und Abendblatt derselben, 1857, Nr. 299: „An Alex. Baumann“. – Gratzer Zeitung 1857, Nr. 298 [im Feuilleton].

Bayer, Franz Rudolph, dramatischer Künstler [s. d. Bd. I, S. 194], gestorben zu Prag im Mai 1860.

Kertbeny (K. M.), Silhouetten und Reliquien. Erinnerungen ... (Wien und Prag 1861, Kober, 8°.) Bd. I, S. 15.

Bechtold, Philipp Freiherr von, k. k. Feldmarschall-Lieutenant [s. d. Bd. I, S. 209], gestorben 9. November 1862.

Militär-Zeitung, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, gr. 4°.) Jahrg. 1862, S. 751. – Bohemia (Prager Unterhaltungsblatt, 4°.) 1862, Nr. 269.

Beck, Friedrich, Buchhändler [s. d. Bd. I, S. 211], gestorben zu Wien 18. Februar 1860.

E Beck, Johann Nepomuk, Hof-Opernsänger [s. d. Bd. I, S. 212].

Waldheim’s illustrirte Zeitung (Wien, Fol.) 1863, Nr. 100, S. 1196 [mit Porträt im Holzschnitt nach einer Photographie von Mahlknecht].

E Beck, Karl, Dichter [s. d. Bd. I, S. 213]. Außer den in der Lebensskizze des Dichters bereits angegebenen Dichtungen sind seither erschienen oder nachzutragen: „Saul. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen“ (Leipzig 1841, L. H. Bösenberg, 8°.); – „Monatsrosen. Erster und zweiter Strauss“ (Berlin 1848, J. Guttentag, 8°.), worin die „Berliner Elegien“ und „Amoretten“ enthalten sind; – „Aus der Heimath. Gesänge“ (Dresden 1852, Rob. Schäfer)– „Epistel an den Czaren. I.“ (Berlin 1854, Schindler, 16°.); – „Mater dolorosa“ (2. Auflage, ebd. 1854, Schindler, 16°.). Ferner ist von seinem „Janko“ die dritte, von seinen Gedichten die zehnte Auflage ausgegeben. In neuester Zeit endlich ist seine poetische Erzählung „Jadwiga“ (Leipzig 1863, Grunow), Behandlung der polnischen Frage in einem Gedichte von eilf Gesängen, erschienen, von welcher schon zwei ungarische Uebersetzungen, eine von Ormódy Bertalan, die zweite von Balász Frigyes, diese letztere, vorher im Journale Hölgyfutár, dann selbstständig bei Hartleben in Pesth veröffentlicht wurden. Eine polnische und französische werden vorbereitet. Weniger glücklich als mit seinen Dichtungen ist Karl Beck mit der Begründung eines schöngeistigen Organs. Seiner in Pesth 1855 herausgegebenen „Frischen Quellen“ wurde schon in der Lebensskizze Beck’s im ersten Bande gedacht. Um das Jahr 1857 begann er in Wien die Herausgabe eines belletristischen Blattes: „Der Gesellschafter in Wien“, welches aber schon nach einem halben Jahre zu erscheinen aufhörte. In den Jahren [367] 1861 und 1862 trat er, wie schon früher im Jahre 1844 in Dresden, Weimar und Berlin, als Vorleser seiner eigenen Dichtungen und Episoden aus seinem Dichterleben auf, welche in Pesth und Wien eine wohlwollende Aufnahme fanden. Im Hinblick auf die oberwähnte Lebensskizze ist zu berichtigen und zu ergänzen, daß B. seit frühester Jugend der evangelischen Kirche reformirter Confession angehört, daß er seine Studien nicht zu Pesth, sondern zu Baja zurückgelegt, und sich am 25. December 1849 mit Julie Mühlmann, einer Nichte des erst jüngst verstorbenen berühmten Chemikers Heinrich Rose, verheirathet, seine Gattin aber nach einer Ehe von nur wenigen Monaten, am 25. Juni 1850, an der Cholera verloren habe.

Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig, Brockhaus, 4°.) 1845, Nr. 129–132: Eine ausführliche literarisch-ästhetische Charakteristik des Dichters. – Dieselben 1841, Nr. 358: „Ueber Karl Beck’s Saul“. – Donau-Zeitung 1862, Nr. 78. – Frankl (L. A.), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) III. Jahrgang (1844) S. 80: „Karoline Pichler über seinen Janko“. – Der Fortschritt (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 139: „Karl Beck in Pesth“.

* Beck, Wilhelm

Bellotti, Felice, Dichter [s. d. Bd. I, S. 247], geboren zu Mailand 1787, gestorben 14. Februar 1858.

Gazzetta uffiziale di Milano 1858, No. 48 e 60. – Gazzetta uffiziale di Venezia [368] 1858, No. 46. – Gazzetta provinciale di Pavia 1858, Nr. vom 20. März [Aufruf zur Errichtung eines Denkmals]. – Schmidl (Ad. Dr.). Oesterreichische Blätter für Literatur und Kunst (Wien, 4°.) I. Jahrg. (1844) Literaturblatt Nr. 10, S. 75. – Wiener Zeitung 1858, Nr. 46, S. 297: Nekrolog.

Benedetti, Thomas, Kupferstecher, [d. Bd. I, S. 268]. gestorben zu Wien 16. Februar 1863.

Oesterreichische Wochenschrift für Literatur (Beilage der Wiener Zeitung) 1863, Bd. I, S. 286. – Wiener Zeitung 1860 Nr. 159, S. 2780. – Ebersberg (J. S.) Oesterreichischer Zuschauer (Wien, 8°.) 1838, Bd. II, S. 528. – Europa 1863, Nr. 12. Sp. 176.

E Benkert, Emerich Maria, Maler [s. d. Bd. I, S. 276].

Kertbeny (K. M.), Silhouetten und Reliquien. Erinnerungen... (Wien und Prag 1861, Kober, 8°.) S. 24–43 [eine ausführliche Lebensschilderung mit Angabe seiner Arbeiten].

E Benkert, Karl Maria (unter dem Schriftstellernamen Kertbeny) [s. d. Bd. I, S. 275][WS 3]. In den Jahren 1856 bis 1858 lebte K., mit literarischen und journalistischen Arbeiten beschäftigt, in Wien, wo namentlich seine in M. Auer’s Zeitschrift „Faust“ erschienene Besprechung der zur Zeit der Naturforscher-Versammlung in Wien veranstalteten Kunstausstellung im September 1856 Aufsehen und in Künstlerkreisen der darin enthaltenen unläugbaren Wahrheiten wegen Gereiztheit und Verstimmung erregte. Von Wien begab er sich nach München, von dort in die Schweiz und hielt sich theils in Genf, theils in Paris auf, in neuester Zeit aber übersiedelte er nach Brüssel, wo er mit der bei Wigand erscheinenden, einzig autorisirten Uebersetzung des „Lebens Jesu“ von Renan beschäftigt sein soll, eines Buches, dem die Verfolgung der Geistlichkeit zu Ehren verholfen hat, die es in der That nicht verdient. Die deutschen Gelehrten haben nach dieser Richtung hin lange früher Wissenschaftliches geleistet. Die „ungarische Bibliographie des neunzehnten Jahrhunderts“, deren bereits in der Lebensskizze des ersten Bandes dieses Lexikons gedacht worden, ist noch immer nicht erschienen und dürfte allem Anscheine nach nicht sobald das Licht der Welt erblicken. Uebrigens entwickelte K. auf anderen Gebieten eine ungemein große schriftstellerische Fruchtbarkeit. Sein „Album hundert ungrischer Dichter“ ist bereits in 4. Auflage erschienen. Sonst noch gab er heraus: „Dichtungen von Alexander Petöfi. Aus dem Ungarischen in eigenen wie fremden Uebersetzungen“ (Leipzig 1858, Brockhaus, XXII u. 592 S. 8°.)diese Ausgabe ist nicht zu verwechseln mit der weiter unten angegebenen Stereotyp-Ausgabe von Petöfi’s Gedichten; – „Gedichte von Koloman Lisznyai. Aus dem Ungarischen“ (München 1859, Miniatur-Ausgabe); – „Erinnerung an Graf Stefan Szecsenyi“ (2. Aufl., Basel 1860, Georg, 8°.); – „Erinnerungen an Graf Ladislaus Teleki“ (Prag 1861, Kober, mit T.’s Porträt, 8°.); – „Silhouetten und Reliquien“. 2 Bände (Wien und Prag 1861, Kober und Markgraf, 8°.) – und „Ungarns Männer der Zeit. Biographien und Charakteristiken hervorragenster Persönlichkeiten. Aus der Feder eines Unabhängigen“. 2 Bände (Prag 1802, A. G, Steinhausser, 8°.), dieses letztere Werk gab er anonym heraus; es enthält außer einer unverhältnißmäßig langen Biographie eines eigenen Ichs, noch ausführliche Lebensskizzen über Johann Arany, Franz von Deák, Joseph Baron Eötvös, F. K. Horn, Maurus Jókay, Georg Klapka, Karl Marko, Franz Aurel von Pulßky und Dr. Franz [369] Toldy. Auch die in sehr anregender Weise geschriebenen „Silhouetten“ sind meistens biographischen Inhalts; – „Alexander Petöfis Dichtungen. Nach dem Ungarischen, in eigenen wie fremden Uebersetzungen“ (Berlin o. J. [1860] A. Hofmann u. Comp., Stereotyp-Ausgabe, 8°.); – „Erzählende Dichtungen von Alexander Petöfi (I. Zaubertraum, II. Held János, III. Istók der Narr). Aus dem Ungarischen metrisch übersetzt“ (München 1860, Georg Franz, 8°.); – „Gedichte von Johann Arany. Versuch einer Musterübersetzung“ (Genf 1861, J. W. Fick, 8°.); jeder dieser drei letztgenannten Schriften ist eine „Uebersicht der literarischen Thätigkeit Benkert’s (Kertbeny’s)“ beigeschlossen. Die ausführlichste ist die der Uebersetzung Arany’s angehängte, sie umfaßt auf 15 Seiten nicht nur die selbstständig erschienenen Bücher, sondern auch die in verschiedenen Zeitschriften enthaltenen umfangreicheren Artikel; – „Genf und die Genfer seit zwei Jahrtausenden. Historisch-biographisches Lexikalwerk in fünf Büchern“ (Genf 1862, Pfeffer und Puky, gr. 8°.), davon ist nur das erste Heft als Probeheft erschienen; wegen eines die Spielhöhlen Fazy’s betreffenden, von B. verfaßten Aufsatzes war seine persönliche Sicherheit bedroht, er mußte Genf heimlich und plötzlich verlassen, und in Folge dessen mußte auch die weitere Ausgabe dieses Werkes unterbleiben; – „Graf von Cavour. Skizzen und Erinnerungen von William de la Riva. In’s Deutsche übertragen“. 2 Bände (Leipzig 1863, O. Purfürst, 8°.): – „Zwei Novellen“ (Genf 1862, Pfeffer und Puky, 8°.). Wie mir eben von dritter Seite mitgetheilt wird, arbeitet B. an einer deutschen Uebersetzung des in jüngster Zeit in Ungarn vielbesprochenen Gedichtes von Emerich Madach: Die Tragödie des Menschen, und an einem „Dekameron auf der Eisenbahn. Diskrete und indiskrete Geschichten“. Auch wurde vor wenigen Tagen das Programm zu nachstehender Schrift von B. übersendet: „Die ungarische Emigration seit 1849. Tausend Skizzen biographischen, historischen, statistischen und bibliographischen Inhalts“, mit welchen B. Europa den Beweis liefern will, daß der Ungar auch in der Fremde seiner Nation meist Ehre macht. Benkert besaß – oder besitzt noch – eine werthvolle Sammlung von Photographien, welche über 6000 Porträte in Visitkartenformat fassen soll.

Didaskalia (Unterhalt. Beilage des Frankfurter Journals, 4°.) 1860, Nr. 134. [Da Herr Benkert, von dessen offenen und heimlichen Angriffen der Herausgeber dieses Lexikons seit Jahren zu leiden hat, für seine Unsterblichkeit durch Selbstbiographien und Verzeichnisse seiner Schriften ungemein thätig ist, so ist diese Correspondenz aus München als bengalische Feuerbeleuchtung der Altäre, die er sich überall selbst errichtet, von großer Wichtigkeit]. – Die Donau (Wiener polit. Blatt) 1856, Nr. 156. – Arader Zeitung 1856, Nr. 61. – Ost-Deutsche Post 1856, Nr. 155. – Der Aufmerksame (Gratzer Blatt) 1858, Nr. 50. – Presse 1862, Nr. 245 Abendblatt. – Breslauer Zeitung 1862, Nr. 415.

Berg, O. F.

Bergen, Alexander

E Bergmann, Joseph, Geschichtsforscher [s. d. Bd. I, S. 313]. Wurde nach J. C. Arneth’s Tode im November 1863 Director des k. k. Münz- und Antikencabinets. Seit 1856 sind von ihm folgende Schriften erschienen: „Erzherzog Friedrich von Oesterreich und sein Antheil am Kriegszuge in Syrien 1840“ (Wien 1857, Pendler u. Comp., 4°.), ein Separatabdruck aus dem zweiten Bande des [370] Werkes: „Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte“, welches mittlerweile auch vollendet wurde; – „Leibnitz als Reichshofrath in Wien und dessen Besoldung“ (Wien 1858, 8°.); – „Die Edlen von Embs zu Hohenembs in Vorarlberg. Dargelegt und beleuchtet in den Ereignissen ihrer Zeit, vom Jahre 1170–1560“ – und „Die Reichsgrafen von und zu Hohenembs in Vorarlberg u. s. w., vom Jahre 1560 bis zu ihrem Erlöschen 1759. Mit Rücksicht auf die weiblichen Nachkommen beider Linien von 1759 bis 1860“ (ebd. 1860 und 1861, 4°.); – „Zwei Denkmale in der Pfarrkirche zu Baden. I. Für Paul Rubigall, den Jüngsten (gest. 1576) und II. für Hieronymus Salius von Hirschperg (gest. 1555) nebst einer Medaille auf den Kanzler Joseph Zoppl von Hauss“ u. s. w. (ebd. 1860, mit 2 K. K.); – „Der Geneolog P. Gabriel Bucelin. Benedictiner zu Weingarten und Prior zu St. Johann in Feldkirch“ (ebd. 1861, 8°.); – „Pflege der Numismatik in Oesterreich im 18. und 19. Jahrhundert. I–IV“ (Wien 1856–1863, 8°.); diese vier Hefte sind reich an biographischen Notizen über gelehrte und namentlich um die Pflege der Numismatik in Oesterreich verdiente In-und Ausländer.

E Bernolak, Anton von, slavischer Sprachforscher [s. d. Bd. I, S. 331], geboren zu Slanice in Ungarn am 4. October 1762.

Jungmann (Joseph). Historie literatury české, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1849, F. Řiwnáč, schm. 4°.). Zweite von W. W. Tomek besorgte Ausgabe, S. 534.

Beskiba, Joseph, Vicedirector des polytechnischen Institutes [s. d. Bd. I, S. 348], gestorben in den letzten Tagen des Monats Juni 1863.

Die Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1863, Nr. 177.

E Bianchi, Duca di Casalanza, Friedrich Freiherr, Feldmarschall-Lieutenant [s. d. Bd. I, S. 373].

Bald nach seinem Tode erschien eine umfassende Biographie des Generals unter dem Titel: „Friedrich Freiherr Bianchi Duca di Casalanza“ (Wien 1857, Sommer, 615 S. 8°., mit Porträt) [vergl. darüber die von J. Hirtenfeld herausgegebene Militär-Zeitung 1857, Nr. 29].

E Binder, Joseph, Maler [s. d. Bd. I, S. 400], geb. zu Wien 15. Februar 1805, gest. 16. April 1863.

Programm der Schottenfelder Oberrealschule 1802/63. – Oesterreichische Wochenschrift für Literatur (Beilage der Wiener Zeitung) 1863, Nr. 34.

E Blaas, Karl, Maler [s. d. Bd. I, S. 419]. Im Jahre 1858 erhielt der Künstler den Auftrag einen Cyklus von Frescobildern im k. k. Arsenale vor der Belvederelinie auszuführen; später, im Jahre 1861, gesellte sich zu obigem Auftrage der noch ehrenvollere, über die Anordnung und Ausführung aller im Arsenale herzustellenden Fresken selbstständig und ohne Einwirkung eines Comité’s zu entscheiden. Dabei hat sich der Künstler durch Vertrag verbindlich gemacht, die Ausschmückung des Waffenmuseums durch Schlachtengemälde und allegorische Bilder innerhalb zehn Jahren zu vollenden. Auch wurde er noch mit der Ausführung der Cartons zu den Mosaiken in der St. Marcuskirche in Venedig betraut, eine Ehre, welche B. mit Künstlern wie Tizian, Pordenone, Tintoretto theilt. Von den von B. im Arsenale auszuführenden Fresken sind bereits vollendet: „Die Schlacht von Nördlingen“; – „Der Sieg des Prinzen Eugen über die Türken bei Zenta“; – auch war im Jahre 1859 sein Carton für die große Halle im Arsenale: „Gründung der Ostmark durch Leopold den Erlauchten mit dem Siege auf der [371] Eisenburg bei Mölk im Jahre 984“ ausgestellt. Die Cartons für die Mosaiken in der Marcuskirche in Venedig stellen dar: „Den thronenden Gott, umgeben mit den Zeichen der vier Evangelisten“; – „Die Krönung Christi mit Maria und Johannes“; – „Die sieben apokalyptischen Lampen als Repräsentanten der sieben dienenden Geister Gottes“ – und „Die Schaar der Seeligen“.

Volks- und Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4°.) 1858, Nr. 66. – Fremden-Blatt 1861, Nr. 275. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 275. Abendblatt. – Militär-Zeitung, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, gr. 4°.) 1862, S. 570. – Wiener Zeitung 1861, Nr. 286, S. 4528. – „Die Cartons für die Mosaiken der Marcuskirche in Venedig“ [daselbst heißt es, daß Blaas am 28. April 1825 geboren sei, das ist falsch. B. ist im Jahre 1815 geboren]; – dieselbe 1859, Nr. 122, S. 2386.

E Bon, Franz August, Dichter und Schauspieler [s. d. Bd. II, S. 41], geboren zu Peschiera 7. Juni 1788, gestorben 24. December 1858.

Rivista Euganea. Giornale non politico (Padova, 4°.) Anno III (1859), No. 11, p. 82: Ausführliche Biographie, verfaßt von Luigi Bellotti-Bon. – La Fenice (Venedig, kl. Fol.) Anno I (1858), No. 34, p. 189.

E Bordolo Ritter von Boreo, Johann, k. k. Feldmarschall-Lieutenant [s. d. Bd. II, S. 64] geboren zu Wieliczka in Galizien 29. September 1792, gestorben zu Hermannstadt 1. October 1857.

Der Satellit. Conversationsblatt zur Kronstädter Zeitung 1857, Nr. 40: Nekrolog. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1857, Nr. 229. – Militär-Zeitung, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, gr. 4°.) 1857, S. 655: Nekrolog.

E Bordoni, Anton, Gelehrter [s. d. Bd. II, S. 64], gest. 16. März 1860.

Almanach der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (Wien, Staatsdruckerei, 8°.) X. Jahrgang (1860), S. 163–168.

E Boßler, Maria [s. d. Bd. II, S. 90]. Zog sich, indem sie sich mit Fritz Freiherrn von Bruck, dem Sohne des verstorbenen Finanzministers Karl Freiherrn von Bruck, vermälte, 1861 von der Bühne zurück. Ihr letztes Auftreten fand im October g. J., wenige Tage darauf ihre Vermälung in Wien Statt. Die Bühne verlor an ihr eine vortreffliche Künstlerin, eine Meisterin des leichtgeschürzten humoristischen, von Gefühlsaccenten durchzitterten Gesprächstones. Es wurde anläßlich ihres Ausscheidens die Bemerkung gemacht, daß in kurzem Zeitraume drei Künstlerinen der Hofbühne aus den gemalten Salons in die wirklichen Marmorsäle der Aristokratie übertraten: Louise Neumann, jetzt Gräfin Schönfeld; Friederike Goßmann, jetzt Freiin Prokesch-Osten; Maria Boßler, jetzt Baronin Bruck.

Der Fortschritt (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 282. – Donau-Zeitung (Wien) 1861, Nr. 250. – Presse 1861, Nr. 284, 288. – Theater-Zeitung von Ad. Bäuerle 1857, Nr. 143.

E Brandis, Clemens Graf [s. d. Bd. II, S. 114], gest. zu Schleinitz in Steiermark 27. Mai 1863. Der Graf war erbliches Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrathes, früher Obersthofmeister Sr. Majestät des Kaisers Ferdinand; in den Jahren 1841 bis 1848 Landesgouverneur von Tirol. In den Stunden seiner Muße schrieb er: „Die Grundlage der Gesellschaft vom historischen Standpunkte“ (Regensburg 1855) und „Der Staat auf christlicher Grundlage“, 2 Bde. (Regensburg 1860). In seinem letzten Willen ordnete er an, daß er mit einem Scapulier und einem ledernen Gürtel ausgesetzt und beerdigt werde. Sein zweiter Sohn Erich ist in den Orden der Gesellschaft Jesu getreten [372] und hat auf das Erbrecht Verzicht geleistet und so ist der erstgeborne Graf Anton Universalerbe. 100.000 fl. hat der Verstorbene dem Jesuitenorden als Legat zum Ankaufe oder zur Adaptirung eines Ordenshauses – wo möglich in Tirol – verschrieben. Am 20. Juli 1863 wurden die Kaufsunterhandlungen zwischen dem Grafen Anton B. und Fürstbischofe von Lavant Dr. Jac. M. Stepischnegg zu Ende geführt, welchen zu Folge der Graf seine Herrschaft Windenau im Flächenmaße von 800 Joch nebst einem Weingarten in Langenthal statt des an die Gesellschaft Jesu auszuzahlenden Legates von 100.000 fl. an das Bisthum Lavant überläßt, während die gleiche Summe von dem noch aushaftenden Kaufschillingsreste des Schlosses St. Andrä in Kärnthen, welches das Bisthum an den Orden verkaufte, gelöscht wurde.

Tiroler Stimmen (Innsbrucker Journal, 4°.) 1863[WS 4], Nr. 121 und 126. – Bohemia (Prager Unterhalt. Blatt, 4°.) 1863, Nr. 128, S. 1423 und Abendblatt dazu S. 1434. – Volks- und Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4°.) 1863, Nr. 64. – Gratzer Zeitung 1863, Nr. 164 Abendblatt. – Hie und da findet man auch den 26. Mai als des Grafen Todestag angegeben.

* Brinz, Alois

E Bruck, Karl Ludwig Freiherr [s. d. Bd. II, S. 165], gestorben zu Wien 23. April 1860. Als nach dem unglücklichen Feldzuge des Jahres 1859 in Italien Minister Bach von der Leitung der Geschäfte des Innern zurücktrat und Graf Gołuchowski seinen Posten einnahm, blieb von den bisherigen Ministern Freiherr Bruck im Cabinete. Nicht allein, daß sich der edle Freiherr mit dem neuen Geiste, richtiger mit der neuen, die Zertrümmerung der Monarchie in fast unglaublicher Verblendung anbahnenden inneren Politik nicht befreunden konnte und dadurch eine isolirte Stellung im Cabinete einnahm, so gelang es auch ihn insoweit zu verdächtigen und dadurch in eine schiefe Stellung zu Thron und Staat zu bringen, daß er seiner Ehre kein geringeres Opfer als das Leben bringen zu müssen glaubte. Der Sachverhalt ist folgender: Bei dem Wiener Landesgerichte war im Jahre 1860 die Untersuchung über verbrecherische, im Laufe der Kriegsereignisse im Frühlinge 1859 vorgefallene Unterschleife anhängig und zur genauen und vollständigen Erhebung des Thatbestandes war es nöthig geworden, den Finanzminister Freiherrn von Bruck als Zeugen einzuvernehmen. [374] Die Einvernehmung hatte am 20. April 1860 begonnen und Veranlassung zu weiteren Erhebungen gegeben, welche, wie die gerichtliche Vorladung gelautet hat: „eine Gegenstellung des Zeugen Freiherrn von Bruck mit anderen Zeugen und Mitbeschuldigten in nächste Aussicht stellten“. Unter diesen Umständen erfolgte mit Allerh. Handbillet vom 22. April 1860 die Versetzung des Freiherrn von Bruck in zeitlichen Ruhestand und die Uebertragung der provisorischen Leitung des Finanzministeriums an den Reichsrath Ignaz Edlen von Plener. Am 22. April Abends erhielt Freiherr von Bruck das Allerh. Handschreiben zugestellt, am 23. April um 6 Uhr Morgens wurde der Staatsmann in seinem Bette blutend vorgefunden. Er hatte, erschüttert, daß es möglich gewesen, an eine Schuld seinerseits zu glauben und seine Ehre öffentlich preiszugeben, gewaltsam an sein Leben Hand angelegt. Um 5 Uhr 10 Minuten Nachmittags hatte er geendet. Später stellte sich der entsetzliche Schreib- oder Druckfehler heraus, denn die Stelle der richterlichen Vorladung hätte lauten sollen: „welche eine Gegenstellung des Zeugen Freiherrn von Bruck mit anderen Zeugen und mit Beschuldigten in nächste Aussicht stellten“. Dieser entsetzliche lapsus calami“: Mitbeschuldigten statt mit Beschuldigten hatte eine so grauenvolle Katastrophe herbeigeführt und Oesterreich einen seiner fähigsten Staatsmänner geraubt. Erst dem neuen Finanzminister Herrn von Plener war es vorbehalten, die Ehre seines Vorgängers zu retten und die Makellosigkeit seines Namens vollends herzustellen. In einem Vortrage an Se. Majestät erstattete Herr von Plener Bericht über seine eingehenden Erhebungen und die Folge davon war: daß die Witwe des Freiherrn von Bruck von Sr. Majestät eine Jahrespension von 3000 fl. zugewiesen erhielt. Der Brief des Finanzministers von Plener, mit welchem er die Freifrau von dieser Allerh. Verfügung in Kenntniß setzt, ist ebenso eine glänzende öffentliche Ehrenrettung, als ein sprechender Commentar zu dem traurigen Geschicke des zu früh dahingeschiedenen Staatsmannes. Die Quellen enthalten die zur Aufhellung dieser traurigen Katastrophe wichtigeren Nachrichten, die nach seinem Tode vorgenommenen Erhebungen, die Stimmen der verschiedenen Parteiblätter im Kaiserstaate und im Auslande, welche, mit nur sehr wenigen Ausnahmen, dem Staatsmanne erhebende Nachrufe zu Theil werden ließen. Bald nach seinem Tode theilte der Präsident der Theißbahngesellschaft Graf Andrassy der Witwe mit, daß, um das Andenken des Gründers dieser Bahn zu ehren, die erste von der Gesellschaft anzufertigende Locomotive den Namen Baron Bruck erhalten solle. Im Jahre 1862 fand endlich die Aufstellung des Grabdenkmals Bruck’s auf dem evangelischen Friedhofe Wiens Statt. Das Denkmal, im Atelier Fernkorn vollendet, zeigt die Kolossalbüste des Verewigten in Bronze, welche auf einem Piedestal von polirtem Granit sich erhebt. An letzterem befindet sich in einem äußerst geschmackvoll ausgeführten Rahmen die Inschrift: Quod sis esse velis auf einem verschlungenen Bande; eine in einem Medaillon angebrachte Inschrift enthält Titel und Namen des Verstorbenen, einen Bibelspruch und Bruck’s Wappen.

Finanzminister Carl Freiherr von Bruck (Wien 1860, Friedrich Förster, 8°., mit Porträt). – Unsere Zeit. Jahrbuch zum [375] Conversations-Lexikon (Leipzig 1857, Brockhaus, gr. 8°.) Bd. I, S. 647; Bd. IV, S. 345. – The illustrated London News 1855, Nr. vom 20. October, S. 459, mit wohlgetroffenem Porträt auf S. 460. – Europa, herausgegeben von Gust. Kühne, 1858, Nr. 47, S. 1827. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1860, Nr. 113: Todesanzeige; Nr. 114: Partezettel, und Nachrichten über Bruck’s letzte Augenblicke; Nr. 116: „Der Tod des Freiherrn von Bruck“; Nr. 118, im Feuilleton: Ereignisse und Stimmungen; Nr. 120: Obductionsbefund; Nr. 122: Berichtigungen einer in Bianchi Giovini’s „Unions“ erschienenen Biographie Bruck’s, welche die albernsten Unrichtigkeiten enthält; Nr. 125: Der Nachlaß des Freiherrn von Bruck; – dieselbe 1861, Nr. 125. – Oesterreichische Zeitung (Wien, Fol.) 1860, Nr. 101: „In Sachen des Freiherrn von Bruck“. – Ost-Deutsche Post (Wien, Fol.) 1860, Nr. 114. – Der Fortschritt (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1860, Nr. vom 25. April und vom 8. Mai. – Morgen-Post (Wiener polit. Journal, Fol.) 1860, Nr. 115 u. 117: Biographie und Bericht über B.’s Bestattung. – Vorstadt-Zeitung 1860, Nr. 114. – Neueste Nachrichten 1860, Nr. 114. – Gratzer Zeitung 1860, Nr. 99: Sectionsbefund. – Salzburger Zeitung 1860, Nr. 96. – (Linzer) Abendbote 1860, Nr. 99. – Innsbrucker Tagblatt 1860, Nr. 249: „Beiträge zur Beurtheilung der Finanzwirthschaft des Freiherrn von Bruck“. – Der Satellit (Conversationsblatt der Kronstädter Zeitung) 1858, Nr. 8–13: „Freiherr von Bruck und Oesterreichs Finanzen“. – Der Reichenberger Anzeiger 1860, Nr. 34. – Klagenfurter Zeitung 1860, Nr. 97. – (Brünner) Neuigkeiten 1860, Nr. 111, 114, 118; 1861, Beilage zu Nr. 125: Bruck’s Ehrenrettung. – Pesth-Ofner Zeitung 1860, Nr. 96; Pesther Lloyd 1861, Nr. 111; Allgemeine Zeitung (Augsburg, 4°.) 1861, Nr. 119: „Erinnerung an Bruck“. – National-Zeitung (Berlin, kl. Fol.) 1860, Nr. 226. – Die Glocke, herausgegeben von Payne, 1860, Nr. 79, S. 2. – Tagesbote aus Böhmen 1860, Nr. 115 u. 116.

E Bruckenthal, Samuel Freiherr [s. d. Bd. II, S. 168]. In der Lebensskizze B.’s heißt es: er sei kinderlos gewesen; dem ist nicht so; er hatte eine Tochter, welche jedoch vor dem Vater gestorben. Auch heißt es ferner dort: daß seine Gemäldesammlung Originale von Raphael enthalte; auch dieß ist nicht der Fall, da dieselbe keine Raphael’schen Originalien besitzt.

Als sehr interessante Quelle über diesen als Staatsmann und Mensch so denk- und achtungswürdigen Mann ist in jüngster Zeit erschienen: „Maria Theresia und Freiherr Samuel von Bruckenthal“. Eine Studie von Johann Karl Schuller. Mit dem Abdrucke der Handschrift Maria Theresia’s und Bruckenthal’s und dem Porträte des Freiherrn (Hermannstadt 1863, Th. Steinhausser, gr. 8°.). – Auch hat Pfarrer Schaser (Hermannstadt 1846) eine ausführliche Arbeit über Bruckenthal veröffentlicht, deren genauen Titel ich aber leider nicht erfahren konnte. – Porträt. Unterschrift: Samuel liber baro a Brukenthal Magni Transilvaniae Principatus Gubernator. Lith. Anst. v. R. Krabs in Hermannstadt (8°.).

E Brühl, Bernhard Karl [s. d. Bd. II, S. 170]. War einige Jahre Professor der Zoologie und vergleichenden Anatomie an der Hochschule zu Krakau, seit September 1858 an jener zu Pesth und, als im Juni 1861 die Errichtung einer Lehrkanzel für Zootomie an der philosophischen Facultät der Wiener Hochschule genehmigt wurde, ist B. zum ordentlichen Professor dieser Wissenschaft an der Wiener Hochschule ernannt worden. Seine neuesten im Drucke erschienenen wissenschaftlichen Arbeiten sind: „Einige Worte über die wissenschaftliche Stellung, Bedeutung und Tragweite der Zoologie“ (Pesth 1858, Ráth, 8°.); – Mitheilungen aus dem zoologischen Institute der Universität Pesth“ (Wien 1860, Braumüller, Imp. 4°.); davon sind bisher zwei Nummern erschienen, Nr. 1: „Lernacocera Gasterostei, ein Schmarotzerkrebs“ (mit 2 K. K.) und Nr. 2: „Phoca Holtischensis, der fossile Phocafuß“ (mit 2 K. K.); – [376] „Das Skelet der Krokodilinen, dargestellt in zwanzig Tafeln zur Erleichterung des Selbststudiums“ (ebd. 1862, Imp. 4°.).

Wiener Zeitung 1858, Nr. 215.

E Budik, Peter [s. d. Bd. II S. 195], gestorben zu Klagenfurt 26. März 1858. Außer den in der Lebensskizze bereits angegebenen Werken sind von ihm erschienen: „Ueber die poetischen Wettkampfe der Griechen und Römer“ (Wien 1835); – „Ursprung, Abnahme und Verfall des Turniers“ (ebd. 1836); – „Entstehung und Verfall der von König Mathias Corvinus gestifteten Bibliothek“ (1838); – „Album von Kärnthen“ (Klagenfurt 1839); – „Kurzgefasste Geschichte der Entwickelung der literarischen Zustände in Kärnthen“ (ebd 1852). Von seinen dramatischen Gedichten: „Das verletzte Gastrecht“, – „Wilhelm von Schärfenberg – und „Adolph von Nassau“, welche alle auf der Klagenfurter Bühne gegeben wurden, erschien Schärfenberg im Jahre 1843 in Wien im Drucke. In Handschrift hinterließ er eine „Kärnthnerische Literaturgeschichte“, bestehend in Biographien lebender und schon verstorbener, in Kärnthen geborener oder dort eingebürgerter Schriftsteller.

Carinthia (Klagenfurt, 4°.) XLVIII. Jahrgang (1858), Nr. 13: Nekrolog von S. M. Mayer.

E Bulyovszky, Lilla [s. d. Bd. II, S. 202]. Frau Bulyovszky, welche bisher eines der beliebtesten und besten Mitglieder der Pesther Nationalbühne war, fand diesen Wirkungskreis zu beschränkt und fühlte sich einer höheren Aufgabe gewachsen. Insbesondere aber waren es die Angriffe des ungarischen Kritikers Gyulai, welche dieses Vorhaben in ihr schneller reifen ließen als vermuthet wurde. Wie einst Dawison die Lemberger polnische Bühne, zu deren Zierden er zählte, verließ, so vertauschte Frau Bulyovszky das ungarische Nationaltheater mit dem deutschen. Alle Hindernisse muthig besiegend und insbesondere gegen die Fremdartigkeit ihrer deutschen Sprache, aber doch nicht mit ganzem Erfolge ankämpfend, und durch den Unterricht der Schröder so zu sagen gefeit, spielte sie auf deutschen Bühnen und wie alle Nachrichten lauten, mit entschiedenem Erfolge Rollen, wie Maria Stuart, Sappho u. A. Auch gelang es ihr auf dem Wiener Burgtheater einige Gastrollen zu geben, welche jedoch das mehrseitig erwartete Engagement nicht zur Folge hatten. In den letzteren Jahren trat sie auf mehreren deutschen Stadt- und Hoftheatern, unter anderen auch auf jenem von Weimar mit günstigem Erfolge auf. In jüngster Zeit, Juni 1863, wie die Journale berichten, ist sie an den heimischen Herd zurückgekehrt und von ihren Landsleuten, welche sie die „ungarische Rachel“ nennen, mit Begeisterung wieder aufgenommen worden. Alexander Dumas machte sie zum Gegenstande einer kleinen Novellette, welche von Louis Heilbuth in’s Deutsche übersetzt, in der „Ost-Deutschen Post“ (1860, Nr. 356 u. f.) erschienen ist. Ihren Kunstausflug beschrieb sie in einem Buche, welches auch deutschen Lesern unter dem Titel: „Mein Reisetagebuch“ (Pesth 1858, Emich) zugänglich gemacht worden ist.

Morgenblatt der Bayerischen Zeitung (München, 4°.) 1863, Nr. 154 u. 155: „Lilla von Bulyovszky“. – Waldheim’s illustrirte Zeitung (Wien, kl. Fol.) 1863, Nr. 84, S. 1004 [mit ihrem wohlgetroffenen, nach einer Photographie ausgeführten Holzschnitt-Porträte]. – Europa, herausgegeben von Gustav Kühne, 1859, Nr. 5, S. 180. – Pester Lloyd 1858, Nr. 40; 1860, Nr. 164. – Iris (Gratzer Muster- und Modeblatt) 1857, Bd. III, Lieferung 12. – [377] Das Vaterland (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 67. – Neueste Nachrichten (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 85. – A nagy világ képekben, d. i. Die große Welt in Bildern, herausgegeben von Heinrich Vahot (Pesth 1855, 4°.) S. 222 [mit schlechtem Holzschnitt]. – Wiener Zeitung 1863, Nr. 143 Abendblatt.

E Buol-Schauenstein, Karl Ferdinand Graf von [s. d. Bd. II, S. 204]. Trat nach der Katastrophe des Jahres 1859 von der Leitung der äußeren Angelegenheiten zurück, welche nach ihm Johann Bernhard Graf Rechberg übernahm. Der Graf hat sich ganz in’s Privatleben zurückgezogen. In seinem Familienstande sind folgende Veränderungen eingetreten: Seine Gemalin Karoline geborne Prinzessin von Isenburg-Birstein ist am 2. Jänner 1861 gestorben, seine beiden Töchter haben sich seither vermält, und zwar Gräfin Josephine (seit 1. September 1858) mit Gustav Grafen von Blome, die Gräfin ist Palastdame I. Maj. der Kaiserin Elisabeth; Gräfin Alexandrine (seit 6. October 1862) mit Coloman Reichsgrafen Hunyadi von Kéthely, k. k. Kämmerer und Oberst.

* Burdina von Löwenkampf, Franz

[378]

C.

Cajetan

Calafati, Marie

Carlini, Franz [s. d. Bd. II, S. 284], gest. zu Mailand 26. August 1862.

Almanach der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (Wien, k. k. Staatsdruckerei, 8°.) XIII. Jahrg. (1863), Anhang S. 87 u. f. – Feierliche Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften am 30. Mai 1863 (Wien, kl. 8°.) S. 87–118. Von Prof. Schrötter.

E Castelli, Ignaz Franz [s. d. Bd. II, S. 303], gest. zu Wien 5. Februar 1862. Castelli ist nicht, wie es im 2. Bde. dieses Werkes heißt, am 6. Mai, sondern am 6. März 1781 geboren. Was seine literarische Thätigkeit betrifft, so sind nachzutragen die „Neue Folge seiner sämmtlichen Werke“ (Wien 1858, Taschenformat), welche sechs Bündchen bildet, und die ein Jahr vor seinem Tode erschienenen „Memoiren meines Lebens. Gefundenes und Empfundenes ...“. 4 Bände (ebd. 1861, Kober und Markgraf, 8°.), an welche, wenn sie auch manches Interessante enthalten, gewiß Niemand den Maßstab einer ästhetischen Kritik legen oder sie als Muster zur Nachahmung bei Abfassung von Denkwürdigkeiten aufstellen wird. Bis wenige Tage vor seinem Tode, der aber nicht durch Siechthum, sondern vielmehr durch einen verhängnißvollen Fehltritt herbeigeführt wurde, befand er sich körperlich und geistig wohl; mit ihm ward einer der letzten Wiener der alten sogenannten „guten Zeit“ zu Grabe getragen. Castelli war 82 Jahre alt geworden.

Presse (Wiener politisches Blatt) 1862, Nr. 35, 37, 48, 83, in den Abendblättern. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) Nr. 36, 38, 49, und Telegraph (Gratz, kl. Fol.) 1862, Abdbl. zu Nr. 50 [in diesen Nummerblättern sind Auszüge aus seinem Testamente]. – Der Thierfreund (Wien, kl. 4°.) XI. Jahrgang (1862), Nr. 2. – Waldheim’s illustrirte Zeitung (Wien, kl. Fol.) 1862, Nr. 7. – Wiener Zeitung 1859, Nr. 101, S. 2003. – Salzburger Zeitung 1860, Nr. 54. – Mährischer Correspondent 1862, Nr. 35 [aus der österreichischen Zeitung nachgedruckt, die treffendste Charakteristik Castelli’s]. – Didaskalia (Unterhaltungsbeilage des Frankfurter Journals, 4°.) Jahrgang 1862, Nr. 41 u. 42. – Krakauer Zeitung 1862, Nr. 54, 55, 66.

* Čejka, Joseph

E Chlumecký, Peter Ritter von [s. d. Bd. II, S. 349], gest. zu Brünn 28. März 1863. Seine letzte und bedeutendste Arbeit, welche leider nicht vollendet ist, und wovon der 1. Band kurz vor seinem Tode erschien, ist: „Carl von Zierotin und seine Zeit“ (Brünn 1862, Nitsch, gr. 8°.); umfassendes Materiale für den 2. Band. i. n dessen Arbeit er auch bedeutend vorgeschritten, ist vorhanden. Chlumecký stand mit den ersten Gelehrten Europa’s in lebhaftem Briefwechsel, und schon sein brieflicher Nachlaß, worin sich Briefe von Barozzi, Champollion, Chmel, Grimm, Klukhohn, Korff, Maurenbrecher, Lerchenfeld, Petzold, Röpel, Sybel u. A. vorfinden, böte für die Wissenschaft gewiß reiche Ausbeute

Brünner Zeitung 1863, Nr. 91. – Wiener Zeitung 1863, Nr. 73, S. 986.

[379]E Chmel, Joseph [s. d. Bd. II, S. 351], gest. zu Wien in der Nacht vom 27. auf den 28. November 1858. Mit Chmel schied einer der gediegensten österreichischen Geschichtsforscher aus dem Leben. Unermüdlich, gründlich, verfolgte [380] er, Großösterreicher mit ganzer Seele, seine Ziele. Wenn ihn der Wissenschaft und dem Gesammtstaate der Tod nicht zu früh entrissen hätte, so würde wohl endlich der von ihm zunächst gefaßte Gedanke eines österreichischen Centralarchivs, für den, als ihn Chmel aussprach, Minister Bach ein großes Interesse an den Tag legte und wodurch den Verschleppungen und der gottlosen Wirthschaft in vielen kleinen Stadt- und Gemeindearchiven Oesterreichs ein Ziel gesteckt worden wäre, verwirklicht worden sein. Mit seinem Tode wurde die Idee leider fallen gelassen. Aber Chmel war auch ganz allein der Mann, sie auszuführen. Der Verfasser dieses Lexikons verlor an ihm einen unersetzten väterlichen Freund, der ihm, wenn es galt, mit Rath und That an die Hand ging und in der Ausführung seines Werkes ihn mit jener edlen Weise förderte, die immer den wahren Gelehrten und biederen verehrungswürdigen Menschen kennzeichnet.

Oesterreichische Zeitung 1858, Nr. 274. – (Brünner) Neuigkeiten 1858, Nr. 279. – Brünner Zeitung 1858, Nr. 288. – Transsilvania, Beiblatt zum Siebenbürger Boten (Hermannstadt, gr. 4 °.) 1858, Nr. 51.

* Chmela, Joseph

[381] E Chotek von Chotkowa und Wognin, Karl Graf [s. d. Bd. II, S. 360]. Am 23. Juli 1863 beging der Graf seinen achtzigsten Geburtstag, welchen die „Bohemia“ [siehe die Quellen] durch eine Erinnerung an die Verdienste feiert, die sich der edle Graf, der seit 3. October 1826 bis 29. Juli 1843 Oberstburggraf von Böhmen gewesen, um die böhmische Nation, vornehmlich aber um die Stadt Prag erworben. „Seinen Namen“, schreibt die Bohemia, „hat man zwar nur dreien seiner Schöpfungen beigelegt, der als Zufahrt zur Kettenbrücke nothwendig gewordenen Choteksgasse, der Kunststraße durch den Hirschgraben und den Choteksanlagen; erinnert wird man aber an ihn fast auf Schritt und Tritt in unserer Hauptstadt“. Das Nähere über den Grafen bringt die angeführte Nummer der „Bohemia“.

Bohemia (Prag, 4°.) 1863, Nr. 170, S. 186 u. 187.

* Clam-Martinitz, Heinrich Jaroslav Graf

Coeckelberghe-Dützele, Gerhard Robert Walter Ritter von [s. d. Bd. II, S. 400], gestorben zu Maria-Enzersdorf nächst Wien am 5. Juli 1857.

* Croy-Chanel de Hongrie, Franz Claude August Graf

[384]E Csajághy, Alexander, Bischof von Csanád [s. d. Bd. III, S. 36], gest. zu Temesvár 7. Februar 1860. Seine bischöflichen Circularerlässe in lateinischer Sprache und seine deutsch und ungarisch geschriebenen Hirtenbriefe vom November 1855 an, – also vom Zeitpuncte des österreichischen Concordates – bis zu seinem Tode sind gedruckt in zwei Quartbänden erschienen. Für wohlthätige Zwecke hat der Verewigte namhafte Summen verwendet, u. a. begründete er die Präparandie zu Szegedin mit 10.000 fl., rief den Maria Hilf-Verein, den Gesellenverein in’s Leben, brachte die Schulschwestern nach Temesvár und spendete sonst noch viel zu frommen, humanen und wissenschaftlichen Zwecken. Ueber seine wissenschaftliche Thätigkeit berichtet der Artikel im Hauptwerke; noch sei hier seiner von Ungarn als trefflich bezeichneten ungarischen Uebersetzung des schönen Kirchenliedes „Virgo virginum praeclara“ gedacht, welche in der ungarischen theologischen Zeitschrift Katholikus Neplap 1859 erschienen ist.

Oesterreichischer Volksfreund 1860, in der Beilage, welche als Ersatz des mit Beschlag belegten Blattes Nr. 60 erschienen ist. – Wiener Kirchenzeitung, herausgegeben von Dr. Sebastian Brunner, 1860, Nr. 11, S. 163.

Császár, Franz, ungarischer Poet [s. d. Bd. III, S. 47], gestorben zu Kerepes 17. August 1858.

Győry közlöny, d. i. Oedenburger Bote, 1858, Nr. 68. – Hölgyfutár, d. i. Damen-Courier, 1858, Nr. 196. – Kertbeny (K. M.), Silhouetten und Reliquien (Wien und Prag 1861, Kober, 8°.) Bd. I, S. 129. – Gratzer Zeitung 1858, Nr. 194.

E Csokonai, Vitéz Michael, ungarischer Dichter [s. d. Bd. III, S. 62].

Vasárnapi ujság, d. i. Sonntags-Zeitung (Pesth, gr. 4°.) 1859, Nr. 34 [mit Cs.’s Porträt im Holzschnitt; auf S. 400 derselben Nummer befindet sich eine Abbildung seines Denkmals). – Magyar irók, arcképei és életrajzai, d. i. Ungarische Schriftsteller in Bildern und Lebensbeschreibungen (Pesth 1858, Gust. Heckenast, kl. 4°.) S. 50 u. f. – Toldy (Ferencz), A Magyar költészet kézikönyve a Mohácsi vésztől a legújabb időig, d. i. Geschichte der ungarischen Dichtung seit der Schlacht von Mohács bis auf unsere Tage (Pesth 1855, Heckenast, gr. 8°.) Bd. I, S. 656–691.

E Culoz, Karl Freiherr von, Feldzeugmeister [s. d. Bd. III, S. 73], gest. zu Venedig 11. November 1862. Sein Tod wurde in der „Militär-Zeitung“ bereits als am 27. October 1862 erfolgt, gemeldet, aber schon in der nächsten Nummer widerrufen. Als der greise General, der bis zu seinem im April 1860 erfolgten Uebertritte in den Ruhestand das Festungscommando zu Mantua geführt hatte, jene verfrühte Todesnachricht in den Journalen las, kleidete er sich in die vollständige Generalsuniform und fuhr in einer Gondel zur Militär- Hauptwache, wo er den Wachcommandanten rufen ließ und ihm auftrug, im Frührapporte zu melden, daß Feldzeugmeister Baron Culoz lebe und persönlich auf der Hauptwache erschienen sei. Nur wenige Tage später meldete eben derselbe Officier im Frührapporte, daß Culoz gestorben sei.

Wiener Zeitung 1862, Nr. 261. – Hirtenfeld (J.), Militär-Zeitung (Wien, gr. 4°.) 1862, S. 726 [verfrühte Todesnachricht], S. 735 [Widerruf derselben]. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, 8°.) XV. Jahrgang (1864), S. 70. – Die Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1862, Nr. 315.

* Čupr, Franz

[386] E Czakó (sprich Zakoh), Sigmund, ungarischer Dramatiker [s. d. Bd. III, S. 81].

Kertbeny (K. M.), Silhouetten und Reliquien (Wien und Prag 1861, Kober und Markgraf, 8°.) Bd. I, S. 136.

Czartorysky, Constantin Fürst [s. d. Bd. III, S. 88], gestorben zu Wien 23. April 1860.

Wiener Zeitung 1860, S. 1726. – Deutsche Musik-Zeitung, redigirt von Selmar Bagge (Wien, 4°.) 1860, Nr. 18. – Werschetzer Gebirgsbote 1860, Nr. 19. – Ost-Deutsche Post 1857, Nr. 255 [enthält die Beschreibung des Denkmals, welches der Fürst seiner (am 28. November 1842 zu Wien verstorbenen) Gemalin Fürstin Marie geb. Gräfin Dzierzanowska auf dem Währinger Friedhofe errichten ließ. Das schöne, in carrarischem Marmor ausgeführte Werk ist eine Schöpfung des jungen polnischen Künstlers Heinrich Stattler).

* Czermak, Jaroslaw

* Czermak, Johann

* Czermak, Joseph

[389]Czermak Joseph Julius [s. d. Bd. III, S. 99], gest. 14. März 1851.

D.

E Damböck, Marie, dramatische Künstlerin [s. d. Bd. III, S. 138].

Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber) 1853, Nr. 507. S 184: Ausführliche Biographie mit Holzschnitt-Porträt.

E Dawison, Bogumil [s. d. Bd. III, S. 180].

Faust. Polygraphisch-illustrirte Zeitschrift, herausgegeben von M. Auer (Wien, gr. 4°.) IV. Jahrg. (1857), S. 127 u. 137 [mit wohlgetroffenem Porträt) – Berliner allgemeine Zeitung 1862, Nr. 16 und 17. – Illustrirtes Familien-Journal, redigirt von A. H. Payne in Leipzig (gr. 4°.) XI. Jahrg. (1864), Nr. 3, S. 40 [mit einem meisterhaften, von John geschnittenen Porträt, welches ihn in der Rolle Richard’s III. darstellt; auch die Charakteristik des Künstlers als des bedeutendsten Repräsentanten der realistischen Richtung der Schauspielkunst, mit welcher diese jedoch Kunst zu sein aufhört und reine Schauspielerei wird, ist treffend]. – Die Gartenlaube. Illustrirtes Familienblatt (Leipzig, Keil, gr. 4°.) Jahrgang 1864, S. 4: „Aus dem Leben deutscher Schauspieler“ [mit einer trefflichen Holzschnitt-Porträtgruppe, nach einer Zeichnung von Herbert König, welche D.’s Porträt und ihn in 17 Rollen darstellt].

E Deák, Franz von [s. d. Bd. III, S. 185]. Nachdem der ungarische Aufstand 1849 niedergeschlagen ward und die Reorganisirung Ungarns in Angriff genommen werden sollte, berief man [390] Deák zur Mitwirkung an dieser Arbeit nach Wien. Er lehnte jedoch eine solche Mission entschieden ab und rechtfertigte sich hierüber in einem auch in den öffentlichen Blättern bekannt gewordenen Schreiben an den damaligen Justizminister Ritter von Schmerling. Ein späterer Versuch, ihn zum Eintritte in den verstärkten Reichsrath zu bewegen, blieb gleichfalls ohne Erfolg. So lebte D. zurückgezogen, bis die tiefgreifenden Reformen und staatsrechtlichen Umgestaltungen nach dem unglücklichen italienischen Feldzuge im Jahre 1859 auch Ungarn berührten und die Versuche mit D. anzuknüpfen erneuert wurden. Indem hier die Mittel und Wege, welche man einschlug, mit Stillschweigen übergangen werden, sei nur bemerkt, daß in Folge verschiedener, über ihn und seine Politik veröffentlichten Mittheilungen er sich zur Erklärung gedrängt fühlte, daß seiner Ueberzeugung gemäß der gesetzliche Boden für die Neugestaltung Ungarns in den Gesetzen des Jahres 1848 liege und daß die Nation an diesen auch festzuhalten habe. Im Uebrigen enthielt er sich jeder Agitation und war vielmehr bemüht, inmitten der Aufregung und Bewegung, in welcher sich alle Gemüther befanden, zu weiser Mäßigung und Ruhe zu mahnen. Ende December 1860 wurde D. zugleich mit seinem Freunde Joseph Freiherrn Eötvös nach Wien berufen, wo man seinen Rath über verschiedene Dinge, namentlich über die Zusammenberufung des ungarischen Landtages hören wollte. Von dieser Zeit an ist D. bei der Behandlung aller Ungarn betreffenden Fragen wesentlich betheiligt, und zwar bei den Verhandlungen bezüglich der Gerichtsorganisation der Comitate, bei Abfassung der Adresse der Stadt Pesth auf das kön. Rescript vom 6. Jänner 1861, bei den Conferenzen zur Regelung des ungarischen Justizwesens u. s. w. Bei den Wahlen zum ungarischen Landtage wurde D. am 11. März 1861 von dem inneren Wahlbezirke der Stadt Pesth zum Deputirten gewählt. Als solcher hielt er nun in der Sitzung vom 13. Mai jene merkwürdige, vielfach gedruckte Rede, in welcher er sich über die Frage, ob die nach Einberufung des Landtages übliche, an den König zu richtende Ansprache in Form einer Adresse, eines Beschlusses oder Manifestes zu geschehen habe, für die Adresse entschied [vergleiche zum Verständniß dieses Gegenstandes die Biographie Jambor’s im Bande X, S. 60]. Als das Verhalten des 61ger Landtages, mit welchem jede Transaction unmöglich geworden, dessen Auflösung zur Folge hatte, zog sich D. wieder in’s Privatleben zurück, und nur dann und wann gedenken die öffentlichen Organe seiner, wie z. B. bei Gelegenheit einer ihm zu Ehren veranstalteten Feier, bei Ueberreichung des photographischen Albums mit den Bildnissen der Mitglieder des Ober- und Unterhauses, oder wie in jüngster Zeit, als er von Räubern angefallen, beraubt und mißhandelt wurde. Seine Rede vom 13. Mai hat deutscher Seits mehrseitig und eine verschiedene Beleuchtung erfahren; eine echt deutsche Antwort gab ihm Franz Schuselka in der mit dem Motto: „Non ego tibi sed causa causae respondet“ bezeichneten, unter dem Titel: „An Franz Deák“ (Wien 1861, Förster. 8°.) erschienenen Schrift.

Neueste Nachrichten (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 134 u. 135. – Berliner allgemeine Zeitung 1862, Nr. 73 und 77, im Feuilleton. – Ergänzungsblätter der Zeitung „Deutschland“ (Weimar, kl. Fol.) 1861, Nr. 35 u. 36: „Franz Deák, ungarischer [391] Staatsmann“. – Ungarns Männer der Zeit. Biografien und Karakteristiken hervorragendster Persönlichkeiten. Aus der Feder eines Unabhängigen (Prag 1862, A. G. Steinhausser, 8°.) S. 16–45. – Zeitbilder (Pesther illustr. Blatt, kl. 4°.) Jahrg. 1861, S. 7 [mit Holzschnitt auf S. 4]. – Die Glocke von Payne, 1861, Nr. 119, S. 117 [mit Porträt); 1863, Nr. 222. – Die Gegenwart (Pesther politisches Journal in deutscher Sprache, kl. Fol.) 1861, Nr. 6 u. 7. – Unsere Zeit. Jahrbuch zum Conversations-Lexikon (Leipzig, Brockhaus, gr. 8°.) 52. Heft. – Deutsche allgemeine Zeitung (Leipzig, Brockhaus, gr. 4°.) 1861, Nr. 115, S. 1185. – Constitutionelle Oesterreichische Zeitung (Wien, Fol.) 1862, Nr. 242, 252, 278. – Fremden-Blatt (Wien, gr. 4°.) 1863, Nr. 351. – Bohemia (Prager Unterhaltungsblatt, 4°.) 1863, Nr. 127, S. 1413. – Gratzer Zeitung 1861, Nr. 77: Charakterisirung Deák’s als politischen Parteiführers; Nr. 116: „Deák und Eötvös“. – Wanderer 1861, Nr. 143: „Aus Deák’s Leben“. – Pesth-Ofner Zeitung 1861, Nr. 171: „Ein Zug aus Deák’s Leben“. – Presse (Wien, Fol.) 1861, Nr. 130 und 224 [unter den kleinen Nachrichten] 1863, Nr. 353. – Magazin für die Literatur des Auslandes, herausgegeben von Lehmann, 1863, Nr. 19: „Die Deák-Feier“. – Preßburger Zeitung, 1862, Nr. 190: „Ein Brief Deák’s“ [ein interessantes Document, namentlich von der Jugend zu beherzigen; auch in der Temesvárer Zeitung 1862, Nr. 192, abgedruckt]. – Zur Geschichte des ungarischen Freiheitskampfes. Authentische Berichte (Leipzig 1851, Arnold. 8°.) Bd. I, S. 98. – Ungarns politische Charaktere. Gezeichnet von F R. (Mainz 1851, J. G. Wirth Sohn, 8°.) S. 146. – Hlas, d. i. Die Stimme (čechisches, in Prag erscheinendes Blatt) 1862, Nr. 3. – Il Regno d’Italia (Mailänder Parteiblatt) 1861, Nr. 120.

E Degenfeld, August Franz Joseph Christoph, Feldzeugmeister [s. d. Bd. III, S. 201]. Aus seiner letzten Stellung als Chef der Organisationssection in der kaiserl. Centralkanzlei abberufen, erhielt er das Commando eines Armeecorps, mit dem er 1859 die Küsten des adriatischen Meeres beschützte, und wurde nach dem Frieden von Villafranca zum commandirenden General in Italien mit dem Range eines Feldzeugmeisters ernannt. Als Kriegsminister wurde er am 20. October d. J. endgiltig angestellt. Bei den Berathungen über das Budget des Kriegsministeriums in den Jahren 1862 und 1863 tritt dieser Staatsmann merklich in den Vordergrund. In letzterem Jahre wollte man bemerken, daß der Graf gegenüber den Anforderungen des Hauses in einer Zeit, in welcher die äußeren Verhältnisse sich immer drohender gestalteten, aus der zuwartenden, ja entgegenkommenden Haltung des Vorjahres herausgetreten, und durch das Beharren des Hauses auf vorgefaßten Meinungen in gereizte Stimmung versetzt, derselben in höchst energischer Weise Luft gemacht habe. Dann verlautete es längere Zeit, daß der Graf, verbittert über das Beharren des Hauses auf Forderungen, denen er unter den gegebenen Verhältnissen als Kriegsminister zu entsprechen außer Stande war, sein Portefeuille in die Hände Sr. Majestät zurückgelegt habe. Noch vor Schluß der Reichsraths-Saison hatte er, im December 1863, seiner angegriffenen Gesundheit wegen, eine längst projectirte Reise nach dem Orient angetreten und beabsichtigt den Winter über in Kairo zu bleiben. Ein kaiserliches Handbillet vom 19. Februar 1864 enthebt endlich den Grafen, indem unter Einem Feldmarschall-Lieutenant Ritter von Frank [s. d. S. 408 d. Bds.] zu seinem Nachfolger ernannt wird, der Stelle des Kriegsministers, und heißt es in diesem Handbillet, „daß dem Grafen die Armee eine in den Kämpfen der neuesten Zeit besonders bewährte gediegene Ausbildung verdanke; daß seine Erfahrungen die Tüchtigkeit derselben erhöht und Fortschritte in allen Waffengattungen [392] in Anwendung gebracht haben, die sich bereits als nutzbringend erprobten“. Graf August ist (seit 10. December 1829) vermält mit Lady Elisabeth Watson of Clonbrogan and Boffana (geb. 14. Mai 1808). Aus dieser Ehe stammen zwei Kinder, Graf Christoph (geb. 3. Mai 1831), Ehrenritter des Johanniter-Ordens und zur Zeit Major im Kaiser Franz Joseph-Huszaren-Regimente Nr. 1, und Gräfin Sarah Maria Louise (geb. 4. Februar 1833), vermält (seit 29. September 1859) mit Friedrich Freiherrn von Knobloch.

Die Glocke, herausg. von Payne (Leipzig, kl. Fol.) 1862, Nr. 205, S. 389, mit wohlgetroffenem Porträt. – Erinnerungen (Prag. 4°.) 1863, 85. Bd. S. 46.

Deinhardstein, Johann Ludwig [s. d. Bd. III, S. 207], gestorben zu Wien 12. Juli 1859.

Wiener Zeitung 1859, 2. Quartal, S. 3164. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1859, Nr. 172. – Frankfurter Konversationsblatt 1859, Nr. 177. – Europa, Herausg., von Gust. Kühne, 1859, Nr. 31, S. 1127, und Nr. 38, S. 1374, im Artikel: „Zur Geschichte des Wiener Hofburgtheaters“ [gibt den 22. Juni 1794 als seinen Geburtstag an, sonst erscheint der 21. Juni als dessen Geburtstag]. – Didaskalia (Unterhaltungsbeilage des Frankfurter Journals) 1859, Nr. 215.

* Demuth, Karl Joseph

[393]Dickmann-Secherau, Eugen Freiherr von [s. d. Bd. III, S. 279], gestorben 19. Juli 1863.

* Dietl, Joseph

* Dreher, Anton

[396] E Dreyschock, Alexander, Tonsetzer und Claviervirtuos [s. d. Bd. III, S. 382]. Der Künstler machte seit dem J. 1858 viele Kunstreisen und wurde durch Ernennung zum österreichischen Kammervirtuosen und großherzoglich hessischen Hofcapellmeister ausgezeichnet. Als bei Gelegenheit seiner im Jahre 1861 unternommenen Kunstreise in den Norden, wo er in Warschau, Kiew und in anderen Städten mit großem Erfolge Concerte gab, von einem Warschauer Correspondenten die Nachricht verbreitet wurde, D. habe seinen Namen und seine Religion zu Gunsten der dortigen Nationalverhältnisse verläugnet, welche Nachricht dann auch andere Journale brachten, trat D. in einem aus Kiew vom 7. Februar 1861 datirten Schreiben diesem böswilligen Gerüchte, es einfach in Abrede stellend, entgegen.

Bohemia (Prager Journal, 4°.) 1861, Nr. 43, S. 384. – Dalibor. Časopis pro hudbu, divadlo a t. d., d. i., Dalibor. Zeitung für Musik, Theater u. s. w. Redigirt von Emanuel Meliš [Prag, 4 °.) 1862, Nr. 14.
E.

* Ebersberg, Ottocar Franz

[398] E Eckardt, Ludwig, dramatischer Dichter und Schriftsteller [s. d. Bd. III, S. 418]. Die von mehreren Seiten gehegten Erwartungen, E. werde in sein Vaterland zurückkehren, was ihm bei den veränderten Verhältnissen in demselben auch leicht geworden wäre, haben sich nicht bestätigt. Er blieb noch mehrere Jahre als Docent und Schriftsteller in der Schweiz thätig, und zwar anfänglich in Bern, bis er Mitte October 1860 als Professor der deutschen Sprache an die höhere Lehranstalt nach Luzern berufen wurde. Gegen seine Ernennung legten sämmtliche geistliche Professoren der Luzerner Cantonsschule Protest ein und als Grund ihres feindseligen Auftretens gegen den Dichter legten sie ein Fragment aus seinem Stücke: „Elisabeth von Scharlachthal“ vor, welches in der Zeitschrift „Die Schweiz“ abgedruckt war. Aber dieser Protest einiger Glaubensfanatiker machte die maßgebende Behörde nicht irre und Eckardt blieb an seinem Posten. Die bei Antritt desselben gehaltene Rede erschien auch unt. d. Tit.: „Ueber die Stellung des deutschen Sprachunterrichts im Organismus des Gymnasiums und die Art und Weise seiner Behandlung“ (Luzern 1861) im Drucke. Im Jahre 1862 folgte Eckardt einem Rufe des Großherzogs von Baden nach Karlsruhe, um dort mehrere Winter hindurch Vorlesungen über Aesthetik und Kunstgeschichte zu halten; zugleich ist E. zum großherzogl. Hofbibliothekar ernannt worden. Zu den bereits im Hauptartikel dieses Werkes angegebenen Werken sind hinzuzufügen: „Anleitung, dichterische Meisterwerke auf eine geist- und herzbildende Weise zu lesen“ (Jena 1857, Hochhausen, 8°.); – „Die theistische Begründung der Aesthetik im Gegensatze zu der pantheistischen“ (ebd. 1857, 8°.); – in den „Erläuterungen zu den deutschen Klassikern“, welche zu [399] Jena bei Hochhausen erscheinen, bearbeitet E. die dritte Abtheilung, nämlich Schiller’s Werke, und sind von ihm bereits „Schiller’s Geistesgang“, „Die Räuber“, „Fiesco“, „Kabale und Liebe“ erschienen; ferner gab er heraus: „Nationalität oder Freiheit. Centralisation oder Föderation?“ (Jena 1859); – „Friedrich Schiller und seine Stellung zu unserer Gegenwart und Zukunft“ (ebd. 1859); – „Dramatische Werke“. Theil I–III (ebd. 1859 und 1860); sie enthalten: „Sokrates“, in 2. Ausgabe, die erste ist 1858 erschienen; „Schill, Drama“ und „Palm, ein deutscher Bürger“, das erste und letzte dieser Dramen sind auch auf mehreren kleineren Bühnen gegeben worden, ohne jedoch, ungeachtet der seltenen Schönheiten dieser Dichtungen, durchzugreifen „Sokrates“ erhielt bei der Münchener Preisbewerbung im Jahre 1858 eine ehrenvolle Erwähnung; – in Gemeinschaft mit P. Volmar gab er heraus: „Die Schillerfeier des Berner literarischen Vereins und ihre Bedeutung für die Schweiz“ (Bern 1860, Frick); – allein wieder: „Fichte, ein Vorbild des deutschen Volkes und seine Bedeutung für die Gegenwart“ (Karlsruhe 1862); – „Weltbürger und Patriot, Trauerspiel in 5 Aufzügen“ (Wenigenjena 1862). Sein jüngstes Werk ist: „Nikolaus Manuel. Roman aus der Zeit der schweizerischen Glaubenskämpfe“ (Jena und Leipzig 1863, 8°.). In neuester Zeit verlautete es. E. solle zum Lehrer des Erbgroßherzogs von Baden bestimmt sein.

Badische Landes-Zeitung 1862, Nr. 246. – National-Zeitung 1862, Nr. 538. – Wiener Schnell-Post, redig. von Chowanetz, 1863, Nr. 61–67: „Des Herrn Hofbibliothekars Ludwig Eckardt in Karlsruhr religiöse Reformvorschläge und neuester Roman“. – Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1862, Nr. 318 [im Berliner Briefe des Feuilletons von Kossak]. – Blätter für literarische Unterhaltung (Leipzig, Brockhaus, 4°.) 1852, S. 1191 [über seine Vorlesungen über Tasso]; 1853, S. 1132 [über seine Vorlesungen über Hamlet); 1858, S. 418 [über seine theistische Begründung der Aesthetik]; 1861, S. 365 [über seinen Palm], S. 167; 1862, S. 954 [über Fichte], S. 711 [über Schiller’s Jugenddramen], S. 783 [über sein „Weltbürger und Patriot“]. – Die Wahl des Dr. Eckhardt in Bern zum Professor in Luzern im Herbste 1860. Antwort auf die „Eidgenossen“, Nr. 95, von J. Winkler (Luzern 1860, 8°.).

Egyed, Anton [s. d. Bd. IV, S. 5]. Daselbst ist das Jahr 1852 als Egyed’s Todesjahr angegeben, diese Angabe ist irrig. Egyed starb erst 27. August 1862, und zwar an den Folgen eines an ihm verübten Raubanfalles, bei welchem er einen Hieb auf die Stirne erhalten hatte.

Wiener Tagesbericht (Beilage der Wiener Zeitung) 1862, Nr. 201, S. 1214.

* Ehrhart Edler von Ehrhartstein, Johann Nepomuk

[400]Eichhoff, Peter Joseph Freiherr [s. d. Bd. IV, S. 12], gestorben 29. August 1863.

[401]Eißner, Joseph (Kupferstecher [s. d. Bd. IV, S. 19], gestorben 2. Mai 1861.

Presse (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 125.

* Elfinger, Anton

Eller, Ludwig (Louis), Virtuos [s. d. Bd. IV, S. 23], gestorben nach langjährigem Leiden zu Pau in den Pyrenäen 12. Juli 1862.

Gratzer Zeitung 1862, Nr. 264, und Coursblatt derselben 1862, Nr. 168. – Klagenfurter Zeitung 1862, Nr. 170, in der Rubrik „Nekrologie“ [daselbst erscheint er aber mit dem falschen Namen Elser].

Eminger, Joseph Wilhelm Freiherr von [s. d. Bd. IV, S. 123], gestorben zu Wien 4. August 1858.

[402]Ensch, Franz Freiherr, General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens [s. d. Bd. IV, S. 54], gestorben 15. März 1861.

Hirtenfeld (J.), Oesterreichischer Militär-Kalender (Wien, kl. 8°.) Jahrg. 1862, S. 152.

E Erl, Joseph, Hofcapellsänger [s. d. Bd. IV, S. 71]. Beging am 9. October 1863 sein 25jähriges Jubiläum als Solosänger am k. k. Hof-Operntheater. Unter anderen Geschenken wurde ihm von seinen Collegen ein silberner Pocal überreicht, auf welchem die sämmtlichen Partien eingravirt stehen, welche E. bis dahin im Hof-Operntheater gesungen.

Fremden-Blatt 1863, Nr. 277 u. 278.

E Ernst, Leopold (Architekt und Dombaumeister zu St. Stephan in Wien [s. d. Bd. IV, S. 75], gest. zu Wien am 17. October 1862. Es war ihm nicht gegönnt, den von ihm begonnenen Ausbau des Stephansdom-Thurmes zu vollenden. Mitten im Werke entriß ihn der Tod im Alter von 52 Jahren einem von Kabalen und Intriguen jeder Art verbitterten Leben. – Sein ältester Sohn Hugo hat sich unter des Vaters Leitung für dessen Kunst gebildet und während des Vaters Abwesenheit von Wien – er hatte nämlich die Londoner Ausstellung besucht – längere Zeit den Thurmbau selbstständig geleitet und ist bei demselben – nachdem der berühmte Kirchenbaumeister Schmidt zu Ernst’s Nachfolger ernannt worden – in Verwendung.

Presse (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 199 und Nr. 206: „Die Restauration des Stephansdomes in Wien“ [dieser Aufsatz läßt einen Blick thun in das Kabalennetz, welches Neid und Scheelsucht um den edlen und tüchtigen Künstler zu schlingen suchten]; und dieselbe 1862, Nr. 292. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1862, Nr. 287, 288 u. 292. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) 1857, Nr. 721, S. 343; „Der St. Stephansdom in Wien und seine Restauration“ [auf S. 344 Ernst’s Porträt im Holzschnitt].

Este, Maximilian, Erzherzog von Oesterreich (General-Feldzeugmeister [s. d. Bd. IV, S. 88], gest. zu Ebenzweier am 1. Juni 3/410 Uhr Morgens 1863.

Der österreichische Volksfreund (Wiener Journal) 1863, Nr. 152 u. 153: „Das letzte Lebensjahr Sr. kais. Hoheit des Herrn Erzherzogs Maximilian von Oesterreich-Este“. – Presse 1863, Nr. 288 („Aus dem Testamente Maximilians-Este“). – Oesterreichischer Militär-Kalender von J. Hirtenfeld (Wien, kl. 8°.) XV. Jahrg. (1864), S. 75. – Katholische Blätter (Linz, 4°.) 1863, Nr. 45. – Bote für Tirol und Vorarlberg (Innsbruck, kl. Fol.) 1863, Nr. 125. – Constitutionelle österreichische Zeitung (Wien, Fol.) 1863, Nr. 293.

Eßterházy von Galantha, Valentin Graf [s. d. Bd. IV, S. 106], gestorben zu Paris 3. November 1858.

Exter, Friedrich von, Maler [s. d. Bd. IV, S. 116], gest. zu Wien 27. Juni 1860. Der Künstler ist im Jahre 1860 in Anerkennung seiner Verdienste um die Xylographie in Oesterreich und um diese Kunst überhaupt mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet worden. Nicht lange sollte er sich dieser Auszeichnung freuen, denn schon wenige Tage darnach entriß ihn der Tod im Alter von 40 Jahren seiner Kunst, für deren Förderung er so Verdienstliches gewirkt.

Wiener Zeitung 1860, Nr. 145 u. 154. – Fremden-Blatt 1860, Nr. 171.

[403]

F.

E Fallmerayer, Jacob Philipp [s. d. Bd. IV, S. 140], gest. zu München 25. April 1861. Seit längerer Zeit leidend, erlag er, 71 Jahre alt, seinem Uebel. Seinen literarischen Nachlaß hat F. seinem langjährigen Freunde, dem Historiker Dr. G. M. Thomas[WS 5], vermacht und sind bereits drei Bände unter dem Titel: „Gesammelte Werke von Jacob Philipp Fallmerayer“ (Leipzig 1861 u. f., Engelmann, 8°.) erschienen. Thomas hat dem ersten Bande einen Abriß der Lebensgeschichte Fallmerayer’s vorausgeschickt und uns darin mit Freundeshand einen Mann gezeichnet, welcher „sein Leben dem Gotte des Lichtes geweiht“. Diese gesammelten Werke enthalten u. a.: „Neue Fragmente aus dem Orient“, „Anatolische Reisebilder“, mehrere Aufsätze aus dem Jahre 1851 und 1853 über Constantinopel, Aegypten, Syrien, Palästina; eine byzantinische Correspondenz aus den Jahren 1840 und 1841, vornehmlich politischen Inhalts und mehrere Anzeigen wissenschaftlicher Werke, vornehmlich solcher, in welchen F. seine eigenen Ansichten und Studien zur Geschichte des mittelalterlichen Griechenlands und seiner Slavisirung bestätigt findet. Er selbst hatte in seinen letzten Jahren herausgegeben: „Das todte Meer“ (München 1853, 4°.) – und „Das albanesische Element in Griechenland“. I. und II. Abtheilung (München 1857 und 1860, 4°.). Fallmerayer feiert, leider erst im Grabe, den Triumph seiner wissenschaftlichen Forschungen über diese Mischlingsrace, genannt Neu-Hellenen. Von Keinem wie von ihm wurde dieses Volk so erkannt, geschildert, be- und verurtheilt. Scharfsinnig als Kritiker, gediegen und gründlich als Forscher, hat er auf dem Gebiete der Prophetie – man lese nur seine Geschichte der Halbinsel Morea im Mittelalter – das Trefflichste geleistet. Sein nicht unbedeutendes Vermögen, welches er sich selbst erworben – denn von armen Eltern, hatte er in seiner Jugend Schafe gehütet – hat F. seinem Neffen, einem jungen Kaufmanne in Brixen, verschrieben.

Allgemeine Zeitung (Augsburg, 4°.) 1861, Nr. 119, Beilage S. 1944. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1861, Nr. 116 [nach diesem wäre F. am 26. April gestorben]; – dasselbe, Nr. 139. – Unsere Zeit (Leipzig, Brockhaus, gr. 8°.) Bd. VII (1863), S. 204. – Deutsche allgemeine Zeitung 1861, Nr. 118, Beilage [Berichtigungen über seinen Nachlaß]. – Beilage zur Zeitung „Deutschland“ 1856, Nr. 249: „Eine Erinnerung an das Jahr 1848“. – Augsburger Postzeitung 1856, Nr. 261, Beilage S. 1042: „Der Fragmentist, Cardinal Antonelli und Mazzini“. – Wiener Zeitung 1861, Nr. 3.

E Feifalik, Julius (Literarhistoriker [s. d. Bd. IV, S. 161], gest. 30. Juni 1862). In der Blüthe seiner Jahre, erst 27 Jahre alt, starb F., der sich durch seine Untersuchungen auf dem Gebiete der Germanistik und der älteren slavischen Literärgeschichte, insbesondere durch seine Forschungen über die Echtheit der Königinhofer Handschrift, welche er mit den gewichtigsten Gründen angriff, in kurzer Zeit rühmlichst bekannt gemacht, sich aber auch von einer Seite solche Feinde zugezogen hatte, daß er ebenso bei Lebzeiten auf das Unanständigste verlästert, als nach einem Tode in der zu Prag erscheinenden čechischen Zeitschrift Hlas in so infamirender Weise angegriffen wurde, daß [404] es verlautete, die Angehörigen des verstorbenen Forschers seien willens, gegen den Hlas eine Klage wegen Ehrenbeleidigung zu erheben. Bei Lebzeiten noch erschien gegen Feifalik die Schrift: „Veselé rozjímání a nejnovější Fejfalíkiádě; Ueber die Königinhofer Handschrift: Sepsal ... Josef Burgerstein“ (Wien 1861, 8°.), mit deren Witzen und Spötteleien aber, die öfter die Grenze des guten Geschmacks überschreiten, F. nicht widerlegt wird. Außer den schon erwähnten Schriften F.’s sind noch zu nennen: „Studien zur Geschichte der altböhmischen Literatur“. I – VII (Wien 1859 u. f., gr. 8°.), – „Untersuchungen über altböhmische Vers- und Reimkunst“ (ebd. 1859); – „Zwei böhmische Volksbücher zur Sage von Reinfrit v. Braunschweig“ (ebd. 1839); – „Des Priesters Wernher[WS 6] Driu Liet von der Maget. Nach einer Wiener Handschrift mit den Lesarten der übrigen“ (ebd. 1860); – „Altčechische Leiche, Lieder und Sprüche des XIV. und XV. Jahrhunderts. Mit einer Einleitung und Anmerkungen“ (ebd. 1862). Im Nachlasse befindet sich ein Werk über slavische Festspiele, dessen Vorrede er leider nicht geschrieben, und das zwar gedruckt ist, aber deßhalb nicht herausgegeben wird. Auch war F. Mitarbeiter der Wiener Zeitung, in welcher seine Aufsatze mit J. F. bezeichnet sind. F. war in den letzten Jahren als Collaborator an der k. k. Hofbibliothek bedienstet.

Presse (Wiener polit. Blatt) 1862, Nr. 192. – Süddeutsche Zeitung (Frankfurt a. M.) 1862, Nr. 7 [nach dieser gest. 1. Juli 1862]. – Wiener Zeitung 1862, Erste Beilage, Nr. 149 des Tagesberichts. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1862, Nr. 180.

Feil, Joseph [s. d. Bd. IV, S. 162], gestorben zu Wien 29. October 1862.

Wochenschrift für Wissenschaft, Kunst und öffentliches Leben (Beilage der Wiener Zeitung, gr. 4°.) 1862, Nr. 42, S. 334: Biographie von E(ugen) O(bermayer). – Wiener Zeitung 1862, Beilage: Tagesbericht, Nr. 254. – Gratzer Zeitung 1862, Nr. 268. – Die feierliche Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (in Wien) am 30. Mai 1863 (Wien, kl. 8°.) S. 52–59.

E Fenner, Daniel [s. d. Bd. IV, S. 175], gest. zu Bregenz in Tirol am 15. Februar 1863. Nachdem es F. gelungen war, nach der Einnahme Wiens im Jahre 1848 sich durch die Flucht der Verfolgung durch das Kriegsgericht zu entziehen, wurde er in contumaciam zum Tode verurtheilt und in effigie gehenkt. Nun betheiligte er sich am badischen Aufstande, und zuletzt flüchtete er sich nach Amerika. Dort erhielt er sich theils in New-York, theils in Cincinnati mit Stundengeben und journalistischen Arbeiten, dann als Dollmetscher beim New-Yorker Polizeigerichte und als öffentlicher Notar, bis er im Jahre 1858 Director einer Eisenbahn wurde. Wahnsinnsanfälle nöthigten ihn, diese Stelle aufzugeben. Er kehrte 1859 nach Europa zurück, und von Hamburg aus richtete seine Frau ihre Bitte an Se. Majestät um Amnestirung ihres Gatten und erhielt die Erlaubniß zu einem sechsmonatlichen Aufenthalte Fenner’s in Bregenz, wo er auch an einer Gehirnerweichung, erst 42 Jahre alt, starb. Die verschiedenen Angaben seines Sterbetages, als welcher bald der 10., 11., 16. Februar bezeichnet wird, werden durch einen in der „Allgemeinen Zeitung“ abgedruckten Brief seiner Frau, einer gebornen Gräfin Ferrari, welche sich selbst mit Schriftstellerei beschäftigt hat, berichtigt. Sie gibt den 15. Februar als seinen Todestag an. Während seines Aufenthaltes in Stuttgart im Jahre 1860 veröffentlichte er sein Werk: „Transatlantische Studien“ (Stuttgart und Wildbad 1861, C. A. [405] Sonnewald), ein Buch, jenen insbesondere zur Lectüre zu empfehlen, die sich mit dem Gedanken tragen, Europa zu verlassen, um in Amerika eine neue Heimat zu finden.

(Gratzer) Tagespost 1863, Abendbeilage zu Nr. 39. – Bohemia (Prager Blatt. 4°.) 1863, Nr. 43. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1858, Nr. 97; 1859, Nr. 305; 1862, Nr. 52; 1863, Nr. 47 u. 71. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1863, Nr. 48. – Deutsche allgemeine Zeitung (Leipzig, 4°.) 1861, Beilage zu Nr. 200. – Breslauer Zeitung 1863, Nr. 81: „Eine verkommene Existenz“, und Nr. 119. – Allgemeine Zeitung (Augsburg, 4°.) 1859, Nr. 239, Beilage: „Correspondenz aus New-York“. – Zeitung für Norddeutschland 1863, Nr. 4329.

Fenzl, Eduard [s. d. Bd. IV, S. 179].

Oesterreichische botanische Zeitschrift (Wien, 8°.) XII. Jahrgang (1862), Nr. 1: „Gallerie österreichischer Botaniker. V.“, von Dr. H. W. Reichardt. – Porträt. Lithographirt von E. Kaiser (Wien, 8°. u. 4°.).

E Ferni [s. d. Bd. IV, S. 188]. Auf ihrer Kunstreise berührten die beiden Schwestern auch Wien und ernteten durch ihr seelenvolles Spiel daselbst glänzende Erfolge. Sie gaben 19 Concerte bei vollen Häusern. Als sie im Jahre 1858 in Mailand erschienen, ereignete sich daselbst der entsetzliche Vorfall, daß ein neapolitanischer Nobile, der um die Hand der Aelteren, Virginia, geworben, aber abschlägig beschieden worden war, sich in ihrem Zimmer vor ihren Augen durch einen Dolchstich tödtete. Später verlautete es, daß eine der beiden Schwestern gestorben sei.

Il Fotografo (Milano, kl. Fol.) 1858, No. 37. – Le Courier (Pariser Journal) 1858, Nr. 43. – Telegraf (Wiener Blatt). X. Jahrg. (1858), Nr. 266 [mit Porträt]. – Neuigkeiten (Wiener Blatt) 1859, Nr. 24. – Frankfurter Conversationsblatt 1858, Nr. 280.

Firnhaber, Friedrich [s. d. Bd. IV, S. 235], gestorben zu Wien 19. September 1859.

Almanach der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (Wien, 8°.) XI. Jahrg. (1861), S. 127.

* Firnstein, Anton

[406]E Flir, Alois [s. d. Bd. IV, S. 267], geb. zu Landeck in Tirol 7. October 1805, gest. zu Rom 7. März 1859. In der zweiten Hälfte des Jahres 1853 ging er als deutscher Prediger und Rector der deutschen Nationalkirche (all anima genannt) nach Rom, wo er bald den geistigen Mittelpunct der deutschen Künstler bildete. Seine Vertrautheit mit der deutschen Wissenschaft veranlaßte seine Ernennung zum Consultor der Congregation des Index. Als endlich im Sommer 1858 seine Ernennung zum Auditor rotae erfolgte, betrat er damit den Weg zu den höchsten Ehrenstellen, aber im Anbeginne der ihm bevorstehenden glänzenden Laufbahn setzte der Tod derselben ein Ziel. In neuester Zeit erst wurden seine „Briefe aus Rom“ (Innsbruck 1864, Wagner, 8°.) von Ludwig Rapp herausgegeben, welcher denselben einen kurzen Lebensabriß Flir’s vorausschickte. Ein zweites Bändchen von Flir’s Briefen wird in Aussicht gestellt. In der Kirche zu Landeck in Tirol, wo er geboren, wurde ihm ein eben so schönes als eigenthümliches Denkmal in zwei Glasgemälden errichtet, deren eines eine Muttergottes-Legende darstellt, das andere aber den in den Wolken ruhenden Erlöser zeigt, vor welchem Flir mit gefalteten Händen betend kniet. Flir ist nach einer Photographie sprechend getroffen. In den Glasgemälden sind die Architektonik von Jos. Dopfer in München, die Figuren von Schabet gemalt. Eine ausführliche Beschreibung dieses, über Anregung Sr. k. Hoh. des Erzherzogs Karl Ludwig und des Brixener Fürstbischofs Vincenz Gasser zu Stande gekommenen schönen Denkmals brachte der „Bote für Tirol und Vorarlberg“ 1860, Nr. 151, S. 648.

Der hie und da als Todestag angegebene 8. März ist falsch. – Katholische Blätter aus Tirol (Innsbruck, 8°.) 1860, Nr. 32: „Leichenrede auf Msgr. Alois Flir, gehalten von Msgr. Nardi in Rom“. – Allgemeine (Augsburger) Zeitung 1859, Beilage Nr. 72 bis 78. – Wiener Zeitung 1859, Nr. 68, S. 1331. – Innsbrucker Nachrichten 1860, Nr. 152, S. 1341. – Bote für Tirol und Vorarlberg 1858, Nr. 206. – Volks- und Schützen-Zeitung 1858, Nr. 92.

Förster, Christ. Friedr. Ludwig [s. d. Bd. IV, S. 270], gestorben zu Gleichenberg 15. Juni 1863.

Waldheim’s illustrirte Zeitung (Wien, kl. Fol.) II. Jahrg. (1863), S. 942 [mit Porträt [407] auf S. 941]. – Wiener Zeitung 1863, Nr. 138, S. 861. – Der Hausfreund. Redigirt von Wachenhusen, 1863, S. 608. – Die übrigen zahlreichen in Journalen erschienenen Nekrologe sind – ohne Quellenangabe – meinem Lexikon entnommen.

* Forgách de Ghymes und Gács, Anton Graf

[408]Forti, Anton [s. d. Bd. IV, S. 293], gestorben zu Wien 18. Juli 1859.

Fortner, Andreas], Bildhauer, Bildgießer, Ciseleur [s. d. Bd. IV, S. 298], geboren zu Prag 16. Juni 1809, gestorben zu München 13. März 1862.

Presse (Wiener polit. Blatt) 1862, Nr. 77 Abendbl. – Lumír (Prager Unterhaltungsblatt in čechischer Sprache) 1862, Nr. 13, S. 309. – Waldheim’s illustrirte Zeitung 1862, Nr. 14.

E Frank, Gustav Ritter von [s. d. Bd. IV, S. 316], gestorben zu London im Jänner 1860. Wohl hatte er die Erlaubniß zur Rückkehr in sein Vaterland erhalten, und dieselbe stand auch nahe bevor, aber es war ihm nicht vergönnt, in heimischer Erde begraben zu werden. Frank lebte die letzteren Jahre in London, wo er vom Morgen bis in die späte Nacht mit maßloser Arbeit beschäftigt war. In den letzten Jahren wendete er sich wieder der dramatischen Muse zu, in deren Dienste er in früheren Jahren manchen Erfolg gewann. In London wurde ihm die für einen deutschen Schriftsteller seltene Genugthuung, mehrere seiner Stücke auf Londoner Bühnen in englischer Sprache und mit Beifall aufgeführt zu sehen. Sein Haupterwerb bestand aber in künstlerischen Arbeiten, da er, wie dieß bereits im Hauptwerke erwähnt, sehr geschickt Porträte in Aquarell malte. Schließlich sei noch bemerkt, daß er nach seiner Flucht aus Wien nach Leipzig dort verhaftet wurde und ausgeliefert werden sollte. Aber durch eine auf fast räthselhafte Weise aus dem Leipziger Stadtgefängnisse bewerkstelligte Flucht, welche nur durch den Muth und die Klugheit seiner Frau ermöglicht worden war, entging er dem Lose der Auslieferung und dem wohl noch traurigeren, das ihn wegen Theilnahme mit bewaffneter Hand an dem Aufstande in Wien erwartete.

Presse (Wiener polit. Blatt) 1860, Nr. 18 Abendbl. – Theater-Chronik, herausgegeben von Sachse, 1860, Nr. 6, S. 23. – Neuigkeiten (Brünner polit. Blatt) 1860, Nr. 17: Nekrolog. – Kertbeny (K. M.), Silhouetten und Reliquien (Wien und Prag 1861, Kober u. Markgraf, 8°.) Bd I, S. 190.

* Frank, Karl Ritter von

[409]Frankl, David Bernhard [s. d. Bd. IV, S. 334], gestorben zu Prag 20. November 1859.

David Bernhard Frankl. Biographische Skizze. Manuscript für Freunde (Wien 1860, Zamarski u. Ditmarsch, gr. 8°.). – Porträt. Ohne Angabe des Zeichners und Lithographen, mit dem Facsimile der Unterschrift: D. B. Frankl nach einem Oelgemälde von L. Pollak in Rom, lithogr. Abth. Zöller, 8°.).

E Frankl, Ludwig August [s. d. Bd. IV, S. 334]. Seit seiner Rückkehr aus dem Orient entfaltete F. eine reiche literarische Thätigkeit, und auch sonst wirkte er in Sachen der Kunst und Wissenschaft, wenn es ihre Förderung oder ehrenvolle Vertretung im Kaiserstaate galt, anregend und unterstützend. So wurde anläßlich seines Sommeraufenthaltes in Heiligenstadt von ihm die Errichtung des Beethovendenkmals daselbst beantragt, das mittlerweile auch (1863) aufgestellt worden ist. Als Mitglied der Künstlergesellschaft der „Ritter von der grünen Insel“ stellte er den Antrag, sich an den Reichsrath wegen Reisestipendien für junge Dichter, Componisten und bildende Künstler zu wenden. Als Antragsteller wurde ihm die Aufgabe, das entsprechende Memoir zu entwerfen. Der Antrag hatte den günstigen Erfolg, daß 10.000 fl. zu diesem Zwecke votirt wurden. Eine bald nach seiner Rückkehr aus dem Orient unternommene Reise durch Deutschland gab Anlaß theils zu Anknüpfung literarischer Verbindungen, theils zu Begegnungen mit interessanten Persönlichkeiten, wie u. A. in Berlin mit Alexander von Humboldt, Meyerbeer, Willibald Alexis, Herrn und Frau Theodor Mundt, Jung, Kalisch; in Dresden mit Gutzkow, Kühne, Robert Waldmüller, Fr. von Schober; in Leipzig mit Julian Schmidt, Dr. Jellinek, Minckwitz, Moscheles u. s. w. Im März 1863 beging F. die Feier seiner 25jährigen Dienstzeit als Archivar der Wiener israelitischen Gemeinde, bei welcher Gelegenheit die von Dr. Letteris herausgegebenen „Wiener Mittheilungen“ und S. Szanto’s „Neue Zeit“ ausführliche Würdigungen der amtlichen Verdienste F.’s in seinem Wirkungskreise veröffentlichten. Auch erging an F. in neuester Zeit von Seite des literarischen Vereins in Leipzig die Einladung, am 5. Jänner 1864 die Gedächtnißrede [410] auf Moses Mendelssohn zu halten. F. aber hat dieselbe abgelehnt. Sein Reisewerk „Nach Jerusalem“ ist theilweise in’s Französische, Italienische und Holländische, ganz in’s Englische unter dem Titel: „The Jew in the East“ von dem anglikanischen Geistlichen L. Beaton (London 1859, Hurst und Blackett) und in’s Ebräische von M. E. Stern (Wien 1860) übersetzt erschienen. Als ergänzenden Schluß gab Frankl das Werk: „Aus Egypten“ (Wien 1860, Zamarski, 8°.) heraus, wovon eine ebräische Uebersetzung Abraham Gottlober[WS 7] aus Altkonstantinov in Russland unt. d. Tit.: „Mimizraim“ (1861) veranstaltet hat. Ferner erschienen außer den in der Lebensskizze im IV. Bande dieses Lexikons angegebenen Schriften noch folgende von F.: „Helden- und Liederbuch“ (Prag 1861, Kober, zweite (Titel-) Aufl. 1863, 12°.), Hebbel gewidmet; – „Der Primator, Gedicht in sieben Gesängen“ (Prag 1862), in neuer Auflage von der literarischen Gesellschaft in Leipzig herausgegeben; zweimal ins Ebräische, und zwar von Dr. M. Letteris (Wien 1862) und von Jacob Fischer (ebenda) übersetzt; – „Festspiel“ (Karlsbad 1862), zur Begrüßung der Naturforscher; Ertrag 300 fl. für das Kepler-Denkmal in Weil; – „Die Quell-Nymphe“ (Teplitz im näml. J.), Festspiel zur eilfhundertjährigen Feier der Entdeckung der Teplitzer Heilquelle; – „Prolog“ (Karlsbad) zu Goethe’s Geburtstag, die drei letztgenannten Gelegenheitsdichtungen sind in dramatischer Form und erstere auf Einladung des Karlsbader Stadtrathes geschrieben; – „Schiller, Goethe und Beethoven in Karlsbad“ (ebd. 1861) – und bereits drei Auflagen des „Libanon, poetisches Familienbuch“ (Wien 1864, 8°.), einer von Frankl redigirten Anthologie, auf das Judenthum bezügliche Dichtungen der Dichter aller Zungen enthaltend; – „Ahnenbilder, Szenen, Gruppen und Gestalten aus dem Morgenlande“ (Leipzig 1864), in’s Ebräische übersetzt von M. Letteris. Auch besorgte F. die zweite Ausgabe von Em. Hilscher’s „Gedichten“, welchen er eine Biographie Hilscher’s voranschickte. Von seinen in Zeitschriften erschienenen Aufsätzen sind aber die frischen zeitgeschichtlichen Skizzen zu erwähnen, welche unter dem Titel: „Aus halbvergangener Zeit“, im Wiener Journale Presse in den Jahren 1862 und 1863 erschienen sind. Zur Zeit arbeitet F. an einem größeren Gedichte socialen Inhaltes und schreibt seine Denkwürdigkeiten, welche bei seinen oft nahen Beziehungen zu den interessantesten Zeitgenossen dreier Jahrzehende ein reiches literarisch-historisch-politisch-gesellschaftliches Materiale enthalten dürften. F. ist Mitglied der naturwissenschaftlichen Gesellschaft zu Athen, der archäologischen zu Alexandrien und zu Kairo; und die Städte Palästina’s Zaphet und Tiberia am galiläischen Meere haben ihm das Ehrenbürgerrecht verliehen, ihm aber aus diesem Anlasse, weil nach altpalästinischem Rechte nur ein dort Ansässiger Bürger werden kann, eine Grundparzelle geschenkt.

Unsere Tage (Leipzig, #Wigand, Otto|O. Wigand, gr. 8°.) Jahrg. 1862 [Artikel von Thaddäus Lau mit merkbarer Benützung meines Lexikons]. – Illustrirtes Familienbuch (Wien, Zamarski, 4°.) Jahrg. 1863: Lebensskizze von Ludwig Foglar [mit xylograph. Porträt nach Jagemann’s Photographie]. – Waldheim’s illustrirte Zeitung (Wien, kl. Fol.) 1863, S. 1026 [mit Holzschnitt-Porträt auf S. 1025]. – Constitutionelle österreichische Zeitung (Wiener polit. Blatt) 1863, Nr. 130, – Porträte. Photographien: 1) von Adele im Celebritäten-Album; – 2) von Angerer; – 3) Anreiter; – 4) Lichtenstern; – 5) Löwi; – 6) Jägermeier, die letztgenannten fünf in Visitkartenformat; von [411] Jagemann (Brustbild für die Gallerie der Zeitgenossen) und von Anderen.

E Frankl, Wilhelm [s. d. Bd. IV, S. 334 im Texte zur Biographie von David Bernhard Frankl]. Im Jahre 1859 wurde F. durch das Vertrauen seiner Glaubensgenossen in den Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde, im Jahre 1861 als Repräsentant der Kaufmannschaft Wiens und im letztgenannten Jahre als Gemeinderath der Stadt Wien gewählt. Als Letzterer betheiligt er sich lebhaft durch Wort und That an allen wichtigeren, im Gemeinderathe zur Sprache kommenden Angelegenheiten, als in der Wasserversorgungsfrage, in der Angelegenheit über die Markthallen, die Buchhaltung der Stadt, das Turnwesen, die von der Stadt unterhaltenen Schulen u. dgl. m. Die stenographischen Protokolle dieser Versammlung sind fortgesetzte Zeugen seiner nicht zu ermüdenden Arbeitskraft. In jüngster Zeit erst war er es, welcher den Antrag der Ertheilung des Ehrenbürgerrechtes der Stadt Wien an Grillparzer eingebracht. Im Jahre 1861 wurde F. als Rath der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer gewählt. In Anerkennung der Verdienste, welche er sich bei der großen Ueberschwemmung 1862 um die Stadt Wien erworben, wurde er am 20. April g. J. von Sr. Majestät mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet. Ueberdieß ist F. Vorsteher des Vereins für Unterstützung hilfsbedürftiger Waisen, bei dessen Gründung er sich namhafte Verdienste erwarb.

Die Väter der Stadt Wien (Wien 1861).

E Füger, Friedrich Heinrich Historienmaler [s. d. Bd. V, S. 1].

Hormayr’s Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) Jahrg. 1819, Nr. 21), 29, 32, 34, 36, 42
„Aus Füger’s Nachlaß“; Nr. 39, S. 156: über Füger Cäsar; – dasselbe, Jahrgang 1821, S. 207.

Führer, Robert [s. d. Bd. V, S. 5], geb. zu Prag 1811, gest. zu Wien 28. November 1861.

Lumír (čechisches, in Prag erscheinendes Unterhaltungsblatt, gr. 8°.), herausgegeben von Mikowec, 1861, Nr. 49, S. 1169.
G.

E Gaal, auch Gál de Gyula, Sandor [s. d. Bd. V, S. 45, in den Quellen zu Nikolaus Gaal de Gyula). Nach der Waffenstreckung bei Villagos floh Gaal nach Constantinopel und blieb lange verschollen, bis er zur Zeit der Garibaldischen Campagne wieder auftauchte. Dem Befehle Kossuth’s, sich an der Bildung einer ungarischen Legion zu betheiligen, stellte G. Widerstand entgegen und wurde in Folge dessen durch Türr auf Kossuth’s Befehl zu Neapel in seiner Wohnung am 11. Mai 1861 verhaftet. Als Grund seiner Verhaftung wurde vorerst der Angriff auf die Autorität des „Gouverneurs von Ungarn“ (!), später Geldunterschlagung angegeben. Was mit ihm ferner geworden, ist nicht bekannt. Man forderte später, als verschiedene Vermuthungen einer gegen ihn von Kossuth-Türr verübten heimlichen Gewaltthat ruchbar wurden, seine Freigebung oder doch die Veröffentlichung eines von Gaal selbst unterzeichneten Briefes in der französischen Presse, in welchem beglaubigte Auskunft über sein Los gegeben wurde. Es ist aber nichts von alledem bisher erfolgt. Dieser Vorfall wirft ein eigenthümliches Streiflicht auf das unsaubere [412] dieser Menschen, von denen die Beglückung der Völker ausgehen soll!

Mährischer Correspondent (Brünn, 4°.) 1862, Nr. 110. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1862, Nr. 128.

E Gablenz, Karl Ludwig Wilhelm Freiherr, Feldmarschall-Lieutenant [s. d. Bd. V, S. 46]. General-Major Freiherr von Gablenz ist am 15. August 1862 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert und dem Commandanten des 5. Armeecorps, dem Feldmarschall-Lieutenant Philipp Grafen Stadion in Verona als ad latus zugetheilt worden. Als nach dem Tode König Friedrich’s VII. die lange hinausgeschobene schleswig-holsteinische Frage reif und es endlich nöthig wurde, dem dänischen Uebermuthe mit allem Ernste zu begegnen, einigten sich Oesterreich und Preußen, die beiden Herzogthümer durch ein vereintes Armeecorps zu besetzen und nöthigenfalls die Dänen mit Gewalt aus den Herzogthümern zu jagen, welche sie lange genug ausgesogen und geknechtet hatten. Feldmarschall-Lieutenant Gablenz erhielt den Befehl über das österreichische 6. Armeecorps. Eher als allgemein vermuthet wurde, fiel der erste Kanonenschuß und der Kampf begann am 2. Februar, von welchem Tage an bis einschlüssig zum 7. er ausschließlich von österreichischen Truppen mit einem Heldenmuthe, ja mit Bravour ohne Gleichen gefochten und der Königsberg von denselben erstürmt, während – und nun kommt das Lächerliche in diesem blutigen Ernst – in einem Corpsbefehle vom 8. Februar, den der durchlauchtigste Prinz Friedrich Karl zu erlassen geruht hatten, dieser glänzende Erfolg preußischer Seits in Anspruch genommen wurde. Mit „eiserner aber gelenker Hand“, wie sein Waffengefährte Feldzeugmeister Benedek an Gablenz schreibt, hatte dieser die Truppen geführt und sich weniger an die preußischen Dispositionen gehalten, deren verdächtigen Charakter die Taktiker bereits herausgespürt hatten, als seinem Feldherrnbewußtsein Folge geleistet. Gablenz hatte nämlich nur den Auftrag, die Dänen bis gegen Oeversee zu verfolgen und von diesem Puncte angefangen sich auf Recognoscirungen zu beschränken. Statt sich aber an diese Disposition zu halten, griff Feldmarschall-Lieutenant Gablenz mit der zu seiner Verfügung, stehenden halben Brigade Nostiz auf eigene Verantwortung den übermächtigen Feind an und lieferte ihm ein hartnäckiges Gefecht, in welchem 5 Fahnen erbeutet und 600 Gefangene gemacht wurden; nun war auch der Weg nach Flensburg den Verbündeten geöffnet. Diese Waffenthat flößte selbst den Preußen Achtung ein, und Feldmarschall Wrangel kündigte in einem Schreiben vom 13. Februar dem Feldmarschall-Lieutenant Gablenz an, daß er für denselben um Verleihung des Commandeurkreuzes des Maria Theresien-Ordens – das Ritterkreuz besitzt G. bereits – bei Sr. Majestät dem Kaiser einschreiten werde. Unsere Truppen hatten mit bewunderungswürdiger Ausdauer und Tapferkeit gekämpft. Als für die „Bravsten der Braven“ die Decorirungen, welche Se. Majestät der Kaiser verfügt, auf dem Kriegsschauplatze angelangt waren, hielt Feldmarschall-Lieutenant Gablenz an das 9. Jäger-Bataillon eine Ansprache, welcher wir folgende Stelle entnehmen: „Diele Jahre sind es her, daß ich so wie heute, in Eis und Schnee stehend, das Glück hatte, mir das Theresienkreuz zu erwerben, mit dem ein jährlicher Fruchtgenuß von 600 fl. [413] verbunden ist. Heute bedaure ich zum ersten Male, kein reicher Mann zu sein und nur diese meine Theresienkreuz-Jahrespension den traurigen und bedürftigen Witwen und Waisen jener Opfer, welche die vorige Woche forderte, zur Verfügung stellen zu können.“ Diese hochherzige Handlung fand ein Echo im Kaiserstaat und neben dem patriotischen Hilfsvereine rief die Redaction der Presse die „Gablenz-Stiftung“ in’s Leben, welche in nur zwei Tagen schon die beträchtliche Höhe von dritthalbtausend Gulden reichte und zum Besten der Witwen und Waisen der in Schleswig Gefallenen bestimmt ist. Wie schon im Hauptwerke mitgetheilt, ist Freiherr von Gablenz (seit 12. November 1853) mit Helene gebornen Freiin Eskeles (geb. 30. Mai 1837) vermält. Aus dieser Ehe stammen seither drei Kinder: Dionys Heinrich Adolph Franz (geb. zu Hietzing bei Wien 13. September 1856); Heinrich Adolph Ludwig Emil (geb. zu Wien 29. September 1857); Mathilde Maria Emilie Zoë (geb. zu Verona 27. März 1859).

Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, kl. Fol.) Nr. 1070. – Constitutionelle österreichische Zeitung 1863, Nr. 594. – Waldheim’s illustrirte Blätter (Wien, gr. 4°.) 1864, Nr. 8 [mit Porträt im Holzschnitt]. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1864, Nr. 44 Abendblatt, Nr. 47 Abendblatt, Nr. 50 Morgenblatt [Leitartikel]; Nr. 51: „Gablenz-Stiftung“; Nr. 53: Briefe des Feldzeugmeisters Benedek und des Feldmarschalls Wrangel an Gablenz. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1864, Nr. 41 u. 48. – Illustrirte Militär-Zeitung, Redigirt von Ritter von Hack (Wien, 4°.) 1664, Nr. 8, S. 59 [daselbst auf S. 60 sein Porträt im Holzschnitt]. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser (Gotha, J. Perthes, 32°.) III. Jahrg. (1863), S. 132: Geschichtliche Uebersicht und Wappenbeschreibung des Freiherrn von Gablenz; XIV. Jahrg. (1864), S. 242.

Gall, Ludwig, Landwirth [s. d. Bd. V, S. 66], gestorben zu Trier 31. Jänner 1863.

Der Adler (Frankfurter a. M. polit. Blatt) 1863, Nr. 48.

E Gasser, Vincenz, Fürstbischof von Brixen [s. d. Bd. V, S. 95]. Im Jahre 1856 zum Bischof von Brixen ernannt, richtete sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Kirchenfürsten, als er anläßlich der Frage über die Glaubenseinheit in Tirol an seine Seelsorge-Geistlichkeit das Pastoralschreiben ddo. 21. Juni 1861 erließ. Es war nämlich dem Bischofe von Seite des Staatsministeriums in einem Erlasse vom 15. Juni 1861 mitgetheilt worden: daß Se. Majestät die (bekanntlich negativen) Bestimmungen des tirolischen Landtages über die Religionsübung von Nichtkatholiken und deren Fähigkeit unbewegliches Vermögen zu erwerben, abzulehnen befunden haben, und daß als natürliche Folge dieser Ablehnung des Antrages des tirolischen Landtages das Patent vom 8. April 1860 in gesetzlicher Wirksamkeit bleibe. Auf diesen Erlaß hin richtete nun der Bischof ein Pastoralschreiben an seine Geistlichkeit, welches eines der merkwürdigsten Actenstücke ist, welche je von der Kirchengewalt erlassen wurden und eine der interessantesten Studien für den Staatsmann und Richter darbietet.

E Gauermann, Friedrich, Thiermaler [s. d. Bd. V, S. 104], gestorben zu Wien 7. Juli 1862. Nach kurzer Krankheit starb dieser bedeutende österreichische Künstler, dessen Name auch im Auslande einen guten Klang hatte. Er, war erst 55 Jahre alt geworden. Nach seinem Tode wurde von dem österreichischen Kunstvereine eine Ausstellung Gauermann’scher Bilder, 53 an Zahl, veranstaltet, [414] zu welcher Gemälde aus Wiener Privatgallerien und von Einzelnen bereitwillig überlassen wurden, um die künstlerische Thätigkeit dieses bedeutenden Vertreters österreichischer Kunst durch seine eigenen, in verschiedenen Zeitperioden vollendeten Werke in würdiger Weise anschaulich zu machen. Sein reicher Nachlaß an Skizzen, fertigen Bildern, Zeichnungen aus früherer Zeit, Studien u. dgl. m. kam zur Versteigerung und diese bot den Beweis, daß das Echte noch immer seine Schätzer finde. Der Auctionskatalog seines Nachlasses zählte nicht weniger als 1034 Oelbilder, 569 Handzeichnungen, 6 Oelskizzen und 15 angefangene Oelbilder. Es waren durchgängig mit außerordentlicher Feinheit durchgeführte Studien, meist Darstellungen aus der Natur, besonders aus dem Alpenleben. Die Auction, welche mehrere Tage dauerte, war lebhaft besucht und Einzelnes ging zu fabelhaft hohen Preisen ab. Kenner von Gauermann’s Arbeiten sind der Ansicht, daß die Arbeiten seiner letzten Jahre jenen aus früherer Zeit nachstehen. Unmuth, daß seine Bilder nicht mehr so oft gesucht wurden, was zunächst die der Kunst wenig förderlichen Zeitverhältnisse verschuldeten, könnte Antheil an dieser Thatsache haben, die aber, wenn man seinen Nachlaß gesehen, auf das geringste Maaß zurückgeführt werden muß.

Waldheim’s illustrirte Zeitung (Wien, kl. Fol.) 1862, S. 339 [mit Porträt nach Jos. Kriehuber’s Original-Lithographie in Holz geschnitten; jedenfalls Gauermann’s ähnlichstes Bildniß]. – Donau-Zeitung 1862, Nr. 165. – Wanderer (Wiener polit. Blatt) 1862, Nr. 156. – Wiener Zeitung 1862, Wiener Tagesbericht Nr. 156 u. 221. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1863, Nr. 52. – Ebersberg’s Oesterreichischer Zuschauer 1835, Bd. I, S. 305. – Oesterreichische Wochenschrift (Beilage der Wiener Zeitung) 1863, S. 87. – Ausstellungs-Katalog Nr. 138 (September 1862) des österreichischen Kunstvereins in Wien [enthält von Nr. 21–74 Gauermann’sche Bilder, welche in Wiener Gallerien oder den kleineren Bildersammlungen von Privaten vorkommen]. – Die im Fremden-Blatt (1862, Nr. 187), in Zellner’s Blättern für Musik (1862, Nr. 56) und in anderen Journalen enthaltenen biographischen Mittheilungen sind Auszüge der in meinem Lexikon (B. V, S. 104–107) enthaltenen Lebensskizze. – Bei Gauermann zeigte sich wieder einmal recht, wie wenig wir jene Männer zu schätzen wissen, auf welche wir stolz sein zu können so glücklich sind. Wenn in Paris ein Künstler von der Bedeutung Gauermann’s stirbt, welche Nekrologe, welche Darstellungen seiner Künstlerthätigkeit bringen die Journale! Bei uns ging es, als Gauermann starb, mit einigen ganz oberflächlichen Mittheilungen ab, welche sich im besten Falle kaum über ein halbes Hundert Zeilen erstreckten. So ehren wir unsere bedeutenden Männer!

E Gavasini, Alois Graf, General-Major [s. d. Bd. V, S. 112].

Carinthia (Klagenfurter Blatt, 4 °.) 1861, Nr. 25 [Ergänzungen von Hermann zu meiner Lebensskizze].

E Gerstner, Franz Joseph Ritter von, Mechaniker [s. d. Bd. V, S. 161]. Seine Vaterstadt Komotau beging am 29. und 30. Juli 1863 das Andenken an seinen ausgezeichneten, durch wissenschaftliche Leistungen und patriotisches Wirken gleich hervorragenden Mitbürger durch eine besondere Feier, bei welcher sie den Todten durch Errichtung einer Gedenktafel an seinem Geburtshause ehrte.

Bohemia (Prager Blatt, 4°.) 1863, Abendblatt zu Nr. 169: „Gerstnerfeier“ [Bericht aus Komotau].

Ghega, Karl Ritter von [s. d. Bd. V, S. 166], gestorben zu Wien 14. März 1860. Zu den in der Lebensskizze dieses ausgezeichneten Ingenieurs angeführten Verdiensten und Leistungen [415] ist wenig hinzuzufügen. Oesterreich verlor an ihm und an Negrelli, der kurze Zeit vor Ghega starb, im Gebiete der Ingenieurkunst zwei gleich ausgezeichnete Männer wie England an seinem Brunel und Stephenson, welche auch kurze Zeit vor den Obgenannten starben. Als Ghega 1860 starb, wurde sein Alter mit 59 Jahren angegeben, wornach er also im Jahre 1801 geboren wäre, während man sonst den 13. Juni 1808 als sein Geburtsdatum angegeben findet.

Presse (Wiener polit. Blatt) 1860, Abendbl. Nr. 76. – Die Glocke von Payne (Leipzig) 1860, Nr. 67.

E Gieseke, Nikolaus Dietrich, Schriftsteller [s. d. Bd. V, S. 181].

Zeitschrift für österreichische Gymnasien 1860, S. 393. – Blätter für literarische Unterhaltung 1846, Nr. 308; 1860, Nr. 37, S. 682.

E Giskra, Karl, Mitglied des Abgeordnetenhauses des Reichsrathes [s. d. Bd. V, S. 199]. Nach seiner Rückkehr von dem Frankfurter Parlamente und nach der bald darauf in allen deutschen Staaten und auch in Oesterreich eingetretenen Reaction, seines bis dahin bekleideten Lehramtes verlustig und vor der Hand ohne Hoffnung, sobald wieder eines zu erlangen, wäre seine Lage eine sehr mißliche geworden, hätte sich nicht sein Freund und Fachgenosse Dr. Mühlfeld des Bedrängten angenommen und ihn in seiner ausgedehnten advocatorischen Praxis beschäftigt. Erst der Umschwung, der in Oesterreich im Jahre 1859 neuerdings eintrat, kam auch Giskra zu Statten, und mit Allerh. Entschließung vom 30. Juli ist ihm die Zulassung zur Advocatur zugestanden worden, indessen mit der Beschränkung, daß ihm vorerst eine Advocatenstelle außerhalb Wiens verliehen werden dürfe. Ende 1860 erhielt er eine Advocatur in Brünn, In kurzer Zeit wurde er als Vertheidiger von Angeklagten seiner glänzenden Redegabe wegen gesucht, und bald in den weitesten, namentlich deutschen Kreisen bekannt und beliebt. Nach wenigen Monaten seines Aufenthaltes daselbst wurde er in den Gemeindeausschuß, dann in den Landtag, aus diesem in das Abgeordnetenhaus des Reichsrathes, und zuletzt in den Landesausschuß gewählt. Im Reichsrathe ist G. der Führer der großösterreichischen Partei und einer der ersten Redner des Hauses. Wenngleich von slavischer Abkunft, so doch in Gesinnung durch und durch deutsch, ist er ein mannhafter Vertreter aller freisinnigen Ideen der Zeit. In allen wichtigen Fragen, welche im Hause zur Sprache kamen, oder von ihm selbst vor dasselbe gebracht wurden, trat er als Redner auf, und dann entweder als siegreicher Anwalt der Sache, für die er sprach, oder als einflußreicher Gegner, wenn er wider dieselbe war. Er sprach gegen das Concordat, wider Priesterherrschaft, Unduldsamkeit und die socialen Zustände vergiftendes Zelotenthum in Glaubenssachen; in Angelegenheiten der Rechtspflege, der inneren Verwaltung, des Schutzes der persönlichen Freiheit, der Gemeindeverfassung, der Finanzen, des Heerwesens, über Zölle und Steuern, und immer führte er das Wort mit einer ihm selbst von seinen Gegnern zugestandenen eindringlichen Sachkenntniß. In Sachen des Bundes, in der churhessischen Angelegenheit, über die Reform der Bundeseinrichtungen, in Fragen der äußeren Politik stellte er oft Interpellationen, die Befolgung einer liberalen Politik mit Wärme empfehlend. Seine entschieden deutsche Gesinnung macht ihn aber den Slaven, die ihn nicht nur für einen verlorenen Sohn ihres [416] Stammes, sondern für einen mächtigen Widersacher ihrer Sondergelüste halten, verhaßt, und sie verfolgen ihn in der Presse auf eine unlautere, aber – da diese Blätter, einige Ultranationalen ausgenommen, Niemand liest und versteht – durchaus unschädliche Weise. Wie er aber von dieser Seite verfolgt, verhöhnt, verlästert wird, ebenso wird er von der Partei der deutschen Großösterreicher und von ihren Organen unterstützt, gehoben und mit Beifall überschüttet. Für zehn Jahre der Zurücksetzung, Kümmernisse und herber Arbeit rächt sich nun G. dadurch, daß er als begeisterter Vertheidiger freier Institutionen die ihm gegebene Macht des Wortes benützt, um zu erringen, was überhaupt unter den bestehenden Zeitverhältnissen sich erringen läßt, und für die Gestaltung eines großen, nach innen starken, nach außen achtunggebietenden Oesterreichs die ganze Energie einer mächtigen Willenskraft, die Erfolge einer reichen Begabung und die erhebende Wirkung einer seltenen – leider nicht immer genug sich selbst beherrschenden – Redekraft einzusetzen.

Der Reichsrath, Biographische Skizzen der Mitglieder des Herren und Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathes (Wien 1861, Förster, 8°.) Heft I, S. 37. – Waldheim’s Illustrirte Zeitung 1862, Nr. 6. – Die Tribune (Wiener juridisches Blatt, 1861, Nr. 172. – Mährischer Correspondent (Brünn) 1861, Nr. 24. – Tagespost (Gratzer Journal, kl. Fol.) 1861, Nr. 267: „Skizzen aus dem Parlament“ von D. B.Bohemia (Prager Blatt, 4°.) 1861, Nr. 186: „Silhouetten aus dem Abgeordnetenhause. III. Die Linke“. – Národní listy (Prager politisches Parteiblatt) 1861, Nr. 198, 219, 246. – Neue Zeit (Olmütz) 1861, Nr. 106 [enthält den Abdruck eines von čechischer Seite an Dr. Giskra gerichteten Drohbriefes in deutscher Uebersetzung, welcher der Inbegriff aller Gemeinheit ist]. – Stenographische Protokolle des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathes für die erste Session 1861 und 1862 Staatsdruckerei, 4°.) S. 2081 [interpellirt das Staatsministerium in Betreff der Verwarnung des Journals „Die Presse“; S. 2081 Antwort darauf]; S. 2358 [interpellirt bezüglich der Umgestaltung des croatisch-slavonischen Hofdicasteriums in eine Hofkanzlei für die Königreiche Dalmatien, Croatien und Slavonien; 2358 Antwort darauf]; S. 3291 [interpellirt bezüglich des Hafenbauprojectes von Triest; S. 3439 Antwort darauf]; S. 3462 [interpellirt wegen des Beitrittes Oesterreichs zum deutschen Zollvereine; S. 3565 Antwort darauf]; S. 7 [stellt den Dringlichkeitsantrag wegen Beantwortung der Thronrede vom 1. Mai 1861]; S. 116, 127, 205, 231, 263 [stellt den Antrag wegen Abänderung der §§. 9, 12 und 13 des Grundgesetzes über die Reichsvertretung]; S. 16–19 [spricht in der Adreßdebatte]; S. 51, 53, 59, 64, 65, 71, 73, 75, 77–82, 91–94 [spricht als Berichterstatter in derselben]; S. 585, 598, 673, 677, 771 [spricht in der Debatte über die Lehenallodialisirung]; S. 955, 1050, 1066, 1072, 1073, 1075, 1077, 1078 [spricht als Berichterstatter in der Debatte über die Adresse an Se. Majestät anläßlich der Auflösung des ungarischen Reichstages]; S. 1596, 1660, 2321, 2324, 2326, 2340, 2345, 2350, 2363, 2366, 2375, 2383 [spricht in der Debatte über die Gewerbsgenossenschaften]; S. 1780, 1815, 1819, 1823, 1827, 2457 [spricht über den Schutz der persönlichen Freiheit]; S. 2623, 2624, 2628 [spricht über den Staatsrath]; S. 3012, 3046, 3051–3055, 3069, 3073, 3079–3085, 3096, 3098 u. 3099 spricht als Berichterstatter über das Budget des Kriegsministeriums]; S. 3830, 3833, 3835, 3838, 3842, 4079, 4080, 4087, 4090–4094, 4116 [spricht als Berichterstatter über das Promessengesetz]. – Die Presse (Wiener polit. Blatt) 1861, Nr. 241 [Rede über den Adreßentwurf]; Nr. 307 [Rede über das Institut zwangsweiser Genossenschaften]; 1862, Nr. 126 [Rede in der Debatte über die Gehaltszulage des Botschafterpostens in Rom]; Nr. 147 [Rede über das Concordat]; Nr. 182 [Rede anläßlich des Conflictes zwischen dem Finanzminister und dem Abgeordneten Skene]; Nr. 325 [Rede in der Debatte über das Kriegsbudget]; 1863, Nr. 290 [Rede in der Steuerbewilligungs-Debatte] Nr. 336 [Rede über die auswärtige Politik]. – Porträte und Büste. 1) Giskra’s Porträt wurde trefflich von Meister Kriehuber lithographirt, den G.’s Wähler eigens zu diesem Zwecke hatten nach Brünn kommen lassen; [417] – 2) von A. Dauthage (Wien 1861, Halb, Fol.); – 3) Photographie in Visitkarten-Format von Ost in mehreren Stellungen. – Ein junger Bildhauer, Namens Loos, hat Giskra’s Büste im Jahre 1861 in Brünn modellirt.

E BLKÖ:Gołuchowski, Agenor Graf|Gołuchowski, Agenor Graf [s. d. Bd. V, S. 262][WS 8]. Der Graf wurde mit Allerh. Handschreiben, ddo. Laxenburg 21. August 1859, zum Nachfolger des Freiherrn von Bach als Minister des Innern ernannt. Etwas über ein Jahr blieb er im Amte; das für Oesterreich so bedeutsam gewordene Octoberdiplom war sein Werk. Dann erhielt er, nachdem die öffentliche Meinung sein Wirken verurtheilt, die Entlassung und trat in’s Privatleben zurück. Die Gnade des Kaisers verlieh ihm das Großkreuz des St. Stephan-Ordens und später die erbliche Reichsrathswürde. Am 13. December 1860 trat Ritter von Schmerling, von dem Jubel der öffentlichen Meinung und den Glückwünschen jener, welche ein mächtiges und einheitliches, nach innen fortschreitendes, nach außen geachtetes Oesterreich wollen, begrüßt, als Staatsminister an die Spitze der Geschäfte des Innern, während zu gleicher Zeit der vormalige Sectionschef im Staatsministerium, Ritter Lasser von Zollheim, zum Verwaltungsminister ernannt wurde.

Frankfurter Journal 1860, Nr. 307 u. 343 [in den „Correspondenzen aus Wien“].

* Gondrecourt, Leopold Graf

[418] * Gordon, Marie

[419] E Goßmann, Friederike [s. d. Bd. V, S. 277]. Sie blieb bis zum Jahre 1861 im Verbande des Wiener Hofburg-Theaters. Im genannten Jahre (10. März) vermälte sie sich mit Anton Freiherrn von Prokesch-Osten, ältestem Sohne des Internuntius Anton Freiherrn von P.-O. und Irenens gebornen Kiesewetter von Wiesenbrunn. Sie verließ aber nicht, wie anfänglich vermuthet wurde, für immer die Bühne, sondern im Jahre 1862 betrat sie dieselbe von Neuem und gab Gastrollen auf den Theatern in München, Stuttgart und später auf anderen Bühnen. Einzig in ihrem Fache, welches freilich nur im jugendlichen Alter mit Erfolg gespielt werden kann, war sie eine Specialität, begünstigt durch Talent, Geist, Anmuth in ihrer äußern Erscheinung und das Glück, daß die Dichtung Charaktere schuf, welche durch eine bühnenkundige mütterliche Freundin für sie in höchst dankbarer, aber auch nur von ihr in unvergleichlicher Weise gespielte Rollen umgeschaffen wurden.

Pilsner Bote (Wochenblatt für Unterhaltung u. s. w.) 1861, Nr. 17 u. 18: „Friederike Goßmann’s erster Ausflug“. – Oesterreichische Zeitung (Wien) 1861, Nr. 62 [im Feuilleton]. – Pesth-Ofner Zeitung 1859, Nr. 49: Biographische Skizze; – dieselbe 1861, Nr. 60. – Wiener Theater-Zeitung, herausg. von Adolph Bäuerle (Wien, gr. 4°.) 1858, Nr. 35. – Breslauer Zeitung 1861, Nr. 123; 1862, Nr. 131. – Presse 1862, Nr. 77. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1862, Nr. 258; 1863, Nr. 272. – Porträt. Der Historienmaler Engelbert Seibertz hat sie in der Rolle als „Kind des Glückes“ in einem größeren Oelbilde gemalt. [Wiener Zeitung 1860, Nr. 54: Correspondenz aus München.]

E Grillparzer, Franz [s. d. Bd. V, S. 338]. Mit Allerh. Handschreiben vom 18. April 1861 wurde G. zum lebenslänglichen Reichsrathe ernannt. [420] Im Jahre 1864, zu seinem 73. Geburtstage, wurde ihm neben anderen von einzelnen Vereinen Wiens dargebrachten Ovationen, im Gemeinderathe der Residenz über Antrag des Gemeinderathes Wilhelm Frankl das Ehrenbürgerrecht Wiens einstimmig votirt und das Diplom in prachtvoller Ausstattung von einer Deputation desselben überbracht.

Mußestunden (Wien, 4°.) 1859, Nr. 8, S. 57 [mit trefflichem Holzschn.-Portr.]. – Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1864, Nr. 15: „Franz Grillparzer. Zu seinem 73. Geburtstage“. Von E(mil) K(uh); – dieselbe 1864, Nr. 15 Abendblatt: „Ovation für Grillparzer“. – Constitutionelle österreichische Zeitung (Wien, Fol.) 1863, Nr. 286. – Fremden-Blatt 1864, Nr. 16. – Familienbuch des österreichischen Lloyd (Triest, 4°.) XIII. Bd. (1863), Heft 8: Biographische Skizze von Thaddäus Lau [mit sichtlicher Benützung meines Lexikons]. – Porträt. Mit treffender Aehnlichkeit, geistvoller Auffassung und meisterhafter Ausführung von Kriehuber (Wien 1859, bei Artaria, Fol.), mit Facsimile folgender Zeilen und Unterschrift:

Endlos ist das tolle Treiben,
     „Vorwärts, Vorwärts!“ schallt’s durch’s Land,
Ich möcht’ aber stehen bleiben.
     Da wo Goethe, Schiller stand.

* Grottger, Arthur

[421]E Gruber, Franz Xaver, Blumenmaler [s. d. Bd. V, S. 379], gest. zu Wien 12. April 1862. Die Presse, die dem in seinem Fache trefflichen Künstler einen kurzen Nachruf widmet, schließt denselben mit folgenden Worten: „Seine Disteln haben ihm im Munde des Wieners einen volksthümlichen Beinamen (der Distelgruber) erworben. In diese stillen verschmähten Disteln legte er die ganze Schönheit der an Formenreichthum und Farbe so ausdrucksvollen Pflanzen. Er fand sie als Künstler und Mensch so häufig auf seinem Lebenswege blühen, daß er sie kannte, liebte und poetisch schöne und wahre Bilder daraus malte. In Folge der vom Grafen Thun in der Akademie angestellten Reformen wurde er in den zeitlichen Ruhestand versetzt und ihm im Wege der Gnade die Hälfte seines Gehaltes bewilligt. Er errichtete nun eine Zeichen- und Malerschule, malte und lehrte bis zu seinen letzten Stunden, war der Jugend und seinen Mitmenschen, für die er in seinem 54. Jahre noch Studien unternahm, um sie weiter lehren zu können, nützlich; diese haben ihm seinen ganzen Gehalt, wenn auch leider nur seinen moralischen, zuerkannt.“

Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1862, Nr. 104, in der Rubrik: „Theater und Kunst“. – Süddeutsche Zeitung 1862, Nr. 204 [nach dieser gestorben am 13. April 1862]. – Presse 1862, Nr. 108.

E Grün, Johann [s. d. Bd. V, S. 391], geb. zu Wien 24. Mai 1814, gest. 29. Februar 1860. Führte anfänglich das übliche Wanderleben kleinerer Bühnen – sogenannten Schmieren – kam dann als Tänzer in das Leopoldstädter Theater, von dort 1846 als Komiker nach Triest in das teatro filodrammatico, wo der bekannte humoristische Vorleser Wiest auf ihn aufmerksam geworden, ihn auf seinen Irrfahrten als Declamator mitnahm. Nachdem ihn ein Conflict von Wiest trennte, nahm er ein kleines Engagement bei Pokorny im Theater an der Wien, wo er einen Ortswachter in der Posse „Waldmärchen“ so trefflich gab, daß er nun durch Zutheilung von Wachterrollen in gelinde Verzweiflung gerieth. Im Jahre 1848 spielte er in Pesth, wo aber ein bedenkliches Uebel für einige Zeit ihn der Bühne entzog. Hergestellt, trat er in Wien auf. Seine Wirksamkeit daselbst ist im Hauptwerke geschildert. Rollen wie Körndl im „Mädchen von der Spule“, Damisch in den „Kreuzköpfeln“, der Menschenfeind in „Wie man’s treibt, so geht’s“, den Fleischselcher Fett in „Judas im Frack“, hat er geschaffen und Niemand spielt sie ihm mit gleicher Wirksamkeit nach. Auch hat G. sich mit dramatischen Arbeiten versucht und bereits in Pesth die Stücke: „Camarilla“; „Bürger und Student“; „Nationalgardist und Bäuerin“, mit gutem Erfolge zur Aufführung gebracht; in Wien schrieb er – die mit einem * bezeichneten in Gemeinschaft mit Ottocar Franz Ebersberg [s. d. S. 396 d. Bds.] – folgende: „Das Ultimatum in der Luft“; „Wo steckt der Teufel“; *„Die Kreuzköpfeln“; *„Im Circus“; „Eine innere Stimme“; „Der Hausdieb“; „Halbzehn Uhr“ und „Die letzte Fahrt“. Während er bei Lebzeiten den Glauben, er sei vermögenlos, [422] aufrecht erhielt und es zuließ, daß, als er bereits seiner Auflösung sich näherte, zu seinen Gunsten eine Akademie gegeben wurde, durch welche ein namhafter Ertrag erzielt wurde, fand sich nach seinem Tode eine Summe von nahezu 5000 fl. vor, die er einigen Bekannten und Wohlthätern vermachte.

Morgen-Post (Wien, Fol.) 1860, Nr. 64. – Pesth-Ofner Zeitung 1860, Nr. 53. – Neu-Wien (Wiener Blatt) 1858, Nr. 33. – Presse (Wiener Journal) 1860, Nr. 61 u. 63 Abendblatt.

* Grüner, Joseph Sebastian

[423]Günther, Anton, philosophischer Schriftsteller [s. d. Bd. VI, S. 10], gestorben zu Wien 24., nach Anderen 26. Februar 1863.

Donau-Zeitung (Wiener polit. Blatt) 1863, Nr. 47. – Die Presse (Wiener polit. Journal) 1863, Nr. 63. [Dieser mit unverkennbarer Benützung der in meinem Lexikon enthaltenen Lebensskizze gearbeitete Artikel gedenkt auch nicht an einer Stelle der Quelle, die dem Verfasser übrigens nicht ganz unwillkommen gewesen zu sein schien. Der Umstand, daß in dem in der „Oesterreichischen Wochenschrift“ (Beilage der Wiener Zeitung) ebenfalls von demselben Autor verfaßten Nekrologe meiner als Quelle gedacht wird, verringert nicht im Geringsten die Unzukömmlichkeit des vorerwähnten Verfahrens. Die Presse hat 16.000 Pränumeranten und noch ungleich mehr Leser, die „Wochenschrift“ kommt über einen kleinen Kreis von Gelehrten, die mein Werk ohnedieß kennen, nicht hinaus. Ein solches Verfahren mag nun wohl klug, aber nichts weniger als billig genannt werden.] – Das Vaterland (Wiener politisches Blatt, gr. Fol.) 1863, Nr. 57 u. 58; – dasselbe 1863, Nr. 69: „Günther’s Anthropologie“. – Gratzer Zeitung 1863, Nr. 48. – Breslauer Zeitung 1863, Nr. 95. – Oesterreichische Wochenschrift für Literatur (Beilage der Wiener Zeitung) 1863, S. 302, Nr. 302. – Die feierliche Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften am 30. Mai 1863 (Wien, 8°.) S. 59. – Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta) 1863, Beilage Nr. 102–108.

E Guggenberger, Ignaz Martin [s. d. Bd. VI, S. 23], gestorben zu Wien 6. November 1861. Außer den in der Lebensskizze angeführten Schriften ist von ihm in der Militär-Zeitung (Wien, gr. 4°.) Jahrg. 1859, Nr. 30–38, die „Geschichte des 18. Infanterie-Regiments“ erschienen.´

Hirtenfeld (J.), Oesterreichischer Militär-Kalender (Wien, kl. 8°.) 1863, S. 180.

Guttmann, Jacob, Bildhauer [s. d. Bd. VI, S. 48], gestorben im Irrenhause zu Wien 28. April 1860.

Zwischen-Akt (Wiener Theaterblatt) 1860, Nr. 241. – Bohemia (Prag, 4°.) 1860, Nr. 214, Beilage.
H.

E Haas, Michael, Bischof von Szathmár, Schulmann [s. d. Bd. VI, S. 104]. Mit Allerh. Entschließung vom 18. April 1858 wurde Dr. M. Haas zum Bischof von Szathmár ernannt; am 27. September d. J. erfolgte zu Rom die [424] feierliche Bestätigung, und nachdem er am 13. Februar 1859 von dem Graner Erzbischofe und Fürstprimas Scitovszky die bischöfliche Weihe erhalten, trat er am 6. März d. J. sein neues Amt an. Seine Verdienste um das Schulwesen, insbesondere seit seiner Ernennung zum Schulrathe im Pesther Schulbezirke 1853, haben in dem in den Quellen angegebenen Schulprogramme ausführliche Würdigung gefunden.

Vierter Jahresbericht der k. k. Ober-Realschule der königlich freien Hauptstadt Ofen am Schlusse des Schuljahres 1859 (Ofen 1899, M. Bagó, gr. 8°.)S. 1–31: „Michael Haas. Biographischer Beitrag zu einer künftigen Geschichte des ungarischen Schulwesens. Mitgetheilt von Dr. Richard Rotter“.

E Haimerl, Franz, Professor der Rechte [s. d. Bd. VII, S. 216]. Am 1. October 1863 fand seine feierliche Inauguration zum Rector magnificus der Wiener Hochschule Statt, bei welcher Gelegenheit, einem alten Brauche gemäß, der jeweilige Decan des Collegiums – dießmal Dr. Unger – aus dessen Mitte das neue Oberhaupt der Universität hervorgeht, eine biographische Darstellung desselben in oratorischer Form zu geben pflegt, wie es auch hier geschah.

Oesterreichische Wochenschrift für Literatur u. s. w. (Beilage der Wiener Zeitung) 1863, Bd. II, S. 417: „Rede bei der feierlichen Inauguration des Rector magnificus F. X. Haimerl am 1. October 1863, gehalten von Prof. Joseph Unger“.

E Hartig, Franz Graf von [s. d. Bd. VII, S. 399]. Mitglied auf Lebensdauer des Herrenhauses des österreichischen Reichsrathes, trat H. in der Herrenhaus-Sitzung vom 12. Februar 1864 der Einzige der von den Reichsräthen Cardinal Rauscher und Leo Grafen Thun entwickelten Ansicht: der Reichsrath habe die auswärtigen Angelegenheiten nicht in seine Discussion zu ziehen, entschieden entgegen, und legte seinem Votum folgenden Gedankengang zu Grunde: „daß, wenn die Regierung dem Reichsrathe Finanzfragen vorlegt, die mit der auswärtigen Politik zusammenhängen, derselbe sich nicht bloß in die Erwägung der Ziffern, sondern auch in die Motive einlassen muß, welche diese Frage hervorgerufen haben“. Und er fragt, wozu dieser große kostspielige Apparat des Reichsrathes bestände, würde man sich bloß auf die Ziffer beschränken.

Stenographische Berichte der Sitzungen des Herrenhauses, 2. Session, Sitzung vom 12. Februar 1864, S. 636 u. f.

Hartleben, Conrad Adolph, Buchhändler [s. d. Bd. VII, S. 406], gestorben zu Wien 5. April 1863.

Wiener Zeitung 1863, Nr. 83 (12. April), S. 116. – Presse (Wiener polit. Journal) 1863, Nr. 95.

Hartlieb von Wallthor, Karl Freiherr, k. k. Feldzeugmeister [s. d. Bd. VII, S. 408], gestorben zu Karlstadt 21. August 1862.

Hirtenfeld (J.), Militär-Zeitung (Wien, 4°.) 1862, S. 550 u. 560. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, 8°.) XIV. Jahrg. (1863), S. 185.

Hasner Ritter von Artha, Leopold (I.) [s. d. Bd. VIII, S. 31], gestorben zu Prag 20. Jänner 1864.

E Hasner Ritter von Artha, Leopold (II.), Präsident des Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathes [s. d. Bd. VIII, S. 32, im Texte]. Im Juni 1863, nachdem der bisherige Präsident des Abgeordnetenhauses Dr. Franz Hein als Minister der Justiz – nach [425] Freiherrn von Pratobevera’s Austritte – in das Ministerium Schmerling eingetreten war, wurde Dr. Hasner zu Hein’s Nachfolger als Präsident des Hauses ernannt, welcher Ernennung mit Allerh. Entschließung vom 15. Juni d. J. nach Genehmigung des Statutes für den Unterrichtsrath jene zum Präsidenten desselben mit dem Range eines Sectionschefs folgte.

Erinnerungen (Prager Unterhaltungsblatt, 4°.) 1863, Bd. 85, S. 372 [mit H.’s Porträt von Max Müller). – Satellit (Unterhaltungsblatt in Kronstadt, 4°.) 1852, Nr. 9 [in einer Charakteristik der verschiedenen Prager Journale]. – Prager Zeitung 1863, Nr. 155, 158. – Bohemia (Prager Blatt, 4°.) 1863, Nr. 150 Beilage, 154, Nr. 176. – Wiener Zeitung 1863, Nr. 137, S. 849 [seine Antrittsrede am 17. Juni 1863 als Präsident des Abgeordnetenhauses). – Constitutionelle österreichische Zeitung (Wien, Fol.) 1863, Nr. 299 u. 323.

* Haynald, Ludwig

[428]E Hebbel, Christian Friedrich [s. d. Bd. VIII, S. 164], gestorben zu Wien 13. December 1863 um 6 Uhr Morgens. Hebbel’s „Nibelungen“ sind nach ihrer Aufführung in Weimar auch im Drucke erschienen und dann im Wiener Hof-Burgtheater mit glänzendem Erfolge zur Aufführung gelangt. Jedoch wurden an letztgenannter Bühne nur das Vorspiel und der erste Theil gegeben. Seit längerer Zeit bereits leidend, suchte und erwartete der Dichter im Jahre 1863 Genesung von seinem Sommeraufenthalte in Gmunden, was sich leider nicht verwirklichte. Nach Wien zurückgekehrt, begab er sich nach Baden bei Wien, aber auch der dortige Aufenthalt brachte keine Wirkung hervor. Nach Wien zurückgebracht, schien sich nach wochenlangem schweren Leiden die von allen Seiten ersehnte Besserung einzustellen; aber es war nur eine Täuschung, denn wenige Tage später endete der große Dichter unter den schmerzlichsten Leiden, nachdem er in seinem Sterbejahre die Feier seines 50. Geburtstages begangen hatte, zu welcher ihm von fern und nah, von Einzelnen wie von Vereinen die sinnigsten Beweise von Theilnahme gegeben wurden. Die letzte Huldigung, welche noch bei Lebzeiten seinem Genius erwiesen wurde, war die von Berlin aus erfolgte Zuerkennung des mit kön. Patent vom 9. November 1859 gestifteten dramatischen Preises 1000 Thaler in Gold nebst einer goldenen Denkmünze im Werthe von 100 Thalern in Gold. In seinem Nachlasse befand sich nur das Drama „Demetrius“, von dem vier Acte vollendet und der Entwurf des fünften vorhanden sind. Außerdem besteht der Nachlaß aus mehreren im letzten Jahre, oft im heftigsten Leiden, geschriebenen Gedichten und aus zahlreichen Tagebüchern, deren Druck aber, wie es verlautet, nur im kleinsten Auszuge möglich sein dürfte. Eine Gesammtausgabe seiner Werke (bei Hoffmann und Campe in Hamburg) begann der Verewigte selbst noch in seinem Todesjahre vorzubereiten. Ob sie jetzt, nach seinem Tode, da seine Werke bei verschiedenen Verlegern erschienen sind, zu Stande kommt, muß dahingestellt bleiben. Der Verlust Hebbel’s ist für die deutsche Literatur um so mehr bedauernswerth, als er seinen geistigen Läuterungsproceß eben beendet zu haben schien und nach seinem jüngsten Werke – der Nibelungen-Trilogie – zu schließen, die deutsche Dichtung eine Folge von großen Werken zu gewärtigen hatte. Sein Wunsch, ohne Gepränge in aller Stille begraben zu werden, ging nur in soferne nicht in Erfüllung, als sich Niemand in Wien, der die Bedeutung des Dichters zu würdigen weiß, abhalten ließ, ihm das letzte Geleite zu geben. Dadurch gestaltete sich seine Beerdigung einigermaßen anständig; aber von einem Zuge zu träumen, wie er bei Strauß und Lanner sich einfand, wird Niemand einfallen, der die hiesigen Verhältnisse kennt. Schließlich sei noch bemerkt, daß in letzterer Zeit in den Journalen Mittheilungen über einen Sohn Hebbel’s enthalten waren. Dieser Irrthum entsprang aus einem Mißverständnisse. Bei den verschiedenen Wiener Studentenverbindungen [429] „Libertas“, „Olympia“, „Silesia“ u. a. führt jedes Mitglied neben seinem wirklichen auch einen angenommenen Namen. Ein Studirender der Technik hatte – wohl aus Begeisterung für den Dichter – sich den Verbindungsnamen Hebbel beigelegt, und aus diesem Umstande entstand der obige Irrthum. Hebbel hinterläßt aus seiner Ehe mit der Hofschauspielerin Christine Hebbel nur eine Tochter Christine.

Presse (Wiener polit. Blatt) 1863, Nr. 343 Morgen- und Abendblatt; 344 Abendblatt 345 [im Feuilleton des Morgenblattes]; 346, 347 Morgen- und Abendblatt. [Die gedachten Nummern d. Bl. bringen Nachrichten über Hebbel’s letzte Krankheit, Tod, Bestattung, Testament und seinen Nachruf.] – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1863, Nr. 344, 345, 349. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber) 1862, Nr. 1006, S. 263 [mit H.’s wohlgetroffenem Porträt]; dieselbe 1864, Nr. 1074. – Constitutionelle österreichische Zeitung 1863, Nr. 582. – Ost-Deutsche Post (Wiener Blatt) 1863, Nr. 344. – Europa, herausgegeben von Gustav Kühne, 1864, Nr. 1. – Unterhaltungen am häuslichen Herd, herausg. von Fränzel, 1864, Nr. 1. – Protestantische Blätter für das evangelische Oesterreich. Herausgegeben unter Mitwirkung von Buschbeck, Haase u. A. 1863, Nr. 37–39. – Prutz (Rob.), Deutsches Museum (Leipzig, 8°.) 1864, Nr. 1. – Mährischer Correspondent 1863, Nr. 289: „Zu Hebbel’s Nachlaß“; Nr. 294: „Reminiscenzen an Friedrich Hebbel“. – Morgenblatt der bayerischen Zeitung 1863, Nr. 349. – Zeitung für Norddeutschland 1863, Nr. 4552 u. 4570. – Porträte und Photographien. 1) Photographie in kl. Fol. in K. v. Jagemann’s „Gallerie österreichischer Zeitgenossen“; – 2) in Visitkarten-Format von Angerer und Schlossarek; – 3) in ganzer Figur in gr. 4°, und in Visitkarten-Format von Emil Rabending (1862). – Von Hebbel’s Leiche wurde durch Fernkorn eine Todtenmaske abgenommen.

E Heger, Ignaz Jacob, Stenograph [s. d. Bd. VIII, S. 202]. Von dem Stenographenverein in Wien, dessen Gründer Heger war, wurde Heger auf seinem Grabe im Matzleinsdorfer Kirchhofe ein Denkstein gesetzt, welcher am 23. October 1862 feierlich enthüllt wurde. Bei dieser Gelegenheit brachte die der „Wiener Zeitung“ 1862 angeschlossene Beilage „Tagesbericht“ vom 19. October eine Nachricht, welche so beginnt: „Zu Ehren des Professors Heger aus München“ u. s. w. Heger ist kein Münchener, sondern ein Böhme, u. z. aus Policzka (5. Juli 1808) gebürtig, und war nur einmal, im Jahre 1851, kurze Zeit in München, stand aber mit Gabelsberger, dessen System er nach Oesterreich verpflanzte, in lebhaftem schriftlichem Verkehre.

Wiener Zeitung 1862, Tagesbericht Nr. 243 [einmal ließ ihn dieser in München geboren sein, nun wird diese falsche Angabe durch einen neuen Fehler berichtigt und sein Geburtsort Polucka statt Policzka genannt].

E Hein, Franz, k. k. österreichischer Minister der Justiz [s. d. Bd. VIII, S. 215]. Nachdem Freiherr von Pratobevera seines Augenleidens wegen seine Ministerstelle niedergelegt, wurde der Präsident des Abgeordnetenhauses Dr. Franz Hein mit Allerh. Cabinetschreiben vom 18. December 1862 zu seinem Nachfolger als Minister der Justiz ernannt. Zur Präsidentenstelle im Abgeordnetenhause des Reichsrathes, die er bis dahin bekleidet hatte, wurde von Sr. Majestät der bisherige Vicepräsident Leopold Hasner Ritter von Artha berufen. Die Troppauer überreichten aber ihrem ehemaligen Bürgermeister am 24. Februar 1863 im Namen der Stadt einen silbernen Ehrenpokal mit der Inschrift: „Die Stadt Troppau ihrem Bürgermeister Dr. Franz Hein. 1862“.

Die Glocke, herausg. von Payne (Leipzig, kl. Fol.) 1862, Nr. 157, S. 4 [mit Porträt im Holzschnitt). – Tagespost (Gratzer [430] Blatt) 1862, Nr. 4: „Skizzen aus dem Parlamente. VII.“ [im Feuilleton]. – Der Reichsrath, Biographische Skizzen der Mitglieder des Herren- und Abgeordnetenhauses des österreichischen Reichsrathes (Wien 1862, Förster, 8°.) Heft 2, S. 18. – Porträte. 1) Nach dem Leben lithographirt von Ed. Kaiser (Wien 1861, Kaiser’s Selbstverlag, Fol.); – 2) Photographie im Visitkarten-Formate von Ost (1862).

Heller von Hellwald, Friedrich, Feldmarschall-Lieutenant [s. d. Bd. VIII, S. 267], gestorben am 16. Jänner 1864.

Wiener Zeitung 1864, Nr. 17 (22. Jänner). – Weiland Friedrich Heller von Hellwald, k. k. Feldmarschall-Lieutenant. Als Manuscript gedruckt von Jacob u. Holzhausen in Wien (47 S. kl. 8°.).

Herzenskron, Hermann, dramatischer Dichter [s. d. Bd. VIII, S. 409], gestorben zu Wien 19. Jänner 1863.

Wiener Zeitung 1863, Nr. 15. – Bohemia 1863, Nr. 18, S. 180 [nach dieser starb er am 17. Jänner 1863].

* Heuffel, Johann

[431] E Hildenbrand, Franz Xaver[WS 9] [s. d. Bd. IX, S. 13], ist nicht in Ofen, sondern in Wien am 6. April 1849 gestorben. Seine Collegen und die Mitglieder des Doctorencollegiums der Wiener medicinischen Facultät setzten ihm auf dem Währinger Friedhofe, wo H. begraben liegt, einen Denkstein.

[432] E Hilscher, Joseph Emanuel, deutscher Dichter [d. Bd. IX, S. 29]. Sein Denkmal, dessen Aufstellung in Leitmeritz am 21. October 1861 beschlossen worden ist, wurde am 30. Juni 1863 feierlich enthüllt. Auf einem Granitsockel steht die von Professor Radnitzky in Wien in Erz gegossene und ciselirte Büste des Dichters. Es ist in der Jesuitengasse in einer Nische aufgestellt. Rings um die Nische sind sehr sauber ausgeführte Steinarabesken angebracht, unter der Nische eine Lyra. Auf dem Sockel liest man in goldenen Lettern die Inschrift: „Joseph Emanuel Hilscher, geboren in diesem Hause am 22. Jänner 1806, gestorben in Mailand am 12. November 1837. – Die Vaterstadt dem Dichter“. Zur Erinnerung an die Enthüllung des Hilscherdenkmals wurde eine auch von Radnitzky geprägte Denkmünze ausgegeben. Diese zeigt auf einer Seite den Kopf Hilscher’s in hauterelief, auf der anderen das Leitmeritzer Stadt-Wappen mit der Umschrift: Enthüllung des Hilscher-Denkmals. Leitmeritz 1863. Die Denkmünzen sind aus Britanniametall und vergoldet. Ein drittes Denkmal ist die schöne, von Dr. L. A. Frankl besorgte, mit Hilscher’s Porträt und Biographie ausgestattete Ausgabe seiner sämmtlichen Gedichte, worin sich auch die meisterhafte Uebersetzung von Byron’s hebräischen Gesängen befindet, welche bei der ersten Ausgabe fehlt. Um die Zustandebringung des Denkmals erwarben sich Dr. med. Lauda (gestorben Anfang März 1864) in Leitmeritz und Dr. L. A. Frankl in Wien das meiste Verdienst. Der Erlös für das Denkmal, gewonnen durch eine zu diesem Zwecke abgehaltene Akademie und die Subscription auf 1349 Exemplare von Hilscher’s Gedichten, war so groß, daß nach Bezahlung aller Auslagen noch ein Ueberschuß von mehr als 800 fl. verblieb, welcher über Dr. Lauda’s Antrag zu einer Schülerstiftung bestimmt wurde.

Tagesbote aus Böhmen (Prager Journal) 1863, Nr. 178 [im Feuilleton]. – Bohemia (Prager Blatt, 4°.) 1863, Nr. 153 Beilage, Nr. 261, Nr. 251 Beilage. – Militär-Zeitung, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, 4°.) 1862, S. 36. – Laibacher Zeitung 1862, Nr. 3. – Tagespost (Gratzer Blatt) 1862, Nr. 8. – Der Adler (Frankfurter Journal) 1863, Nr. 193, 194, 197, 198, 199: „Biographie Hilscher’s“ von Alland. – Deutsches Museum von Rob. Prutz, 1863, Nr. 49. – Unterhaltungen am häuslichen Herd 1864, Nr. 3. – Waldheim’s illustrirte Zeitung 1863, Nr. 52. – Die Reform, herausgegeben von Franz Schuselka, 1863, Nr. 53. – Prager Morgenpost 1863, Nr. 178 u. 179. [Auch die Augsburger allgemeine Zeitung, Leipziger Illustrirte, Hackländer’s Ueber Land und Meer und viele andere deutsche Blätter brachten größere Mittheilungen über Hilscher, nur die Wiener Blätter – mit Ausnahme der genannten – schwiegen, während dieselben Blätter über jeden Husten einer Sängerin oder über das Hündchen einer Tänzerin fleißig berichten!!]

Höfel, Blasius [s. d. Bd. IX, S. 93], gestorben zu Salzburg 17. September 1863.

Höfel, Johann Nepomuk [s. d. Bd. IX, S. 97], gestorben zu Wien im Jänner 1864.

Zellner, Blätter für Musik, Theater u. s. w. (Wien, 4°.) 1864, Nr. 8. [Wenn ich als Autor meines Lexikons eine Bitte an seine zahlreichen Benützer stellen darf, so ist es die, mich ebenso gewissenhaft zu nennen, wenn ganze Seiten desselben benützt werden, wie es geschieht, wenn einmal ein Irrthum entdeckt wird, wie dieß bei Johann Höfel der Fall war, bei dem ich mir beikommen ließ, zu sagen, daß mir sein Todesjahr unbekannt sei. Und es war doch richtig so, da er ja damals, als seine Lebensskizze in meinem Lexikon erschien, noch gar nicht gestorben war.]

[433] E Hoffbauer, Clemens Maria, Stifter der Redemtoristen in Oesterreich [s. d. Bd. IX, S. 154]. H. war in Maria Enzersdorf nächst Wien begraben; nachdem die Uebertragung seiner Leiche genehmigt worden, fand dieselbe am 5. November 1862 in die neu errichtete Grabstätte in der Kirche seiner Congregation zu Maria Stiegen in Wien Statt. Daselbst wurde ihm auch ein Denkmal errichtet. Auf der Evangelienseite des Presbyteriums erhebt sich aus kräftigem Sockel der mittlere Theil der Tumba, welcher mit Maßwerkfütterungen versehen und von einem reich gegliederten, mit Ornamenten verzierten Gesimse gekrönt ist. Auf der oberen Schräge des Gesimses ist in erhabenen Lettern PP. Clemens Maria Hoffbauer u. s. w. eingemeißelt. Dasselbe Gesimse profilirt sich dann in die Tumba hinein und bildet zugleich einen Rahmen für H.’s Bild, welches in Lebensgröße in Carrara-Marmor von Joseph Gasser gearbeitet ist. Die Tumba ist von röthlichem Untersberger Marmor von dem Steinmetzmeister Haßlauer in Salzburg gearbeitet. In einem besonderen Reliquienschreine aus Metall sind H.’s Gebeine aufbewahrt und unter der Tumba beigesetzt. Das sowohl in figuralischer als architektonischer Beziehung streng im Kirchenstyle gehaltene Monument ist nach Entwurf und Zeichnungen des Architekten Lippert ausgeführt. In jüngster Zeit haben bereits unter Vorsitz des Cardinals Rauscher die Sitzungen wegen Hoffbauer’s Seligsprechung stattgefunden.

Oesterreichischer Volksfreund (Wiener Journal, Fol.) 1863, Nr. 58.

E Hüttenbrenner, Anselm, Tondichter [s. d. Bd. IX, S. 406].

Durch den in meinem Lexikon veröffentlichten ersten authentischen Lebensabriß dieses Tondichters wurde eine ausführlichere, meinen Artikel ergänzende Lebensskizze veranlaßt, welche in der (Gratzer) Tagespost 1863[WS 10], Nr. 173, 478 u. 179 unter dem Titel: „Ein steirischer Tondichter“ von einem Ungenannten erschienen ist. Meine und diese Lebensskizze ergänzen sich wechselseitig.
J.

Jablonsky Edler von Wittehöhe, Gustav, k. k. Feldmarschall-Lieutenant [s. d. Bd. X, S. 9, in den Quellen] gestorben zu Wien 27. Jänner 1863.

Bohemia 1863, Nr. 26, S. 262.

Janossi, Ladislaus, Huszaren-Corporal [s. d. Bd. X, S. 82]. Das in Brünn erscheinende Unterhaltungsblatt „Lese-Stübchen“. Jahrgang 1862, S. 280, erzählt von einem Corporal des Infanterie-Regiments „Hoch- und Deutschmeister“ eine Heldenthat, welche derselbe in der Nähe von Salzburg ausgeführt haben soll. Zum Schlusse wird bemerkt, daß der Name dieses tapferen Deutschmeisters nicht bekannt sei. Darauf ist zu erwidern, daß diese im „Lese-Stübchen“ ausführlich erzählte Heldenthat kein Corporal des Infanterie-Regiments Deutschmeister, sondern ein Corporal des k. k. Huszaren-Regiments Kaiser Nikolaus I. Nr. 9 vollbracht und daß der Name dieses Helden nicht unbekannt sei, sondern daß die Geschichte den Namen des Huszaren-Corporals Ladislaus Janossi der Vergessenheit entzogen habe. Vergleiche die biographische Skizze in meinem Lexikon am bezeichneten Orte.

[434]

K.

E Kablik, Josephine, Botanikerin [s. d. Bd. X, S. 342], gestorben zu Hohenelbe 21. Juli 1863. In ihrer letztwilligen Anordnung legirte sie unter dem Namen „Josefine Kablik-Stiftung“ eine werthvolle Realität, deren jährliches Erträgniß sie zu je einem Viertheile für acht arme fleißige Schüler und Schülerinen der Hohenelber Schule, für die jedesmaligen Pfründner des Hohenelber Bürgerspitals, für acht Kranke oder sonst arbeitsunfähige Hausarme aus dem Hohenelber Kirchsprengel und endlich für zwanzig der ärmsten und bedürftigsten Gebirgsbewohner bestimmte. Noch gründete sie eine Stiftung von 1000 fl. ö. W. für Studirende der Pharmacie. Ihr allgemeines Pflanzenherbar und die ornithologische Sammlung ihres Gatten vermachte sie dem k. k. Gymnasium zu Gitschin, das Riesengebirgsherbarium aber der Trautenauer Haupt- und Unterrealschule.

Nekrolog (Prag 1863, Gottl. Haase Söhne, 1 Blatt in gr. 4°.). – Oesterreichische Wochenschrift für Literatur (Beilage der amtlichen Wiener Zeitung) 1863, Nr. 36 (Bd. II), S. 317.

Karadschitsch, Wuk Stephanowitsch [s. d. Bd. X, S. 464], gestorben zu Wien 8. Februar 1864.

Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1864, Nr. 40 (vom 19. Februar). – Allgemeine Zeitung (Augsburg, 4°.) 1864, Beilage Nr. 62 bis 64: „Biographie“ von Dr. Siegfried Kapper.

Kempen von Fichtenstamm, Johann Franz Freiherr von, k. k. Feldzeugmeister [s. d. S. 163 d. Bds.], gestorben zu Schwarzau bei Wiener-Neustadt 29. November 1863, Morgens 1 Uhr.

Presse (Wiener Journal, Fol.) 1863, Nr. 329 Abendbl. und Nr. 331 Morgenbl. – Wiener Abendpost 1863, Nr. 129.

Kinský, Anton Graf, k. k. Feldzeugmeister [s. d. S. 279 d. Bds., Nr. 1], gestorben zu Wien 31. Jänner 1864.

Ende des eilften Bandes.

  1. Bei dieser Gelegenheit muß der Verfasser dieses Lexikons, welcher seit einem Jahrzehend, nämlich seit Herausgabe des ersten Literaturberichtes, in ununterbrochenem und vielseitigem Verkehre mit der Staatsdruckerei steht, selbst offen aussprechen, daß die Ordnung und Pünctlichkeit im Geschäfte, die Tüchtigkeit der Arbeitskräfte, als Conrectoren, Setzer, Drucker u. A., dieser Anstalt über alles Lob erhaben sind. Dabei fällt ganz besonders der Umstand in’s Gewicht, daß es sich hier nicht um Satz mit einer oder zwei Schriften, sondern fast ununterbrochen in zehn bis zwölf Schriften und zudem in nicht eben sehr gangbaren, sondern vielmehr wenig gekannten Sprachen und Dialekten handelt. Ich, der ich eben die Wohlthaten so eminenter Vorzüge zunächst empfinde und dabei nicht wenig Zeit erspare, wie auch sonst in der schwierigen Arbeit wesentlich gefördert werde, fühlte mich gedrungen, dieß einmal geradezu offen auszusprechen.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. siehe dazu auch Uebersicht jener … Personen, welche mittlerweile gestorben sind, Band IX, S. 470 (1863).
  2. Vorlage: K.
  3. Vorlage: [s. d. Bd. I, S. 274].
  4. Vorlage: 1868.
  5. ADB:Thomas, Georg Martin.
  6. Wernher (ADB).
  7. Abraham Bär Gottlober (Wikipedia).
  8. Vorlage: [s. d. Bd. V, S. 263].
  9. Vorlage: Hildebrand, Franz Joseph.
  10. Vorlage: 1683.