BLKÖ:Pálffy, Stephan (II.)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pálffy, Rudolph
Band: 21 (1870), ab Seite: 217. (Quelle)
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37. Stephan (II.) (gest. 1646), ältester Sohn des berühmten Helden Nikolaus (II.) [Nr. 27] und der Maria Magdalena Fuggerin, der erste Graf des Hauses Pálffy, mit dem Beinamen „der Schrecken der Türken“. Er war Obergespan des Preßburger Comitates, königlicher Rath, Kronhüter, General der ungarischen leichten Reiterei, Oberhauptmann des Districts dießseits der Donau und Commandant der Festung Neuhäusel. Durch eine Reihe glänzender Waffenthaten, in welchen er den Türken große Verluste zugefügt, hatte er sich obigen Ehrennamen des „Türkenschreckens“ erworben. Als Gabriel Bethlen, der Fürst von Siebenbürgen, über die Grenzen von Ungarn hinaus bis tief in das Herz von Mähren siegreich vorgedrungen war, war zugleich mit der Hauptstadt Preßburg auch die St. Stephanskrone in Bethlen’s Gewalt gerathen. Ohne des Kronhüters Zustimmung – und dieser war Stephan Pálffy – konnte er jedoch von dem Kleinod keinen – wenigstens keinen wirksamen – Gebrauch machen. Bethlen wendete Alles an, Versprechungen und Drohungen, um Pálffy’s Treue gegen seinen rechtmäßigen König zu erschüttern, vergebens. Pálffy willigte weder in die Auslieferung der seiner Obhut anvertrauten Krone, noch ließ er sich durch Versprechungen überreden, in Bethlen’s Dienste zu übertreten, so daß der darüber hocherbitterte Bethlen ihn als Gefangenen nach der fernen Burg Ecsed bringen und dort noch strenger behandeln ließ. Aber auch die schwere Kerkerhaft war nicht im Stande, Pálffy’s Treue zu brechen und Bethlen mußte den unerschütterlichen Kronhüter freigeben. In den darauffolgenden Kämpfen mit Bethlen leistete Pálffy demselben erfolgreichen Widerstand, bis er in einem hitzigen Gefechte an der Tatra schwer verwundet in Gefangenschaft gerieth. Nur gegen schweres Lösegeld ließ sich Bethlen herbei, Pálffy freizugeben, er verlangte das ungeheuere Lösegeld von 24.500 Ducaten. Pálffy’s Mutter und Gattin setzten Alles daran, diese Summe zusammenzubringen, endlich hatten sie zehntausend Ducaten baar zu Stande gebracht; um die noch fehlenden 14.500 Ducaten zu erlangen, opferten sie alles Gold- und Silbergeräthe, ihr Geschmeide, die reichen Gewänder u. s. w. und bei dieser Gelegenheit kam auch jener, von den österreichischen Ständen Stephan’s Vater Nikolaus (II.) verehrte Becher in Bethlen’s Besitz, der am 15. November 1621 im Lager von Ungarisch-Brod den Empfangschein über das ganze Lösegeld ausstellte, worauf Stephan wieder den Seinen zurückgegeben ward. Wie der Becher später wieder in den Besitz der Pálffy’schen Familie gelangte, stehe unter Paul (IV.) [S. 216, Nr. 34]. In der Folge [218] verbesserten sich Stephan’s Verhältnisse sehr. Im J. 1634 wurde Stephan in den Grafenstand erhoben. In seiner Ehe mit Eva Susanna Gräfin Puchhaim hatte er eine Tochter Maria und einen Sohn Nikolaus (IV.) königlichen Kronhüter [Nr. 28]. –