BLKÖ:Jachimowicz, Gregor Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Jachimek, Franz Karl
Band: 10 (1863), ab Seite: 11. (Quelle)
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Jachimowicz, Gregor Freiherr von[BN 1] (Metropolit der griechisch-unirten Kirche zu Lemberg; geb. in Galizien 6. Februar 1792). Erhielt nach beendeten theologischen Studien am 26. September 1816 die h. Weihen, widmete sich dem Lehramte und war mehrere Jahre Professor der Religionswissenschaft an der philosophischen Facultät der Lemberger Hochschule. Zugleich glänzte er als deutscher Kanzelredner. Am 21. November 1841 wurde er zum Bischof von Pompejopolis in partibus und zum Weihbischof des Lemberger griech. kath. Erzbisthums bei St. Georg ernannt, dessen Angelegenheiten er ernstlich förderte. Am 12. April 1848 wurde er zum Bischof von Przemysl, Sambor und Sanok ernannt, blieb aber noch fast ein ganzes Jahr in Lemberg, wo er während der Wirren des gen. Jahres als Präsident des ruthenischen Nationalrathes eine energische Thätigkeit entfaltete und den Bestrebungen der polnischen Partei entgegentretend, die Ruthenen ermahnte, an ihrem Glauben, an ihrer Nationalität und an ihren Rechten festzuhalten und dem Kaiser ihre Treue zu bewahren. Am 25. März 1849 feierlich in seiner Diöcese inthronisirt, bekleidete er die bischöfliche Würde über ein Jahrzehend, bis er am 5. September 1859 zum Metropolitan von Halicz, Erzbischof von Lemberg und Bischof von Kameniec erhoben wurde. Von den Wählern in Przemysl 1848 in den constituirenden Reichstag zu Wien und Kremsier gewählt, zählte J. zu den treuesten Stützen der Regierungspartei. Im Drucke erschien von ihm: „Kazanie miane dnia 3. paźdź. 1840 w kościele lwowskum X. X. Jezuitów na uroczystość pamiątki kanonizacyi Sw. Fr. de Hieronimo“, d. i. Predigt, gehalten am 3. October 1840 in der Jesuitenkirche zu Lemberg, anläßlich der Gedächtnißfeier der Heiligsprechung des H. Fr. de Hieronymo; und eine Abhandlung über die Regeln, nach welchen die Slaven des griechischen Ritus den Ostertag berechnen (Lemberg 1836, Stauropignianische Druckerei). Die um Staat, Kirche und die leidende Menschheit erworbenen Verdienste des gelehrten Kirchenfürsten belohnte Se. Majestät durch die mit Allerh. Entschließung vom 9. Juli 1849 erfolgte Verleihung des Commandeurkreuzes des Leopold-Ordens, welcher statutengemäß [12] im Jahre 1854 die Erhebung in die Freiherrnwürde folgte.

Rittersberg (J.), Kapesní slovníček (Prag 1850, Pospišil, kl. 8°.) Bd. I, S. 784. – Freiherrnstands-Diplom vom 12. Juli 1854. – Wappen. In Blau ein silberner bluttriefender Pelikan mit drei Jungen auf abgeledigtem grünen Boden linkwärts gestellt. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf derselben erhebt sich ein in’s Visir gestellter Turnierhelm, aus dessen goldener Krone sich drei silberne Straußenfedern erschwingen. Die Helmdecken sind blau, mit Silber unterlegt.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Jachimowicz, Gregor Freiherr von [s. d. Bd. X, S. 11], gestorben zu Lemberg 29. April 1863.
    Wiener Zeitung 1863, Nr. 106, S. 421. – Die Presse 1863, Nr. 123 u. 127: „Correspondenzen aus Lemberg vom 1. und 6. Mai“. [Bd. 14, S. 488.]