BLKÖ:Stein, Karl

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 38 (1879), ab Seite: 31. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 130157627, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Stein, Karl|38|31|}}

Stein, Karl (Sänger und Componist, geb. zu Mistelbach in Niederösterreich 21. Jänner 1807, gest. zu Wien 26. Jänner 1866). Sein wahrer Name ist Joseph Karl Ueblein, an dessen Stelle er, als er der Bühne sich widmete, den Namen Karl Stein annahm. Schon in früher Jugend erhielt er sorgfältigen Unterricht in der Musik, den die Schullehrer seiner Heimath Diem und Gspann leiteten, welcher dann während seiner Studien in Wien von dem Capellmeister Joseph Drechsler [Bd. III, S. 380] und im Gesange von Schwarzböck [Band XXXII, S. 320, Nr. 16] fortgesetzt wurde. Nun machte er Reisen durch ganz Deutschland, Frankreich und die Schweiz, und nach seiner Rückkehr nach Wien trat er im k. k. Hofburgtheater als Hofschauspieler ein. Seiner schönen Baßstimme wegen wurde er am 22. März 1853 als Bassist an der k. k. Hofcapelle angestellt, in welcher Anstellung er durch 13 Jahre, bis an seinen Tod verblieb. Als Schauspieler des Burgtheaters war Stein in urwüchsigen, namentlich österreichischen Volkscharakteren vortrefflich, und seine Leistung als Wirth Quantner in Baumann’s „Versprechen hinter’m Herd“ lebt noch in der Zeitgenossen Gedächtniß. Dem Wiener Männergesangsverein gehörte Stein seit seiner Entstehung im Jahre 1843 bis zu seinem Tode an, und im komischen Männerquartett gehörte Stein zu den tüchtigsten Mitgliedern desselben. Auch als Componist war S. thätig; so componirte er mehrere Lieder mit Clavierbegleitung, einige Chöre, Quartetten, Ouverturen u. d. m.; ferner etliche größere Werke, als Singspiele, Operetten und eine große dreiactige Oper „Der Astrolog“. Stein starb nach längerem Leiden, 58 Jahre alt, ein Kind hinterlassend, und wurde auf dem St. Marxer Friedhofe beerdigt.

Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1866, Nr. 26. – Wanderer (Wiener Partei-Blatt) 27. Jänner 1866, Nr. 25: „Nekrolog“. Von Dr. August Schmidt. – Neues Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1866, Nr. 26. – Zellner’s Blätter für Theater, Musik u. s. w. (Wien, kl. Fol.) 1866, Nr. 9. – Allgemeine Wiener Musik-Zeitung. Herausg. von Dr. August Schmidt (4°.) 1847, S. 216.