BLKÖ:Starhemberg, Erasmus (I.)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 37 (1878), ab Seite: 168. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Erasmus I. von Starhemberg in der Wikipedia
Erasmus I. von Starhemberg in Wikidata
GND-Eintrag: 1199101001, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Starhemberg, Erasmus (I.)|37|168|}}

14. Erasmus (I.) (geb. 1503, gest. 1560). Ein Sohn des Bartholomäus von S. und Magdalenens von Losenstein und mit ihr zugleich der Stammvater aller folgenden und noch heut blühenden Linien des Hauses Starhemberg. Erasmus war kaiserlicher Rath, in den Jahren 1536 und 1553 Verordneter des Herrenstandes der oberösterreichischen Stände, dann kaiserlicher Oberstkämmerer und geheimer [169] Rath. Er wurde bei verschiedenen mehr und minder wichtigen Anlässen in Deputationen gewählt. Vornehmlich zeichnete er sich 1529 aus, als die Türken Wien belagerten. Der Kaiser schickte ihn mit einer Sendung ins Reich, damit er von dort Reichshilfe mitbringe. In der That brachte er auch drei Regimenter Kürassiere mit, warb auf eigene Kosten in Sachsen und Meissen zwei Regimenter an und trug mit Wolf von Roggendorf [Band XXVI, S. 272, Nr. 11] wesentlich zum Entsatze Wiens bei. Gleich seinem Vater Bartholomäus, war er ein eifriger Bekenner der lutherischen Lehre, wirkte nachdrücklich für deren Verbreitung und stand mit Luther in brieflichem Verkehr. Als in den Jahren 1547 und 1548 die vereinigten österreichischen Stände an den König Ferdinand Bitten um Freigebung der Religionsübung stellten, befand, sich auch Erasmus unter den Unterzeichnern dieses Documentes, wodurch er sich die kaiserliche Ungnade zuzog und nebst mehreren Gütern auch die Würde eines Oberstlandesmarschalls der Erzherzogthümer Oesterreich ob und unter der Enns, nach dem Tode seines Schwiegervaters, des Grafen von Schaumburg, worauf er ein Anrecht hatte, einbüßte. Erasmus war zweimal vermält. Zuerst seit 1530 mit Anna geborenen Gräfin Schaumburg und dann seit 1553 mit Regina Freiin von Pollheim. Durch Erasmus’ erste Gattin Anna, geborenen Gräfin Schaumburg, wuchsen dem Hause Starhemberg ansehnliche Reichthümer zu. Denn als mit Wolfgangs Grafen von Schaumburg Tode 1559 dieses Geschlecht erlosch, gelangten durch Testament die Herrschaften Schaumburg, Eferding, Stauff, Peuerbach, Erlach, Mistelbach und noch andere Güter an das Haus Starhemberg. Anna gebar ihrem Gatten Erasmus 18 Kinder, und zwar elf Söhne, sieben Töchter. Von den Söhnen bildeten Rüdiger, Gundakar und Heinrich die drei Hauptlinien des Starhemberg’schen Hauses. Jene Gundakars erlosch schon in der zweiten Generation; jene Heinrichs nach dritthalbhundertjähriger Dauer in unseren Tagen; jene Rüdigers aber spaltete sich mit seinen Söhnen Paul Jacob und Ludwig in zwei Zweige, von denen jener Ludwigs auch bereits erloschen und jener Paul Jacobs zur Stunde in gräflicher und fürstlicher Linie fortblüht. Erasmus von Starhemberg’s zweite Ehe mit Regina Freiin von Pollheim blieb kinderlos. Regina starb am 8. October 1572. Das Todesdatum des Erasmus wird verschieden angegeben. Schwerdling nennt den 8. September 1560 als seinen Todestag, das Zedler’sche „Lexikon“ den 10. Juli d. J. Auf Bildnissen erscheint auch 1577 als sein Todesjahr. –