BLKÖ:Pfeiffer, Karl Hermann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 22 (1870), ab Seite: 184. (Quelle)
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Pfeiffer, Karl Hermann (Kupferstecher, geb. zu Frankfurt a. M. im Jahre 1769[WS 1], gest. zu Wien 26. März 1829). Kam mit seinen Eltern schon in jungen Jahren nach Wien, wo sein Vater als Secretär in einem geistlichen Hause angestellt war. Weil er Talent zur Kunst zeigte, schickte ihn sein Vater in die kais. Akademie der bildenden Künste, wo er seine erste Ausbildung erhielt, später setzte er seinen Unterricht bei Johann Christian Brand [Bd. II, S. 110] fort, der neben der Landschaftmalerei, deren Professor an der Akademie er war, auch sehr geschickt radirte und seinen Zögling ermunterte, sich doch auch im Radiren zu versuchen. Die Versuche fielen so günstig aus und P. machte bald so entschiedene Fortschritte in dieser neuen Richtung, daß er sich entschloß, die Kupferstechkunst fortan zu seiner Berufsbeschäftigung zu machen. Seinen Vorsatz ausführend, arbeitete er fleißig, sich im selbstgewählten Kunstgebiete tüchtig fortbildend, verschiedene Manieren versuchend, bis er zur englischen punctirten Manier, die ihm am meisten zusagte, überging und das beste in derselben stach. Viel geringer ist die Zahl seiner Radirungen und Grabstichelarbeiten. Groß ist die Zahl seiner Bildnisse, die er gewöhnlich in größerem Formate und mit vieler Sorgfalt ausführte, so daß er wohl eben darin das Beste geleistet haben mag. Von seinen zahlreichen Arbeiten, welche hier in Copien nach Gemälden berühmter Meister und in Bildnisse abgetheilt werden, sind von ersteren anzuführen mehrere Madonnenbilder, als: „Maria mit dem Kinde, vor ihm der knieende Johannes“ (Fol.), nach Raphael’s Gemälde, zu S. Celso in Mailand, das [185] später nach Wien kam; – „Maria mit dem Kinde“, nach Füger (Fol.); – „Maria mit dem Kinde“, nach Kadlick (Fol.); – „Maria mit dem Kinde“, nach Sassoferrato, für die bei Haas erschienene „Belvedere-Gallerie“; – „Maria mit dem Kinde“, nach Fra Bartolomeo für dasselbe Werk; dann mehrere Venus-Darstellungen, als: „Venus mit dem schlafenden Amor, und von zwei anderen Liebesgöttern umgeben“, nach Correggio’s in der Liechtenstein-Gallerie befindlichen Originale (kl. Fol.); – „Venus, in’s Bad gehend“, nach Giuliano da Parma (Fol.); – „Venus, aus dem Bade kommend“, nach Ebendemselben (Fol.), das Gegenstück dazu: „Venus im Bade“, ist von Berka gestochen; – mehrere andere mythologische Bilder, als: „Jupiter auf dem Ida, in den Armen der Juno vom Schlafe bezwungen“, nach A. Lens (Höhe 22 Zoll, Breite 26 Zoll), auch in Farben gedruckt, eines der schönsten Blätter des Meisters; – „Ariadne auf Naxos“, nach Füger (gr. Qu. Fol.); – „Die Muse Clio“, nach Niedermann (Fol.); – ferner eine „Weibliche Büste“ (Madonna), nach Raphael Mengs (8°.); – „Salomons Urtheil“, nach Poussin (gr. Qu. Fol.); – „Le garçon gay“ (ein als Matrose gekleideter Knabe mit Körbchen und Schmetterling), nach J. Wolf (Fol.); – „Büste eines bejahrten Mannes“, mit rechtsgekehrtem Profil, nach Rubens (gr. Fol.); – „Rubens“, nach ihm selbst, und „Philipp der Gute“, nach Rubens, beide für die Haas’sche „Belvedere-Gallerie“; – „Rudolph von Habsburg krönt den Erzherzog Karl“, nach Füger (gr. Royal-Fol.). Von seinen zahlreichen Bildnissen seien hier die interessanteren Folioblätter in alphabetischer Ordnung aufgeführt: „Victorine Fürstin zu Anhalt-Bernburg nach Stirnbrand; – „Gobert Graf d’Aspremont“, nach Poehacker; – „Gräfin Balleroi“; – „Dr. Brambilla, Wundarzt“, nach Lampi; – „Batsanyi“, nach Füger; – „Prinz Gonzaga Castiglione“, nach Schröder; – „Maria Beatrix d’Este“, nach Caucig; – „Prinzessin Eszterházy“; – „Engeström“; – „Kaiser Franz I.“ (Büste), nach Pisani (gr. Fol.); – Derselbe nach J. Zitterer; – „Franciscus II. Imperator, Hung. et Boh. rex.“ nach J. G. Bauer;– „Friedrich Heinrich Füger und seine Gattin Josepha Hortensia“, nach Füger; – „Graf Gyulay“, nach Krafft; – „Dr. Gall“; – Hardenberg“, nach Lieder; – „Johann Ernst Graf Hoyos[WS 2], nach Ebendemselben; – „Herder“, sitzend in halber Figur, nach Tischbein, Seitenstück zu „Wieland“; – „Thekla Fürstin Jablonowska“, nach Grassi; – „Erzherzog Karl“ (Büste), nach Pisani (gr. Fol.); – „Therese Fürstin Kinsky“, nach Grassi; – „Mathias Kern, Professor der Medicin“; – „Hofschauspieler Lange“, als Albrecht in „Agnes Bernauer“, nach Wolf (gr. Fol.); – „Louise, Grossherzogin von Toscana“, nach Kreuzinger; – „Karoline Fürstin Lobkowitz“, nach Oellenhainz; – „Fürst Lobkowitz“, nach Ebendemselben; – „Johann Fürst zu Liechtenstein“, nach Grassi; – „Christine Fürstin Lichnowsky“, nach Ebendemselben; – „Johann Fürst zu Liechtenstein“, nach Lampi sen.; – „Ludwig, Prinz-Regent von Liechtenstein“; – „Gräfin Libiszomsky-Zilińska“, nach Ahrbach; – „Gräfin von Langeron“; - „Lavater“, nach Oellenhainz; – „Luzanszky“; – „Leeb“; – „Maria Theresia“, Kaiserin, Gemalin Franz II., nach Kreuzinger; – „Friedrich Joseph Graf Moszczynski“, nach Grassi; – [186] „Franz von Mack“, nach J. Hickl; – „Johannes von Müller“, nach Kieninger; – „Napoleon“, nach einer Büste von Cerachi[WS 3]; – „Napoleon und Maria Louise“ im kaiserlichen Ornate vor dem Throne stehend, ganze Figuren, nach Loder’s Zeichnung (gr. Qu. Fol.), selten;– „Gräfin Severin Potocka“, nach Isabey; – „F. Reinhard, Oberhofprediger“, nach A. Graff; – „Sophie Prinzessin von Sachsen-Coburg-Saalfeld“; – „Pauline Fürstin Schwarzenberg“; – „Joseph Fürst Schwarzenberg“, beide nach Oellenhainz; – „Karoline Gräfin Schönfeld“, nach Grassi; – „Albert Herzog von Sachsen-Teschen“, nach Isabey; – „Prosper Fürst Sinzendorf“, nach Füger; – „General Subow“, nach Grassi; – „Bankier Steiner“, nach Füger; – „Karoline Gräfin Thun“, nach Grassi; – „Ferdinand Fürst Trautmannsdorf“, nach Stieler; – „Cardinal Fürst Trautmannsdorf“, nach Wöhrle; – „Johann Graf Trautmannsdorf“, nach Lieder; – Viganó-Terpsichore“; – „Rudolph Graf Wrbna“, nach Lampi sen.; – „Wolfgang, Abt von Kremsmünster“, nach Kapeller; – „Wieland“, sitzend in halber Figur, nach Tischbein; – „Franz von Zeiller“; – „Franz von Zauner, Bildhauer“, nach B. v. Schrötter. Außerdem sind noch zu nennen eine „Landschaft mit Figuren“, nach C. H. Brand sen. radirt, dem akademischen Rathe in Wien gewidmet (Qu. Fol.); – „Das Monument des Feldmarschall-Lieutenants H. de Schmidt, nach Miller (gr. Qu. Fol.); – „Das Monument des Franz von Mack“, nach Kieninger (Fol.); endlich hat er ein „Zeichenbuch für Damen“, Köpfe nach Raphael, Dominichino, Füger, Mengs und Anderen enthaltend, 30 Blätter in Folio in 5 Heften, herausgegeben. Pfeiffer erreicht nicht die Feinheit und Wärme John’s, der sein Vorbild war, aber unter den Nachahmern der Methode dieses letzteren ist er der geschickteste, beste und geschätzteste.

(Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) Jahrg. 1823, Nr. 86. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 201. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, Fleischmann, 8°.) Bd. XI, S. 210.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. nach H. Schöny: Pfeiffer, Karl Hermann. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 8, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1983, S. 34: geb. 1751.
  2. Vorlage: „Joseph Ernst Graf Hoyos“.
  3. Giuseppe Ceracchi (Wikipedia).