BLKÖ:Macan, Jacob Raphael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 190. (Quelle)
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Macan, Jacob Raphael (theologischer Schriftsteller, geb. zu Radnic 25. October 1793, gest. zu Slabce 26. August 1849). Besuchte zu Pilsen die unteren Schulen des Gymnasiums (1808–1813) und die philosophischen Jahrgange (1814 u. 1815), begab sich dann, um die Theologie zu studiren, nach Prag, wo er nach beendeten theologischen Studien im Jahre 1819 die h. Weihen empfing und sofort in die Seelsorge eintrat. Zuerst wurde er Caplan zu Mirošow, wo damals der in der čechischen Literatur bekannte Adalbert Nejedlý als Pfarrer sich befand. Acht Jahre war M. auf diesem Posten thätig, versah das Predigtamt, war Katechet in der Volksschule und beschäftigte sich in den Mußestunden, die ihm sein Beruf ließ, viel mit der theologischen und pädagogischen Literatur. Im Jahre 1827 kam er als Localist nach Rosinow im Rakonitzer Kreise, wo er bis zum März 1829 blieb, worauf er an Stelle des zum Rector bei St. Georg in Prag berufenen J. Krbec [Bd. XIII, S. 170] Pfarrer zu Slabce wurde und dieses Pfarramt bis zu seinem im Alter von 56 Jahren erfolgten Tode versah. M. war ein wissenschaftlich gebildeter Theolog, der sich besonders zur Zeit der Cholera in den Jahren 1830 und 1836 durch Unerschrockenheit, Umsicht und rastlose Thätigkeit hervorgethan und in Folge seiner im priesterlichen Amte erworbenen Verdienste mit dem Titel eines Dechants ausgezeichnet wurde. Seine theologischen zunächst im Hinblicke auf die praktischen Bedürfnisse des Weltpriesters herausgegebenen Schriften sind in chronologischer Folge: „Příjemné večery, nebolí pěkné pravdivé příběhy“, d. i. Angenehme Abende oder schöne wahrhafte Begebenheiten (Prag 1823, Vetterl, 12°.); – „Ježíš Kristus v dvanácteru nedělních kázání za příklad cnosti vystavený“, d. i. Jesus Christus in vierzehn Sonntagspredigten als Beispiel der Tugend aufgestellt (ebd. 1827, 8°.); – „Manuale ministri Dei infirmos ac moribundos visitantis“ (ebd. 1838), diese Schrift gab M. anonym heraus; – „Rukovět pobožností, kterých horliví otcové důchovní i nábožné věřici v chrámu i při službách Božích jakož i doma s prospěchem užívati mohou“, d. i. Handbuch der Andacht, dessen sich geistliche Väter und andächtige Gläubige in der Kirche und bei gottesdienstlichen Verrichtungen wie auch zu Hause mit Nutzen bedienen können (Prag [191] 1840, 8°.), dieses Andachtsbuch hat sich als so praktisch bewährt und ist so gesucht, daß bis zum Jahre 1862 nicht weniger denn 7 Auflagen, von denen nur die zweite, 1843 erschienene, verändert und vermehrt ist, ausgegeben wurden; – „Utrpení vtěleného syna Božího Ježíše Krista a nejblahoslavěnejší rodičky jeho Marie pany, v postních kázaních wyobrazeno“, d. i. Leiden des neugebornen Sohnes Gottes Jesus Christus und seiner allerseligsten Mutter Maria in Fastenpredigten dargestellt (ebd. 1848, 8°.); – „Výbor přikladů na veškeré učení katolického náboženství“, d. i. Auswahl von Beispielen für alle Lehren der katholischen Religion (ebd. 1847, 2. Auflage 1852, 8°.). Ein von ihm im Jahre 1834 verfaßtes lateinisches Andachtsbuch: „Exercitia spiritualia quotidiana in usum sacrorum Christi et Ecclesiae ministrorum“, welches bei den Mechitaristen in Wien erscheinen sollte, ist ungedruckt geblieben. Ueberdieß war er in früheren Jahren, als Caplan, Mitarbeiter an mehreren čechischen Journalen u. a. am „Přitel mládeže“, d. i. Der Jugendfreund, „Věrný Raditel“, d. i. Der wahre Rathgeber und „Čechoslavan“, d. i. Der Čechoslave und von 1838 bis 1849 am „Časopis pro katol. Důchovenstvo“, d. i. Zeitschrift für die katholische Geistlichkeit.

Macan wird ausgesprochen wie Mazan. – Jungmann (Josef), Historie literatury české, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1849, Řiwnáč, 4°.) Zweite von W. W. Tomek besorgte Ausgabe, S. 309, Nr. 2138; S. 465, Nr. 1312; S. 500, Nr. 1949; S. 515, Nr. 2275; S. 521, Nr. 2444; S. 595. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladisl. Rieger (Prag 1859, I. L. Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 3. – Doucha (Frantíšek), Kníhopisný slovník česko-slovenský, d. i. Čechisch-slavisches Bücher-Lexikon (Prag 1863, I. L. Kober, 4°.) S. 130.