BLKÖ:Hansch, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hansal, Martin Ludwig
Band: 7 (1861), ab Seite: 325. (Quelle)
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Hansch, Anton[BN 1] (Landschaftsmaler, geb. zu Wien 1815). Von seinen Eltern zu einem industriellen Modegeschäfte (Blumenfabrik) erzogen, durfte er auch die Blumenzeichnungsschule der kais. Akademie der bildenden Künste besuchen. Seine Liebe zur Kunst wurde immer lebendiger und auch durch die Gegenvorstellungen der Eltern war er nicht abzuhalten, sich in der Landschaft-Zeichnenschule unter Professor Mößmer ferner auszubilden. Als er sich später ganz und gar der Kunst hingab, begann der Kampf mit der Existenz und mühselig erwarb er sich das Nothdürftige, indem er für Trentsensky illuminirte und Unterricht im Zeichnen ertheilte. Die Zeit, die ihm übrig blieb, verwendete er zur fernern Ausbildung in der Kunst. Noch bestand damals keine Schule für die Oelmalerei, er begann daher ohne Anleitung sich dem eifrigsten Studium der Natur hinzugeben. Schon im Jahre 1835 brachte er ein Bild in Gouache auf die Ausstellung, welches jedoch wenig Beachtung fand; glücklicher war er mit zwei im Jahre 1836 ausgestellten Oellandschaften, welche von dem Kunstvereine und Sr. kais. Hoheit dem [326] Erzherzoge Franz Karl angekauft wurden, welch’ letzterer den talentvollen jungen Künstler im folgenden Jahre zu Ischl mit neuen Aufträgen beehrte, worauf deren auch von anderen Kunstfreunden folgten, was den Namen des Künstlers in weiteren Kreisen bekannt machte. Im Jahre 1839 gewann er mit einem Bilde den großen Hofpreis, die große goldene Medaille und auch den Rosenbaum’schen Compositionspreis. Seit dieser Zeit befestigte sich sein Ruf als Landschaftsmaler immer mehr und mehr und man begegnete auf allen Ausstellungen seinen Bildern, deren sich sowohl in den großen öffentlichen Gallerien, als auch in den Sammlungen der Privaten vorfinden. Der Künstler unternahm zum Behufe seiner Studien theils im Kaiserstaate, theils außerhalb der Grenzen desselben Kunstreisen, so im Jahre 1842 in die steirischen Gebirge, aus welchen er mit einer reichen Mappe trefflicher Compositionen und Studien zurückkehrte; im Jahre 1845 nach Oberösterreich; in den folgenden Jahren dehnte er seine Künstlerfahrten nach Tirol, der Schweiz und Italien aus, und legte die Früchte seiner Studien in von Kunstkennern sehr geschätzten Landschaftsbildern nieder. In den großen Ausstellungen der kais. Akademie der bildenden Künste zu Wien in den Jahren 1859 und 1860 erhielt er jedesmal den für Landschaften ausgesetzten Preis. Groß ist die Zahl seiner Bilder, viele waren ausgestellt; viele gingen gleich in den Besitz ihrer Besteller über. Hier folgt eine Liste der ausgestellt gewesenen und jener in den Gallerien und Sammlungen befindlichen, die ich entweder selbst gesehen oder von deren Vorhandensein ich Kenntnis habe. Ausgestellt waren in der Akademie der bildenden Künste bei St. Anna im Jahre 1835: „Der Waldbach Strub bei Hallstadt“, in Gouache, sein erstes öffentlich ausgestelltes Bild. – 1836: „Partie bei Hieflau in Steiermark“; – „Partie aus dem Gesäus in Steiermark“; – „Aus dem Neuwalde unweit des Schneeberges“, zwei verschiedene Ansichten. – 1840: „Gegend bei Bozen“; – „Partie aus dem Bregenzer Walde“ (beide Eigenthum des Hrn. F. Gall); – „Landschaft aus Niederösterreich“ (Eigth. des Hrn. Schlick); – „Das Stubeythal mit dem Sulzauer Ferner in Tirol“. – 1842: „Partie aus dem Etzthale in Steiermark“ (Eigth. des Hrn. Artaria); – „Der Wazmann“; – „Gewitterlandschaft mit dem Gardasee“ (in der Ausstellung im Volksgarten). – 1845: „Landschaft mit einem Waldbache“. – 1846: „Der Königsee“ (Eigth. des Hrn. Grafen Nostiz in Prag); – „Gebirgswald“ (Eigth. des Hrn. Fellner). – 1847: „Felspartie mit Bäumen and herabstürzendem Waldbache“; – „Morgennebel“ (Eigth. des Fürsten Kinsky); – „Ahorngruppe mit Kühen“ (Eigth. des Hrn. Bühlmeyer). – 1850: „Gebirgslandschaft“ (Eigth. des Hrn. Friedrich Henkel); – „Waldhügel“ (400 fl.); – „Der grosse Stuibenfall im Oetzthale in Tirol“ (Eigth. des Hrn. Ign. Imredy); – „Ideale Landschaft“ (300 fl.). – 1856: „Gebirgslandschaften“, drei verschiedene Ansichten (alle Eigth. des Hrn. Joseph Winter). – In den Ausstellungen des „österreichischen (neuen) Kunstvereins1851: „Der hohe Göll mit der Fernsicht nach Oesterreich“ (650 fl., von Dr. Mikschik in St. Petersburg gewonnen); – „Abendlandschaft“ (300 fl.); – „Gebirgslandschaft aus dem Pinzgau“ (400 fl., Eigth. des Hrn. David Weber); – „Das Wiesbachhorn im Pinzgau“ (Eigth. des Hrn. I. Kober), im December 1853 wieder ausgestellt; – „Gebirgslandschaft“ (600 fl., angekauft vom Kunstvereine, gewonnen von Arthaber); [327] – „Der Donnerkogel im Salzkammergute“ (Eigth. des Hrn. Maar); – „Der Dachstein von Gosau gesehen“ (180 fl., Eigth. S. D. des Fürsten Liechtenstein); – „Gebirgsfichten“ (Eigenth. des Hrn. F. Schlick); – 1852: „Gebirgslandschaft“ (Eigth. des Hrn. Winter); – „Zell am See“ (Eigth. des Hrn. Angeli); – „Partie an der Wasserfallalpe im Pinzgau“ (250 fl.); – „Gebirgslandschaft aus Tirol“ (150 fl.). – 1853: „Gebirgslandschaft mit Wasserfall und Brücke“ (250 fl.); – „Die Ortlerspitze in Tirol“ (Eigenth. des Hrn. J. Lehrner); – „Gebirgssee“ (Eigth. des Hrn. Angeli); – „Die Hütteneckalpe mit der Ansicht des Hallstädtersee’s und des Dachsteins im Salzkammergute“ (Eigth. des Hrn. A. Löwenberg). – 1854: „Die Jungfrau, der Mönch und der Eiger von der Wengernspitze gesehen bei Morgenbeleuchtung“ (1000 fl.); – „Partie am Königssee. Studie“ (Eigth. der Frau Obermeyer); – „Gebirgslandschaft“ (Eigth. des Hrn. Georg Plach). – 1855: „Fernsicht von Luzern auf den Vierwaldstädtersee“ (Eigth. des Grafen Moriz St. Genois); – „Der Grossglockner in Kärnthen“ (350 fl.); – „Partie bei Meyringen im Haslithale“ (800 fl.); – „Die Jungfrau mit der Fernsicht auf die Wengernalpe und den Staubbach im Lauterbrunnenthal“ (700 fl.); – „Aulandschaft. Abend“ (300 fl.); – „Morgennebel am See“ (400 fl.). – 1856: „Hochgebirgslandschaft“ (vom Kunstvereine gekauft um 500 fl.); – „Landschaft aus dem Haslithale in der Schweiz“ (650 fl.); – „Capelle bei Torbole am Gardasee“ (250 fl.); – „Waldpartie im Gebirge“ (Eigth. d. Hrn. Aug. Zeppezauer); – „Am Chiemsee. Abendlandschaft“ (200 fl.). – 1857: „Landschaft aus der Schweiz“ (900 fl.); – „Motiv aus den Aargletschern“ (500 fl.); – „Wasserfall im Gebirge“; – „Partie am Königssee“ (Eigth. des Hrn. Artaria). – 1859: „Der Thorstein in der hintern Gosau“ (500 fl.). –1860: „Landschaft in der Schweiz aus der Hanteck“ (400 fl.); – „Landschaft von der Hinteralpe bei Neuberg in Steiermark“ (Eigth. des Herzogs August von Sachsen-Coburg-Gotha); – „Neubeurn im Innthale“ (250 fl.). – In der Prager Kunstausstellung vom Jahre 1857: „Landschaft aus dem Salzkammergute“; – „Motiv aus dem Schmadribache in der Schweiz“ (350 fl.); – „Landschaft aus dem Pinzgau mit dem Zellersee“ (400 fl.). – In der September-Ausstellung bei Gelegenheit der 32. Versammlung der deutschen Naturforscher und Aerzte in Wien im September 1856: „Der Brunnen zu Golling“ (gem. 1853; Eigth. des Hrn. Ant. Kranner); – „Der Waldbach“ (Eigth. des Hrn. J. Fellner). – In der Münchener historischen Ausstellung vom Jahre 1858: „Aus dem Haslithale“ (Eigth. des Grafen Beroldingen in Wien); – „Gebirgslandschaft“ (Eigth. des Hrn. Haller in Wien); – „Brunnen im Salzkammergute“ (Eigth. des Grafen von Thun). – In der kais. Gallerie im Belvedere: „Gegend am Königssee mit Staffage“ (bezeichnet Hansch 1849); – „Der Gletscher der „Jungfrau“ in der Schweiz“; – „Unter den Linden. Gegend bei Chiemsee. Abendlandschaft“ (bezeichnet Hansch 1858). – Von nicht ausgestellt gewesenen Bildern sind zu nennen: „Ansicht eines Theiles von Heiligenblut in Kärnthen“, Eigenthum des Herrn Georg Plach; – „Die Jungfrau“ (gemalt 1856), Eigenthum des Herrn Zeppezauer; – „Urwald“ (gemalt 1861), Eigenthum der Fürstin Maria Kinsky. In den Quellen sind mehrere Urtheile von Kunstkennern und Kritikern mitgetheilt; alle, auch jene, die nicht frei von Tadel sind, erkennen das reiche Talent des Künstlers an und räumen demselben eine hervorragende Stelle unter den Landschaftern des Kaiserstaates ein.

[328] Cataloge der Ausstellungen in der Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien von den Jahren 1835, 1836, 1840, 1845, 1850, 1852 und 1856. – Cataloge der Monatsausstellungen des österreichischen (neuen) Kunstvereines 1852: April und October; 1853: Jänner, März. Juni, October, December; 1854: Jänner und Juni; 1855: Februar, März. April, Juni, December; 1856: Februar, März, Mai, November, December; 1857: Februar, März, August, September; 1859: December; 1860: Februar, März, November. – Engert (Erasmus), Catalog der modernen Schule der kais. kön. Gemälde-Gallerie im Belvedere zu Wien (Wien 1860, Gerold. 8°.) S. 15 [nach diesem, wie nach Krafft geb. 1813, nach des Künstlers eigener Angabe 1815; von dem Herausgeber dieses Lexikons brieflich um Mittheilungen über seinen Bildungsgang und seine Werke ersucht, ließ H. demselben einige flüchtige Notizen zukommen, aus denen er nur die Angabe des oben angeführten Geburtsjahres benützen konnte[1]]. – Krafft (Albr.), Die-moderne Schule der k. k. Gemälde-Gallerie (Wien 1854, A. Pichlers Witwe, 8°.) S. 13. – Beilage zu M. Auer’s poligrafisch-illustrirter Zeitschrift „Faust“ 1856, Nr. 23, S. 8. Im Aufsatze: „Die September-Ausstellung des österreichischen Kunstvereines“ (1856). Besprochen von Kertbeny. [Daselbst heißt es S. 8 über Hansch: „Von österreichischen Landschaftern der modernen Schule muß vor Allen Anton Hansch genannt werden. H. besitzt viel Auge für Totalität, ziemlich natürliche und frische Poesie und einen gefälligen Vortrag, dessen Technik auch stets ausgeschliffener wird.“] – Daß Nagler dieses Künstlers nicht gedenkt, erklärt sich, indem Nagler’s Lexikon im Jahre 1837 bei dem Buchstaben H stand, in welchem Jahre H. nur noch wenig bekannt war; aber die Auslassung dieses Künstlers in Müller’s „Künstler aller Zeiten und Völker“ ist ungehörig. – Katalog zur deutschen allgemeinen und historischen Kunstausstellung in München im Jahre 1858, Nr. 767, 775, 784, 804. – Frankl (Ludwig August), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) I. Jahrgang (1842), S. 357, 471, 861 und 932; – II. Jahrg. (1843), S. 215, 478; – V. Jahrg. (1846), S. 23, 642; – VI. Jahrg. (1847), Kunstblatt, S. 18. – X. Dusch in seiner kritischen Beleuchtung der Ausstellung in Wien 1842, „Sonntagsblätter“, S. 357, schreibt über Hansch: „H. bringt mehre Landschaften, die sich durch Wahrheit, Kraft der Farben auszeichnen. Jede Partie, jede Einzelheit zeigt vom Studium der Natur, so wie seine Ideale die schönsten Früchte poetischer Anschauung sind; doch sollte Hansch die Kälte seiner Luft, die oft aus seinen Bildern hervorweht, mit Feid’scher Kunst und Feid’scher Sonnenwärme zu verscheuchen streben.“ – Melly in seiner Beurtheilung der Ausstellung im Jahre 1843 sagt von Hansch’s Bildern: „In Bravour des Vortrags stellt Hansch die meisten Landschafter in Schatten. Ein hohes kühnes Talent, aber hart am Abwege, wo die Kunst von der Manierirtheit Abschied nimmt. So ist es mir erschienen. Leicht möglich, daß ich irre“ (Sonntagsblätter 1843, S. 478), und einige Jahre später schreibt Eitelberger bei Beurtheilung einiger Bilder von Hansch: „Die Gemälde von Hansch sind mangelhaft als Compositionen, glänzend aber manierirt vorgetragen. Auch bei ihnen überwiegt das Detail den Sinn für Harmonie des Ganzen“ (ebd 1846, S. 643).

  1. Bei dieser Gelegenheit kann der Herausgeber dieses Werkes nicht umhin, bitter zu klagen über die Theilnahms- und Rücksichtslosigkeit so Vieler, welche auf seine frankirten Zuschriften, worin sie um objectiv gehaltene Mittheilungen über ihr eigenes Leben oder das ihrer denkwürdigen Eltern und sonstigen Angehörigen, oft nur um Angabe des Geburts- und Sterbedatums ersucht werden, nicht einmal antworten, und so demselben seine Arbeit nicht nur erschweren, sondern ihn, da er leider vergeblich wartet, in der Förderung eines Werkes hindern, das doch wahrhaftig mehr verdient, als durch solch unzeitiges Schweigen in seinen, rascheren Fortgange aufgehalten zu werden.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Hansch, Anton [Bd. VII, S. 325]. Ein Verzeichniß von 181 Bildern dieses vortrefflichen Landschafters, u. z. Ansichten aus Salzburg, Kärnthen, Tirol, Steiermark, Niederösterreich, Bayern und der Schweiz, enthält der Ausstellungs-Katalog vom Februar 1869 des Wiener Künstlerhauses. [Bd. 26, S. 387.]