BLKÖ:Stock, Johann Martin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 39 (1879), ab Seite: 64. (Quelle)
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Stock, Johann Martin (Maler und Radirer, geb. zu Hermannstadt in Siebenbürgen im J. 1746, gest. um das Jahr 1800). Ueber den Lebens- und Bildungsgang dieses bedeutenden Künstlers, über den wir Füßli die ersten Nachrichten verdanken, ist nur wenig bekannt. Stock, ein Schüler von Meytens [Bd. XVIII, S. 193], ließ sich in Preßburg nieder, wo er sich durch seine Arbeiten bald den Ruf eines geschickten Künstlers erwarb. Merkwürdigerweise gedenkt Peter von Ballus in seiner Schrift „Preßburg und seine Umgebungen“ (1823), der doch viel geringere Künstler, wie z. B. den Zimmermaler Leicker anführt, unseres Stock nicht mit einer Sylbe. Stock malte Altarbilder und Porträts, an welch letzteren man ihre Treue und charakteristische Auffassung rühmte. Nagler nennt Stock einen „Mann von großem Reichthum der Phantasie, der sich überdies durch seine Charakterzeichnungen, in welchen die Satire und die Ironie eine freie Rolle spielten, allgemeinen Beifall erwarb“. Quirin Mark [Bd. XVI, S. 453] stach nach ihm das Bildniß des Doctors der Chirurgie und Professors Joseph Jacob Plenck [Bd. XXII, S. 423], das Stock im Jahre 1777 gemalt hatte. Jacob Adam [Bd. I, S. 4], der treffliche Kupferstecher, stach nach Stock’s Zeichnungen die Volkstrachten, welche das „Ungarische Magazin“ (Preßburg 1781, 8°.) enthielt. Auch sind von J. M. Stock mehrere Radirungen bekannt, so: „Abbildungen verschiedener Einwohner Ungarns und Siebenbürgens. I. Folge von jemaligen Zigeunern“ sechs Blätter, gezeichnet und geätzt von J. M. Stock in Preßburg 1776, 8°., – und im vorbenannten „Ungarischen Magazin“, ein Vogel – „Die ungarische Trappe“ – in einer Landschaft. In späteren Jahren wendete sich der Künstler dem Handel mit Gemälden zu. – Auch erscheint in Ungarn in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch ein Historienmaler des Namens Andreas Stock, von dem sich in der königlichen Freistadt Schäßburg (Segesvár) in der St. Nicolaikirche ein schönes Altarblatt befindet, das im Jahre 1788 gemalt ist. Ueber beide Künstler, diesen Andreas und den obigen Johann Martin Stock, der auch blos als Martin Stock erwähnt erscheint, wären nähere Nachrichten wohl wünschenswerth.

Nagler (G. K. Dr.), Deutsches allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Band XVII, Seite 379. – Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate (Wien 1835, gr. 8°.) S. 309.