BLKÖ:Schneider, Joseph (geb. 1827)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 31 (1876), ab Seite: 36. (Quelle)
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6. Joseph Schneider (geb. zu Klein-Schluck in Siebenbürgen im Jahre 1827), einer der Helden der Nordarmee im unglücklichen Feldzuge des Jahres 1866. Schneider war damals Hauptmann im Linien-Infanterie-Regimente Sachsen-Weimar Nr. 64 und commandirte in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 eine Division des Regiments. Nach erhaltenem Befehle zog er sich geordnet mit derselben nach Maslowied zurück. Sie war, nachdem eine am äußersten Flügel verwendete halbe Compagnie nach tapferer Gegenwehr gefangen worden, noch sechs Züge stark. Kaum war sie südlich von Maslowied in eine Niederung gekommen, als sie in Entfernung von etwa 300 Schritten in ihrer linken Flanke eine Cavallerie-Abtheilung erblickte, welche sich alsbald als ein feindliches Dragoner-Regiment erkennen ließ, das unsere Geschütz-Reserve bedrohte. Sofort ließ Schneider seine Truppe halten und auf einem nahe an der Straße gelegenen erhöhten Terrain Quarré formiren. Kaum war dieß geschehen, als schon das 2. Brandenburger Dragoner-Regiment unter Führung des Obristlieutenants v. Heinichen im Galopp gegen das kleine Häuflein heransprengte. Noch waren sie hundertfünfzig Schritte entfernt, da commandirte Hauptmann Schneider Feuer und als nach rascher Wiederholung der Salven der Rauch sich verzogen hatte, sah man die blauen Dragoner im eilenden Rückzuge begriffen. Nun suchte Obristlieutenant v. Heinichen mit etwa 20 Reitern die linke Flanke des Quarré’s zu durchbrechen, aber dasselbe hielt unerschütterlich Stand, und von einer Kugel in die Stirne getroffen, stürzte Heinichen in dem Momente, als er bis an die Bajonnete angeritten war. Durch diese Waffenthat ward der geordnete Rückzug der Unseren gesichert. [(Hoffinger, J. Ritter v.), Lorbeer und Cypressen von 1866 (Wien, Prandel, kl. 8°.) Nordarmee, S. 86.] –