BLKÖ:Monti, Raphael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 58. (Quelle)
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Monti, Raphael (Bildhauer, geb. zu Mailand). Zeitgenoß. Ein Sohn des Bildhauer Gaetano Monti [S. 59. Qu. Nr. 2]. Den Unterricht in seiner Kunst erhielt er zunächst im Atelier seine Vaters und dann an der Mailänder Akademie. Noch sehr jung, lieferte er bereits Arbeiten, die vielfache Anerkennung fanden, so daß sich die Aufträge beträchtlich mehrten und ihm dieselben von solcher Seite zukamen, daß sein Künstlerruf dadurch wesentlich gewann, ja er so zu sagen in die Mode kam. Im Jahre 1841 begab er sich nach Wien, wo er von Seite des Allerhöchsten Hofes mit mehreren Arbeiten betraut wurde. Unter diesen sind besonders anzuführen die „Büste des Kaisers Ferdinand“, aus carrarischem Marmor gemeißelt; – die „Porträtbüste der Erzherzogin Hermine“, kurz vor ihrem Ableben vollendet und von sprechender Aehnlichkeit. Im Jahre 1842 begab sich M. nach Pesth mit mehreren Modellen für den projectirten Museumsbau daselbst. Von seiner Hand sind auch für diesen Bau Fries und Giebelfeld gearbeitet. Anfänglich wurde Ludwig Schaller beauftragt, die für das Giebelfeld bestimmten Figuren zu modelliren. Nachdem jedoch dessen Arbeiten für ungenügend befunden wurden, erhielt Monti denselben Auftrag, und nach seinen Modellen wurden die im Giebelfelde befindlichen Figuren in der Förster’schen Gießerei unter der Leitung des Architekten Morenberg aus Zink gegossen. Die Figurengruppe ist folgende: Inmitten des Giebelfeldes sitzt die Pannonia, Lorbeer austheilend, links kommt in Begleitung der Malerei die Bildhauerei heran, das Eckbild stellt die Donau vor; dieser entspricht gegenüber als Eckfigur: die Theiß und nächst dieser treten die Historie und die Fama hervor, um vor der Schutzgöttin zu [59] erscheinen. Von anderen Arbeiten Raphael Monti’s sind noch zu erwähnen: eine zweite „Büste des Kaisers Ferdinand“ und eine „Büste des Erbauers des Pesther National-Museums, Michael Pollak“, beide im Pesther Museum; dann war in der Ausstellung von Kunstwerken in der Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien im Jahre 1843 eine Büste, einen „Verschleierten Mädchenkopf“ vorstellend, zu sehen, das als ein „anmuthiges schwieriges Kunststück“ bezeichnet wurde. Bei der großen Welt-Ausstellung zu London im Jahre 1851 war M. Mitglied der Jury für Kunstobjecte, bei welcher Gelegenheit die „Illustrated London News“ in der Gruppe der Jury-Mitglieder auch Monti’s Bildniß brachte.

Der Spiegel (Pesther Modenblatt, schm. 4°.) Jahrg. 1842, S. 140. – Frankl (L. A.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) II. Jahrg. (18°.), S. 480. – Dux (Adolph), Das ungarische National-Museum. Eine Skizze (Pesth 1858, Emil Müller, gr. 8°.) S. 7 u. 27.