BLKÖ:Senftenberg, Johann Parish Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 34 (1877), ab Seite: 111. (Quelle)
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John Parish von Senftenberg in der Wikipedia
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Senftenberg, Johann Parish Freiherr (Naturforscher, Geburtsort und Jahr unbekannt, gestorben auf seiner Domäne Senftenberg im Königgrätzer Kreise Böhmens im Herbst 1858.) Entstammt einer englischen Adelsfamilie und ist sein eigentlicher Name John Parish. Zur Zeit der französischen Kriege kam er nach Oesterreich und leistete insbesondere in Geldangelegenheiten wesentliche Dienste, indem er u. a. im Jahre 1809 die Realisirung der englischen Subsidien mit Gefahr seiner Person und des Hauses ermöglichte und trotz Continentalsperre und Krieg den Geldverkehr mit England aufrechterhielt. Im Jahre 1815 erkaufte er von Veriand Fürsten Windisch-Grätz die im Königgrätzer Kreise gelegene Herrschaft Senftenberg um Eine Million Gulden W. W. und stellte auf derselben landwirthschaftliche Ameliorationen an. In Anerkennung seiner oben bezeichneten Verdienste erfolgte im Jänner 1816 seine Erhebung in den erbländischen Ritter-, aber noch im December desselben Jahres in den Freiherrnstand mit dem Prädicate eines Freiherrn von Senftenberg. Als solcher lebte er nun auf seiner gleichnamigen Herrschaft in Böhmen, persönlich mit großer Vorliebe mit naturwissenschaftlichen Studien, vornehmlich [112] mit jenen der Sternkunde sich beschäftigend. In Folge dessen stand er auch mit den meisten wissenschaftlichen Capacitäten Böhmens in Verbindung. Als er im Jahre 1858 mit Tod abging, bezeichnete man als das größte Denkmal, das er hinterließ, die von ihm in Senftenberg errichtete, auf das beste ausgestattete Sternwarte, deren Leitung ein Director Brorsen besorgte.

Ritterstands-Diplom ddo. 10. Jänner 1816. – Freiherrnstands-Diplom ddo. 13. December 1816.
Wappen. Ein aufrechter, oblonger, unten rund in eine Spitze zusammenlaufender, quergetheilter Schild. In dem oberen rothen Felde befindet sich ein abgeschnittener silberner Einhornkopf mit dem Halse, und in der unteren blauen Hälfte ist auf grünem Grunde ein trabender Eber in seiner natürlichen Farbe und Gestalt zu sehen. Den Schild deckt eine mit fünf Perlen gezierte Freiherrnkrone, und zwei auswärts stehende silberne Einhörner halten den Schild. Devise. Unter dem Schild steht auf einem fliegenden Zettel der lateinische Denkspruch: Veritas et jus.