BLKÖ:Rossi-Sontag, Henriette Gräfin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rossi, Joseph
Band: 27 (1874), ab Seite: 68. (Quelle)
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Rossi-Sontag, Henriette Gräfin (Sängerin, geboren zu Coblenz am 3. Jänner 1806, Morgens um 6 Uhr, gest. zu Mexiko am 17. Juni 1854). Das Geburtsdatum der berühmten Sängerin wird in verschiedenen Nekrologen und Biographien abweichend [vergl. die Quellen S. 73 u. f.] angegeben; das obige ist ihrem Grabdenkmale zu Marienthal in Sachsen entnommen. Ihr Vater Franz und ihre Mutter Franziska waren beide Schauspieler und namentlich der Vater besaß als Komiker einen guten Ruf. Infolge des Wanderlebens ihrer Eltern brachte Henriette ihre Kinderjahre in Coblenz, Bonn, Mainz, Frankfurt a. M. und Darmstadt zu, an welch letzterem Ort sie, 6 Jahre alt, zum ersten Male die Bühne als kleine Salome in der damals beliebten Oper: „Das Donauweibchen“ betrat und sehr gefiel. Frühzeitig entwickelte sich ihre Stimme, für deren Ausbildung ihr Vater alle Sorgfalt anwendete. Aber im Jahre 1815 starb dieser. Die Mutter fand nun ein Engagement in Prag und dort wurde Henriette in das Conservatorium der Musik aufgenommen und erhielt in demselben ihre erste künstlerische Ausbildung. Im Alter von 11 Jahren trat sie in die Anstalt, mit 15 Jahren verließ sie dieselbe. Noch als Schülerin des Conservatoriums trat sie zuerst als Genius in Wenzel Müller’s „Teufelsmühle“ auf, im Alter von 15 Jahren sang sie den Amor im „Baum der Diana“, dann die Pamina und die Prinzessin von Novara. Der Erfolg dieser letzteren Rolle bewirkte, daß sie ein Jahr vor gesetzmäßiger Zeit, in Würdigung ihres Talents und ihrer Fortschritte, ihre ehrenvolle Entlassung erhielt. Nun übersiedelte sie mit ihrer Mutter nach Wien und die vier Jahre ihres Aufenthaltes daselbst (1820–1824) wurden für ihre weitere Ausbildung von größter Bedeutung. Und so wenn nicht durch ihre [69] Geburt, so doch durch ihre Erziehung und künstlerische Entwickelung und Heranbildung in Prag und dann in Wien gehört sie dem Kaiserstaate an und in dieses Lexikon. Sie war zwar in dieser Zeit bei keiner Bühne angestellt, allein sie trat öfter in der deutschen und italienischen Oper auf und hatte an der Fodor-Mainville und der Unger, welche sie fast täglich zu hören Gelegenheit hatte, vortreffliche Vorbilder. Auch Beethoven zeichnete sie aus und sie sprach bei ihrem Aufenthalte in Bonn im Jahre 1851 mit der liebenswürdigsten Pietät von jenen Tagen, wo sie, gewöhnlich mit der Unger zusammen, öfters bei ihm war und er sie nur „mein liebes Jettchen nannte, was denn auch die stehende Anrede in dessen Briefen und Briefchen an sie blieb. Auch studirte ihr Beethoven damals die Partie in der neunten Symphonie ein. Im Jahre 1824 trat Henriette von Wien aus ihre Kunstreise an. Sie ging nach Leipzig, wo sie mit der Euryanthe solchen Erfolg feierte, daß sie sofort bei dem Königstädtischen Theater in Berlin angestellt wurde. Dort kam sie zu dem vollen Bewußtsein ihres künstlerischen Berufes, dort fand sie in den gebildetsten Kreisen der Berliner Gesellschaft die freundlichste Aufnahme, bei Hof ehrenvolle Gunst und König Friedrich Wilhelm III. ernannte sie zur Kammersängerin. Im Jahre 1826 gab sie auf ihrer Reise nach Paris an den bedeutendsten Bühnen Deutschlands Gastrollen und überall mit glänzendstem Erfolge. Als sie dann in Paris in der Rolle der Rosine in Rossini’s „Barbier“ zum ersten Male öffentlich aufgetreten war, sprach ganz Paris davon wie von einem Ereignisse in der musikalischen Welt. Die 23 Gastrollen, welche sie gab, waren ebenso viele Triumphe. Aber nicht blos als Künstlerin, auch durch ihren Anstand und ihre keusche Sitte bezauberte sie alle Kreise und eine der stolzesten und sittenstrengsten Damen des Hofes, die Herzogin von Lorraine, that den Ausspruch: „Je ne voudrais pas pour tout au monde que ma fille fût autrement“. Von Paris kehrte sie nach Berlin zurück und begab sich im September 1827 wieder nach Paris, um dort ihr Engagement anzutreten, da sie bei ihrer Abreise von dort im Jahre 1826 mit der Direction der italienischen Oper einen Vertrag auf drei Jahre abgeschlossen hatte. In die Zeit ihres Berliner Aufenthaltes fällt eine Episode, welche ein eigenthümliches Streiflicht auf die damaligen Literatenverhältnisse in Spree-Athen wirft. Saphir trieb damals dort sein Unwesen. Ihm, diesem Menschaffen, waren die Zucht, Anmuth und Sitte Henriette’s, die ihrer Erscheinung nach Etwas von einem Engel an sich hatte, von vornherein unsympathisch. In ein Berliner Journal ließ er ein überschwenglich lobpreisendes Gedicht auf Henriette einrücken. Als die Sängerin es gelesen, danke sie S. in feinster Weise. Nachdem sie dieß gethan, vertraute S. mehreren Freunden, daß sein Gedicht an Henriette ein Akrostichon sei, und thatsächlich stellte es sich als solches heraus, und die Anfangsbuchstaben des Gedichtes gaben die Worte: „Ungeheure Ironie„. Die Sache blieb nicht verschwiegen, sondern der literarische Mob Berlins brachte diesen Saphir’schen Witz (!) bald in Umlauf. Es kam zu einem Injurienprocesse und Saphir wurde – dieser Büberei wegen – zu sechswochentlicher Gefängnißstrafe verurtheilt, die er aber erst in München, wohin er sich mittlerweile begeben hatte, auf Requisition des Berliner Stadtgerichtes [70] absitzen mußte. Er gab damals die Zeitschrift: „Der Horizont“ heraus und setzte seine Leser von dem Antritte seiner Gefängnißstrafe mit den Worten in Kenntniß: „Ich bin jetzt ein Sechswöchner wegen „ungeheurer Ironie“. Henriette feierte in Paris immer neue Triumphe. Im Jahre 1828 unternahm sie eine Reise nach London, wo sie drei Monate ihres Urlaubs verlebte und mit einer reichen Ernte an Ruhm und Geld zurückkehrte. Während der drei Jahre ihres Aufenthaltes in Paris stand Henriette auf dem Gipfel des Ruhmes und des Glückes, insofern, wie einer ihrer Biographen richtig bemerkt, „eine ausgezeichnete Stellung in der Gesellschaft und genügender Reichthum, um sie mit Glanz zu behaupten, das Glück ausmachen“. Aber auch in jeder anderen Hinsicht war ihr ein schönes, ein wahrhaft glückliches Loos geworden: in der vollen Blüte der Jugend und der Gesundheit, im Bewußtsein der Weihe der Kunst, die ihr vom Himmel geworden, bewundert von der Welt und geliebt von denen, die ihr näher standen, wußte sie noch kaum, was Schmerz war. Da traf die Liebe ihr Herz und mit dem wahren Glücke des Lebens lernte sie auch den Schmerz und – die Menschen kennen. Denn, was regt alle niedrigen Eigenschaften, Eifersucht, Neid, Klatschsucht, Verläumdung, boshafte Freude am Scandal mehr auf, als die Kunde von der Hingebung eines Weibes, namentlich einer Künstlerin, an einen geliebten Mann? Und doch war das Verhältniß hier durch alle Bedingungen, welche Gesetz und Sitte verlangen, geheiligt. Henriette hatte sich nämlich dem Grafen Rossi, damals Legationssecretär bei der sardinischen Gesandtschaft im Paris, vermält, allein die Verbindung mußte wegen der Familienverhältnisse und der Zukunft des jungen Grafen geheim gehalten werden. Dieß geschah nur so lange, als die Sängerin fortwährend auf der Bühne erschien; sobald sie sich aber genöthigt sah, sich auf eine Zeit lang zurückzuziehen, verbreitete das Gerücht die halbe Wahrheit und der lange gefesselte Neid brach nun mit desto boshafterer Schadenfreude hervor. Freilich wurde die Vermälung jetzt auch unter der Hand bekannt, jedoch erlaubten die Verhältnisse immer noch nicht, sie öffentlich zu erklären und dadurch diejenigen Blätter Lügen zu strafen, welche – wie ja dieß auch heut zu Tage der Fall – mit schamloser Bereitwilligkeit ihre Spalten den gehässigsten Einflüsterungen geöffnet hatten. Bei dieser Gelegenheit erwies sich auch der König von Preußen als Fürst von Gottes Gnaden, er, der für die Künstlerin immer eine wahrhaft väterliche Zuneigung gehabt hatte, verlieh ihr, nachdem er unter der Hand von dieser heimlichen Ehe unterrichtet worden war, aus freiem Antriebe den Adel und den Namen von Lauenstein. Endlich beschloß die Künstlerin, die Bühne zu verlassen. Nach einer letzten großen Kunstreise beabsichtigte sie sogar, sich ganz aus der Gesellschaft zurückzuziehen. Diese Reise trat sie im Jahre 1830 an und erschien überall, wo sie hinkam, „äußerlich in fürstlichem Glanze und sang nur in Concerten. Nur für Berlin, für die Stadt, welche ihr Glück begründet hatte, machte sie noch eine Ausnahme. Sie trat dort noch in einer Reihe von Gastrollen auf. Zum letzten Male erschien sie am 19. Mai 1830 als Semiramis auf der Bühne und das Publicum nahm von ihr in wahrhaft ergreifender Weise Abschied, es war, sagt ihr Biograph, „als wenn eine Fürstin vom Throne stiege [71] und ihrem Lande Lebewohl sagte“. Was die Veröffentlichung ihrer Heirath zunächst veranlaßte, war die ausgezeichnete Weise, mit welcher die Künstlerin in England aufgenommen worden, wo ihr insbesondere die englische Aristokratie und in dieser vornehmlich der Herzog von Devonshire in der liebenswürdigsten Weise [vergl. in den Quellen S. 79 das englische Stammbuch] entgegenkam. Nun hielt der König von Sardinien mit seiner Zustimmung zur Heirath mit dem Grafen Rossi nicht mehr länger zurück. Nachdem sie in Berlin Abschied von der Bühne genommen, begab sie sich nach Rußland, und ihren Aufenthalt daselbst beschreibt in ausführlicher Weise ein Ungenannter im Stuttgarter „Morgenblatte“ 1857, S. 323. Von St. Petersburg segelte sie zu Meere nach Lübeck und von dort begab sie sich nach Hamburg, wo sie zum letzten Male öffentlich in einem Concerte sang. Ihr Gemal Graf Rossi war indessen zum Gesandten in Holland ernannt worden, wo ihre Heirath mit ihm auch öffentlich erklärt wurde. Nun lebte sie als Gesandtensfrau mit ihrem gräflichen Gatten an verschiedenen Orten in Frankfurt a. M., 1834 in Neapel und schiffte sich von dort, wie das „Conversations-Lexikon der neuesten Zeit“ berichtet, nach Rio Janeiro ein, wohin ihr Gatte als sardinischer Geschäftsträger gewissermaßen verbannt wurde. Wir sagen verbannt, denn der sardinische Adelstolz findet sich in seiner thörichten Beschränktheit noch immer dadurch befleckt, daß ein an sich nichts bedeutender Graf sich mit einem Wesen verbunden, das keine Ahnen aufzuweisen hatte, dafür aber die Freude und der Stolz Europa’s gewesen ist. Ihre künstlerische Laufbahn schien auf immer geschlossen. Aber es sollte anders kommen. Die Stürme des Jahres 1848 hatten auf die Stellung und das Vermögen des Grafen Rossi einen nachtheiligen Einfluß gehabt. Da faßte seine Gattin den heroischen Entschluß, ihr Talent wieder geltend zu machen, denn die Gräfin Rossi hatte wohl der Bewunderung der Welt und dem unendlich erhebendem Genusse, Tausende zu entzücken und hinzureißen, entsagt, nicht aber dem stillen Verkehre mit den Musen und Grazien. „Freilich“, sagte sie zu einem Freunde im December des Jahres 1851, „mußte ich manchmal die schöne Gewohnheit täglich zu singen und zu spielen und die Liebe zur Kunst den Pflichten der Mutter opfern. Dann habe ich wohl Monate lang das Piano nicht geöffnet; doch dauerte das höchstens ein Vierteljahr. Länger hielt ich die Entsagung nicht aus und dann ging ich jedes Mal mit einem Ernste wieder daran, als müßte ich wieder von vorn anfangen; ich war dann so strenge gegen mich wie nur je, und ich hatte eine Freude, die mich recht glücklich machte, wenn ich mir ganz allein im Zimmer wieder genügte.“ So hatte sie denn auch als Gräfin fleißig ihre Kunst geübt, und von dieser Seite gab es wohl keine Sorge, die größere war die Selbstüberwindung, als Gesandtensgattin wieder die Bühne zu betreten. Ueber diese nicht geringe Sorge half die Macht der Mutterliebe dahin. Sie wollte so viel Geld verdienen, um die letzte Hand an die Erziehung ihrer Kinder zu legen und ihnen so viel hinterlassen zu können, daß sie nicht von Anderen abhängig waren. Die Künstlerin zählte damals 44 Jahre. In Paris betrat sie im Jahre 1850 wieder die Bühne, dann wurden Verhandlungen mit Lumley in London angeknüpft, welche dieser in seinen Theater-Memoiren ausführlich darstellt, und am 3. Mai [72] 1851 sang sie zum ersten Male wieder in London die Marie in der „Tochter des Regiments“. Vom Herbste 1851 bis in den Sommer 1852 machte sie eine, von den glänzendsten Erfolgen begleitete Kunstreise durch Deutschland. Ihr Erfolg, schreibt Bischof, grenzte in der That an das Wunderbare. Ueberall wiederholte sich dieselbe Erscheinung, daß das Publicum Anfangs kalt, prüfend, fast möchte man sagen: mißtrauisch, nach und nach durch ihren Gesang und ihr Spiel so erwärmt, hingerissen und entzückt wurde, daß Alle, die sie vor 20 Jahren gehört hatten, in die angenehmste Täuschung versetzt wurden und Diejenigen, welche sie jetzt zum ersten Male hörten, sich einen vollkommen richtigen Begriff von dem machen konnten, was sie im Jahre 1830 als vierundzwanzigjähriges Mädchen war. Die vorzüglichsten Rollen, in welchen sie in den letzten Jahren ihre Meisterschaft bekundete, waren Marie in der „Tochter des Regiments“, Amine, Linda, Martha, Rosine, Zerline und Susanna im „Figaro“. Schon lange trug sie sich – und vornehmlich im Hinblicke auf eine ergiebige Goldernte – mit dem Gedanken einer Kunstreise durch Amerika und Ende August 1852 führte sie auch denselben aus. Am 8. September landete sie in New-York. Abends 10 Uhr wurde das Schiff durch Raketen signalisirt und gegen Mitternacht kam sie im Hotel der Union inmitten des Gewoges einer ungeheuren Menschenmasse an. Fünfzehnhundert Musiker brachten ihr eine Nachtmusik, wobei Tausend Feuermänner die Fackeln hielten. Ihr erstes Concert fand am 18. September Statt. Was in Europa geschehen, wiederholte sich in Amerika, der Erfolg ihrer Concerte und im Jahre 1853 auch ihrer Darstellungen auf der Bühne war ein außerordentlicher. Wachenhusen gibt im „Hausfreund“, eine später in der „Breslauer Zeitung“ (1865, Nr. 539 u. 541) wieder abgedruckte Darstellung ihres Aufenthaltes in den Freistaaten. Im Jahre 1854 bereiste sie noch das Innere der Vereinigten Staaten, dann wandte sie sich nach dem Süden, wo sie dem Verhängnisse erliegen sollte. Am 12. März sang sie noch die Marie, bald darauf die Norma in New-Orleans. Nun folgte sie einer Einladung des Unternehmers der italienischen Oper zu Mexiko, René Masson, der ihr für fünf Monate den Gehalt von 30.000 fl. zugesichert hatte. Am 18. April traf sie in Mexiko ein und war von Anfang an Gegenstand der Bewunderung und des Enthusiasmus. Am 11. Juni war Lucretia Borgia angekündigt; aber an demselben Tage wurde die Sängerin vom gelben Fieber ergriffen, welche in der Stadt schon seit mehreren Tagen ihre Opfer forderte. Der Anfall der Krankheit war furchtbar und ließ wenig Hoffnung für ihr Leben; dennoch gelang es, ihn zu bekämpfen und am 16. glaubte man die Künstlerin außer Gefahr. Es war eine Täuschung. Nach wenigen Stunden bekam sie einen Rückfall und am 17. Morgens hauchte sie ihr Leben aus. Das feierliche Begräbniß mit zahlreichem Gefolge fand am 19. Juni Statt. Der Sarg wurde in der Kirche San Fernande beigesetzt. Ihre Rückkehr nach Europa war auf den Spätsommer bestimmt, sie hoffte in den ersten Tagen des Monats September mit ihren Kindern sich wieder zu vereinen, um sich nie mehr im Leben von ihnen zu trennen. Es war anders gekommen. Vor ihrer Abreise nach Mexiko hatte sie noch 100.000 Thaler in Europa angelegt. Der Zweck der Mutterliebe ist wohl [73] erreicht worden, die Mutter selbst aber der Durchführung ihres heldenmüthigen Entschlusses zum Opfer gefallen. Die italienische Aristokratie konnte es ihr auch im Tode nicht verzeihen, daß sie als Deutsche niederer Abkunft in eine der vornehmsten Adelsfamilien Italiens geheirathet, und sprengte nach ihrem Tod das Gerücht aus, sie sei von ihrem Gatten vergiftet worden. Sie hätte nämlich einen Geliebten gehabt!! und beide, sie und er, wären als Opfer der Eifersucht des Gatten gefallen! Es sei sogar zum Processe in dieser Angelegenheit gekommen, aber das gelbe Fieber habe die ganze Angelegenheit in den Hintergrund gedrängt! Nun, man kann ja den Italienern ihre Freude an dieser gemeinen Lüge und Verleumdung lassen. – Ihr Gemal ließ die Leiche im Jahre 1856 nach Europa bringen, wo sie im Kloster Marienthal bei Ostritz im Königreiche Sachsen [vergleiche S. 77: Grab und Grabdenkmal der Gräfin Henriette R. S.] beigesetzt wurde. Er selbst ist im Februar 1864 zu Brüssel im Alter von 67 Jahren gestorben und am 15. März d. J. im Grabe neben ihr beigesetzt worden; und ihre Mutter, eine geborene Markloff, ist am 10. April 1865 im Alter von 77 Jahren in Dresden gestorben. Von den Geschwistern der Sontag befinden sich zwei Brüder in der österreichischen Armee, einer lebte im Jahre 1865 als Mitglied des Hoftheaters von Hannover dortselbst, eine Schwester ist Nonne zu Marienthal, wo eben die berühmte Sängerin ruht. Die Gräfin Henriette hatte in ihrer Ehe drei Kinder, einen Sohn, der als Attaché bei der sardinischen Gesandtschaft in Belgien lebte, und zwei Töchter. Ueber ihr Familienleben gibt Wachenhusen in dem obenerwähnten Aufsatze die anziehendsten und glaubwürdigsten Aufschlüsse. Die Erinnerung an sie ist noch bei Allen, die sie näher gekannt oder singen gehört, lebendig und zu ihrem Grabe nach Marienthal wallfahrten noch ihre Freunde und auch Andere, die von ihrem Ruhme als Künstlerin und ihren Tugenden als Gattin, Mutter und Hausfrau Kunde haben. Ueber ihre künstlerische Bedeutung spricht sich aber ein Fachmann wie Bischof in seinen biographischen Mittheilungen über sie in ausführlichster und ihre hohe Bedeutung ungeschmälert anerkennender Weise aus.

I. Biographien und Biographisches. Abend-Zeitung. Herausgegeben von Theodor Hell (Dresden, 4°.) 1826, Nr. 151 u. 152: „Demoiselle Sontag in Paris“. – Allgemeine Theater- Chronik (Leipzig, 4°.) 1856, Nr. 7–10: „Schechner und Sontag. Zwei Bilder“. – Allgemeines Theater-Lexikon ... herausg. von R. Blum, K. Herloßsohn, H. Marggraff u. A. (Altenburg und Leipzig o. J., 8°.) Bd. VII, S. 7. – Bazar (Berliner Muster- und Modeblatt, kl. Fol.) Nr. 36, 23. September 1868, S. 290: „Malibran, Schröder-Devrient, Sontag. Plaudereien eines ehemaligen Mitgliedes des Dresdener Hoftheaters“. – Berlinische Nachrichten 1852, Nr. 256 u. f.: „Die Gräfin Rossi-Sontag in Amerika. Original-Mittheilungen aus Boston“. – Breslauer Zeitung 1865, Nr. 539 u. 541: „Henr. Sontag in Amerika“, von Wachenhusen. – Castelli’s Musikalischer Anzeiger (Wien, 8°.) I. Jahrg. S. 32. – Conversations-Lexikon der neuesten Zeit und Literatur. In vier Bänden (Leipzig 1834, Brockhaus, gr. 8°.) Bd. IV, S. 109, im Artikel: „Sängerinen“. – Ergänzungsblätter zu jedem Conversations-Lexikon. Von Fr. Steger (Leipzig und Meißen, Lex. 8°.) Bd. VII, S. 609. – L’Espositore. Giornale di novità scientifiche ecc. (Milano, kl. Fol.) 1850, No. 20: „La contessa Rossi nata Sontag“. – Figaro (Berliner Witzblatt, verlegt von L. W. Krause) 1842, S. 27: „Gräfin und Sängerin“ [ein schöner Zug der Gräfin Rossi, früher Sontag]. – Frankfurter Konversationsblatt. Belletrist. Beilage zur Oberpostamts-Zeitung (Frankfurt a. M.) 1851, Nr. 256: „Henriette Sontag“. Nach Dr. [74] Friedrich Förster. – Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1865, Nr. 347: „Die Erfolge der Gräfin Rossi in London“; – 1866, Nr. 352: „Das Herz einer Künstlerin“ [Episode aus dem Leben der Sontag]; – 1868, Nr. 25: „Henriette Sontag und der Maschinist“ [schon im Jahrgang 1843, Bd. I, S. 239 der „Lesefrüchte“ von Dr. Pappe (Hamburg, 8°.) abgedruckt]. – Gartenlaube (Leipzig, E. Keil, 4°.) 1860, S. 91; 1865, Nr. 27, S. 431: „Das erste Debut der Sontag“, von S. B.; – 1865, S. 732[WS 1]: „Der Morgen einer Sängerin“. Aus den Erinnerungen eines Theaterfreundes. Von Max Ring [das Erzählte ist aus dem Leben der Sontag; jedoch ist ihr Name nicht genannt. Die beigefügte Illustration ist im Gegensatze zu den von der „Gartenlaube“ sonst gebotenen herzlich schlecht]; – 1868, S. 808: “Das Herz einer Künstlerin“. – Hamburgischer Correspondent 1854, Nr. 168, im Feuilleton: „Henriette Sonntag“; Nr. 177, im Feuilleton: „Henriette Sontag in Mexiko“, von G. V. Schädtler, Dr. jur. aus Mexiko. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) XIII. Bd. (1849), Nr. 317: „Die Sontag in London“; – 1852, Nr. 452, S. 130: „Henriette Sontag“. – L’Indépendance belge (Brüsseler polit. Blatt, Fol.) 1850, im Feuilleton Paris 20. Février: „Premier concert de Madame Sontag. L’ambassadriceLa Cantatrice“, von N. (Fiorentino?). – Linzer Zeitung 1868, Nr. 281 u. 282, im Feuilleton: „Eine Erinnerung an Henriette Sontag“. Von einem ehemal. Mitgliede des Dresdener Hoftheaters.– Morgenblatt (Stuttgart, Cotta, 4°.) 1857, S. 323–330: „Die Gräfin Rossi in Petersburg“. – Morgenstrahlen. Blätter für Erheiterung und Belehrung. Sonntagsbeiblatt zur „Neuen Zeit“ 1852, Nr. 32: „Henriette Sontag“ [aus Eduard Jerrmann’s „unpolitischen Bildern aus Petersberg“]. – Neue Zeit (Olmützer polit. Blatt) 1862, Nr. 10. im Feuilleton: „Das erste Debut der Henriette Sontag“ [oft nachgedruckt, so im „Der Bund“ (Bern) 1861, Nr. 338; in der Salzburger Zeitung 1862, Nr. 25; im Coursblatt der Gratzer Zeitung 1861, Nr. 294; in der Schlesischen Zeitung (Breslau) 1862, Nr. 183]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. V, S. 81. – Pappe’s Lesefrüchte (Hamburg, 8°.) 1826, Bd. I, S. 464 [über ihr Engagement bei der italienischen Oper in Paris mit dem Jahresgehalte von 50.000 Francs]; – 1829, Bd. II, S. 191: „Henriette Sontag in Düsseldorf“ [aus dem Briefe eines Reisenden]; – ebenda S. 319 [aus H. Sontag’s Leben]. – Salon (Prager belletr. Blatt, 4°.) 1854, Nr. 237 u. 238: „Erinnerungen an Henriette Sontag“. – Schlesische Zeitung (Breslau) 1864, Nr. 325, im Feuilleton: „Engagement der Sontag“ [in London].– Die Sonntags-Post (Leipziger belletr. Blatt, Wigand, 4°.) 1857, S. 120: „Letzte Rose, wie magst du so einsam hier blüh’n!“ Von C. J. Diepenbrock [Episode aus dem Leben der Sontag]. – Temesvárer Telegraph, II. Jahrg. (18532), 6. März: „Henriette Sontag und Saphir“. – Theater-Zeitung, herausg. von Adolph Bäuerle (Wien, gr. 4°.) 1850, Nummer vom 27., 28 , 29. u. 30. März: „Henriette Sontag“ [aus der „Revue de deux mondes“]; – 1854, Nr. 162: „Theater-Neuigkeiten“ [in dieser Lebensskizze wird abweichend von anderen Angaben, welche den 3. Jänner 1806 als ihren Geburtstag bezeichnen, der 13. Mai 1805 als ihr Geburtstag angegeben]; – ebd. Nr. 159 u. 162: Nekrolog; – ebd. Nr. 172–180: „Nachruf an Henr. Sontag“, von L. Bischof. – Wanderer (Wiener polit. Blatt) 1864, Nr. 197, im Feuilleton: „Engagement der Sonntag“ [aus den „Leiden und Freuden eines Theaterdirectors“ von Ben]. Lumley]. – Wiener Chronik. Sonntags-Abendblatt der Const. österr. Zeitung (Wien, gr. 4°.) 1865, Nr. 32: „Triebensee, Holbein, Gerstäcker und eine junge Sängerin“. Aus dem Theaterleben Prags. Erlebtes von Joh. Heinr. Mirani [Episode aus dem Leben der Sontag]. – Zeitschwingen (Coblenzer Blatt, 4°.) 1850, S. 14: „Henriette Sontag“.
II. Urtheile über die Rossi-Sontag. Die Urtheile der gewöhnlichen Kunstkritiker haben einer Erscheinung gegenüber, wie die gefeierte Sängerin Rossi-Sontag, geringere Bedeutung, alle stimmen ja in der Anerkennung ihrer Vorzüge überein. Aber anders ist es mit Urtheilen berühmter Zeitgenossen, die außerhalb der Sphäre der Kritik von Beruf stehen, und solche Urtheile behalten immer ihren Werth. So schreibt Börne über die Sängerin: „Henriette Sontag nimmt, wie man allgemein weiß, die faden zahllosen Schmeicheleien, welche man ihr überall macht, mit der liebenswürdigsten Bescheidenheit an; sollten ihr aber die gewürzteren Schmeicheleien [75] der französischen Küche das Herz verderben, so möge sie schnell zu der Frankfurter Theaterdirection zurückkehren, und diese Hungercur wird sie gewiß bald herstellen. Sie hat das schon erprobt. Das gut Kind, gewöhnt, überall als ein Schmuck mit Baumwolle umwickelt zu werden, hat die packtuchene Berührung unserer kaufmännischen Theaterdirection sehr rauh empfunden und hat empfindlich darüber geklagt. Man hat ihr mit dem größten Eigensinne Rollen aufgedrungen, die ihr nicht lieb waren und die ihrer Wahl zurückgewiesen, und man hat sie bei der Bezahlung – ich sage, um mich nicht lange zu besinnen: geprellt. Als sie ein früheres Mal hier auftrat, bekam sie bei verdoppelten Eingangspreisen die halbe Einnahme. Sie erbat sich dießmal in Briefen aus Berlin unter gleichen Bedingungen zu singen. Man schrieb ihr aber zurück: dieses sei durchaus nicht thunlich, man dürfe es nicht zum zweitenmale wagen, die Eingangspreise zu verdoppeln, denn das Publicum sei schon das erstemal über diese Neuerung sehr aufgebracht gewesen; man wolle ihr dagegen für jede Vorstellung 50 Louisd’or geben. Fräul. Sontag ging dieses ein. Als sie aber hierher kam, verdoppelte man die Eingangspreise doch und wollte von dem Vertrage nicht abgehen, und als es zur Ausbezahlung der bedungenen 50 Louisd’or kam, gab man ihr statt Louisd’or Friedrichsd’or, nämlich die Sontag, die als eine Berlinerin ihren Friedrich im Herzen hatte, schrieb: „Da, ich bin es zufrieden, ich will für jede Vorstellung 50 Friedrichsd’or nehmen“. Aber dieses war ganz offenbar nur ein Schreibfehler, der aus einem schönen Patriotismus entsprungen, und es läßt sich ja gar nicht denken, das sie sich zu weniger verstanden, als man ihr angeboten. Doch unsere Theaterdirection, welcher die vier Vorstellungen der Sontag 5000 Thlr. reinen Vortheil gebracht, hielt sich an den Schreibfehler und durch diese Rabulisterei verdiente sie noch 2 bis 300 fl. mehr. Fräulein Sontag hätte klagen sollen; das Gericht hätte gewiß nicht gegen sie entschieden. Auch wollte unsere Sängerin, größtentheils zum Vortheile der Witwe eines hiesigen Capellmeisters, der viele Jahre die Oper geleitet und welchem unser Orchester seine ganze Vortrefflichkeit verdankt, im Schauspielhause ein Concert geben; aber das Haus wurde ihr versagt, ob es gleich für einen Tag gefordert wurde, wo keine Vorstellung war. Der Director des Theaters soll sie bei dieser Gelegenheit sehr rauh und barsch behandelt haben. Gegen diesen Präsidenten werden seit undenklichen Zeiten Klagen geführt und dennoch wird er alle Jahre von den Unzufriedenen freiwillig wieder zu dieser Stelle gewählt. Der Mann muß doch seine Verdienste haben, er muß unentbehrlich sein. Auch weiß es das und er hat geschworen, man soll ihn nur todt aus dem Theater tragen.“ – Nicht minder interessant dürfte es sein, das Urtheil eines Historikers, wie Friedrich v. Raumer, über die Sängerin Rossi-Sontag zu hören. Raumer spricht sich über sie in einem Briefe an Ludwig Tieck aus, welchen die von Friedrich Kind herausgegebene „Dresdener Morgenzeitung“ 1827, in Nr. 122 enthält und in welchem der ernste Geschichtschreiber die berühmtesten Sängerinen seiner Zeit, die Milder, Schulz, Seidler, Catalani, Sessi, Heinefetter, Schechner, Devrient und Sontag Revue passieren läßt. Raumer schreibt über „Mademoiselle Sontag: „Sie besitzt die höchste Leichtigkeit, Beweglichkeit, Lieblichkeit und Süßigkeit, welche, auf anderes verwandt, als was gerade die Mode des Tages verlangt, aus vollendeter Miniaturmalerei wohl zu größerem hätte führen können. Sehr zu bedauern bleibt es also, daß äußere Verhältnisse sie zwangen, seit Jahren fast nur geist- und charakterlose Musik zu singen, welcher sie, nicht unnatürlich, durch Ueberladung mit Zierathen einen Inhalt, oder doch immer höheren Reiz zu geben suchte. Jene stets ähnlich wiederkehrenden, übersüßen Zierathen sind aber selbst vom Uebel und das häufige Umspringen der Stimme in ein anderes Register (was an das Verschieben der Claviatur eines Fortepiano’s erinnert) kann auf die Dauer weder den echten Kenner befriedigen; noch die ohnehin nicht große Stimme erhalten. Es ist nicht das Höchste, zu singen wie eine Nachtigall oder wie eine Flöte: die Menschenstimme biegt über all’ diese Vergleichungen hinaus, und die Art und Weise, wie Mad. Sontag in der „Schöpfung“ und einigen besseren Opern, z. B. „Cosi fan tutte“, gesungen hat, begründet in meinen Augen weit mehr ihren Ruf als Sängerin, wie die den musikalischen Magen verderbenden Bonbons und Baisers, die sie ununterbrochen in Rossini’schen Opern den Schmachtenden austheilt.“ – Das Herloßsohn’sche „Theater-Lexikon“ entwirft von der Künstlerin folgende zutreffende Schilderung: „Henriette S. war [76] das holdeste, liebenswürdigste und einfachste deutsche Mädchen; von mittlerer Größe, dem zierlichsten Wuchse, mit dem lachendsten, runden Gesichtchen, blauen, sanften, lebhaften Augen, blondem Haar und dem gewinnendsten Wesen, stets heiter, voll Laune und Muthwille, aber von den Grazien umweht in jeder Bewegung, dabei mit dem besten Herzen begabt, stets zu helfen bereit, immer wohlthätig, freundlich, zuvorkommend und liebreich. Alle Directoren gaben ihr das Zeugniß, daß sie nie eine gutwilligere, unverdrossenere Sängerin hatten. Mit dieser bezaubernden Persönlichkeit einte sich eine glockenhelle, klare, liebliche, weiche und umfangreiche Stimme und die genügendste musikalische Bildung; ihr Vortrag war zugleich im höchsten Grade präcis, kunstgerecht und nett, wie herzlich, seelenvoll und ergreifend; die höchste Gewandtheit und Kehlenfertigkeit für verzierten Gesang, wie ein seltener Grad von Ausdauer war ihr eigen. Eine große Darstellerin war sie nie und für den Ausspruch tieferschütternder Leidenschaften fehlten ihr die Mittel; dagegen war sie in Partien, die ihrer Persönlichkeit zusagten, in launigen, schalkhaften und gemüthlichen Rollen unerreichbar und unvergleichlich. Die zarteste, duftendste, süßeste Blume der deutschen Gesangskunst schwand mit ihr von der Bühne. – Der durch seine gründlichen und geistvollen Musikreferate rühmlichst bekannte Musikreferent am Rhein, L. Bischof, schreibt über Henriette R. S.: „Das gegenwärtige Geschlecht, welches die Leistungen der Künstlerin nur aus der zweiten Periode ihres Künstlerlebens (als Gräfin Rossi-Sontag) kennt, wird gar leicht versucht, sie sich auch in ihrer Blüthezeit nur als reizende Soubrette denken zu können. Wer aber die Euryanthe, Agathe, Desdemona, Semiramis von der Sontag gesehen hat, der wird mit uns empfunden haben, daß ein gewisses anmuthsvolles, maßhaltendes, Grazie und Schönheit nie verletzendes Wesen, welches in ihrer Erscheinung in jeglicher Rolle unzertrennlich war, auch den musikalischen Charakterbildern ernsterer Gattung in tragischen und leidenschaftlichen Momenten stets das Gepräge der Weiblichkeit erhielt, welches gar manche hochgepriesene Darstellerinen heute sehr häufig vermissen lassen. Eben dadurch bekam Ton und Vortrag sowohl in getragenen als figurirten Gesangstellen in solchen Situationen, unterstützt von vollkommenster Reinheit und Correctheit – zwei Dingen, mit welchen es manche von den gefeierten, sogenannten dramatischen Sängerinen nicht immer sehr genau nehmen – eine eigenthümliche, ergreifende und doch wohlthuende Färbung. Das Maßhalten war ihre größte Tugend: zu Knalleffecten gab sie sich nie her; auch geben wir gern zu, daß ihre Stimme dazu nicht ausreichte und daß sie den Werth dieses kostbaren Materiales viel zu gut kannte und viel zu hoch schätzte, um es dem großen Haufen zu Liebe zu vergeuden.“ Wesentlich verschieden, obwohl damals noch nicht durch die Erscheinung der Jenny Lind, wie das später der Fall war, beeinflußt, ist das Urtheil eines britischen Kunstrichters, des Dr. Granville, das in dessen im Jahre 1828 erschienenen Werke: „St. Petersbourgh at the close of 1827“ (Petersburg am Schlusse des Jahres 1827) abgedruckt steht. Dr. Granville schreibt unter Anderem: „Aller Augen und Augengläser richteten sich nach der Bühne, mit Ungeduld die Erscheinung dieses Sterns erwartend. Sie war dieser Stern, dieser Komet mit seiner zauberischen Anziehungskraft, Henriette Sontag, die königliche Kammersängerin, die schon vor uns so vielen Reisenden, wie Poeten und Prosaisten, Sonnettisten und Journalisten die Köpfe verdreht hatte. Ihre Schönheit bezauberte mich. Ihr Gesang aber gefiel mir wohl, doch erfüllte er nicht meine Erwartungen. Ich weiß ihr Wesen nicht besser als durch den Ausdruck „petite Mignonne“ zu bezeichnen. Ihre Gestalt gleicht der einer Nymphe von Canova und alle ihre Bewegungen sind so reich an himmlischer Anmuth und Grazie, daß sie mehr ein schönes Ideal als ein wirklich körperliches Wesen zu sein scheint. Ihre Füße, Hände, die Lieblichkeit ihres Gesichtes, ihr unaussprechlich reizender Mund, ihre Perlen gleiche Zähne, ihres holdes Lächeln, die Fülle ihres dunkelblonden Haares sind von einer Schönheit, wie sie die höchste Phantasie sich nicht herrlicher denken kann. Ihre Stimme ist ungemein anmuthig und sie singt mit einer ganz außerordentlichen Leichtigkeit, aber mit allen diesen Vorzügen ist sie doch keine eigentlich große Sängerin. In ihren Verzierungen besonders zeigt sie, daß es ihr an der wahren Methode und Schule fehlt. Den Ausdruck des Erhabenen hat ihr die Natur in ihrer Stimme wie in ihrer Persönlichkeit versagt. Des grandiosen Styls wird Fräulein Sontag sich niemals bemächtigen können. [77] Sie ist ein reizendes Wesen, eine reizende Sängerin, ein reizendes Bijou, aber nichts mehr. Mad. Catalani hat sie auf das Treffendste beurtheilt, indem sie von ihr sagte: „Elle est la première dans sons genre, mais son genre n’est pas le premier“. Ich hatte in ihr eine Cantatrice di primo cartello erwartet und ich fand nur eine anmuthige Sängerin. Ihre Stimme ist eine liebliche, reiner und sonorer Sopran. Sie erreicht das hohe E ohne Anstrengung. .... Es ist lediglich jene liebliche Eigenthümlichkeit ihrer Stimme und der Reichthum von seltener Schönheit, womit die Natur sie als ihre Lieblingstochter so verschwenderisch begabt hat, wodurch sie ohne alle wahrhaft kunstwissenschaftliche Bildung (?) das Wunder einer siebzehnjährigen Primadonna auf der deutschen Bühne ward (!). Nicht uninteressant endlich ist eine Parallele zwischen der Rossi-Sontag und der berühmten Löwe, nachdem beide in Frankfurt a. M. zusammen in einem Concerte gesungen. „Die Rossi bezaubert da, wo die Löwe entzückt. Jene singt lächelnd und spielend wie ein unschuldiges Kind, das Blumen am Bache pflückt, diese greift in die ernsten Saiten des Herzens und beschwört Geister hervor. Die Sontag thut dem Herzen wohl, die Löwe thut ihm weh, aber dieses Weh ist unwiderstehlicher als jenes Wohl; bei der Sontag ist es immer Sonntag, Feiertag, bei der Löwe gibt es auch Trauertage, Wolken, durch welche die Sonne der Hoffnung lächelt; jene ist mehr lyrisch, diese mehr dramatisch.“ Außer den obigen Urtheilen sind insbesondere bemerkenswerth: „Henriette Sontag“ von Wahrlieb, im Freischütz (Hamburg) 1830, S. 399, 405 und in der Beilage Nr. 17; – ferner: „Erstes Urtheil eines englischen Kunstrichters über Henriette R.-S.“ im Neuen Wandsbecker Boten 1828, Nr. 33, und Bischof schließt seine Biographie mit einer ausführlichen kritischen Darstellung der berühmten Sängerin.
III. Grab und Grabdenkmal der Gräfin Rossi-Sontag. Graf Rossi, welcher die sterblichen Ueberreste seiner Gattin nicht in so fernem Lande lassen wollte, bewirkte, daß dieselben nach Europa, und zwar nach dem Kloster St. Marienthal bei Ostritz im Königreiche Sachsen gebracht und am 4. Mai 1856 in die Gruft der Kreuz- oder Michaelis-Capelle daselbst in Anwesenheit der nächsten Anverwandten beigesetzt wurden. Am 17. Juni 1856 kam der Graf selbst mit den Seinen hierher, hatte den Tag vorher schon einen kostbaren zinnernen Sarg, der in Dresden gefertigt worden war, gesandt, und ließ in diesen den früheren einfachen Sarg mit seinem Inhalte einsetzen. An der Fußseite dieses schönen Sarges liest man den Spruch: „Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen redete und hätte die Liebe nicht, wär’ ich ein tönend Erz. Die Liebe höret nimmer auf. I. Brief Pauli an die Korinther, 13, I–8.“ Auf dem Deckel des Sarges befinden sich folgende Worte: „Hier ruhet in Gott Henriette Sontag, vermählte Gräfin Rossi, geboren in Koblenz den 3. Jänner 1806, gest. in Mexiko den 17. Juni 1854.

Dir war das reinste Erdenglück beschieden,
Kunst, Anmuth, Liebe wanden Dir den Kranz.
Nun ruhest Du in Gottes heil’gem Frieden,
Umstrahlet von des Paradieses Glanz.
Für Deine Lieben hast Du Dich dem Tod’ geweiht,
Des Lebens Kron’ ist Dein, Dein ew’ge Seligkeit.“

Zwischen dieser Schrifttafel und dem Crucifix liegt ein goldener Lorbeerkranz, auf dessen Blättern folgende Worte eingegraben sind: „Der besten Gattin und Mutter, der treuesten Freundin, der schönsten und liebenswürdigsten Frau, der größten Sängerin geweiht von Georg, Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, den 17. Juni 1856.“ Der Grund warum die irdische Hülle der Gräfin Rossi in die Gruft dieses Kloster gebracht wurde, dürfte wohl kein anderer sein, als der, weil die Schwester der Verstorbenen, Nina Sontag, in diesem Kloster weilt, in welchem sie am 4. Mai 1846 als Nonne eingekleidet wurde. [Omnibus 1858, Nr. 48.]
IV. Porträte. 1) Bülow lith. (gr. Fol.), Tondruck. – 2) Stahlstich von Duncan (Leipzig, gr. 4°.). – 3) L’Allemand del., Feckert lith. (gr. Fol.), Hüftbild. – 4) F. Fleischmann sc. (8°.). – 5) J. Hübner p., F. Fleischmann sc., 8°. (Hüftbild als Donna del lago). – 6) P. Delaroche p., F. Girard sc. (gr. Fol.), ganze Figur als Donna Anna. – 7) Krüger lith. (Fol.). – 8) Emma Mathieu lith. (Fol.). Halbfigur. – 9) Gosse del. ad viv., S. W. Reynold’s sc. (gr. Fol.), ganze Figur als Donna Anna. – 10) Unterschrift: Countess Rossi. Drawn by Hayter. Engraved by H. T. Ryall. – 11) Pfann del., C. Schuler sc. (Fol.), Hüftbild. – 12) Unterschrift: Nach dem Leben [78] gezeichnet Fräulein H. Sontag. J. und Fr. Stöber gest. in Stahl. Wien (Verlag vom Bibliogr. Institut zu Hildburghausen, 4°.). – 13) Unterschrift: Henriette Sontag. F. Winterhalter pinx., Weger u. Singer sc. (Leipzig). – 14) Unterschrift: Henriette Sontag. A. M. sc. (Stahlstich, 4°.). – 15) Lith. o. Ang. d. Zeichners (Berlin, Sala u. Comp., Fol.). – 16) Federzeichnung o. A. d. Zeichn. (Offenbach, André, 4°.). – 17) Lithogr. o. Ang. d. Zeichners (Berlin, Zawitz, Fol.). – 18) Lith. o. A. d. Zeichners (Leipzig, Hentze, 4°.). – 19) Stahlstich o. Ang. d. Stechers (Hamburg, Schuberth u. Comp., 4°.). – 20) Unterschrift: Henriette Sontag. Holzschn. o. Ang. d. Z. u. Xyl. in der Illustr. Zeitung 1852, Nr. 452, S. 120. – 21) Unterschrift: Henriette Gräfin Rossi. Holzschn. o. A. d. Z. u. in der Illustr. Zeitung, XIII. Bd. (1849), Nr. 317. – Das Facsimile ihres Namenszuges zeigt die Leipziger Illustrirte Zeitung, Bd. XVIII (1852), Nr. 454, S. 176.
V. Ueber ihren Tod und ihre Bestattung. Berlinische Nachrichten 1854, Nr. 192: „Der Gräfin Rossi, Henriette Sontag Krankheit, Tod und Begräbniß in Mexiko“. – Frankfurter Konversationsblatt 1858, Nr. 186 [über ihre Ruhestätte zu Marienthal in Sachsen]. – Gartenlaube (Leipzig, E. Keil, 4°.) 1860, S. 91: „Die Schlummerstätte der Gräfin Rossi“, von Luise Ernesti [mit Illustration]. – l’Illustration (Paris) 1854, Nr. 600, p. 144: „Brief aus Mexiko ddo. 20. Juni 1854“ [über ihren Tod]. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, Fol.) 1858, Nr. 781, 19. Juni, S. 400: „Die Ruhestätte der Gräfin Rossi (Henriette Sontag)“. – Omnibus (Olmütz) 1858, Nr. 48: „Die Ruhestätte der Gräfin Rossi“. – Die Abbildung ihres Sarges mit der Unterschrift: „Die Ruhestätte der Gräfin Rossi (Henriette Sontag) im Kloster St. Marienthal in Sachsen“ brachte die Leipziger „Illustrirte Zeitung“ 1858, Nr. 781, 19. Juni. – Die Abbildung des Friedhofes im Kloster San Fernando in Mexiko brachte die französische „l’Illustration“ 1854, Nr. 600, p. 144: „Obsequien de Mme Sontag dans le closiere de San Fernando à Mexico“. D’après M. E. Riviere. – Eine Ansicht ihrer Ruhestätte in Sachsen enthält aber die Keil’sche „Gartenlaube“ 1860, S. 92[WS 2].
VI. In der Dichtung. – Die Rossi-Sontag im Roman. Die Rossi-Sontag im Roman. F. Brunold’s unter dem Titel: „Welt und Gemüth“ (1868) erschienene Novellen behandeln im III. Bande in der Novelle: „Der Paradiesvogel“ eine Episode aus dem Leben der Sontag. – Gundling, Henriette Sonntag. Künstler-Lebens-Anfänge. 2 Bände (Leipzig 1861, Grunow, 8°.). – Rodenberg’s Deutsches Magazin, Bd. III, S. 149: „Traum und Erwachen. Eine Episode aus dem Leben der Henriette Sonntag“. Von Sophie Verena. – Henriette oder die schöne Sängerin, eine Geschichte unserer Tage, von Freymund Zuschauer (Leipzig 1826, Herbig) [ein satyrisch gehaltener Roman, dessen Hauptperson die Sängerin Sontag ist]. – Das neue Blatt (Druck und Verlag von A. H. Payne in Leipzig, 4°.) 1873, I. Heft, S. 13: „Am Sterbebett der Sängerin. Ein Ereigniß aus dem Leben der Sontag“. [Hiezu die Illustration auf S. 12. Hinsichtlich dieser ist es zu staunen, wie man in einer Zeit, in welcher der Holzschnitt, die Illustration überhaupt, auf eine solche Stufe gediehen ist, ein solches Machwerk, wie das Bild, unterschrieben: „Henriette Sontag auf der Scala in Mailand“, dem Publicum bieten kann. Es sind mindestens 20 treffliche Bildnisse der Sontag vorhanden und leicht zu haben, und diese vor diesem Publicum sich verneigende Figur!!! Ueberhaupt hat das „Neue Blatt“, das trefflich begonnen, in seinen gedruckten Leistungen und Illustrationen stark nachgelassen.] – Gedichte an die Rossi-Sontag. Es sind wohl wenige, vielleicht keine andere Sängerin so gefeiert worden, wie Henriette Rossi-Sontag; was zu ihrer Zeit Verse geschrieben, brachte ihr gereimte Huldigungen dar. Es gäbe wohl ein stattliches Rossi-Sontag-Album, wollte man auch nur das Beste unter dem Guten zusammenstellen. Wie sich Roman und Novellistik ihrer bemächtigt haben, ist schon angedeutet worden. Hier mögen nur als Curiosa ein paar poetische Pikanteren folgen. So schrieb ein Witzling auf sie als Sängerin: „Wo preist man nicht Sie als der Oper Zierde? | Wie manches Blatt ward ihr Panegyrist! | O daß der Sonntag so gefeiert würde, | Wie es die Sonntag ist!“ – In einem anderen, auf ihre Heirath gedichteten Impromptu liest man: „Da heißt es nun in Deutschland weit und breit: | „Welch glänzend Band hat Hymen ihr gewoben!“ | Der Lord erhebt sie zwar zu Ihro Herrlichkeit: | Allein zur Herrlichen hat sie sich selbst erhoben.“ – Und noch in einem andern: „Die Gluth des Streits um Dich ist nun gedämpft, | Der Sieger [79] prangt mit dem errung’nen Kranze, | Indeß der Franzmann um die Stimme kämpft, | Erficht der Sarde sich das holde Ganze.“ – Pappe’s Lesefrüchte (Hamburg. 8°.) 1827, Bd. IV, S. 446, enthalten in den Miscellen einen begeisterten „Preisgesang an Dem. Henriette Sontag“ – und die Novellen-Zeitung (Leipzig, schm. 4°.) bringt 1852, in Nr. 17: pikante „Sonntagsfeier“ betiteltes Gedicht [dabei befindet sich auch das dem Grafen Rossi von Eugéne Scribe geschriebene Stammbuchblatt].
VII. Die Stammbücher der Gräfin Rossi-Sontag. Diese sind – man möchte fast sagen – von historischem Interesse. Es sind deren vier, zwei deutsche, ein englisches und ein französisches. Von den zwei deutschen ist eines aus Berlin, das andere aus verschiedenen deutschen Städten, wo sie ihre Triumphe feierte, und es fehlt darin kaum ein Name, der in Deutschlands Gauen in jener Zeit einigermaßen Bedeutung hatte. Auch das Pariser Album ist sehr interessant, und neben den Blättern der ersten Staatsmänner, der damaligen Parlamentsgrößen und Politiker ist Kunst, Literatur und Wissenschaft durch Männer vertreten, wie Scribe, Picard, Delavigne, Rossini, Auber, Boieldieu, Chateaubriand, de Pradt, und auch etlichen Frauennamen begegnet man darin, wie z. B. der Pasta, Pesaroni, Malibran-Garcia u. A. Das bedeutendste und in einer Hinsicht bezeichnendste ist aber das Londoner Album, in welchem das ahnenstolze Albion keinen Anstand nahm, seine Namen in das Album nur einer Sängerin – freilich einer von Gottes Gnaden – einzuzeichnen. Das in rothem Sammt gebundene, auf einem Deckel die in Gold gestickten Worte: „Souvenirs de Londres“, auf dem anderen: „Forget me not“ weisende Album ist ein Geschenk des englischen Barden Walter Scott. Es enthält die Blätter von zwei Herzogen, 23 Lords, 87 Baronets, 168 Rittern und 113 anderen Gentlemens, von 59 Schriftstellern, unter denen W. Scott obenan und fast alle Redacteurs der in London zu jener Zeit erschienenen politischen und literarischen Blätter, von 43 Musik- und Gesangsvirtuosen, darunter Cramer, Moscheles, Pixis, Sir George Smart und die meisten englischen Sänger und Sängerinen, von 38 anderen Künstlern und 26 Damen des höchsten englischen Adels, darunter 4 Herzoginen.
VIII. Einzelheiten: Ein Albumblatt der Rossi-Sontag. Ein Album (das deutsche Stammbuch?) facsimilirter Autographe brachte folgende Verse in facsimilirter Handschrift:

Wenn Dich die Liebe verläßt, die Freundschaft, das Glück und die Freude,
Bleibt das Höchste getreu – sie – die gewaltige Kunst;
Eine Tochter des Himmels, wohnend im menschlichen Busen,
Strebt sie zur Heimath empor, nimmt sie den Liebling mit sich.

Henriette Sontag.

     Leipzig, den 12. Februar 1852. –

Scribe an Henriette Rossi-Sontag. Nachdem die Rossi-Sontag in Paris in der Scribe-Halevy’schen Oper „Der Sturm“ die Mirande mit unvergleichlichem Erfolge gesungen, schickte Scribe dem Grafen Rossi folgendes Quatrain:

C’est toi qui pouvait enchainer dans son vol
Ce Rossignol divin qui nous charme à l’entendre
Car de tout temps Rossi, chacun doit le comprendre
     Fut la moitiè de Rossignol. –

Die Nordamerikaner und die Rossi-Sontag. Das Hamburger Journal : Der Freischütz 1852, Nr. 136, enthält ein Pröbchen des praktischen Enthusiasmus der Nordamerikaner im nachstehenden Akrostichon, das eine nordamerikanische Zeitung brachte:

     An Sie
Herrin im Tonbereich!
Engeln an Zauber gleich!
Nimbus umflossenes Wesen
Reizende Sangesmacht
Ist Deiner Lieder Pracht.
Einzige Du auserlesen,
Tönegebieterin,
Thronende Königin,

Erlauben Sie, Madame, ich habe noch etwas zu sagen: Seelenbeglückendes, Ohrenentzückendes Nachbild der Grazien und Musen! Theure Philomel’, Ach! hätt’ ich Deine Kehl’! Gern würd’ ich Sie, Madame, des langweiligen Geschäfts entheben, in jeder Woche 12.000 Pfund einzucassiren. – Die Theater-Zeitung von Adolph Bäuerle (Wien, gr. 4°.) 1852, Nr. 147, theilt ein Albumblatt des Dichters des Libretto’s der Oper: „Marie, die Tochter des Regiments“, H. de St. Georges, für Henriette Sontag mit – [80] und die Jahreszeiten (Hamburg, schm. 4°.) 1856, Bd. I, S. 251, geben Nachricht von „Zwei Reliquien der Sontag“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 1866, S. 28.
  2. Vorlage: S. 91.