BLKÖ:Haberein von Armfeld, Franz Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Habel, Johann
Band: 6 (1860), ab Seite: 112. (Quelle)
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Haberein von Armfeld, Franz Freiherr (Oberst-Lieutenant und Maria Theresien-Ordensritter, geb. zu Prag 1772, gest. zu Fiume 7. Dec. 1835). Trat, 18 Jahre alt, 1790 in’s Infanterie-Regiment Ulrich Kinsky Nr. 36 als Cadet ein, und war schon in zwei Monaten (1. April) Fähnrich. In den Feldzügen gegen Frankreich wurde er Oberlieutenant, im italienischen Feldzuge 1799 schwer verwundet, mußte er 1. Mai 1800 in den Ruhestand treten. Als er hergestellt war, trat er in das Bataillon Desfours der Erzherzog Karl-Legion wieder ein, wurde in kurzer Zeit Capitän, nach Auflösung des Bataillons zu seinem früheren Regimente übersetzt, am 1. October 1813 Major, und im Infanterie-Regimente Nr. 56 eingetheilt, aber seiner Wunden wegen mußte er am 1. Mai 1814 in den Ruhestand treten. Jedoch noch im nämlichen Jahre im September übernahm er die Platzmajorsstelle zu Bergamo, später zu Pavia, kam im August 1821 zum böhmischen Grenzcordon, trat 1. Februar 1824 mit Oberstlieutenants-Charakter neuerdings in den Ruhestand, denselben am 4. Juni 1827 als Platzcommandant zu Fiume wieder verlassend. Außer den [113] schon erwähnten Feldzügen machte H. jenen vom Jahre 1809 in Deutschland mit, focht bei Aspern, wo er mit der Fahne und der Mitteldivision seines Regiments in dem Augenblicke vorrückte, als mehrere österreichische Bataillons von dem Feinde geworfen wurden. Die standhafte Vertheidigung seiner Stellung vereitelte das weitere Vordringen des Feindes. Bei Wagram befehligte er das Bataillon, eilte am 5. Juli, ohne den Auftrag dazu erhalten zu haben, an den Rußbach, und hielt hier gegen die andringende sächsische Infanterie mit großer Bravour Stand; am folgenden Tage aber bei Aderklaa, als die dort postirten Infanterie-Massen zum Theil schon in Unordnung geriethen, stellte sich H. im verheerenden Kartätschen-Feuer vor die Mitte des Bataillons, sprang der Erste in einen tiefen Graben, der das Dorf umschloß, mit seinem Beispiele das ganze Bataillon aufmunternd, so daß jeder es dem Anführer gleich zu thun strebte; ein furchtbares Handgemenge entstand, und Aderklaa wurde mit Hilfe der herbeigeeilten Grenadier-Bataillons Scovoux, Puteani und Brzezinsky dem Feinde wieder entrissen. Später focht H. mit gleicher Tapferkeit noch bei Znaim. Für diese Waffenthaten wurde H. mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet, und in Folge dessen im Jahre 1815 in den Freiherrn-Stand erhoben. Als H. starb zählte er 68 Jahre.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 1036, 1747. – Oesterr. Militär-Konversations-Lexikon, herausg. von Hirtenfeld und Dr. Meynert (Wien 1850 u. f.) Bd. III, S. 5. – Taschenbuch für die vaterländische Geschichte, herausg. von Freiherr v. Hormayr (Wien, bei Anton Doll, 16°.) Jahrg. III (1813), S. 124 (im Artikel: Oesterreichische Kriegsscenen von J. W. Riedler). – Freiherrnstands-Diplom vom 28. September 1815. – Wappen. Der Länge nach gespaltener Schild, im rechten blauen Felde ein silberner Hirsch im Sprunge, im linken silbernen Felde ein blauer Balken, in welchem ein geharnischter Arm einen goldenen Stab hält, oberhalb ein blauer Stern. Den Schild deckt die Freiherrnkrone, auf derselben ein in’s Visir gestellter gekrönter Helm, aus dessen Krone ein geharnischter, auf den Ellenbogen gestützter Arm hervorwächst.