BLKÖ:Weißmann, Ehrenreich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Weißmann, Karl
Band: 54 (1886), ab Seite: 190. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Ehrenreich Weismann in der Wikipedia
GND-Eintrag: 118766392, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Weißmann, Ehrenreich|54|190|}}

Noch sind zu erwähnen:

1. Ehrenreich Weißmann (geb. auf Schloß Weyerburg in Oberösterreich am 15. Juli 1641, gest. zu Maulbronn in Württemberg am 25., nach Anderen 24. Februar 1717). Seine Geburtsstätte Weyerburg verließ er mit seinem Vater wegen der damaligen Verfolgungen der Protestanten in Oesterreich und suchte zunächst Schutz zu Preßburg in Ungarn, und als er denselben dort auch nicht fand, schied er aus seiner Heimat und begab sich 1656 nach Heilbronn in Württemberg. Daselbst trat er 1657 als Alumnus in das Kloster Maulbronn, von dort kam er im folgenden Jahre in das Kloster Bebenhausen und 1659 als theologischer Stipendiat nach Tübingen, wo er 1660 das Baccalaureat und 1662 die Magisterwürde erlangte. Noch in letzteren Jahre wurde er Präceptor und Kirchendiener im Kloster Hirschau, in welchem er 18 Jahre blieb und während dieser Zeit sein oft gedrucktes lateinisch-deutsches Wörterbuch, sein Hauptwerk, schrieb. Im Jahre 1680 erhielt er einen Ruf als Special-Superintendent nach Waiblingen. 1685 als solcher nach Kirchheim, 1693 als Special-Superintendent, Hospitalprediger und Consistorialbeisitzer nach Stuttgart, wurde 1698 Prälat von Herrenalb und 1704 Stiftsprediger daselbst. Er widersetzte sich den Collegiis pietatis zu Tübingen und half 1709 die pietistischen Unruhen zu Eßlingen beilegen. 1711 zum Abte von Maulbronn, zum General-Superintendenten und fürstlich württembergischen Kirchenrathe ernannt, starb er in diesen Eigenschaften im Alter von 76 Jahren. Weißmann schrieb außer dem schon erwähnten „Lexicon latino-germanicum“ noch: „Deutsche Grammatik“, „Rhetorica sacra“ (Tübingen 1679, 8°.), zehn Bände „Homiletische Schriften“, „Aurifodina biblica“, eine „Kinderfibel“ u. s. w., in seinen letzten Jahren auch seine Biographie, welche interessante Aufschlüsse über die Religionsverfolgungen seiner Zeit enthält und in der Widmung des ersten Bandes der von seinem Sohne Christian Eberhard Weißmann herausgegebenen „Introductio in memorabilia ecclesiastica historiae sacrae...“ abgedruckt ist. Das Zedler’sche „Universal-Lexikon“ gibt im 54. Bande. Sp. 1455 reiche Quellen zu E. Weißmann’s Leben an. –