BLKÖ:Lamatsch von Warnemünde, Paul (Vater)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lamatsch, Ignaz
Band: 14 (1865), ab Seite: 16. (Quelle)
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Lamatsch von Warnemünde, Paul, der Vater (k. k. Hauptmann, geb. zu Rötz in Niederösterreich im Jahre 1778, gest. 9. Februar 1834). Trat im Juli 1794 in das Infanterie-Regiment Nr. 57 Freiherr von Minutillo als Privat-Cadet ein, wurde in dritthalb Jahren Fähnrich und rückte innerhalb 16 Jahren zum Hauptmann im Regimente vor. Er hat die Feldzüge der Jahre 1796, 1797, 1800, 1801, 1809, 1813 und 1815 mitgemacht, wurde in den Treffen bei Casteggio in Piemont (9. Juni 1800) und bei Bozuolo am Mincio (25. December [17] d. J.) schwer verwundet und hat sich im Treffen bei Rivoli im Jahre 1796, sowie in den Gefechten bei St. Guistina im Jahre 1800 im genuesischen Küstenlande durch seine Bravour, insbesondere in den letzteren sehr ausgezeichnet, indem er am 14. und 15. April einen in aller Eile errichteten Verhau durch volle vier Stunden gegen einen weit überlegenen Feind standhaft vertheidigte und mehrere Versuche desselben, den Verhau mit Sturm zu nehmen, muthvoll vereitelte, dabei aber dem Gegner durch seine kaltblütige Vertheidigung großen Verlust beibrachte. Ueberdieß wurde L., der eine wissenschaftliche Ausbildung genossen, im Frieden viele Jahre hindurch als Lehrer in militärischen Wissenszweigen verwendet. Später trat er mit Majors-Charakter in den Ruhestand. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er im Jahre 1824 mit dem Prädicate von Warnemünde in den erbländischen Adelstand erhoben. – Sein Sohn, gleichfalls Paul (geb. zu Josephstadt in Böhmen 13. März 1805), hatte zu Olmütz im Jahre 1826 die juridisch-politischen Studien vollendet, wurde 1829 Untersuchungscommissär des k. k. mährisch-schlesischen Criminalgerichtes in Troppau und im Jahre 1813 Secretär des Magistrates und Criminalgerichtes der königlichen Stadt Hradisch. Schon seit dem Jahre 1825 veröffentlichte er kleinere literarische Arbeiten, und zwar zuerst im Brünner Wochenblatte, später wurde er Mitarbeiter der in der vormärzlichen Periode ihrer gediegenen Haltung wegen beliebten, von Schickh, später von Witthauer redigirten „Wiener Zeitschrift“. Seit dem Jahre 1831 erschienen aber viele seiner kleineren Arbeiten, in den Ebersberg’schen „Feierstunden“ und in den denselben beigegebenen „Blättern zur Uebung“. Selbstständig gab er heraus: „Erzählungen, Sagen und Gedichte“, 2 Bde. (Brünn 1840, gr. 8°.).

Adelstands-Diplom vom 3. Mai 1825 – Tapferkeits-Zeugniß des Feldzeugmeisters Grafen Saint-Julien dd. Theresienstadt 23. December 1824. – Ebersberg (J. S.), Feierstunden für Freunde der Kunst, Wissenschaft und Literatur (Wien, Sollinger, gr. 8°.) Jahrgang 1835, Bd. I, S. 157. – Wappen. Längs roth und gold getheilter Schild mit silbernem Schildeshaupt. Im rechten rothen Felde ein vierzinniger silberner Festungsthurm mit geschlossenem Thore. Links im goldenen Felde ein blauer Querbalken. Auf dem Schilde ruht ein rechtsgekehrter goldgekrönter Turnierhelm, aus dessen Krone vier wallende Straußenfedern, eine silberne, rothe, goldene und blaue, sich erheben. Die Helmdecken sind rechts roth mit Silber, links blau mit Gold belegt.