BLKÖ:Sizzo de Noris, die Familie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Skakoc
Band: 35 (1877), ab Seite: 44. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Sizzo de Noris, die Familie|35|44|}}

Ueber die Familie Sizzo de Noris. Das „Historisch-heraldische Handbuch zum genealogischen Taschenbuche der gräflichen Häuser“ (Gotha 1855, Justus Perthes, 32°.) weiß über die Familie nichts weiter zu berichten, als daß die südtirolische Trientiner Familie Sizzo ein altadeliges Geschlecht aus Florenz sei, dessen Glieder in alten Urkunden von 1100 schon als nobiles angeführt erscheinen. Dann werden als Quellen: Dante Alighieri, canto XVI, Macchiavelli, Storie florentine, libro II. und Pompeo Cavaliere Litta, famiglie celebri italiani, Medici di Firenze fasciolo XVII, parte 1 angeführt. Diese Notizen sind für ein Handbuch dürftig genug und auch die Citationen lassen viel zu wünschen übrig. Da hat Luigi Passerini, Secretär der k. k. Deputation des Adels und der Bürgerschaft von Toscana ein Schriftchen herausgegeben betitelt: „Memoire storiche intorno alla famiglia florentina del Sizzi“ (Milano 1855, Luigi di Giacomo Pirola, 37 S., 8°.). In dieser quellenmäßigen Arbeit wird der Ursprung des Hauses Sizzo auf einen Ranieri di Sizio, dessen eine alte Pergament-Urkunde vom 8. Jänner 1084 gedenkt, zurückgeführt. Das Geschlecht nahm an Rang und Ansehen im Florentinischen zu. Als in der Fehde der Guelfen und Gibellinen die Sizzi zu den Guelfen sich gesellten, traf sie auch deren Loos, sie mußten 1260 das Vaterland verlassen, kehrten aber 1266 nach der Schlacht bei Benevent wieder zurück und spielten in den Kämpfen jener unruhigen Zeit eine hervorragende Rolle. Die Pest in Florenz im Jahre 1348, vernichtete das ganze Geschlecht. Da taucht um das Ende des 14. Jahrhunderts ein Michele di Sizio auf, der seine Abstammung von obigen Sizzi nachweist. Von diesem Michele pflanzte sich das Geschlecht noch über anderthalb Jahrhunderte fort und starb mit Johann Sizzo in Florenz am 17. April 1660 aus. Ob von diesen Sizzo, die heut in Tirol blühende Familie Sizzo di Noris abstammt, das urkundenmäßig nachzuweisen, vermag Passerini nicht. Aber er bemerkt ausdrücklich, wenn er auch die Stammesfolge nicht anzugeben im Stande sei, so leben doch noch die Familien-Traditionen, die jeden Zweifel über die Gemeinsamkeit des Ursprungs der Florentiner und Trientiner Linie beseitigen, wie es denn auch bekannt ist, daß der italienische Adel durch Confiscationen und Verfolgungen zum Exil gezwungen, sich nicht selten ein anderes Vaterland, wo minder harte Gesetze herrschten, suchte, und so in andere Länder seine Familien verpflanzte.

Der heutige Familienstand der Grafen Sizzo de Noris. Die heutigen in zwei Linien blühenden Grafen Sizzo de Noris sind die Nachkommen des I. Grafen Joseph, Herrn von Castell-Ossana, und des II. Grafen Philipp, Patriciers von Trient. I. Graf Joseph [45] (geb. 21. März 1805, gest. 4. Jänner 1864) hatte mit Elisabeth Gräfin Sellasa fünf Kinder, u. z.: 1) Graf Eduard (geb. 17. Oct. 1835), Herr und Landmann in Tirol, Patricier von Trient, Ehrenritter des Malteser-Ordens, k. k. Kämmerer und Rittmeister in der Reserve bei Kaiser Alexander II. von Rußland-Uhlanen Nr. 11, der gegenwärtige Chef des Hauses; – 2) Charlotte (geb. 25. Febr. 1832), vermält (seit 16. Febr. 1870) mit Alexander Baron von Tiesenhausen; – 3) Isabella (geb. 14. März 1834), vermält (seit 24. September 1865) mit Franz Negri nobile di San Pietro, k. k. Bezirkshauptmann zu Cles; – 4) Heinrich (geb. 11. November 1841), k. k. Kämmerer und Rittmeister in der Reserve bei König von Württemberg-Huszaren Nr. 6, Tiroler Landtags-Abgeordneter, vermält (seit 15. April 1868) mit Maria Freiin von Heine-Geldern (geb. 8. April 1848), aus welcher Ehe zwei Söhne stammen: Joseph (geb. 14. März 1869) und Eduard (geb. 22. Febr. 1870), – und 5) Christoph (geb. 24. Juli 1856), Edelknabe und Zögling der Theresianischen Ritter-Akademie. Auch lebt noch eine Schwester des Grafen Joseph, Gräfin Walburga (geb. 25. Jänner 1804), vermält (seit 5. Mai 1828) mit Liberale Grafen Richieri von Sedrano, Fiume und Vallenoncello Witwer seit 25. September 1863. II. Die Nachkommen des (am 12. November 1864) verstorbenen Grafen Philipp sind: Graf Dominik Sizzo de Noris (geb. 1819) und dessen Geschwister Fanny (geb. 181.) und Franz (geb. 19. Juni 1822), k. k. Bezirkscommissär zu Trient. – Noch sei erwähnt, daß ein Graf Sizzo de Noris, dessen Taufname[WS 1] nicht genannt ist, im Jahre 1861 für zwei invalide Soldaten des Tiroler Jäger-Regiments Kaiser Franz Joseph ein Capital von 2000 fl. gestiftet hat.

Wappen. Quadrirter Schild vor einem rothen Querbalken durchzogen und mit einem Mittelschilde belegt. 1 und 4: in Gold ein schwarzer Adler; 2 und 3: in Blau auf grün gemalter Flut ein Boot mit weißen Segeln, worin zwei nackte, sich umarmende Knaben sitzen. Mittelschild. In Silber ein aufrechter schwarzer Anker.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Taufnahme.