BLKÖ:Schuster, Friedrich Wilhelm

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schuster, Ignaz
Band: 32 (1876), ab Seite: 239. (Quelle)
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Schuster, Friedrich Wilhelm (Schriftsteller und Schulmann, geb. zu Mühlbach in Siebenbürgen 2. Februar 1824). Die Vorbereitungsstudien beendete er am Gymnasium zu Hermannstadt. Im Juni 1844 begab er sich nach Leipzig, wo er durch zwei Jahre seinen Berufsstudien oblag. Zur Zeit des ungarischen Aufstandes der Jahre 1848 und 1849 bereits in seiner Heimat, that er während der Belagerung von Karlsburg im Jahre 1849 als Mühlbacher Nationalgardist so ersprießliche Dienste, daß er in Anerkennung derselben mit der goldenen Verdienstmedaille ausgezeichnet wurde. Im Jahre 1855 wurde er Rector des Mühlbacher Untergymnasiums und blieb es durch 14 Jahre bis zu seiner am 25. October 1869 erfolgten Wahl zum Pfarrer A. B. in Broos. Außer seinem schulamtlichen und pädagogischen Berufe richtet er sein Hauptaugenmerk auf die Culturgeschichte seines engeren Vaterlandes und werthvolle Ergebnisse seiner eingehenden Forschungen und Studien sind folgende Arbeiten: „Siebenbürgisch-sächsische Volkslieder, Sprichwörter, Räthsel, Zauberformeln und Kinderdichtungen. Mit Anmerkungen und Abhandlungen“ (Hermannstadt 1865, Steinhaussen [Druck von Haase in Prag], 8°.); – im Archiv des Vereins für siebenbürgische Landeskunde: „Deutschen Mythen aus siebenbürgisch-sächsischen Quellen“ (Neue Folge, Bd. IX, S. 230–335, 404–497, und Bd. X, S. 65–155); – in den Programmen des evangelischen Untergymnasiums in Mühlbach und der damit verbundenen Lehranstalten veröffentlichte er außer den Schulnachrichten in den Jahren 1855–1868 in jenem des Schuljahres 1855/56: „Woden, ein Beitrag [240] zur deutschen Mythologie“; – für 1857/58: „Aufgaben der germanistischen Studien in Siebenbürgen“; – für 1861/62: „Ueber das walachische Volkslied mit einer Auswahl erläuternder Beispiele“; – für 1862/63: „Ueber den in einigen Ortschaften Siebenbürgens bei Hochzeiten üblichen Rösseltanz“; – für 1866/67: „Ueber alte Begräbnißstätten bei Mühlbach“ – und für 1868/69: „Zur Kritik des Märchens vom Königssohn und der Teufelstochter“. Auch erschien von S. ein Bändchen „Gedichte“ (Schäßburg 1858 [Druck von E. C. Elbert in Leipzig], 12°.). S.’s Arbeiten bilden höchst schätzbare Beiträge zur Culturgeschichte Siebenbürgens; er geht dabei mit Scharfsinn und kritischem Blicke vor und seine Schriften können in Form und Ausführung anderen, welche in diesem Gebiete arbeiten, als Muster dienen.

Trausch (Joseph), Schriftsteller-Lexikon oder biographisch-literarische Denk-Blätter der Siebenbürger Deutschen (Kronstadt 1871, Joh. Gött, gr. 8°.) Bd. III, S. 269 u. f.