BLKÖ:Terlecki, Hippolyt Sigmund

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Terlaic, Gregor
Band: 44 (1882), ab Seite: 4. (Quelle)
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Terlecki, Hippolyt Sigmund (Arzt und Fachschriftsteller, geb. in Volhynien gegen Beginn des laufenden Jahrhunderts). Um das Jahr 1831 kam er nach Krakau, um an der Universität daselbst sich dem Studium der medicinischen Wissenschaften zu widmen. Zum Doctor promovirt, gab er seine Inaugural-Dissertation „De Cholera“ (Krakau 1833, 8°.) in Druck und begann als Arzt in Krakau zu prakticiren. Kurz nach Veröffentlichung seiner Schrift „Rady zachowania sie niewiast czasu brzemienności, porodu, połogu“ i t. d., d. i. Rathschläge über das Verhalten der Frauen während der Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbette (ebd. 1835), verlor er seine Frau Anna (siehe über dieselbe weiter unten) durch den Tod. Da gab er seine ärztliche Praxis auf, ging nach Frankreich, studirte daselbst Theologie und nachdem er die Doctorwürde aus dieser Wissenschaft erlangt hatte, wurde er Geistlicher. In der Folge trat er zur russisch unirten Kirche über und von Rom unterstützt, wendete er alles daran, Anhänger für dieselbe unter den Südslaven zu gewinnen. Zu diesem Zwecke gründete er in Paris auch ein eigenes Seminar, als aber alle seine Bemühungen nach dieser Richtung erfolglos blieben, löste er seine Anstalt auf und begab sich nach Galizien, wo er sich der ruthenischen Partei anschloß und einer ihrer entschiedensten Führer wurde. Im Druck erschien noch von ihm: „Słowo Rusina o rzeczach sławianskich“, d. i. Wort eines Ruthenen über die slavischen Angelegenheiten (Paris 1849); – „Rzecz o obrzadkach katolickich wschodnich, a schyzmie wschodniéj. Miana w Paryżu w kościele Wniebowzięcia“, d. i. Rede von den Ceremonien der orientalischen Katholiken und dem Schisma der orientalischen Kirche. Gehalten zu Paris in der Kirche Himmelfahrt Christi (Paris 1850, 8°.). Nachrichten über seine ferneren Schicksale fehlen. – Seine Gattin Anna (geb. in Galizien im Jahre 1810, gest. zu Krakau 8. Februar 1835), war die Tochter des Krakauer Professors Schugt, unter dessen unmittelbarer Leitung sie eine sehr sorgfältige Erziehung erhielt. Mehrerer Sprachen in Wort und Schrift mächtig, zeigte sie auch keine geringen Anlagen zur Musik und zum Gesange, worin sie es bald zu hoher Ausbildung brachte. Dabei besaß sie ein ausgesprochenes Talent für Poesie. Im Jahre 1834 mit dem Doctor Terlecki vermält, starb sie schon ein Jahr darauf. Bei ihren hervorragenden geistigen Anlagen wurde ihr frühes Hinscheiden allgemein als ein Verlust für die Literatur betrauert. Der bei weitem größere Theil ihrer schönen Dichtungen ist bis jetzt noch ungedruckt. Einige derselben veröffentlichte nach Anna’s Tode der polnische Dichter Stanislaus Jaszowski [Bd. X, S. 111] im Jahrgange 1837 der von [5] ihm redigirten Zeitschrift „Sławianin“, in welchem auch das Leben der Dichterin beschrieben und eines ihrer schönsten Gedichte, „Die drei Thränen des Engels“ (trzy łzy anioła) abgedruckt ist.

Encyklopedyja powszechna, d. i. Polnische Real-Encyklopädie (Warschau 1866, Orgelbrand, gr. 8°.) Bd. XXV, S. 194.