BLKÖ:Metzger, Joseph (auch Mezger)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Metzger, J. C.
Band: 18 (1868), ab Seite: 71. (Quelle)
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3. Joseph Metzger (auch Mezger) (geb. zu Eichstädt 5. September 1635, gest. im Stifte Sanct Gallen 26. October 1683), ein gelehrter Benedictiner, der zu seiner Zeit den Ruf eines ausgezeichneten Rechtslehrers und Rechtsgelehrten genoß. Nachdem er in jungen Jahren, 1651, in das Kloster St. Peter in Salzburg eingetreten war und im Jahre 1659 die Priesterweihe erhalten hatte, lehrte er, schon seit 1658, an der Salzburger Universität zuerst die Dichtkunst, 1662–1664 die Philosophie, wurde dann Präses der größeren Congregation, und nachdem er am 4. September 1665 die theologische Doctorwürde erlangt hatte, begann er über Polemik zu lesen. Im Jahre 1667 wurde er Doctor der Rechte und ordentlicher Professor des geistlichen Rechtes. Bis 1673 versah er dieses Lehramt, im [72] letztgenannten Jahre wurde er Prior seines Klosters und salzburgischer geistlicher Rath, besorgte aber ferner noch die Professur der h. Schrift und Polemik. Im Jahre 1674 wurde er Prokanzler der Hochschule. Auf einer Ferienreise nach dem Wallfahrtsorte Einsiedeln, die er im Herbste 1683 unternahm, erkrankte er und gab im Kloster St. Gallen, wo er Pflege gesucht und gefunden, im Alter von 58 Jahren seinen Geist auf. Mit dem berühmten Diplomatiker Johann Mabillon, der im Jahre 1683 Salzburg besucht und auch Metzger kennen gelernt, stand er bereits von früher her in literarischem Briefwechsel. Die von M. herausgegebenen Schriften sind: „Considerationes de scientiis et modis sciendi in genere“ (Salisb. 1664, 4°.); – „Axiomata physica quaestionibus problematicis distincta“ (ibid. 1664, 4°.); – „Quatuor gradus naturae, esse, vivere, sentire et intelligere“ (ibid. 1664, 4°.); – „Unitas et distinctio rerum quaestionibus philosophicis explicata“ (1664, 4°.); – „Tabula bipartita successionis ecclesiasticae tam ex testamento quam ab intestato“ (ibid. 1670, 4°.); – „Panacaea juris sive remedium universale restitutionis in integrum utroque jure receptissimum“ (ibid. 1673, 8°.); – „Cornu parvulum Danielis disputatione scripturistico-controversistica de Anti-Christo ventilatum“ (ibid. 1677, 12°.); – „Institutiones in Sacram Scripturam“ (ibid. 1680, 12°.); – „Assertio antiquitatis Ecclesiae metropolitanae Salisburgensis et monasterii S. Petri ord. S. Benedicti ibidem; seu dissertatio historico-chronica de tempore aduentus S. Ruperti primi Episcopi Salisburgensis[WS 1] et Abbati Sti. Petri et fundationis per cum factae“ (Salisb. 1682, Fol.); – „Annus Mariano-Benedictinus sive menstrui in maiori Congregatione D. Virginis distribui soliti“ (ibid. 1687, 8°.); – „Historia Salisburgensis hoc est, vitae Episcoporum et Archiepiscoporum Salisburgensium nec von Abbatum Monasterii S. Petri ibidem ac quae per illos ab anno Domini 582 per XI continua secula usque ad annum 1687 gesta fuere, historica relatione proposita“ (ibid. 1692, Fol.); dieses Werk wurde, da der Tod ihn mitten in seiner Arbeit dahinraffte, von seinen beiden Brüdern Franz und Paul, welche im nämlichen Stifte als Benedictinermönche lebten, zu Ende geführt; in diesem Werke ist auch die schon oben angeführte „Assertio antiquitatis Ecclesiae metropolitanae Salisburgensis etc.“ enthalten. [Saecularis memoria Defunctorum sive Compendium vitae et mortis Religiosorum, qui in Monasterio ad S. Petrum Salisburgi ord. S. Benedicti ab anno 1682 usque ad ann. 1782 obierunt (Salisb. 1782), p. 16. – Zauner (Judas Thaddäus), Biographische Nachrichten von den salzburgischen Rechtsgelehrten von der Stiftung der Universität an bis auf gegenwärtige Zeiten (Salzburg 1789, Waisenhaus-Buchhandlung, 8°.) S. 22. – Neue Chronik von Salzburg. Von Dr. Judas Thadd. Zauner, fortgesetzt von Corbinian Gärtner (Salzburg 1796 u. f., Mayr’sche Buchhandlg., 8°.) VIII. (der Fortsetzung II.) Theil, S. 498.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Salishurgensis.