BLKÖ:Staeger von Waldburg, Eduard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 37 (1878), ab Seite: 84. (Quelle)
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Staeger von Waldburg, Eduard (k. k. General-Major, geb. zu Wien im Jahre 1809, gest. ebenda 6. März 1862). Am 6. Mai 1831, nach seinem Austritte aus dem Theresianum, trat S. als Fähnrich in das Infanterie-Regiment Graf Gyulai Nr. 60, wurde mit 1. August d. J. zum Unterlieutenant im Prinz Hohenzollern-Chevaulegers-Regiment Nr. 2 und in eben demselben am 14. März 1835 zum Oberlieutenant befördert. Im Jahre 1838 wurde er in den General-Quartiermeisterstab übersetzt, nachdem er schon früher als Brigade-Adjutant verwendet worden war. Während der Friedensepoche wurde er in den wissenschaftlichen Geschäftszweigen des Generalstabes vielfach verwendet. Bei dem Ausbruche der Revolution in Italien, im März des Jahres 1848, war Staeger als Hauptmann des Generalstabes beim zweiten Armeecorps in Verwendung und vom 4. April bis 28. Mai in Mantua, dem damaligen Festungs-Commandanten General der Cavallerie Grafen Gorzkowski [Bd. V, S. 275] zugewiesen. Mantua blieb unter den ungünstigsten Umständen dem Kaiser erhalten, welcher glänzende Erfolg vor Allem der Energie Gorzkowski’s zuzuschreiben ist. Aber auch das unermüdliche Wirken seiner Organe für die Erhaltung jenes Bollwerkes ist anerkannt worden. Staeger erhielt für seine Leistungen in dieser Richtung den Orden der eisernen Krone 3. Classe. In seiner Schrift: „Mantua 1848. Ein Beitrag zur Kriegsgeschichte“ hat er jene denkwürdige Episode aus der Geschichte der Revolution in Italien als Augenzeuge dargestellt. Vom 28. Mai bis 1. Juni stand Staeger in den Kämpfen bei Curtatone als Divisions-Generalstabs-Officier an der Seite des Feldmarschall-Lieutenants Felix Fürsten Schwarzenberg, wurde hierauf in das Hauptquartier der Armee commandirt und am 13. Juni zum Major und Adjutanten bei dem 1. Reserve-Corps ernannt, in welcher Eigenschaft er den Feldzug nach Mailand 1848 und jenen nach Novara 1849 mitmachte. Im August 1849 kam er wieder in den General-Quartiermeisterstab [85] zurück, wurde aber schon im September 1850 der General-Adjutantur der zweiten Armee zur Dienstleistung zugetheilt; am 20. November zum Obersten und zweiten General-Adjutanten und bald darauf zum ersten General-Adjutanten dieser Armee ernannt. In dieser Stellung verblieb Staeger durch sechs Jahre und genoß das volle ehrende Vertrauen des Marschalls Grafen Radetzky. Als dieser vom Commando der Armee abtrat, erbat er sich von Seiner Majestät dem Kaiser die Begünstigung, Staeger an seiner Seite behalten zu dürfen, sowie dessen Beförderung zum General-Major. S. verblieb auch bei dem Feldmarschall bis zu dessen letzten Augenblicken. Mit dem Tode Radetzky’s trat Staeger in den Pensionsstand und nur im Jahre 1859 für kurze Zeit in Activität. Im März 1860 wurde er abermals angestellt und zwar dem General-Quartiermeisterstabe zur Bearbeitung des Feldreglements zugetheilt. Aber ein chronisches Lungenleiden warf ihn bald auf das Krankenlager und der Tod hinderte ihn, die ihm übertragene Arbeit zu vollenden. Staeger’s Biograph schildert ihn in seiner Eigenschaft als General-Stabsofficier stets als eine feste Stütze seines Generals, ein Lob, wenn man die Erfordernisse eines tüchtigen General-Stabsofficiers genau kennt, leicht ausgesprochen, aber ungemein schwer verdient.

Wiener Zeitung. 1862, Nr. 67, im Tagesbericht. – Militär-Zeitung. Herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, gr. 4°.), Jahrg. 1862, S. 159. – Streffleur (Valentin), Oesterreichische militärische Zeitschrift (Wien, gr. 8°.) III. Jahrg. (1862), Bd. III, S. 31.