BLKÖ:Mensdorff-Pouilly, Arthur Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 17 (1867), ab Seite: 366. (Quelle)
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5. Arthur Graf M. (geb. 19. August 1817), ein Sohn des Grafen und Maria Theresien-Ordensritters Emanuel aus dessen Ehe mit Sophie Herzogin von Sachsen-Coburg-Saalfeld, und Bruder der Grafen Alexander [s. d. S. 360] und Alphons [s. d. Nr. 4]. Auch Graf Arthur, der gleichfalls eine ausgezeichnete Erziehung erhalten hatte, wählte die militärische Laufbahn und diente als Rittmeister im Huszaren-Regimente Nr. 7, mit welchem er unter Radetzky alle Schlachten und Kämpfe des italienischen Krieges in den Jahren 1848 und 1849 mitgemacht und im letztgenannten Jahre zum Major befördert worden war. Später trat er aus dem activen Dienste und lebte in der Steiermark in einer der herrlichsten Gegenden dieses reizenden Gebirgslandes dem Genusse der Natur und der Uebung der Kunst, denn der Graf ist ein ganz ausgezeichneter Dilettant im Malen und Zeichnen. In neuester Zeit, als der Krieg Oesterreichs mit Preußen ausbrach (1866), trat der Graf wieder aus seiner ländlichen Zurückgezogenheit hervor, und zunächst beabsichtigend, ein Freicorps zu bilden, verwirklichte er dieses Vorhaben und organisirte im Mai g. J. das k. k. österreichische Alpenjäger-Corps, welches, da bei Zusammensetzung desselben die größte Rücksichtnahme auf den Bildungsgrad der Beitretenden genommen wurde, ein Elitecorps wurde. Das Corps war zunächst für die Operationen in Italien bestimmt und sollte hauptsächlich zur Beunruhigung und Ueberrumpelung [367] des Feindes dienen. Jedoch wurde es in allem Anbeginne der Nordarmee zugetheilt, und überwachte einige Zeit die Donau zwischen Linz, Wien und Preßburg gegen einen feindlichen Uebergang. Graf Arthur, Oberstlieutenant, war Commandant des Corps. Eine Abtheilung desselben unter Lieutenant Pöhlmann erhielt bei Pulkau (25. Juli) die Feuertaufe, in welchem Gefechte, während von Seite der Jäger kein Verlust zu beklagen war, von demselben in einem raschen Bajonnetangriffe 13 Mann Preußen gefangen und mehrere Zündnadelgewehre nebst anderem Rüstzeuge erbeutet worden waren. Am 1. August jedoch wurde das Corps seiner ursprünglichen Bestimmung gemäß, nach dem Süden dirigirt, und befanden sich sämmtliche Abtheilungen am 8. bereits in Klagenfurt versammelt, von dort erfolgte am 9. August der Aufbruch nach der Südgrenze in zwei Colonnen. Der Feldzug des Corps im Süden umfaßt nur fünf Tage, hat aber in dieser Zeit den Kampf bei Auronzo und Tre ponti, 14. August, mit den von Garibaldi geführten italienischen Freischaaren bestanden. Das Gefecht hatte sieben Stunden gedauert und der Erfolg war ein glänzender, die Garibaldianer wurden auf ihrem rechten Flügel zurückgeworfen, in ihrer linken Flanke und im Rücken umgangen, im Centrum mit Sturm bedroht und zuletzt gezwungen, die weiße Fahne aufzustecken und zu capituliren. Das Corps erlitt einen Verlust von 3 Todten und 22 Verwundeten, hingegen zählten die Garibaldianer 80 Todte und 120 Verwundete, darunter 5 Officiere. Der traurige Stand der Dinge im Norden hatte der Fortsetzung des Kampfes im Süden ein Ende gemacht, und das Corps trat seinen Marsch nach Tolmezzo an, das es am 18. August besetzte. Der Graf erhielt in Anerkennung seines vorzüglich tapferen Verhaltens im Gefechte bei Auronzo mit Allerhöchster Entschließung vom 18. September 1866 das Ritterkreuz des Leopold-Ordens mit der Kriegsdecoration, und wurde, nachdem mit Allerh. Entschließung vom 29. September d. J. die Auflösung des freiwilligen Alpenjäger-Corps verfügt und der Graf seines Commando’s enthoben worden, mit dem Oberstens-Charakter ad honores ausgezeichnet. [Die Gartenlaube. Illustrirtes Familienblatt (Leipzig, Keil, gr. 4°.) Jahrg. 1865, S. 394: „Ein Prinz und Maler Indiens“. – Der Kamerad (Wiener militärisches Blatt, 4°.) 1866, Nr. 106 u. 107: „Die Streifzüge des k. k. österreichischen Alpenjäger-Corps. Die Affaire bei Retzbach und das Treffen bei Auronzo und Tre Ponti“.] –