BLKÖ:Gmeiner, Franz Xaver

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Glück, Barbara
Band: 5 (1859), ab Seite: 233. (Quelle)
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Gmeiner, Franz Xaver (Theolog, geb. zu Studenitz in Steiermark 6. Jän. 1752, gest. zu Graz 27. Febr. 1824). Widmete sich nach Beendigung seiner Studien der theolog. Laufbahn, erhielt die theolog. und philosoph. Doctorwürde, lehrte als außerordentl. Professor durch 6 Jahre das canonische Recht, und hielt Vorlesungen über deutsche Literatur. 1784 wurde er ordentl. Professor der Kirchengeschichte in Graz, am 6. Dec. 1816 kais. Rath und Director der philosophischen Studien. Nachdem seine letzten Lebensjahre von hypochondrischen Leiden getrübt waren, starb er im Alter von 72 Jahren. Als Schriftsteller, insbesondere seines Faches, hat er folgende Schriften herausgegeben: „Trauerrede auf Maria Theresia“ (Graz 1781); – „Beweis, dass die Ordensgelübde jener Orden, die der Landesfürst in seinen Staaten, nicht mehr dulden will, ohne vorhergehende Dispensation ihre Verbindlichkeit verlieren“ (Wien und Graz 1782); – „Beantwortung der Bemerkungen, welche Herr Modesti über meinen „Beweis, dass die Ordensgelübde u. s. w.“, gemacht hat“ (Ebenda 1782); – „Betrachtungen über die Geringschätzung und kümmerlichen Unterhalt der Seelsorge“ (Wien und Graz 1782); – „Meine Gedanken über die bischöflichen Consistorien überhaupt und insbesondere über die Ehestreitigkeiten, die in denselben entschieden werden“ (Graz 1782); – „Trauerrede auf Johann Anton, Prälaten zu Steinz in Steiermark“ (Wien u. Graz 1783); – „Hirtenbrief des Bischofs von Mantua an die Exkarthäuser seines Kirchsprengels, in Betreff ihrer aufgelösten Ordensgelübde mit Anmerkungen“ (Graz 1784); – „Schema Encyclopediae theologicae per terras Austriae ... theologis ... explanandae“ (Graz 1786); – „Epitome historiae ecclesiasticae Nov. Test.“ (Ebd. 1787); – „Literärgeschichte des Ursprunges und Fortganges der Philosophie“, 2 Bde. (Ebenda 1789); – „Institutiones [234] juris ecclesiastici“ ..., 3 Bde. (Ebd. 1792–1808), erlebte wie auch die deutsche Uebersetzung (1820) mehrere Auflagen; – „Specimen theologiae dogmaticae in systema redactae ...“, 2 Bde. (Ebenda 1784 u. f.), auch mehrere Auflagen; – „Das allgemeine deutsche Lehenrecht“, 3 Bde. (Ebd. 1795); – „Gelegenheitsreden“ (Ebd. 1804); – „Anweisung, wie Jünglinge von bessern Talenten die Anfangsgründe der Buchstabenrechnung von selbst lernen können“ (Ebenda 1805). Auch enthielten die Jahrgänge 1819 und 20 des Grazer Unterhaltungsblattes „Der Aufmerksame“ eine Folge von Biographien der steirischen Landesfürsten. G. war seiner Zeit als gründlicher Gelehrter und geistvoller aufgeklärter Priester geehrt und geachtet; seine Lehrbücher wurden auf auswärtigen Hochschulen, als Bamberg, Landshut, in den Niederlanden benützt, und noch im J. 1807 gingen mehrere hundert Exemplare derselben nach Coimbra in Portugal.

Schmutz (Carl), Histor.-topographisches Lexikon von Steiermark (Graz 1822, 8°.) I. Bd. S. 503. – Wincklern (Joh. Bapt. v.), Biograph. und literarische Nachrichten von den Schriftstellern und Künstlern, welche in dem Herzogthume Steiermark geboren sind (Graz 1810). – Steiermärkische Zeitschrift. Redigirt von Dr. G. Schreiner, Dr. Alb. Muchar, C. G. Ritter v. Leitner etc. Neue Folge. VI. Jahrg. 1. Hft. S. 118. – Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes (Wien, Doll, 8°.) 1810, III. Bd. S. 519. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann ), (Wien 1835) II. Bd. S. 387.