BLKÖ:Haller von Hallerstein, Johann (I.)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 7 (1861), ab Seite: 249. (Quelle)
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6. Johann (I.) (geb. 1626, gest. 28. Februar 1697), ein Sohn Stephan (I.) Haller’s und Bruder Gabriel’s [siehe den Obigen]. Im Gegensatze zu seinem Bruder Gabriel, der zur reformirten Kirche übergetreten, war Johann ein eifriger Vertheidiger des katholischen Glaubens. Er war Obergespan des Thordaer Comitates und geheimer Rath des siebenbürgischen Fürsten Apafi I. Während der Unruhen, von denen sein Vaterland heimgesucht ward, wurde H. für seinen katholischen Eifer, welchen er dem Umsichgreifen des Protestantismus und Socianismus entgegen stellte, verhaftet und im Schlosse zu Fogaras gefangen gehalten. Während seiner fünfjährigen Haft schrieb er das Werk: „Clypeus tolerantiae“, welches später von Jacob Coreno in ungarischer Sprache übersetzt, unter dem Titel: „A bekesseges turesnek paizsa“ (1682) erschien; ferner: „Harmas historia, d. i. Dreifache Geschichte (Klausenburg 1695 und auch Preßburg 1750), eine Art Roman, welcher die Thaten Alexander’s des Großen, die Zerstörung Trojas und manch’ anderes historisches Ereigniß in ungarischer Sprache erzählt. Horányi nennt dieses Werk: „Liber elegans et varietate doctrinae amoenus“. Später wurde H. seiner Haft entlassen und von Michael Apafi und den siebenbürgischen Ständen zugleich mit Sigmund Perenssi, Mathias Miles und Michael Inczedi in dringenden Landesangelegenheiten an Se. Majestät den Kaiser Leopold I. gesendet. Diese Deputation, Haller an der Spitze, unterschrieb am 28. Juni 1686 jenen Vertrag, durch den Siebenbürgen unter Leopold’s Schutz und zugleich unter seine Oberherrschaft gestellt wurde. Im siebenbürgischen Staatsrechte pflegt man diesen Vertrag den Wiener oder Haller’schen Vertrag zu nennen. Johann wurde später von Leopold zum Thesaurarius (Schatzmeister) Siebenbürgens ernannt und starb als solcher im Alter von 71 Jahren. [Transsilvania, Beiblatt zum Siebenbürger Boten (Hermannstadt, 4°.) 1860, Nr. 17: „Zur Geschichte der Herren und Grafen Haller von Hallerstein“. – Schuler von Libloy (Friedrich), Kurzer Ueberblick der Literaturgeschichte Siebenbürgens (Hermannstadt 1857, 8°.) S. 70. – Ersch und Gruber, l. c., II. Section, 1. Theil, S. 306. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1776, Ant. Löwe, 8°.) Tom II, p. 71. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Masodik, az elsöt kiegészitő kötet ... Gyüjte Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Zweiter, den ersten ergänzender Band (Pesth 1858, 8°.) S. 102. – Nouvelle Biographie générale ... publiée par Firmin Didot frères sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris 1858, 8°.) Bd XXIII, Sp. 184.] –