BLKÖ:Kolowrat, Johann (Hanusch II.)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 381. (Quelle)
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32. Johann (Hanusch II.) (gest. 23. September 1483), ein Sohn Johann’s (I.) aus dessen Ehe mit Elisabeth Towaczowsky. Anfänglich für den geistlichen Stand erzogen, drängte es ihn, an den Hussitenkämpfen Theil zu nehmen und er schloß sich den Zügen seines Vaters gegen dieselben an. Als es aber Friede im Lande wurde, kehrte er zu den Wissenschaften zurück, deren Pflege ihm stets theuer geblieben war. Er war mit Katharina von Sternberg vermält; als er aber seine Gattin in kurzer Zeit durch den Tod verlor (1465), beschloß er, dem Weltleben zu entsagen und wurde mit des Papstes Paul Bewilligung im Jahre 1467 Priester, und zwar Domcapitular auf dem Prager Schlosse, dann Propst auf Wyssehrad und nach Jodok’s von Rosis Tode Administrator des Prager Erzbisthums und päpstlicher Commissär der ganzen Diöcese. Johann wirkte mit aller Energie für Aufrechthaltung des katholischen Glaubens und trat in dieser Hinsicht selbst dem Könige Georg von Podiebrad muthvoll entgegen. Als nach Georg’s Tode Unruhen das Land in seine [382] kaum überstandenen Drangsale von Neuem zu stürzen drohten, vereinte Hanusch auf dem Landtage zu Kuttenberg die entzweiten Stände und bestimmte sie, unter sechs Thronbewerbern sich für Wladislaus von Polen zu entscheiden. In seinen letzten Lebensjahren war Hanusch geheimer Rath des Königs Mathias von Ungarn. Sein Sohn, den ihm Katharina von Sternberg geboren, war Albert (IV.), der berühmte Oberstburggraf von Karlstein, dessen schon oben [Nr. 3] gedacht worden. –