BLKÖ:Bach, Friedrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Bach, Michael
Band: 1 (1856), ab Seite: 110. (Quelle)
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Bach, Friedrich[BN 1] (Dichter und Arzt, geb. zu Königgrätz in Böhmen 1817). Ist der Sohn eines geachteten k. k. Baubeamten. Uebersiedelte 1824 mit seinen Eltern nach Prag, wo er die erste Schulbildung erhielt. Frühzeitig entwickelte sich in ihm der Trieb zu dichten, den der ausgezeichnete Gelehrte J. Jungmann nährte und die Lecture deutscher Classiker, wie Zeichnungs- und Musikstudien förderten. Die Vorliebe für die Naturwissenschaften bestimmten die Wahl der Medicin zum Brotstudium. Doch blieb B. während dieser Zeit seiner Muse treu und mehrere kleine, beifällig aufgenommene Arbeiten geriethen in die Oeffentlichkeit. Die freundschaftliche Verbindung mit Alfred Meißner, Moritz Hartmann, Siegfried Kapper wirkte anregend auf B.’s Gemüth und schon 1839 ließ er ein Bändchen sinniger Poesien „die Sensitiven“ (Leipzig, Baumgärtner) erscheinen. Im J. 1842 erlangte B. den akad. Grad eines Doctors der Chirurgie und Magisters der Geburtshilfe, und die Poesie wich zum Theile den Anforderungen einer wohlüberlegten Lebenspraxis. Als im Frühjahr 1847 im Banater Bergdistrict eine heftige Typhusepidemie ausbrach, die bereits mehrere Aerzte hinweggerafft, begab sich B., der vorher schon in Prag und in der Umgegend als Arzt thätig gewesen, nach Oravicza im Banate und praktizirte daselbst mit Glück mehrere Jahre. 1851 ward er Montanarzt in Steyerdorf, kam 1855 in gleicher [111] Eigenschaft nach Reschitza, wo er nach dem Verkaufe der Banater Bergwerke an die k. k. priv. österr. Staatseisenbahngesellschaft als Montanarzt in die Dienste derselben übertrat. Zu gleicher Zeit mit B.’s. Uebersiedlung in das Banat erschien eine zweite, stark gesichtete und um das Doppelte vermehrte Auflage seiner „Gedichte“ (Leipzig 1847, Weber). Rud. Gottschall in seinem Werke: „Die deutsche Nationalliteratur in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts“ (Bresl. 1855, Trewendt, 2 Bde.) sagt im II. Bde. S. 505 von Fr. Bach: „Mit kalter verächtlicher Ruhe steht neben Johannes Nordmann, diesem stürmischen Phallusdiener, Fr. Bach ein träumerischer Romantiker, spielend, formlos, ironisch, fremd und Feind den bewegenden Mächten der Zeit.“

Berichtigungen und Nachträge

  1. Bach, Friedrich [s. d. Bd. I, S. 110], gestorben zu Werschetz im Banate am 5. September 1865 in Folge eines Schlaganfalles.
    Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1865, Nr. 251. [Bd. 14, S. 386.]