BLKÖ:Liechtenstein, Christoph (gest. 1445)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 120. (Quelle)
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8. Christoph (gest. 1445), ein Sohn Heinrich’s (IV.) aus dessen zweiter Ehe mit Anna von Zelking und Bruder Georg’s, der das Geschlecht fortpflanzte. Christoph hielt in Kaiser Friedrich’s IV. Bedrängniß mit unverbrüchlicher Treue zu ihm und wurde von Friedrich zu seinem Feldobersten ernannt. Christoph erwarb ansehnlichen Reichthum, wie solches schon seine letztwillige Anordnung errathen läßt; denn jedem der zwölf Edelleute, die in seinem Dienste gestanden, verschrieb er ein vollkommen ausgerüstetes Pferd aus seinem Stalle und mehrere Goldstücke, und jeder von den Edelfrauen in seiner Gattin Gefolge ein seidenes Kleid mit noch einer größeren Summe von Goldstücken. Der von ihm mit seiner Gattin Amalie von Buchheim erzeugte Sohn Leonhard zeichnete sich auf dem zur Feier der berühmten Dietrichstein’schen Hochzeit abgehaltenen Turniere als einer der ersten Kämpfer aus. Leonhard’s Sohn, auch ein Christoph, hinterließ aber ob seiner [121] Verschwendung ein übles Andenken in der Familie. Mit seiner Gattin Garska hatte er sein ganzes Besitzthum, Nikolsburg, Wasenstein, Maidenburg, Dürrenholz und Kostel, vergeudet und war ohne Kinder in größter Armuth zu Brünn gestorben. Mit ihm erlosch dieser Zweig der mährisch-österreichischen Linie, welche von mehreren Genealogen, zum Unterschiede der von seinem Großoheim Georg gestifteten mährisch-österreichischen, auch bloß die mährische Linie genannt wird. –