BLKÖ:Csollich, Markus Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Csoma, Alexander
Band: 3 (1858), ab Seite: 64. (Quelle)
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Csollich, Markus Freiherr von (k. k. Feldzeugmeister, Ritter des Mar. Theresienordens, geb. zu Priolaka in Slavonien 15. April 1766, gest. 14. Sept. 1844). Stammt aus einem in Croatien und der Herzegowina in vielen Zweigen verbreiteten adeligen Geschlechte. Sein Vater war k. k. Hauptmann im 9. Peterwardeiner Gränzregiment. Der Sohn trat am 1. April 1781 als Cadet bei den slavonischen Gränzhusaren ein, wurde am 1. Nov. 1785 zum Peterwardeiner Gränzregiment übersetzt, wo er am 1. April 1787 Fähnrich, am 1. Jänn. 1788 Unterlieutenant im Inf.-Reg. Joh. Mitrovsky Nr. 40 und 1790 Oberlieutenant wurde. Um die Mitte 1792 war er in Lothringen, 1793 bei der Vertheidigung der Schanzen von Trier und von 1794–1795 bei der Blockade von Luxemburg. Mit 1. Jänner 1796 kam er zum Gen.-Quartiermeister-Stab und avancirte im Juni zum Hauptmanne. Als solcher zeichnete er sich in der Schlacht bei Würzburg aus. In der Schlacht bei Stockach am 25. und 26. März 1799 gewann er die Anerkennung des Erzh. Karl und that sich auch beim Hauptangriff auf die Stellung von Zürich am 4. Juni hervor. Mit 10. Juni 1801 zum Major, mit 16. Nov. 1805 zum Oberstlieutenant und mit 5. März 1809 zum Obersten im Corps befördert, erhielt C. seine Eintheilung als Chef des Generalstabes bei dem 6. Armeecorps unter Feldmarschall-Lieutenant Hiller. Als solcher hatte er sich am 20. April bei Rohr durch wiederholte muthige Angriffe [65] des Feindes am 21. April durch zweckmäßige Leitung der Truppen während des Rückzuges von Landshut und am 24. April bei Neumark nicht nur durch den Entwurf des Angriffes, sondern auch durch dessen Ausführung ausgezeichnet. Neue Proben seiner Umsicht und Tapferkeit gab er am 3. Mai bei Ebelsberg; noch mehr aber am 13. Mai bei dem Angriff des Feindes bei den schwarzen Lacken, den er nicht nur angerathen, sondern auch glänzend geleitet hatte. In den beiden Schlachttagen von Aspern hatte C. stets an der Tête der Colonne durch seine Anschläge und seine thätige Verwendung erneuerte Beweise seiner Befähigung und seiner persönlichen Bravour gegeben. In der Relation über die Schlacht bei Deutsch-Wagram wurde der Oberst Csollich unter den vorzüglich Ausgezeichneten genannt, und mit allerh. Armeebefehl vom 24. Oct. 1809 zum Ritter des Mar. Theresienordens ernannt. Nach dem Friedensschlusse kam C. als Chef der Generalstabs-Abtheilung nach Ofen, 1812 zur Reservearmee in Galizien. Darauf zum Generalmajor befördert, erhielt er in dem Feldzug von 1813 eine Brigade bei der 3. Armeeabtheilung unter FZM. Graf Ignaz Gyulai. Bei Dresden und Kulm vom 22.–30. August, behauptete C. das wichtige Dorf Löbda gegen die wiederholten feindlichen Angriffe und in der Relation über die Schlacht von Leipzig wurde auch der Name des GM. Csollich von dem FZM. Graf Gyulai unter den Ausgezeichneten genannt. Bei der Einnahme des verschanzten Postens von Hochheim am Main am 9. Nov. bildete die Brigade Csollich die Tête der 1. Angriffscolonne. Auch hier, wo dem GM. Csollich der Sturm auf die Stadt übertragen wurde, zeichnete er sich durch den Heldenmuth und die Einsicht, welche er bei Führung der Sturmcolonnen an den Tag legte, so aus, daß sein Name unter denen der Helden des Tages obenan stand. In Anerkennung seiner Verdienste erhielt C. auch noch das Commandeurkreuz des östr. Leopold- und des königl. preuß. rothen Adler-Ordens. Nach dem ersten Pariser Frieden kam er als Brigadier nach Ungarn, befehligte während des kurzen Feldzuges von 1815 eine Brigade im Armeecorps des FML. Prinz Philipp von Hessen-Homburg, wurde 1826 FML. und Divisionär in Lemberg, 1827 2. Inhaber des Inf.-Reg. Don Miguel Nr. 39, kam 1829 nach Ungarn, 1833 nach Linz, wurde 1834 command. General in Slavonien u. Sirmien, 1841 FZM. in seiner Anstellung, in welcher er 1844 sein thatenreiches Leben beschloß.Nicetas Freiherr von – (geb. 1811). Des Vorigen einziger Sohn, ist gegenwärtig Generalmajor und Brigadier in Siebenbürgen.

Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausgegeben von Hirtenfeld und Dr. Meynert (Wien 1851) I. Bd. S. 811. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Mar. Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, Lex. 8°.) S. 963.