BLKÖ:Liechtenstein, Wappen der

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 138. (Quelle)
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VI. Das Wappen der Fürsten Liechtenstein. Das Wappen, wie es bereits der Kampfheld und Sänger |Ulrich von Liechtenstein beschreibt, ist „ein weißes Schild und zwei schwarze Bar, schief nach dem Schwerdt zu Thal“. Dieses heraldisch ausgedrückt: zwei von der rechten zur linken schräg laufende schwarze Querbalken im silbernen Felde. Jetzt sind diese Querbalken nicht mehr schräg, sondern theilen den Liechtensteinischen Herz- und Mittelschild gerade in Gold und Roth. Allem Anscheine nach aber haben die verschiedenen Linien meist die Stellung und wohl auch die Farben mitunter [139] gewechselt. Nur die steirische Linie, von der ältesten bis zur jüngsten Urkunde, hat jenes einfache Wappenbild immer strenge, ohne die mindeste Abänderung (mit Ausnahme einiger ganz unwesentlichen äußeren Verzierungen, manchmal auch weißer Schrägbalken auf schwarzem Felde), geführt und beibehalten. Das Grabmal Georg’s [S. 123, Nr. 20], des Gemals Magdalenens von Polheim, der am 6. August 1548 gestorben und bei den Michaelern in Wien beigesetzt liegt, zeigt das Liechtensteinische Wappen bereits in seiner jetzigen Gestalt. Später, 1620, fügte Kaiser Ferdinand II. den Brüdern Karl, Maximilian und Gundacker auch das Wappen der Kuenring, welche schon im Jahre 1594 erloschen und mit denen die Liechtensteine durch fünf Heirathen versippt waren, hinzu. Es war dieß der rothe Ring, der Rautenkranz und das silberne und roth quergetheilte Schild. Nachdem die beiden Brüder Karl und Maximilian die zwei Schwestern Anna und Katharina Szembera von Boskowitz, die Töchter des letzten am 30. April 1597 gestorbenen Johann Szembera von Boskowitz, geheirathet, kam noch das Boskowitzische Wappen: Der in der uralten Sage fortlebende goldene Kamm im rothen Felde, in den Lichtensteinischen Schild. Als endlich später Gundaker, der dritte Bruder der beiden Vorgenannten, durch seine beiden Heirathen mit Agnes Gräfin von Ostfriesland und mit Elisabeth Lucretia Herzogin von Teschen Ansprüche auf die Reichsgrafschaft Rittberg erhob, worin aber die Kaunitze wider ihn die Oberhand behielten, haben die Liechtensteine auch noch das Rittberg’sche Anspruchswappen geführt. Das heutige Staatswappen der Liechtensteine besteht aus einem gevierteten Schilde mit Herzschild und unten eingeschobener Spitze. Der Herzschild ist von Gold und Roth getheilt (das eigentliche Stammwappen). 1: in Gold ein schwarzer Adler mit silbernem Monde, darüber ein silbernes Kreuzchen auf der Brust (wegen den Besitzungen in Schlesien); 2: von Schwarz und Gold neunmal getheilt mit einem Rautenkranz schräg überlegt (wegen der Herrschaften in Sachsen); 3: von Roth und Silber gespalten (Herzogthum Troppau); 4: in Gold ein schwarzer Jungfrauen-Adler (wegen Schellenberg) und die eingeschobene blaue Spitze hat ein an goldener Schnur herabhängendes goldenes Jagdhorn (wegen Jägerndorf). Den Schild umgibt ein mit dem Fürstenhute gekrönter hermelingefütterter Fürstenmantel. Dr. Otto Titan von Hefner gibt im ersten Bande seines (zu schwerem Nachtheile seiner Besitzer unvollendeten, so kostspieligen) Werkes: „Das große und allgemeine Wappenbuch weiland J. Siebemacher’s neu herausgegeben, geordnet und vervollständigt“ (Nürnberg 1854, Bauer u. Raspe [Julius Merz], 4°.), auf Tafel 111 untere Hälfte folgende Abbildung eines Liechtenstein’schen Wappen aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts (1790): Der förmliche kaiserliche Doppeladler trägt das Liechtenstein’sche, von einem Fürstenhute gekrönte Stammwappen auf der Brust. Es wird dieß von Heraldikern [Schlosser, De aestimatione heraldica (1729), § 23] als eine merkwürdige Ausnahme des Gebrauches des deutschen Reichsadlers in unveränderter[WS 1] Gestalt angesehen. Die Tafeln 110 und 111 in der oberen Hälfte zeigen die erstere das Stammwappen, dessen sich die Liechtensteine bis zu ihrer Erhebung in den Fürstenstand bedienten (mit dem Helmschmucke: ein roth und gold übereck getheilter offener Flug mit roth-goldenen Decken); letztere ein Wappen aus dem Jahre 1623, welches die Liechtensteine sogleich nach ihrer Erhebung in den Fürstenstand annahmen und in welchem die Stellung der Felder eine andere ist, während Herzschild (Stammwappen) und eingeschobene Spitze (Jägerndorf) dieselben sind. Im Hauptschilde ist 1 das heutige Feld 2; 2 ist ein eben mit Spitzen versehener goldener Sparren (Kamm), das Boskowitz’sche Wappen; 3 ist wie im heutigen (Troppau); 4 ist das heutige Feld 1 (Schlesien). Auf dem Schilde ruht der Fürstenhut.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: unverändeter.