BLKÖ:Luszensky, Franz Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 170. (Quelle)
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Luszensky, Franz Freiherr[WS 1] (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Moor in Ungarn im Jahre 1765, gest. ebenda 30. Jänner 1831). Trat, vor Ausbruch des Türkenkrieges, als Lieutenant in das 8. Huszaren-Regiment. Im Jahre 1794 bereits Rittmeister, zeichnete er sich zu Hezerath (15. September g. J.) aus, indem er den Oberlieutenant Baron Einsiedl und Lieutenant Hamar bei einem feindlichen Angriffe so gut und erfolgreich unterstützte, daß der Feind zuletzt gänzlich zurückgeworfen wurde. Im folgenden Jahre befand sich L. unter Oberstlieutenant Karasz bei der Avantgarde, als dieser bei Mannheim mehrere feindliche Pikete rasch überfiel und aufhob. Auch bei dieser Gelegenheit erwarb er sich durch sein ausgezeichnetes Verhalten das Lob des commandirenden Generals. Kurze Zeit darauf bei Oggersheim seinen bereits erprobten Muth von neuem bewährend, erhielt er bei einem gelungenen Ueberfalle auf den Feind eine Wunde. Im Jahre 1799 stand L. mit dem Regimente bei der Armee in Italien. Bei Marengo erwarb er sich durch seine Tapferkeit die Anerkennung des Generals der Cavallerie Freiherrn von Melas. In der Romagna hatte bereits, ehe die Hauptarmee ihre Operationen aufnahm, der kleine Krieg begonnen [171] und General Schustekh, der die Offensive am untern Po ergriffen hatte, den Franzosen Bondeno weggenommen. Am 10. December erfolgte die Besetzung von Finale, bei welcher Gelegenheit L. die zweite Angriffscolonne führte. Die Franzosen suchten sich nun dieser Puncte von Neuem zu bemächtigen, nahmen am 20. Finale und nun sollte auch Bondeno genommen werden. Am 23. rückten sie zu beiden Seiten des Panaroflusses und von Redina aus vor. Oberst Kerekes von Nauendorf-Huszaren, der in Bondeno commandirte, richtete sein Hauptaugenmerk auf die Panarobrücke, welche zu behaupten er entschlossen war. Aber bald waren die Unseren der Uebermacht des vordrängenden Feindes zu weichen gezwungen; sie hatten sich schon über die Brücke zurückgezogen und der Feind hatte nun auf diese zu stürmen begonnen; nur das heftige Feuer der Unseren zwang ihn, von weiteren Angriffen auf die Brücke abzustehen, hingegen nahm er die Besetzung der nächsten Häuser des Städtchens vor. Da setzte sich L. an die Spitze seiner Schwadron und zweier Compagnien von dem leichten Bataillon Bach und stürmte über die Brücke in das Städtchen. Die Franzosen hatten sich eben auf dem Platze formirt, da wurden sie von dem Angriffe L.’s überrascht; was nicht die Waffen fortwarf, wurde von seinen Huszaren niedergehauen. Die Fliehenden suchten Schutz in den Häusern, aber vergeblich, da die nachrückenden zwei Compagnien auch diesen Rettungsweg abschnitten. Die Verwirrung der Angegriffenen wuchs immer mehr und alles floh in der Richtung gegen Finale. Aber L. sprengte den Fliehenden nach, erreichte sie und machte 3 Officiere und 60 Mann zu Gefangenen. L. wurde für diese, mit so großer Entschlossenheit und Tapferkeit ausgeführte Waffenthat in der 68. Promotion (vom 5. Mai 1802) das Ritterkreuz zuerkannt. In der Schlacht bei Caldiero zeichnete sich L. wieder durch seine Tapferkeit aus. Im December 1805 wurde er zum Major befördert und im Jahre 1807 in das 5. Huszaren-Regiment übersetzt. Im Jahre 1809 wurde das Regiment wieder nach Italien beordert. Es bildete unter Feldmarschall-Lieutenant Frimont die Avantgarde. Anfangs April betrat es den italienischen Boden. Auf der Straße, welche zwischen steilen Gebirgen von Pontafel nach Gemona und von da in der Ebene nach Udine führt, hatten die Franzosen bei Chiusa feste Verschanzungen aufgeworfen und diese stark besetzt. Das Vorrücken unserer Truppen war somit gehemmt. Luszensky öffnete ihnen den Weg. An der Spitze einer Schwadron stürzte er sich auf die Verschanzungen und drang, der Erste, in dieselben. Mehrere Huszaren folgten muthig dem Beispiele ihres Führers und die ganze Besatzung. 400 Mann stark, sammt dem Commandanten und den Officieren wurden entweder niedergehauen oder gefangen. In der bald darauf gefolgten Schlacht bei Sacile, in welcher sich das Regiment besonders ausgezeichnet (16. April 1809), that sich L. auch durch seine Tapferkeit hervor und wurde verwundet. Gleiche Tapferkeit bewies er in der Schlacht bei Raab, in welcher er bereits als Oberstlieutenant focht. Im Juni 1812 wurde L. zum Obersten des Huszaren-Regiments Kaiser ernannt, trat aber kurze Zeit darauf mit General-Majors-Charakter in den Ruhestand und zog sich in seine Heimat zurück, wo er im Alter von 76 Jahren starb.

Freiherr Luszensky, über dessen Herkunft nichts Näheres vorliegt, dürfte wohl der ungarischen [172] Familie der Luzénszky de Reglice und Lusna angehören und die verschiedene Schreibung (Luschinsky, Lusinsky, Luzinszky), unter der dieser Familienname hie und da erscheint, auf die richtige: Luzénszky, zurückzuführen sein. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, gr. 8°.) S. 746 u. 1744. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Moriz Ráth, 8°.) Bd. VII, S. 206. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Feiherr.