BLKÖ:Drużbacka z Kowalskich, Elsbeth

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Dreyschock, Alexander
Band: 3 (1858), ab Seite: 383. (Quelle)
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Drużbacka z Kowalskich, Elsbeth (polnische Dichterin, geb. in der Nähe von Lemberg 1687, gest. im Kloster zu Tarnow 1760). Sie war an den begüterten Polen Drużbacki, Zydaczewaer Schatzmeister, vermält und brachte den größten Theil ihres Lebens auf den Gütern des Mannes, die letzten Jahre im Kloster der Bernardinerinnen zu Tarnow zu. Mit ihr beginnt der Umschwung in der polnischen Literatur, welcher zur Zeit des Königs Stanislaus August Statt hatte. Den traurigen Tagen Augusts III., welche mit dem treffenden Sprichworte: „Zur Zeit des Königs aus Sachsen, iß trink und laß den Bauch dir wachsen“ charakterisirt sind, in denen jeder edlere Sinn für Literatur, Cultur, Fortschritt unter den Gelagen und Bacchanalien eines übermüthigen Adels erstarb, trat Elsbeth, die Gattin eines Kronbeamten, mit ihren Poesien voll Geist und Innigkeit auf und erregte die Aufmerksamkeit der Edlern im Volke. Mit Hilfe ihrer Muttersprache, deren vollkommene Kenntniß sie sich angeeignet, erweiterte sie ihr Wissen nach verschiedenen Richtungen, bildete ihren Geist an den Musterstücken [384] der besten alten Poeten, trat beherzt den Vorurtheilen, dem Sitten- und Sprachverderbniß ihrer Zeit entgegen und dichtete wie sie dachte, edel, warm und wahr. Ihre Schöpfungen bestehen aus epischen und lyrischen Gedichten, religiösen, moralischen und geschichtlichen Inhalts. Unter diesen Dichtungen befinden sich: „Życie Dawida“, d. i. Das Leben Davids; – „Pochwała lasów“, d. i. Das Lob der Wälder; – „Cztéry części roku“, d. i. Die vier Jahreszeiten; – „Skargi dam“, d. i. Die Klagen der Frauen u. m. a. Ihr Hauptwerk ist: „„Historya Chrześcijańska księżnej Elefantyny dowcipnem przemysłem J. Pani Elżbiety Drużbackiéj“, d. i. Die christliche Geschichte der Fürstin Elefantine humoristisch erzählt ... (Posen 1769, akad. Druckerei, 151 S., 4°.). Ihre anderen zuvor handschriftlich verbreiteten, zerstreuten Gedichte sammelte und gab heraus der berühmte Bischof Jos. Załuski; sie bilden den ersten Band des Sammelwerkes „Zebrania rytmów wierszopisów żyjących“, d. i. Sammlung der Poesien lebender Dichter (Warschau 1752, Piaristen-Druckerei, 548 S., 8°.); wovon eine zweite Auflage bei Breitkopf und Härtel (Leipzig 1837) in zwei Bänden erschien. Durch ein Versehen Załuski’s sind in die von ihm veranstaltete Ausgabe 5 Elegien als Gedichte der Drużbacka aufgenommen, deren Verfasser Ulrich Fürst Radziwiłł, welchen Irrthum Załuski selbst im III. Bande seiner Sammlung berichtigt. Elsbeth wurde schon zu ihrer Zeit gefeiert und der vorbenannte Radziwiłł, Joseph Minasowicz und Bischof Joseph Załuski besangen die geistreiche Frau. In Polen nannte man sie die zehnte Muse, und auch die polnische Sappho.

Bentkowski (Felix). Historya literatury polskiej, d. i. Geschichte der polnischen Literatur (Warschau und Wilna 1814, Zawadzki, 8°.) I. Bd. S. 383. – Wóycicki (K. Wł.), Historyja literatury polskiej, d. i. Geschichte der polnischen Literatur (Warschau 1846, Sennewald, 8°.) III. Bd. S. 151 [nach dieser geb. im J. 1687 in der Umgegend Lembergs, gest. 1760 in Tarnow]. – Sowińskí (Albert), Les musiciens polonais et slaves anciens et modernes (Paris 1857, Adrien Le Clere et Cie., gr. 8°.) S. 162. – Krasicki (Ign.), Zbiór wiadomości potrzebiejszych porządkiem alfabetu ułożonych, d. i. Sammlung nothwendiger Nachrichten in alphab. Ordnung (Warschau und Lemberg 1781, 4°., 2 Bde.) [nach diesem gest. 1752]. – Porträt. Dasselbe befindet sich vor dem I. Bande ihrer in der Ausgabe: „Biblioteka kieszonkowa klassykówa Polskich“, d. i. Taschenbibliothek der polnischen Classiker (Leipzig 1837, Breitkopf und Härtel) in zwei Bänden herausgegebenen Dichtungen.