BLKÖ:Szabó von Kis-Geresd, Stephan (III.)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Szabó, Stephan (II.)
Band: 41 (1880), ab Seite: 123. (Quelle)
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27. Stephan (III.) Szabó von Kis-Geresd (geb. in Ungarn im Jahre 1825, gest. in London 23. Juli 1862). Er kam 1839 in die k. k. Ingenieur-Akademie, wo er seine militärische Ausbildung erhielt. Bei Ausbruch der Rebellion im Jahre 1848 trat auch er in die Honvéd-Armee ein, wurde Oberst und machte sich im Sommer 1849 durch das Geschick, das er bei der Belagerung Temesvárs an den Tag legte, einen Namen. Der kaiserliche General Ramming, damals noch Oberstlieutenant im Genie-Corps, der nach der entscheidenden Schlacht bei Szörög (5. August 1849) unaufhaltsam zum Entsatze des hartbedrängten Temesvár herbeieilte, nahm keinen Anstand, dem Talente, das Szabó bei dieser Gelegenheit bewiesen, Bewunderung zu zollen. Szabó rettete sich später durch die Flucht in die Türkei, kam 1850 nach London, wo er ein Kaufmannsgeschäft unternahm und zu Vermögen gelangte, das er jedoch in Genf im Spielhause des berüchtigten James Fazy verlor, worüber er wahnsinnig wurde. Er starb im Irrenhause zu London und wurde auf dem Abney-Park-Gottesacker begraben. Die ungarischen Revolutionsgenerale Vetter und Klapka, der damalige türkische General Kwety und Dr. H. Ronay, zu jener Zeit Lehrer im Hause der Herzogin von Sutherland, nachmals Lehrer Sr. k. Hoheit des Kronprinzen Rudolph, gaben dem Verstorbenen das letzte Ehrengeleite. Kertbeny in dem in den Quellen angeführten Schriftchen nennt ihn kurzweg „englischen Schriftsteller“. Was Stephan Szabó geschrieben und in England herausgegeben, konnte ich nicht auffinden. [Presse (Wiener polit. Blatt) 1862, Nr. 210 im Abendblatt in der Rubrik: Kleine Chronik. „Aus London.“ – Fremden-Blatt. Von Gustav Heine, 1862, Nr. 211. – Kertbeny (K. M.), Die Ungarn im Auslande. I. Namensliste ungarischer Emigration seit 1848–1864 (mit Einschluß der außerhalb Ungarns internirten). 2000 Nummern mit biographischem Signalement (Brüssel und Leipzig 1864, Kießling und Comp., kl. 8°.), S. 61, Nr. 1610.] –