BLKÖ:Straßer, Gabriel (I.)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 39 (1879), ab Seite: 269. (Quelle)
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Straßer, Gabriel (I.). Georg mit Taufnamen (gelehrter Benedictiner, geb. zu Steinbach bei Steyer am 15. Februar 1752, gest. zu Kremsmünster 6. April 1814). In das Benedictinerstift Kremsmünster trat er 1776 ein, nicht aber, wie es in der „Oesterreichischen National-Encyklopädie“ heißt, 1766, wonach er zu jener Zeit erst 14 Jahre alt gewesen wäre. 1777 wurde er von seinem Prälaten auf die Hochschule zu Salzburg geschickt, um daselbst das geistliche Recht zu hören. Noch im nämlichen Jahre kehrte er in das Stift zurück, wo er am 7. September als neuer Priester beim Altare die achttägige Jubelfeier zur 1000jährigen Gründung des Stiftes Kremsmünster eröffnete. Sein Abt verwendete ihn hierauf im Lehramte, und zwar als Katechet von 1779–1783, als Lehrer der Grammaticalclassen von 1783–1786 und von 1789–1804, als Professor in den Humanitätsclassen von 1786–1789 und von 1804 bis 1806. Mit dem letzteren Jahre trat Straßer an die philosophische Lehranstalt über, wo er bis 1811 griechische Philologie vortrug. Er besaß tiefgehende Kenntnisse in der classischen Literatur und der Geschichte und erwarb sich um die reichhaltige Bibliothek und das Archiv des Stiftes bedeutende Verdienste. Die Muße seines Lehramtes widmete er der Geschichtsforschung, zu welcher ihn ebenso große Vorliebe hinzog, als ein ungewöhnlich treues Gedächtniß besonders befähigte. Bei der Gewissenhaftigkeit jedoch, mit welcher er in seinen Arbeiten vorging, und bei dem Umstande, daß er sich die Materialien aus dem noch nicht gesichteten Stiftsarchiv mühsam hervorsuchen und die Ordnung desselben also zur nächsten Aufgabe machen [270] mußte, beschränkt sich die Ausbeute seines Forschens nur auf ein einziges leider auch unvollendetes Werk, betitelt „Kremsmünster, aus seinen Jahrbüchern“ (Steyer 1810, Greis, 8°.), erster und einziger Band, der bis zur Thronbesteigung des Kaisers Rudolph von Habsburg reicht. Sonderbarer Weise vernichtete er selbst die Vorarbeiten zur Fortsetzung. Sonst erschien von ihm noch im Drucke: „Festlicher Empfang II. kk. Majestäten Franz II. und seiner Gemalin Theresia zu Wien d. 28. Heumonat im J. 1792 von Frankfurt a. M.“ (Wels 1792, 8°.); – „Biographica Erenberti III. Abbatis Cremifanensis vita defuncti epistola“ (Styrae 1800, Fol.). Auch gab er noch einige kleiner, Gedichte heraus.

Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 8°.) Bd. V, S. 215. – Pachmayr (P. Marianus), Historico-chronologica Series Abbatum et Religiosorum Monasterii Cremifanensis etc. (Styriae 1777, Ab. Wimmer, kl. Fol.) p. 857. – Hagn (Theodorich). Das Wirken der Benedictiner-Abte Kremsmünster für Wissenschaft u. s. w. S. 89, 94, 230, 232, 234, 279 und 316. – Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat (Wien, A. Strauß, 4°.) Jahrg. 1814, S. 290.