BLKÖ:Majláth von Székhély, Joseph (II.) Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Majláth, Johann Graf
Band: 16 (1867), ab Seite: 305. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 13791136X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Majláth von Székhély, Joseph (II.) Graf|16|305|}}

Majláth von Székhély, Joseph (II.) Graf (Staatsmann, geb. im Honter Comitate Ungarns im Jahre 1737, gest. zu Nustar in Syrmien im Jahre 1810). Ein Sohn des Joseph von Majláth aus dessen Ehe mit Katharina von Törincsy. Trat, nachdem er die Studien [306] in seinem Vaterlande beendet hatte, in öffentliche Dienste und versah bis zum Jahre 1767 folgenweise die Aemter eines Fiskals, Notarius juratus und Vicegespans. Im genannten Jahre berief ihn die Kaiserin Maria Theresia als Hofrath zur k. k. allgemeinen Hofkammer in Wien. In dieser Stellung blieb er neun Jahre, nun kam er 1776 als Gouverneur nach Fiume. Von da wurde er zum Gespan des Syrmier Comitates, dessen Errichtung sein eigenes Werk war, befördert. Von diesem Posten berief ihn im Jahre 1783 Kaiser Joseph II. nach Wien, ernannte ihn zum Vicepräsidenten der ungarischen Hofkammer, im folgenden Jahre zum Obergespan des Borsoder Comitates, indem er zuvor noch in den Grafenstand erhoben worden war. Seine Nachkommen bilden auch die gräfliche Linie des Hauses Majláth. Schon nach kurzer Zeit wurde der Graf königlicher Commissär und dann activer Obergespan im Pesther Comitate, königlich ungarischer Hof-Vicekanzler und zuletzt Oberstkämmerer des Königreiches Ungarn. Diese Stelle vertauschte er nach mehreren Jahren mit jener eines Vicepräsidenten der k. k. allgemeinen Hofkammer in Wien und ging im Jahre 1794 als k. k. Commissär und Stellvertreter des Gouverneurs nach Galizien, von wo er aber schon im nächsten Jahre zu anderen Functionen abberufen wurde. Er wurde nämlich zum Magister Tavernicorum ernannt mit der gleichzeitigen Dienstleistung bei der königlich ungarischen Statthalterei und Septemviral-Gerichtstafel; im Jahre 1797 erfolgte seine Ernennung zum k. galizischen Hofkanzlei. Um in diesem neuen ihm noch fremden Wirkungskreise in entsprechender Weise wirken zu können, machte er eine Reise durch alle Theile Galiziens und der Bukowina, um sich mit den Oertlichkeiten, der Nationalität und jenen Eigenthümlichkeiten eines Landes bekannt zu machen, welche nur zu häufig an maßgebender Stelle unbeachtet bleiben und so den Grund von Verwicklungen bilden, welche, wenn sie in ihrer Ursache gekannt sind, im Anfang leicht behoben werden können, während sie sonst später als tiefe und unheilvolle Schäden sich offenbaren, deren Heilung dann, wenn noch, oft nur mit gewaltsamen Mitteln möglich ist. Im Jahre 1801 ordnete ihn Kaiser Franz in gleicher Weise nach Venedig ab und ernannte ihn bei seiner Wiederkehr zum Vorstande der damaligen italienischen Hofkanzlei. Endlich nach so vielen und verschiedenartigen Dienstleistungen erfolgte im Jahre 1802 seine Ernennung zum Staats- und Conferenzminister, auf welchem Posten er bis zum Jahre 1809 thätig blieb. In der Zwischenzeit (1806) wurde er in besonders sinniger Weise an dem Tage, an welchem die fünfzigjährige Jubelfeier seiner politischen Laufbahn stattfand, mit dem Großkreuze des St. Stephan-Ordens ausgezeichnet. Im Jahre 1809, damals 72 Jahre alt und 53 Jahre im Staatsdienste, zog er sich in den Ruhestand zurück, den er nur mehr kurze Zeit genoß, denn schon im nächsten Jahre überraschte ihn der Tod zu Nustar in Syrmien. wo er sich eben aufhielt und wo seiner letztwilligen Anordnung gemäß auf dem Kirchhofe der dortigen Gemeinde auch sein Leichnam beigesetzt ist. Der Graf war zweimal vermält, zuerst mit Maria Bossanyi, dann mit Anna Gräfin Sándor. Von Ersterer hatte er dreizehn, von Letzterer fünf Kinder. Von diesen war Karl Joseph k. ungarischer Hofkammerrath, Juliane Obervorsteherin des Institutes der englischen Fräulein in St. Pölten und Johann’s, des durch sein tragisches [307] Ende bekannten Geschichtsforschers besondere Lebensskizze ist bereits [S. 300] mitgetheilt worden.

Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Moriz Ráth, 8°.) Bd. VII, S. 251. – Oesterreichs Pantheon. Gallerie alles Guten und Nützlichen im Vaterlande (Wien 1830, M. Chr. Adolph, 8°.) Bd. I, S. 32. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Bd. XX, S. 267, Nr. 3. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, 15. 539.