BLKÖ:Aschbrenner, Thomas

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
Band: 1 (1856), ab Seite: 76. (Quelle)
[[{{{9}}}|{{{9}}} bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Aschbrenner, Thomas|1|76|}}

Aschbrenner, Thomas (Gelegenheitsdichter, geb. zu Wolkersdorf in Niederösterreich 24. Juni 1712, gest. zu Tulbing 9. December 1789). Nicht der Werth seiner Knittelverse, mit denen er bei jeder Gelegenheit zur Hand war, als eigentlich der Umstand, daß die bei jeder Festlichkeit mit großer Ausführlichkeit gedruckten Gelegenheitsgedichte einen Beitrag zur Culturgeschichte seiner Zeit bilden, räumt ihm eine Stelle in diesem Lexikon ein. Er ist der Sohn armer Bürgersleute, verlor früh seine Eltern und kam 1723 ins Haus seines Oheims, der ihn gut unterrichten ließ. Als dieser 1735 starb, ohne seinen Neffen im Testamente zu bedenken, verdiente sich A. durch mühsame Arbeit seinen Lebensunterhalt, bis er 1735 durch die Protection des Prälaten bei den Schotten, Karl Fetzer eine Tagschreiberstelle im spanischen Spital (das heutige Waisenhaus) erhielt. Die freie Zeit, die ihm sein Dienst übrig ließ, benützte er zur Abfassung von Geburts-, Namenstag-, Hochzeits- und Leichengedichten und zu jenen Reimsprüchen, die bei festlichen Beleuchtungen an den Fenstern prangten. In dem Buche „Wienerische Beleuchtung“ u. s. w., das bei Gelegenheit der Geburt des zweiten Prinzen Maria Theresia’s, Erzherzog Karl, in der Hofbuchdruckerei J. P. von Ghelen (Wien 1745. 4°. 496 S.) erschien, ist eine große Menge der darin enthaltenen Transparentschriften von A. verfaßt. Diese Fertigkeit in Gelegenheitsgedichten, die er besaß, verschaffte ihm viele Arbeit. Im hohen Alter noch machte er eine kleine Erbschaft von entfernten Verwandten, die ihn in den Stand setzte, seine Stelle niederzulegen und den Rest seiner Tage in Tulbing seiner Muse zu leben, wo er im Alter von 77 Jahren starb.

Schimmer (Karl Aug.), Bilder aus der Heimat (Wien 1853): „Ueber die Schriften desselben.“ – Bermann (Mor.), Oestr. biogr. Lexikon 3. Heft. S. 265.