BLKÖ:Koch, Anton Ignaz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kobylica, Lucian
Band: 12 (1864), ab Seite: 180. (Quelle)
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Koch, Anton Ignaz (k. k. Bergrath, geb. zu Frauenthal im Marburger Kreise Steiermarks um das Jahr 1775). Hörte die philosophischen Studien und die für das Baufach erforderlichen Wissenschaften in Gratz, ging dann nach Schemnitz und trat 1797, nachdem er die Collegien der Bergakademie beendet, in den Staatsdienst. Er wurde 1798 Werksüberseher bei der k. k. Messingfabrik in Frauenthal, 1801 Controlor daselbst, 1821 Oberverweser, in welcher Eigenschaft er seiner ausgezeichneten Dienstleistung wegen im Jahre 1835 eine jährliche Personalzulage erhielt. Im Jahre 1841 mit dem Titel eines k. k. Bergrathes ausgezeichnet, trat er 1846, als der Aerarialbetrieb aufgelassen und die Messingfabrik in Frauenthal verkauft wurde, nach 49jähriger Dienstzeit in den Ruhestand. Im Gebiete des Schmelzwesens, und namentlich in der Behandlung des Messings hat sich K. unbestrittene [181] Verdienste erworben. An Stelle des bisher angewendeten Weinsteins hat er bei dem Beitzen des Messings die früher unbenutzt gelassene Holzessigsäure eingeführt und dadurch bedeutende Ersparungskosten in der Manipulation erzielt. Auch hat er, indem er die abgefallenen und früher unbenutzt gelassenen Zinkoxyde und Beitzrückstände weiter verwendete, dem Aerar erhebliche Vortheile gebracht. Bei der feindlichen Invasion im Jahre 1809 hat er durch seinen Muth und durch seine Energie die großen Vorräthe an Roh- und Fabriksproducten gerettet. Im Jahre 1820 führte er wesentliche Verbesserungen in der Schmelzmanipulation und noch andere Einrichtungen ein, durch welche der Ertrag bedeutend erhöht wurde. Bis zum Jahre 1833 mußte zur Erzeugung des sogenannten Tafelmessings und der feineren Drahtsorten russisches Kupfer, und zwar um namhafte Summen eingeführt werden. Koch war nun darauf bedacht, diese Industrie von ihrer bisherigen Abhängigkeit vom Auslande zu befreien. Nach unzähligen Versuchen und Einführung verschiedener erprobter Verbesserungen war es ihm endlich gelungen, aus inländischem Kupfer so ausgezeichnete Messinggattungen zu erzeugen, wie früher, als dazu das theure russische Kupfer verwendet wurde. In Folge seiner Tüchtigkeit wurde er auch beauftragt, die zu Frauenthal angewendeten Verbesserungen in der k. k. Messingfabrication zu Achenrain in Tirol einzuführen, welche Aufgabe K. mit aller Sachkenntniß löste.

Kraus (Joh. Bapt.), Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann des österreichischen Kaiserstaates für das Jahr 1848 (Wien, Ferdinand Ulrich, 8°.) I. Jahrgang, S. 190. –