BLKÖ:Zorzi, Peter Anton der Aeltere

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Zortea, Peter
Band: 60 (1891), ab Seite: 264. (Quelle)
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Zorzi, Peter Anton der Aeltere (Cardinal und Erzbischof von Udine, geb. in Venedig 1745, gest. nach Oettinger’s „Moniteur des Dates“ zu Wien 19. December 1803) Seine Erziehung erhielt er im Adeligen-Convict der Giudecca in Venedig. 18 Jahre alt, trat er in den Orden der Somascher und verbrachte sein Noviciat bei S. Maria della Salute. Nach vollendeten Studien wurde er Lector der Philosophie zuerst im Collegium S. Zeno di Monte in Verona, dann im herzoglichen Seminar di Castello in Venedig, wo er bis 1773 wirkte, worauf er als Rector seines Ordens an das Collegium S. Bartolomeo in Brescia kam. 1783 berief ihn der Senat von Venedig zur Leitung des Adeligen-Convicte alla Giudecca, aber nur ein halbes Jahr waltete Zorzi dort seines Amtes, dessen er auf sein eigenes Ansuchen enthoben wurde. Nun ward er von seinem Orden folgeweise erwählt zum Definitor, Provincial und Propst seines Collegiums in S. Maria della Salute, wo er verblieb, bis ihn Papst Pius VI., nachdem im Jahre 1785 Monsignore Zaguri [Bd. LIX, S. 86] auf den bischöflichen Stuhl von Vincenza berufen worden, zum Bischof von Ceneda erhob. Als dann Nicolo Sagredo, Erzbischof von Udine, sein oberhirtliches Amt niederlegte, ernannte der Senat von Venedig, dem dies zustand, unseren Zorzi zum Nachfolger auf dem erzbischöflichen Stuhl von Udine. Kaiser Franz, als er die Regierung des lombardisch-venetianischen Königreichs antrat, verlieh ihm den Titel eines geheimen Rathes und Papst Pius VII. am 17. Jänner 1803 die Cardinalswürde. Doch war es dem Kirchenfürsten nicht lange gegönnt, sich dieser Auszeichnungen zu erfreuen, da ihn noch gegen das Ende des Jahres im vollsten Mannesalter der Tod ereilte. Woher Oettinger die Angabe, daß der Cardinal in Wien gestorben, entlehnte, ist uns nicht bekannt. Cardinal Zorzi war ein wissenschaftlich gebildeter Theolog, ein großer Kirchenredner. Einzelne seiner Homilien: aus Anlaß der Eröffnung des neuen Hospitals in Feltre, seine Lobrede auf den h. Bernhard, seine Rede bei der Errichtung des Klosters der Nonnen in Conegliano u. a. sind 1773, 1784, 1790 gedruckt worden. Um die tiefgesunkene Kanzelberedtsamkeit in Italien zu heben, beabsichtigte der Kirchenfürst die Herausgabe einer Auswahl der besten Werke des h. Johann Chrysostomus, und bereits 1797 erschien der „Discorso preliminare“. Aber sein früher Tod vereitelte die Ausführung dieses Planes. Dann ließ er eine italienische Uebersetzung des lateinischen Gedichtes des P. Ceva „Gesù bambino“ 1796 in Venedig erscheinen. Auch sonst bewährte sich der Cardinal als gewandter geistlicher Poet, wie es seine Dichtungen: „Atti della B. Angela Merici“; – „S. Margherita di Cortona“ und „B. Benvenuta da Cividale“ bezeugen, welche sich durch Harmonie des Verses und Reinheit der Sprache auszeichnen. In seinem Nachlaß fand sich eine Sammlung: „Sonetti tratti dalle Confessioni di S. Agostino“. Der Hingang [265] Zorzi’s, welcher als Mensch und Kirchenfürst eine Zierde der Gesellschaft war, ebenso durch seine Milde und Bescheidenheit wie durch seine Wissenschaftlichkeit sich auszeichnete und bezüglich der letzteren zu den Koryphäen des Ordens der Somascher, dem er angehörte, zählte, wurde, wie es die ihm gewidmeten Nachrufe bezeugen, nicht nur von seiner Diöcese, sondern auch von den Diöcesen Italiens tief betrauert.

Belgrado (Jacopo). Elogio funebre di P. A. Zorzi Cardinale arcivescovo di Udine (Udine 1804, 4°.). – Braida (Pietro). Oratio in funere P. A. Georgii (Zorzi) cardinalis archiepiscopi Udinensis (Utini 1804, 4°.). – Dalmistro (Angelo). Ritratto del vero vescovo (Venezia 1793, 8°.), davon erschienen zwei Auflagen. – Peruzzi (Pietro). In funere P. A. Georgii Cardinalis, oratio (Utini 1804, 4°.). – Pinzani (Francesco). Laudatio in funere P. A. Georgii cardinalis archiepiscopi Utinensis (Utini 1803). – Oettinger (E. M.). Moniteur des Dates. 31. livraison Juiliet 1868 (gr. 4°.) pag. 36.