BLKÖ:Jakab, Stephan

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Jais, Aegydius
Band: 10 (1863), ab Seite: 54. (Quelle)
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Jakab, Stephan (Polyhistor, geb. zu Mezö-Keresztes im Biharer Comitate 1798). Sein Vater war bischöflicher Wirthschaftsbeamter, der Sohn besuchte die Schulen zu Großwardein und Pesth. Im Jahre 1820, 22 Jahre alt, übernahm er ein Lehramt der Philosophie, trat aber schon 1823 bei der Pesther Statthalterei als Concepts-Prakticant ein, in welcher er 1836 die Stelle eines Protokollsdirectors erhielt. Die Muße seines amtlichen Berufes verwendete er zu literarischen Arbeiten mannigfacher Art. So schrieb er Stücke für das National-Theater, als: „Falusi lakodalom“, d. i. Die Dorfhochzeit, 1833; „Zsarnok apa“, d. i. Der tyrannische Vater, 1836, letzteres in Jamben; „Isabella“, Trauerspiel in 4 Acten; übersetzte ein Trauerspiel Voltaire’s so gut in’s Ungarische, daß ihm die ungarische Akademie den Preis zuerkannte. Auch bearbeitete er mehrere französische Operntexte für die ungarische Bühne und dichtete 1838 selbst einen unter d. Tit.: „Csel“, d. i. Hinterlist. Außerdem bearbeitete er viele Trauer und Lustspiele fremder Sprachen für das ungarische Theater, Im höheren Auftrage übersetzte er mehrere gemeinnützige Abhandlungen, als 1836: „Oktatas a marhadogrol“, d. i. Belehrung über die Viehseuchen, „Pestis elleni kozbatorsagi rend“, d. i. Allgemeine Sicherheitsmaßregeln gegen die Pest. J. war auch einer der fleißigsten Mitarbeiter an dem bei Wigand erschienenen ungarischen Conversations-Lexikon; er ist ein geschickter Zeichner und Musiker, als letzterer hat er mehrere Compositionen, welche Beifall fanden, veröffentlicht und an der Bildung des Pesth-Ofner Conservatoriums für Musik lebhaft Theil nehmend, dessen Statuten verfaßt. Schon im Jahre 1837 hat ihn die ungarische Akademie zum correspondirenden Mitgliede ernannt.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) S. 227. – Ujabb kori ismeretek tára., d. i. Das neue Conversations-Lexikon (Pesth, Heckenast, 8°.) Bd. IV, S. 514. –